All you need is… well, don’t make these mistakes

Neulich habe ich einen YouTube-Beitrag zum Thema Gear-Demos gesehen und es hat förmlich aus mir heraus geschrieen: «Ja, Herr Wampler. Absolut!» Habt ihr es auch, dass ihr euch ein Demo anschaut und eigentlich klinget irgendwie so ziemlich alles gleich?! Mir geht es so.

Ich nehme dann mal diese Kopfhörer, dann wieder andere und alles nur um den Unterschied zu hören. Aber oftmals klingen die präsentierten Geräteeinstellungen (vor allem bei Pedalen, denn dafür interessiere ich mich bei den Demos am meisten) fast identisch. Die Nuancen gehen vollkommen unter. Ein Reverb anhand von einem Demo-Video als gut oder schlecht zu befinden, finde ich als nicht richtig. Das Urteil kann nur gefällt werden, wenn man das Gerät selbst angetastet hat. Das ist der einzige Weg.

Ein anderer Weg ist jedoch die Intuition. Mit der Zeit entwickelt man ein sogenanntes Händchen und kann aus Erfahrung, selbst bei mässigen Produktevideos erahnen, worum es sich da handelt (Oder man bringt ein enormes Vertrauen dem Hersteller gegenüber und kauft alles, weil alles super ist und spart sich das Lesen des weiteres Textes hier!). Dann sucht man im Netz nach Informationen wie Manuals und weiteren Videos oder Audioaufnahmen. Die Intuition hilft vor allem auch, wenn unglaubliche Neuheiten aus den Staaten vorgestellt werden. Zum Beispiel, manche Pedale aus den kleinen Boutiquen der USA bekommt man in Europa nichts leicht oder gar nicht. Das muss man sich mit den YouTube-Videos begnügen. Und das machen wir ja auch!

Wamplers Beitrag: «Don’t make these mistakes», den ihr unten in voller Länge anschauen könnt, ist ein Beweis für die Objektivität, mit der wir an die Demos herangehen müssen. Allerdings stimme ich der Aussage: «…Gerät kaufen, ausprobieren und wenn es nicht gefällt wieder zurückbringen…» nicht zu! Selbst bei einer Vereinbarung mit dem Händler ist es für den Händler allgemein eine Arschkarte das Gerät wieder zurück zu nehmen. Ich weiss wovon ich spreche! Ja, zu Hause in der vertrauten Umgebung mit eigenen Geräten klingts letztendlich so, wie es sein soll. Ihr wisst aber schon, was (nehmen wir mal die grossen Online-Distributoren) bei Amazon, Zalandoo und all den anderen passiert, die die Ware ständig zurückgeschickt bekommen?! Nicht weil sie defekt ist, in keiner weise, sondern wir diesen Service restlos ausnutzen. Frei nach dem Motto: Einmal anspielt oder anziehen, Selfie schiessen und zurückschicken. Der Aufwand ist so enorm, dass dieses Volumen kompensiert wird und Kosten verlagert werden. Zu Ungunsten zB. vom Personal. Hier erwähne ich nicht wie viel Aufwand das Zurückschicken auch für einen selbst ist.

Die kleinen, lokalen Dealer werden sicherlich kein Geld herausgeben, sondern bei Rückgabe eine Art Gutschein ausstellen. Das Geld bleibt im Geschäft. Ich empfehle vom Herzen deinen Dealer aufzusuchen, sich mit ihm auszutauschen und das Gerät der Wahl vor Ort auszuprobieren. Neulich war ich in Basel bei House of Sound. Eine Woche vor meiner Reise habe ich sie angerufen und gesagt, was ich brauche und anzuspielen wünsche. Kein Problem. Für mich ist das der beste Weg. Dieser ist mit einem gewissen Aufwand verbunden, aber um sicher zu gehen bevor ich falsch kaufe…

Nächste Woche geht es weiter mit dem Thema: All you need is… Voltage, Ampere and God knows what else on your favorite Pedal!

ALL YOU NEED IS A DELAY!

