Minimalismus im Studio und ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt – AROVANE

Kurz nachdem ich meinen letzten Beitrag veröffentlich-te, bekam ich eine Nachricht von meinem lieben Freund und Mentor, Uwe Zahn aka Arovane. Der Inhalt befasste sich mit dem Thema «Minimalismus» und ging auf die, von mir, zuletzt vorgeführte «Dean’s List» ein. «Minimalismus im Studio und ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt» – Ein kleiner Einblick in den Geist des grossartigen Schöpfers zeitgenössischer elektronischer Musik.


Wenn ich so an die vergangenen Jahre zurückdenke und die damit verbundenen Zyklen des Um-, Auf- und Abbaus meines Studios, vom Minimalismus bis zum „Überfüllismus” war alles dabei.
Jetzt arbeite ich mit dem Equipment, von dem ich denke, das es annähernd meiner Arbeitsweise entspricht. Es ist so aufgebaut, dass ich meine Ideen gut umsetzen kann. Aber das kann sich auch wieder ändern.

– Weil ich mich als Künstler stetig entfalte
– Weil sich meine Ansprüche ändern
– Weil sich die Technik verändert
– Weil meine Augen schlechter werden (und die Bildschirme größer…)


Das Studio. Die Technik. Das Equipment – in fortlaufend sich verändernder Zusammenstellung. Ein dynamischer Prozess.

Ein Aspekt, der mir aufgefallen ist, zieht sich als Konstante durch die Jahre: Quantität bedeutet nicht gleich Qualität. Da sind wir wieder beim Minimalismus gelandet. Die Schwierigkeit ist, für sich das passende Gerät, die passende Software zu finden, die genau meine Vorstellungen und meine Arbeitsweise abbildet. Wir sind in der glücklichen Lage aus einem Füllhorn von Angeboten zu schöpfen. Noch nie gab es eine solche Menge von Geräten, Synthesizern, Software. Wenn ich mir die Künstler des frühen 19ten Jahrhunderts anschaue, die z.B. mühsam Tonbandschnippsel montiert haben… Audioschnitte und Montage? Heute eine Frage von Sekunden, mit einer schicken Arbeitsoberfläche dargestellt und bis in die Einzelschwingungen der Wellenform möglich. Fantastisch!


Dean’s Liste berührt universelle Themen aber auch unsere Themen im Speziellen:

1. Nimm den Druck raus.
Eine Erkenntniss, die ich schon in der Ausbildung zum Erzieher und auch schon weit davor realisiert habe: Kreativität lässt sich nicht erzwingen. Also: Spiele und betrachte das Spielen als einen freien Raum. Ohne Ansprüche an Effektivität, Zweck, Sinnhaftigkeit  oder gar ans Monetisieren.

2. Organisiere deine Sounds/ Samples.
War ein Thema des „One to One”, wenn du dich erinnerst. Ein wichtiger Aspekt. Ich genieße es in meinen Samples herumzuwühlen. Viele Klänge sind mit Erinnerungen verknüpft und können sehr inspirierend sein, z.B. unsere Aufnahmen im alten Schuppen. (Im Mai habe ich Uwe in seinem Studio besucht. Hier der Blogbeitrag…)

3. Höre Synthesizer-Klänge.
…und von denen gibt es Myriarden! Ich finde mich oft in der Situation wieder, durch Klangbibliotheken der Hersteller zu arbeiten. Meistens bin ich schnell gelangweilt, schalte meinen Clavia Nord Rack 2 ein und drehe an wenigen Knöpfen und da ist sie, die Magie des „einfachen“, die Simplizität und die Konzentration auf wenige Klangparameter. Das Vergnügen mit sehr wenig Aufwand interessante Klänge zu erstellen.

4. Schaue dir deine unvollendeten Projekte an.
Ein wunderbarer Ansatz. In den 90ern war der Arbeitsweg: Improvisieren, in den Hardware-Sequenzer einspielen, wiedergeben, mischen, aufnehmen, fertig. Kein endloses Gedaddel am Computer. Keine eingeschränkte Reproduzierbarkeit. Wie wunderbar! Es hat den aufgenommen Stücken so eine Art „Endlichkeit“ gegeben. Fertig ist fertig ist fertig!

