Microcosm?

How to Microcosm? Das fragte ich mich drei Monate lang. Ein schönes Pedal. Gut verbaut, klingt gut. Granular, Glitch, Stutter, Shimmer, Looper. Alles unter einer Haube. Alles gut. In Theorie. Doch warum funktioniert dieses wunderbare Pedal für mich nicht?

Gegenwärtig beende ich mein, kommendes Jahr erscheinendes Solo-Album, das ich rein mit einer Bass-Gitarre eingespielt habe. Dazu baute ich ein entsprechendes Pedalboard mit drei parallel laufenden Kanälen auf einem Board. Beim Tri-Parallel-Mixer verbaute ich die ersten zwei Kanäle mit den ZOIAs von Empress und im dritten den Microcosm. Die ZOIAs benutzte ich prinzipiell als Looper (Zoia 1 mit eigenem Looper-Patch, Zoia 2 als Drone) und den Microcosm als Effekt, welches den Sound der Pedalkette vor dem Mixer beeinflusste und loopte. Alles gut und so weit nachvollziehbar.

Bevor ich die Aufnahmen startete, testete ich den Microcosm auf Funktionalität und Klang. Hologram haben wirklich eine tolle Kleinstwelt in einer leicht gräulichen Box erschaffen. Aber etwas stimmte nicht. Entweder zehrte der Klang und/oder er war leise. Offensichtlich war das Eingangssignal zu «hot» und das Gerät regulierte die Lautstärke automatisch. Ich tüftelte und fand es nicht heraus. Somit kontaktierte ich Hologram. Der nette Support teilte mir mit ich soll bitte beim IN von Instrument auf Line umstellen. Hmmmm, das habe ich bereits. Es stellte sich aber heraus, dass ich es nicht richtig in den Einstellungen eingestellt habe. Das Gerät hats nicht gespeichert. Ok, cool. Also los. Der Sound zerrte nicht mehr, war aber nach wie vor leise. Den Mix-Regler auf 100%, ich «erahnte nach wie vor Nuancen von Effekten». Es könnte was weit weit weg sein… Den Mix-Realer auf halb. Ok, hier kann ich was mit anfangen, aber ich will den Microcosm in vollen Zügen hören, also auf 100%. Was tun nun? Ich begann zu messen. -10dB! Oh Shit! Kann das denn sein? Ja! Ich schloss am OUT einen Booster an und es ging. Allerdings mit starkem Rauschen. Verständlich. Somit begann ich online zu recherchieren, denn es konnte nicht sein, dass der Microcosm an Lautstärkeverlustproblemen litt oder doch? Doch!

Neben paar kleinen anderen Mankos (mit denen ich leben kann) stellte es sich heraus, dass dieses Problem im Netz stark kritisiert worden ist. Ich entdeckte ebenfalls, dass sich Musiker von dem Gerät trennten. Somit stellte ich mir immer mehr die Frage, was tun? Ich spielte mit dem Microcosm und verliebte mich in zwei Algorithmen (Sturm und Interrupt), die ich anschliessend bei den Aufnahmen fürs Album hier und da benutzte. Aber dieses Pedal erfüllte in meinen Augen nicht den Job, den es hätte erfüllen müssen, denn ich versprach mir beim Kauf eine neue Welt. Ich meine, hey, schaut das Video unten…! Gar eine komplette Alternative zu meinen ZOIAs und dabei klingt der Microcosm in seinen vergleichbaren Algorithmen zwar weicher und sicherlich als «generell interessant» im Gegensatz zu ZOIA oder dem norwegischen Fabrikat oder Bakfram aber nicht sehr viel anders oder wie erhofft augenöffnend (Sorry für die Übertreibung, gell!). Die erwähnten Pedale machen alle ihnen Job in Sachen Algorithmus, Patch, Klang, Verarbeitung hervorragend und es ist nur eine Frage der persönlichen Präferenz und der Entscheidung wie viel Platz jenes Produkt auf deinem Board einnehmen darf. Wie so auch immer. Aber Hand aufs Herz: Hast Du das eine, brauchst Du andere eventuell nicht… Ich denke, dass wir «heute» mit der Technologie, die uns zur Verfügung steht wenig Neues und Anderes bringen werden. Das haben wir ausgeschöpft. Was jetzt folgt, sind lediglich Variationen dessen, was wir kennen als neu verschraubt, verpackt, vermarktet. Falls Du einen Line 6 HX Stomp hast, so brauchst Du keinen Boss GT-1000 Core oder vice versa. Es sei denn, Du willst persönliche «Nuancen», auf die es ankommen kann aber nicht muss! Ich denke, wir müssen wieder paar Jahre warten bis der nächste signifikante Schub kommt und uns mit dem, das wir haben, vergnügen, denn der Schub kommt…

Fazit: Vor einpaar Tagen erfasse ich den endgültigen Entschluss, stellte den Microcosm online und einen Tag darauf verschickte ich ihn and den glücklichen Käufer, der nun hoffentlich mehr Freude damit hat, als ich. Einen Tag später veröffentlichte Hologram das Update der Firmware, welches das Hauptproblem beheben sollte und die restlichen kleinen Marcos ebenfalls. Was für ein Timing!


Quelle: Hologramelectronics.com, Youtube.com