Damn right! Manchen Musikern (Gitarristen) reicht ein Delay aus und sie rocken. Vielleicht bauen sie eine Kette und benutzen zwei Delays mit verschiedenen Zeiteinstellungen und sie rocken. Punkt. Auch ohne ein zusätzliches Reverb-Pedal. Das reicht ihnen vollkommen aus, denn es entsteht ja auch «eine Art von Reverb». Aber das gehört hier nicht hinein. Fakt ist – Delay ist Gott! Und Delay gehört dazu. Ebenso bei Synthesizern bewirkt ein Delay Wunder. Ok, verallgemeinern wir das: Überall wo Rhythmik und Dichte gefragt sind. Als Plug-in ist gegenwärtig das Valhalla Delay mein absoluter Favorit aber auch das Zerone von Puremagnetik. Grossartige Sachen. Aber kommen wir zur Hardware zurück. Nach dem vergangenem Post über die Reverb-Tretminen bin ich über die Auflistung meiner Delay-Stompboxen-Favoriten gefragt worden. Da ich nichts verraten wollte, erwähnte ich nur, dass das Timeline von Strymon nicht aufgeführt wird. Das Timeline ist mit dem Big Sky von Strymon vielleicht das mächtigste Werkzeug, verpackt in einem Pedal. Beide klingen unverschämt. Beide völlig en vogue. Hunderte haben über beide Pedale ausführlichst berichtet. Meine Auflistung hingegen konzentriere ich auf andere schöne Delay-Stomboxen und beginne unkonventionell mit dem aller günstigsten Delay überhaupt über zwei weitere beachtenswerte günstige Mitstreiter bis zu den «Playern». Aus dem einfachen Grunde – für all Jene, die beginnen und nicht viel Geld ausgeben wollen, sollen erstmal grundsätzlich starten und SOUNDEN! Alles, was danach kommt, ist Sahne.

BEHRINGER: VINTAGE DELAY VD400 – What the Fuck

Ihr werdet euch fragen? Und ich werde antworten: Hell yeah! Sowohl für Gitarristen als auch für Keyboarder oder Experimentierfreudige einsetzbar. Ich kenne paar Musiker die schwören auf die Behringer Echo Machine-Stompbox. Soweit ich weiss, bekommt man sie nicht mehr so leicht und das Pedal wird «hoch» gehandelt. Wer hätte das gedacht! Eigentlich spielt es aber keine Rolle mit welchem der Behringer Delays (mitunter auch das Digital Delay) man beginnt oder sich austobt. Ich habe das VD400 und dafür 20,- Schweizer Franken bezahlt. Im direkten Vergleich mit anderen Delays fällt das VD400 durch, aber diese Tretmine hat seinen Charme und lässt sich auch technisch ausbauen. Das ist nämlich bei mir der Fall. Ich lasse das Pedal mit weiteren Funktionen erweitern. Dazu bald mehr… So, das Behringer VD400 Vintage Delay ist ein Pedal für klassische Slapback Delays und Analog Delay Sounds. Mit einem klassischen Eimerkettenspeicher verfügt das Pedal über eine Delayzeit von bis zu 300ms, während der Noise Reduction Circuit für mehr Signal bei weniger Störgeräuschen sorgt. Ansonsten wird das VD400 recht klassisch über separate Regler für Echos, Delayzeit und Effektintensität gesteuert mit denen es sich experimentierfreudig auch schön ausbrechen lässt. Für einen Einstieg optimal!

Link: Behringer


ZOOM: MS-70CDR – Multistomp Chorus/Delay/Reverb

Und schon sind wir beim zweit günstigsten Pedal der Auflistung zum Thema Delay gelandet. An dieser Stelle möchte ich Joel Gilardini danken, der mich genau vor einem Jahr auf dieses Gerät aufmerksam gemacht hat. Es kann sehr viel und ist multieinsetzbar. Der Großteil der vorhandenen Effekte versucht sich an den Emulationen von bekannten und weniger bekannten Kult-Maschinen, wie etwa dem Boss Chorus-Ensemble oder dem analogen Flanger-Sound der amerikanischen Kult-Firma ADA im Chorus-Menü. Im Delay-Menü werden die Sounds von Geräten wie beispielsweise dem legendären Maestro Echoplex (wohl das bekannteste Bandschleifen-Echogerät überhaupt) oder dem deutlich jüngeren TC Flashback reproduziert, wo hingegen sich im Reverb-Menü so klangvolle Namen wie Lexicon, Strymon oder Electro Harmonix in verschiedenen Variationen tummeln. Nicht, dass wir uns hier falsch verstehen: Nicht beeindrucken lassen von den genannten Markennamen. Einfach unvoreingenommen rangehen.