5. Neue Klänge, neue Inspiration.
Entgegen meinem Grundsatz: Keine gekauften Klänge in meinen Kompositionen zu verwenden, höre und schaue ich mir gerne kommerzielle Klangsammlungen an. Ich analysiere sie und lasse mich auch gerne inspirieren. Es gibt sehr gute, professionell erstellte Sounds. 

6. Lass dich nicht von deinem Weg abbringen.
Ich lasse mich treiben. Fange einfach an und lasse mich auf eine Reise mitnehmen, die im Chaos enden kann oder in der Genialität. 

7. Das Equipment unterstützt dich nicht in deiner Arbeit.
Dann ist Veränderung angesagt. Frage dich selbst:, Brauche ich das noch?. Was benötige ich? Hat das neue Plugin Funktionen, die ich nicht schon in drei anderen wiederfinde? Bietet mir der Synthesizer Möglichkeiten Klänge zu generieren, die ich noch nicht gehört habe? Zwingt mir die Software/ Hardware eine Arbeitsweise/ Denkweise auf, die mir widerstrebt? Klingt der neue, heisse Synthesizer anders/ besser durch Holzseitenteile oder eine farbige Lackierung?

8. Erforsche/ verfolge deine eigene Arbeit.
Ein schöner Ansatz. Wenn ich mir Kassettenaufnahmen aus den 80ern anhöre, denke ich, „Oh mann, klingt das Scheisse, aber die musikalische Idee war genial!“.

Quellen: Text: Uwe Zahn, Foto: Dominik Grenzler, Dean’s List

Durchgefallen!

Minimalismus im Studio? Mein persönlicher Ansatz – Letzter Teil: I failed!

In den ersten beiden Teilen der Minimalismus-Reihe habe ich einiges aus meiner persönlichen Sicht erzählt und mir selbst Grenzen auferlegt. Diese habe ich bereits nach zwei Wochen überschritten und bin somit gescheitert! Warum ich durchgefallen bin? Erfährst Du hier…
Viel Spass beim Lesen.

Nun, ich habe eingekauft. Nein, ich war gezwungen. Gut, ich konnte nicht widerstehen. Ich musste es tun. Wie auch immer – Ich habe den, mir selbst auferlegten Vorsatz des ersten Blogeintrags der Minimalismus-Reihe bereits gebrochen. Ihr müsst mir glauben, ich habe mein Equipment gecheckt und es musste sein. Es musste einfach sein und ich bereue meine Entscheidung nicht. Das LaunchControl XL in Zusammenarbeit mit Push oder LaunchPad Pro ist einfach unschlagbar. Wer mit dem Push gearbeitet hat, weiss, dass die Volume-, Send/Return-Angelegenheiten zwar zugänglich, aber wirklich nicht optimal gelöst sind. Das können sie auch gar nicht. Push ist ein kompaktes Wunderwerk für Ableton Live. Wer darüber hinaus will, muss auslagern. Nan ja und der DIG von Strymon ist ja bereits von mir im «All you need is… Delay» -Betrag vorgestellt worden und seit langem auf meiner persönlichen «Must Have»-Liste ganz oben. Joel Gilardini schickte mir vor paar Tagen eine Nachricht am frühen Morgen, ich solle mir jenes Angebot auf einer Plattform mal ansehen. Ja, so kam das eine zum Anderen…

Es gurkt mich an meinen Vorsatz gebrochen zu haben. Ganz ehrlich. Das war nicht der Plan. Und trotzdem ist es so – Ich habe Waren gekauft. Punkt. Das Home Studio wird grösser…

Passend zum Thema bekam ich am Mittwoch eine Nachricht per SMS von Uwe Zahn aka Arovane. In der Nachricht stand nichts anderes als eine Internetadresse, die auf eine Webpage führte. Ich habe keine Ahnung, wo Uwe das Gespür hernimmt, hier und da, zum richtigen Zeitpunkt mit einer simplen Webpageadresse ein aufbauendes Statement zu machen – Aber es ist so! Vielleicht liest er ja auch hin und wieder, was ich fabriziere… Danke Uwe.