Für viele Einsatzgebiete, vor allem im Effektweg eines Gitarrenamps, kann das Gebotene für viele Musiker vollkommen ausreichend sein. Hall-Spezialisten werden sich aber sicher nach einem anderen Gerät umschauen (und dementsprechend auch mehr anlegen) müssen. Grund hierfür dürften vor allem die AD/DA-Wandler sein, die bei einem Gerät in dieser Preisklasse nun mal nicht State-of-the-Art sein können, auch wenn der angegebene Frequenzgang laut Datenblatt bis zu 20 kHz hinaufreicht. Und trotz allem lieben die Synthiefreaks dieses Pedal sehr. Vor allem wegen des Halls und ganz, ganz ehrlich, hört der Rest der Welt den Unterschied? Hört man bei einer Live-Performance das Detail? Ich behaupte mal NEIN und Joel wird mir das ganz gross zustimmen ;-)

Die Delay-Abteilung bietet, analog zu den beiden anderen Effektgruppen, eine ebenso riesige Auswahl an Verzögerungs-Effekten, die allesamt einen tollen Job verrichten. Die Stereo- und Ping-Pong-Delays lassen sich zudem prima über das Display editieren, was ein unschätzbarer Vorteil an diesem Pedal ist. Kein Blindflug, jede Reglerbewegung wird sofort auf dem Display in Sichtbares umgesetzt. Wie auch bei den Chorus- und Flanger-Effekten macht sich die eingeschränkte Dynamik hier nicht groß bemerkbar, sämtliche Vorstellungen von Echo-Sounds, vom gekachelten Badezimmer über Pitchshift- und Filter-modulierte Echos bis hin zum Leslie-Effekt, sollten sich hier ohne großen Aufwand realisieren lassen. Und auch dauerhaft sichern lassen, denn dafür stehen ja immerhin 50 Speicherplätze bereit. Ich empfehle dieses Pedal jedem, der Freude am Sounddesign hat. Das Zoom ist eine wahre Schatzkiste. Erhältlich für ca. 105,- Schweizer Franken. Hier zwei Beiträge, die dieses Pedal präsentieren:

Links: ZOOM, Joel Gilardini


TC ELECTRONIC: Flashback 2 – Update des Bestsellers

Das neue Flashback Delay 2 (Aktueller Strassenpreis: 115,- Schweizer Franken) ist nach wie vor ein solides, günstiges und gut klingendes Echopedal, das der Hersteller TC mit ein paar sinnvollen Features (Tone Print und Mash) und neuen Sounds aufgepeppt hat. Ich besitze es selbst und bin zufrieden, setzte es allerdings zu selten ein. Studioqualität sollte man nicht erwarten, damit konnte auch der Vorgänger nicht dienen – würde man meinen. Für den Einsatz mit Gitarre, vor allem aber mit Synths allerdings dürfte das neue TC Electronic Flashback 2 Delay viele Musiker zufriedenstellen. Hier kommt wieder mal, wie beim Zoom oben die Frage des Geschmacks. Ich persönlich benutze ausschliesslich das 2290 Preset als auch ein eigen erstelltes Tone Print-Preset. Wenn ich zwischen den drei von mir hier präsentierten Budget-Delays eine Chart-Empfehlung aussprechen sollte, stünde das Zoom mit seinen verschiedenen Möglichkeiten an erster Stelle, das Flashback 2 an zweiter und der Behringer an dritter. Die Reihenfolge würde sich aber ändern, wenn ich das kürzlich erschienene Flashback 2 X4 mit einbeziehe. Das Zoom würde nach unten rutschen. Doch sehen und hören wir mal hinein:

Links: TC, Chords of Orion


Und jetzt kommen wir zu den ganz tollen Delays dieser Zeit:

ELECTRO-HARMONIX: Deluxe Memory Man – The One and Only!

Mitte der Achtziger hatte EHX eigentlich mit der Produktion von Pedalen aufgehört und sich auf den Vertrieb von Verstärkerröhren konzentriert. Die hohen Preise, die in den Neunzigern und bis heute für Originaleffekte aus den Siebzigern gezahlt wurden, veranlasste Firmengründer Mike Matthews dazu, zehn Jahre später die populärsten seiner Bodentreter wieder aufzulegen – und das mit durchschlagendem Erfolg. Zu diesen Reissues gehört auch der Deluxe Memory Man, der schon 1976 das Licht der Welt erblickte und eigentlich unter der Rubrik „Delay“ geführt wird, aber wegen seines integrierten Chorus extrem auf sich aufmerksam macht.

Superfett und warm ist wohl die treffendste Bezeichnung für den Sound des Deluxe Memory Man. Die Echos haben eine ungeheure Tiefe, die einem wirklich guten Bandecho in Nichts nachstehen. Die Echos wirken nicht wie eine hinterhergeschickte Kopie des eingespielten Tonmaterials, sondern verleihen dem Ton selbst bei Extremeinstellungen unaufdringliche Tiefe. Der Chorus, der ja im Grunde genommen ein moduliertes und extrem kurzes Delay ohne Feedback ist, besitzt die gleiche Klangästhetik und ist rund und weich ohne billigen Warmduschersound. Setzt man die Modulation des integrierten Chorus/Vibratoeffekts dezent ein, kommt man dem typischen ”Eiern” der legendären alten Bandechos sehr nahe.

Nicht nur für Freunde des fetten Analogdelays ist der Memory Man Deluxe eine wahre Soundfundgrube, sondern auch für Anhänger extrem fetter Chorus- und Vibratosounds. Einziger Wermutstropfen bleibt das starke Eigenrauschen und der Lautstärkeverlust beim Einschalten des Gerätes. An dieser Krankheit leiden leider die meisten der traditionellen Pedale von Electro Harmonix. Vielleicht bekommt man diesen Sound in einer modernen Version trotzdem hin?

Memory Man TapTempo (TT) 1100

Das Electro Harmonix Deluxe Memory Man TT1100 ist ein solch genanntes modernes Delay-Boden-Effektgerät, ursprünglich für Gitarristen gedacht und damit auch nur mono. Das heißt aber nicht, dass man sie nicht auch mit Synths und anderen alternativen Quellen verbinden könnte. Das TT in den Namen steht übrigens für Tap-Tempo und legt nahe, dass das Tempo auch eingeklopft bzw. -getreten werden kann – recht praktisch bei einem Delay. Die Ziffern im Namen wiederum verraten die maximale Delay-Zeit, welche 1100 ms beträgt. Diese lange Delay-Zeit ist für ein analoges Delay durchaus bemerkenswert!

Der Modulations-Effekt ist wirklich nicht besonders plakativ, aber effektiv. Wer extremere Effekte braucht, kann diese aber unkompliziert über den Send-Return hinzufügen, was ein doch eher seltenes Gimmick ist. Für folgendes Beispiel habe ich nacheinander erst einen Chorus, dann einen Pitch-Shifter und später noch eine BitCrusher in dem Delay benutzt.

Mit dem Deluxe Memory Man TT 1100 erhält man ein wunderbares, analoges Eimer-Ketten-Delay, welches allein auch durch die simple Funktionalität überzeugt. Der warme Klang gepaart mit analogen Artefakten bei der Delay-Time-Korrektur und der Möglichkeit ein Expression-Pedal sowie weitere Effekte einzuschleifen, bilden ein äußerst rundes Angebot. Synthesizer-Freunde werden wahrscheinlich nicht allzu lange Delay-Zeiten benötigen und können daher zum günstigeren 550 greifen oder zu den anderen schönen Ausführungen des Memory Man. Ich liebe diese Pedale. Sie klingen alle recht unterschiedlich. Allerdings als Einsteigermodel empfehle ich den Memory Boy. Nicht all zu gross und mit schönem Sound!

Hier zwei Beiträge. Der erste ist ein fantastischer Shootout von Shnobel, der alle Memory Delays nebeneinander klingen lässt. Sucht euch euren Favoriten selbst aus und der zweite Betrag ist eine Präsentation/Interview der «The Pedal Show»-Jungs mit Ed O’Brien von Radiohead. Danke «The Pedal Show» für diesen, für mich persönlich, so ereignisreichen Beitrag!!!

Links: Electro Harmonix, The Pedal Show


STRYMON: El Capistan, Volante, Dig – Den Cap hab ich, will aber alle drei!