Uwes Webpageadresse führt zur Dean’s List. Dean’s List fasst so gesehen alles zusammen, was ich in meinen letzten Blogbeiträgen angesprochen habe. Es beweist mir, dass sich viele Leute Gedanken machen und nach Lösungen suchen. So sehr esoterisch der Begriff «Minimalismus» für den einen oder anderen klingen mag, so sehr brauchen wir ihn auch. Für mich ist es nach drei Wochen Auseinandersetzung mit dem Thema wieder klar: Die Abwechslung und Dynamik sind für mich massgebend. Das ist für mich die richtige Strategie. Ebenso wie die Auseinandersetzung mit der Materie. Denn, geht es mal nicht weiter, muss die Sache ruhen bis es wieder soweit ist. Und wann das sein wird, das wissen nur die Götter ;-)

Die meisten meiner Kapitel behandeln meine eigenen sowie die berufsüblichen Katastrophen. Also die Momente, in denen ich beim Musizieren im Sumpf landete und anschliessend nachdenken musste, was schieflief. Und wie ich mich und meine Musik retten könnte.
Deshalb ist die Musik auch ein abenteuerlicher Beruf oder Hobby: Es geht im Kleinen immer darum, dass man überlebt. Und im Grossen auch.
Mit diesen Sätzen beende ich diese Reihe. Bis bald…


Dean’s list of things to do to help get your music mojo (inspiration to WORK) back

1. TAKE THE PRESSURE OFF.

Sitting down with the INTENTION TO WORK is very different than sitting down with the intention to “just play around with your gear” in the studio. Give your mind a break and take the pressure off. Tell yourself right at the start, “I’m not trying to make a track – I’m just going to PLAY AROUND with the gear FOR FUN”. Often, you’ll end up inspired from that fun, and end up *wanting* to start working…. (and if not, you still had FUN with the gear – and that alone is enough!!)

2. ORGANIZE YOUR SOUNDS/SAMPLES.

Seriously. Start going through your SAMPLES collection – previewing sounds and samples – and DELETING EVERYTHING that you would NEVER USE. Often, you will get inspiraion from just hearing a sound or sample! You might feel the urge right away to *start working* with some of these sounds, or at the very least – you will have a more organized sample collection of better quality sounds (that you actually like) for NEXT TIME. This is a win-win.

3. Listen to your SYNTH PATCHES.

Just turn on ANY synth – virtual or hardware – and starting going through sounds. Find a way to notate, re-organize, label or SAVE your favorite sounds SOMEHOW so when you need a new sound the next time you are WORKING, you already have a collection of patches that you HAND-PICKED-OUT! You already know that you like these sounds, so it will be easier to find something you can actually use. Often, I get inspired to WORK and start making something just from listening to sounds. You might hear a new sound that inspires you – and you might end up wanting to WORK with it right now!

4. Go back through your old, UNFINISHED projects.

Is it shit? Be honest with yourself. If you’re not going to go back to the project and actually FINISH it, then simply render out anything you can use to a folder of “YOUR PERSONAL SAMPLES” and then DELETE that project! Often, loading old projects can get you fired up to work on one. It can also start to get you down that there are so many unfinished projects… This is why you DELETE the ones that you are never going to finish – keep the AMOUNT of unfinished shit to a minimum – so it doesn’t overwhelm you. Then, you’ll also end up with a folder of CUSTOM samples/sounds/loops that YOU MADE that you can start pulling from in the future when you need fresh inspiration. Things work differently when you take them out of their original context – and that track of yours with all the pieces that didn’t quite fit together, might yield a wealth of new sample fodder to start something fresh with!

5. NEW SOUNDS = NEW INSPIRATION.

Buy a new loop pack, or a new presets / sound bank for any one of your synths and start exploring some new sounds. Got a synth you don’t play very much because the sounds aren’t that great? Is there a third party soundbank for that synth? If you’re into programming sounds, grab your *most lackluster* synth in the studio, and try to program a new sound on it that doesn’t suck. If you suceed – you probably now have the basis for a new track in that new sound!