Sowohl der El Capitan als auch der Volants sind wunderbare, State-of-the-Art-Tape-Delays. Der ElCap ist mittlerweile zum kleinen Bruder des neulich erschienen Volants geworden. Beide Pedale bieten eigentlich nur Vorteile. Kurzum, es ist völlig egal welches Pedal zum Einsatz kommt, sie klingen einfach toll und rauscharm! Ich möchte jedoch gern den Focus auf den DIG legen.

Klanglich orientierten sich die Entwickler bei Strymon (früher hieß ihre Firma Damage Control und hatte eine sehr gute Reputation mit ihren Röhren-FX-Pedalen erworben) an den Rack-Delays der 80er. Drei Sound-Modes stehen zur Auswahl:
– Frühachtziger-ADM-Mode (adaptive Deltamodulation)
– Mid-80s-12bit-PCM-Mode (Puls Code Modulation)
– modern-hochauflösender 24/96-Mode
Und das ganze gibt es x2, weil im DIG zwei miteinander synchronisierbare Delays stecken. Diese können seriell, parallel oder im Ping-Pong-Mode verschaltet werden, dazu kommen noch Modulation, etliche andere Spielereien und die Möglichkeit, ein Expression-Pedal anzuschließen. Augenmerk bitte auf das «Golden Ratio»! Geeignet für alles: Bass, Gitarre, Synth. Alles nur eine Frage des Budgets und des Geschmacks. Ich finde der DIG klingt phänomenal. Hier drei Beiträge zum Thema. Zwei In-Depth-Videos von Strymon selbst, die die Funktionen wunderbar erklären und das dritte Video ist ein Soundvergleich DIG mit Boss DD-2.
Wer einen DD-2 hat oder kaufen kann, solls direkt machen. Der DD-2 ist Kult! Wer in Erwägung zieht einen Boss DD-7 zu kaufen – nein, DD-3 klingt «wärmer» trotz Einschränkungen. Nur am Rande erwähnt ;-)

Link: Strymon


DIGITECH: Obscura Altered Delay – Wahre Experimentierfreude

Das Digitech Obscura Altered Delay ist ein robust verarbeitetes (schwer), sehr gut klingendes Pedal für den experimentierfreudigen Musiker. Ich sage bewusst Musiker, denn das Delay als Werkzeug ausschließlich für Gitarristen zu sehen, wäre eine glatte Verschwendung. Zumal es ein- und ausgangsseitig komplett stereo ausgelegt ist – quasi prädestiniert für die Arbeit im Studio. Der Sound ist absolut top, sehr flexibel einsetzbar und liefert tolle Delays für so ziemlich alle Lebenslagen. Ich besitze es und benutze es konstant. Meine Empfehlung! Aber seht und hört selbst. Zuerst ein Blindtest und danach eine ausführliche Demonstration.

Link: Digitech


PIGTRONIX: Echolution 2 Deluxe – Das Klanglabor

Ich glaube schon fast – Dieses grossartige Pedal ist in Vergessenheit geraten! Man sieht es kaum noch auf den Pedalboards. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass es sicherlich grösser ist, als gegenwärtige Stompboxen dieser Klasse und vielleicht auch damit, dass es mal teuer war. Nun, ersteres trifft sicherlich zu, aber preislich gesehen, ist diese Tretmine mehr als erschwinglich. Aber fassen wir mal zusammen:

Das Pigtronix Echolution 2 Deluxe geht weit über ein normales Delaypedal hinaus. Es ist vielmehr ein Klanglabor für diejenigen, die höchste Ansprüche an Klangqualität, Flexibilität und Feineinstellung stellen und dabei spontan und schnell agieren können wollen. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit mit den Bedienelementen des Pedals, eröffnen sich einem schier unzählige Kombinations- und Variationsmöglichkeiten. Dadurch dass fast alle Effekte und Filter simultan betrieben werden können, hat man die totale Freiheit. Sehr sinnvoll erscheint da auch die Möglichkeit der Sicherung der eigenen Einstellungen auf den zahlreich verfügbaren Speicherplätzen, sodass die Lieblingseinstellungen leicht verwaltet und abgerufen werden können. Das alles kommt in Gestalt einer perfekt verarbeiteten, extrem robust wirkenden Metallbox, die als Zentrale eines jeden Pedalboards herausstechen würde. Wer wirklich tief in die Welt der Delay-Effekte einsteigen möchte und Spaß am endlosen Herumexperimentieren aufbringt, sollte das Pigtronix Echolution 2 Deluxe ins Auge fassen. Unbedingt! Hier zwei Beiträge:

Link: Pigtronix


MERIS: Polymoon Delay – Modulationswunderkiste

Das Meris Polymoon Pedal ist hochwertig und tadellos verarbeitet und ist ein außerordentlich starkes Werkzeug zur Klangformung. Schon mit den Grundfunktionen des Pedals lassen sich vielfältige und lebendige Sounds erzeugen. Zusammen mit den weiteren Funktionen zur Feinabstimmung der verschiedenen Modulationseffekte öffnet das Polymoon seine Türen zu absolut traumhaften und inspirierenden Klangwelten. Meines Erachtens ist das Pedal so nicht nur auf dem Pedalboard von Gitarristen, sondern auch im Zusammenspiel mit elektrischen Tasteninstrumenten oder in einer Studioumgebung bestens aufgehoben. Wer die Optionen und Speichermöglichkeiten des Pedals weitgehend ausschöpfen oder erweitern möchte, sollte die Anschaffung von Zubehör wie Expression Pedal, externen Schaltern oder zusätzlichem MIDI-Equipment ins Auge fassen. Das ist vielleicht der einzige Nachteil.

Das Meris Polymoon erscheint im gleichen Gehäuse wie auch das Mercury7, nur wurde hier eine weiße anstelle einer blauen Lackierung gewählt. Die Anschlüsse und die Anzahl der Regler sind ebenfalls identisch, womit man davon ausgehen kann, dass auch das Polymoon einen ähnlich tiefen Zugriff auf die Parameter erlaubt. Dazu gehören auch Dinge, wie eine Anpassung des Eingangssignals speziell für Synthesizer oder eine mehr als umfangreiche MIDI-Implementierung. Die Fakten zum Meris Polymoon kurz und knapp:

  • Modulated Multi-Tap-Delay mit 1200 ms maximaler Verzögerungsdauer
  • umfangreiche Multi-LFO-Modulationskontrollen
  • sechs LFOs mit frei einstellbaren Wellenformen
  • regelbares Filter für die Echowiederholungen
  • integrierter und im Tempo anpassbarer Barberpole-Phaser
  • integrierter Multimode-Stereo-Flanger
  • rhythmische Unterteilung der Echos in Viertel- oder punktierten Achtelnoten möglich
  • digital kontrollierter, analoger Signalweg
  • Stereo Ein- und Ausgänge (Stereoeingang via TRS-Kabel)
  • Tap-Tempo-Funktion, allerdings nur mit zusätzlicher Hardware (TRS-Box via EXP-In-Buchse)
  • MIDI-Clock-Synchronisierung
  • True- oder Buffered Bypass-Modus

Hier zwei Beträge:

Link: Meris


SEYMOUR DUNCAN: Vapor Trail – Schön analog

Ich durfte mit diesem Pedal herumspielen und war sehr begeistert. Der Klang wart toll. Es besitzt einen zu 100% analoge Schaltung, hat eine Delayzeit von 15 – 600ms, eine extreme Klarheit, Wärme und Tiefe des Klangs. Weitere Details: Regler für Mix, Repeats, Delay, Rate und Depth, True Bypass, 6,3 mm Stereoklinkenausgang an dem ein Expression-Pedal zur Regelung der Effektintensität angeschlossen werden kann, zudem kann der Chorus-Effekt auf den Delays durch getrennte Regler für Rate und Depth geregelt werden. Was will man eigentlich mehr? Fantastisches Pedal. Doch seht und hört selbst:

Link: SEYMOUR DUNCAN


FAZIT: ES GIBT SO VIELE VERSCHIEDENE, FANTASTISCHE DELAYS. ICH KANN SIE ALLE NICHT BENENNEN. PRINZIPIELL KOMMT ES IMMER AUF DEN PERSÖNLICHEN AN- UND EINSATZ AN. ICH SELBST MUSS MICH STETS BREMSEN UND BESINNEN. NEIN, ICH BRAUCHE NICHT MEHR. ZWEI DELAYS REICHEN VOLLKOMMEN IN DER KETTE AUS. WOZU MEHR! EIGENTLICH REICHT AUCH EIN GUTES DEALY PEDAL AUS. BASTA. ICH BIN GESPANNT, WAS KOMMT UND FREUE MICH AUF NEUE EXPERIMENTE MIT WEITEREN GERÄTEN. DER WEG IST DAS ZIEL…

Free Plugins: Klanghelm!

Der erste Teil einer Mini-Serie über kostenlose Plugins (Mac). Wöchentlich…

Klanghelm? Ich dachte, ich habe den Namen falsch gehört, als Uwe Zahn aka Arovane mir die sympathische Kleinstschiede vorstellte. Ja, Klanghelm! OK.

Klanghelm MJUC jr. & MJUC

Abolut genial! Vom MJUC gibt es eine kostenlose Version: den MJUC Jr., die abgespeckte Version des Variable-Mu Kompressors.

Der Unterschied ist, dass die Junior-Version nicht wie der große Bruder mehrere Versionen bzw. Grundsounds unterstützt, sondern ein Mix aus Version 1 und 2 ist. Er kann etwas, was die Bezahlversion nicht hat. Die Kompression ist sehr weich und natürlich, klingt aber trotzdem nicht so neutral wie der DC8C, sondern färbt in Richtung der 60er und fügt angenehme Obertöne hinzu. Die Bedienung ist dabei super einfach, Ein Regler für die Kompressionsstufe, einer für Make-Up Gain und ein Attack/Release-Hebel mit drei festgesetzten Stufen Fast/Fast, Slow/Slow und Fast/Automatic. In der Mitte natürlich noch das VU-Meter (Gain Reduction oder Output Anzeige). That’s it.

Klanghelm MJUC jr. gibt es als VST, AU, RTAS und AAX für OSX und Windows in 32 und 64 Bit und ist kostenlos. Unter den färbenden Kompressoren definitiv mein für fast jede DAW erhältlicher Freeware-Liebling. Leider gibt’s keine wirklich guten Videos auf Youtube aber probiert es einfach selbst aus.

Mehr Infos und Download: Klanghelm MJUC jr.

Tony Frenzels Plugin-Sortiment umfasst drei kostenlose und vier kostenpflichtige Plugins – und keines ist teurer als 24 Euro. Hier der MJUC Variable-Tube Compressor.

Und wo Compressor, Variable und Tube in einer Produktbezeichnung vorkommen, ist eigentlich jedem klar, dass es sich nur um einen Variable-Mu handeln kann. Da dieser Name allerdings von Manley geschützt ist, muss es halt bei anderen Firmen anders heißen. Was die Buchstabenfolgen von Tony Frenzels Werken wie SDRR, DC8C, MJUC oder IVGI bezeichnet, weiß ich bis heute nicht komplett. Klar, einzelne Buchstaben sind klar, aber ein griffigerer Name wäre hier sicherlich für viele angenehmer.

Aber zurück zum neuen MJUC – dem Variable-Mu Röhrenkompressor. Neu ist an dem Plugin ist das neue Framework im Hintergrund, das neue Features wie GUI vergrößern, A/B Modus, Tooltips und wichtige Funktionen wie Speichern, Laden, Kopieren und Einfügen von Presets in einem Plattformunabhängigem Browser erlaubt.

Der MJUC bietet aber nicht nur ein Compressor-Modell, sondern gleich drei verschiedene Röhrenkompressoren aus verschiedenen Äras. Das MK1 klingt wie eine ganz frühe Version aus den 50ern mit einer natürlichen Färbung des Klangs. Durch vier Kompressionsstufen soll er besonders dicht klingen. Neben Compress und Make-up Gain hat man über zwei weitere Regler in diesem Modell noch Einfluss auf das Timing und den Modus (Comp oder Limit).

MK2 geht eher in die 175 und 176 Richtung, den Röhrengeschwistern des 1176 aus den 60ern. Die Ratio ist in vier Stufen (2, 4, 8 und Lim) verstellbar und man kann eine zweite Kompressionsstufe durch den Density-Schalter dazuschalten, die auch geringere Noise und Verzerrung zur Folge hat. Klanghelm selbst betitelt das Modell als „weniger Jazz, mehr Rock’n’Roll“. Statt der Timing und Mode Regler sind hier Attack und Recovery „verbaut“.

Das letzte Modell ist, wie sollte es auch anders sein, das MK3. Hier wird der Klang am wenigsten eingefärbt, fast verzerrungsfrei und es geht in die moderne HiFi Richtung. Das alles funktioniert nur durch die intern gegeneinander arbeitenden Variable-Mu Stufen. Attack und Punch sollen in Richtung SSL G-Series gehen. Als Regler stehen hier zusätzlich zu Compress und Make-Up wieder Attack und Recovery zur Verfügung. Zusätzlich gibt es Schalter für Density, High Ratio, Stage und Punch in vier Stufen.

Unterhalb aller drei Modelle lässt sich noch eine weitere Leiste mit vier immer gleichen Reglern ausklappen: Timbre (Dark bis HiFi), Drive (Saturation), SCF (SideChain High Pass Filter) und Mix (Dry/Wet). Außerdem lassen sich noch global Funktionen wie Auto-Gain (Achtung, arbeitet nicht automatisch mit dem Make-Up Regler zusammen), HQ-Modus (Oversampling) und Kalibrierung (Referenz-Level für VU-Meter und Signalweg). Im VU-Meter lassen sich weiterhin der Channel-Modus zwischen Mono, Dual Mono und Stereo und der VU-Modus zwischen Gain-Reduction, In, Out und Out-In umstellen.

Ein ziemlicher Batzen an Funktion und Klängen. Ich habe mir die Lizenz bereits gekauft, weil ich einfach wissen wollte, wie er sich anfühlt. Und ich kann sagen: Tony hat ganze Arbeit geleistet. Für 24 Euro als Einführungspreis ist das im Vergleich zu anderen Plugin-Herstellern fast schon ein Wunder, was man dafür alles bekommt. Wer nicht bereit ist, das Geld auszugeben, ohne eine Demo getestet zu haben, der wird quasi enttäuscht. Es gibt keine Demo. Dafür aber eine kleine, kostenlose Version namens MJUC jr. – ein Mix aus MK1 und MK2 des MJUC.

Klanghelm IVGI Saturation & Distortion

Klanghelm selbst beschreibt den IVGI als Saturation und Distortion Plug-in und er klingt so ähnlich wie der Desk Modus im SDRR, dem kostenpflichtigen großem Bruder. Wie der SDRR, reagiert der IVGI auf das Input-Signal dynamisch, aber er ist viel simpler aufgebaut. Vier Haupt-Potis steuern fast alles: Drive und Output brauche ich sicherlich nicht zu erklären. Asym Mix regelt die symmetrische Sättigung (links: symmetrisch und komprimierend, rechts: asymmetrisch und transparenter), der Response-Regler ist eine Art Filter: LF hebt die Bässe an und senkt ein wenig die Höhen ab. HF hebt die Höhen an, klingt in Richtung Bandsättigung und soll auch ein bisschen De-Essen – ich würde aber nicht als De-Esser empfehlen. Die Mittelstellung verändert nichts am Signal.

Dazu kommen noch die üblichen Funktionen bei Klanghelm Plug-ins: Input-Trim (und Boost), VU-Meter mit den Modi In, Out und In-Out (lässt sich mit einem Klick auch deaktivieren) und einem Crosstalk-Regler, der bei Stereo-Signalen auf die jeweils andere Spur übersprechen lässt. Bei mir bleibt der in allen Fällen auf Nullstellung, aber manche mögen so etwas.

Gerade auf dem Master-Buss ist IVGI eine richtig schöne Ergänzung, um dem Signal ein bisschen mehr Charakter zu verleihen und es zu verdicken. Techniker würden wohl „Glue“ dazu sagen. Im Gegensatz zu reinen Buss-Effekten kann er eben noch ein bisschen mehr verzerren, was ihm den Zusatz Distortion eingebracht hat. Parallel auf einzelnen Drum- und Vocal-Spuren richtig lecker.

Klanghelm macht süchtig! Somit unbedingt ausprobieren. Kaufen!!! Ich persönlich besitze die Vollverionen von MJUC und SDRR. Die beiden sind im Team unschlagbar. Generell klanglich super und preislich mehr als sympathisch. Danke Uwe :-)

Links: Klanghelm, Gearnews, EndTitles meets Arovane…