6. Don’t let the legnth of the journey stop you from starting.

It takes a LOT of work (as we all know) to make and FINISH a track. That can be daunting and frustrating or even straight-up annoying when you need to start something new AGAIN… Don’t think of all the steps you’re going to take along the way to finishing another track. Just take the FIRST STEP and actually start steppin’! The rest will feel familiar and natural once you get started! It’s a process. You’re not going to write one EP and then stop, right? Just KEEP DOING IT!

7. Gear getting You down?

Maybe you made some wrong gear choices or a bad DAW decision, and that’s why you lost your inspiration. WHOOPS! Don’t fret – That happens to ALL OF US! It’s EASY to get caught up in G.A.S. (Gear Aquisition Syndrome) while trying to keep up with your favorite YouTubers or your Synth Buddies. Sometimes you end up with gear that just isn’t working for you and you’re just *forcing* it into your old, familiar and comfortable workflow. Even turning the gear on can sometimes become a massive weight of frustration and self-doubt on your shoulders.

Don’t be afraid to take a step back, clear some gear out of your space, minimize the clutter and *re-focus* on what your end goal actually is.

The tools you will need to be out and setup, are often very different depending on what you are trying to create. Maybe it’s time to put some of the extra gear in the closet for a bit, so you can more clearly focus on the *current* end goal. It’s only temporary, anyhow. You’re not going to write just one EP and then stop, right? You can choose different gear and move things around again for the NEXT track or project (if you want).

8. Admire your own work!

This one is a bit different. Not feeling like working or making new music lately? Sit down IN YOUR SPACE and listen to your FINISHED tracks. They are DONE – you don’t have to think about how you would have changed things or made it differently, or mixed the snare 1.5db louder. JUST LISTEN. *YOU* made that. Doesn’t that make you feel amazing?! Would you like to keep feeling amazing? If you’re not yet, start again on step one!

Quelle: Dean’s List

Die Leichtigkeit des Seins.

Minimalismus im Studio? Mein persönlicher Ansatz – Teil Zwei: That’s in my bag…

Wir gehen auf Reisen, wir gehen ins Studio, wir sind mobil. Doch je älter wir werden, desto weniger möchten wir «schleppen». Mir geht es jedenfalls so und ich fluche über jedes Kilo zu viel! Unser Komfort liegt eindeutig in der Leichtigkeit des Seins. Ich versuche diese für mich zu definieren… Viel Spass beim Lesen.

«That’s in my bag» beginnt eigentlich bei der Taschen-, Kofferauswahl. Schwamm drüber. Ich nehme was passt und nicht zu schwer ist. Das ist keine Schwarze Magie. Ich preise hier keine Produkte dieser Rubrik an und distanziere mich von jeglichen Amazon-Monetisierungsangeboten. Wenn ihr einen guten Reisebegleiter habt, der das teure Hab und Gut sicher von A nach B bringt – go for it. Do not buy a new one!

Es gibt sehr viele Videos im Netz über reduzierte Setups. Cockoo hat mal ein über einstündiges Video auf YouTube gepostet, in dem er sein Live-Setup präsentierte und ausführlich begründete. Ich finde, das ist eine tolle Sache, denn wir brauchen auch nicht super viel. Wir meinen es nur ;-)

Aus meiner Sicht ist es wichtig, stets fokussiert zu bleiben und folgende Fragen an sich selbst vorab zu stellen: Was ist die musikalische Idee? Wie komme ich dahin? Was brauche ich dazu? Auf das «Was brauche ich dazu?» möchte ich heute eingehen. Hier drei kurze und schnelle Beispiele aus meinem gegenwärtigen Setup. Grob als Anregung vorgeführt.

Minimal

Hier ist die Idee, so wenig wie möglich mitzunehmen. Was nicht mit ist, wird nicht ersetzt. Es gibt keine grossen Spielräume. Man hat, was man hat und performt damit. Die musikalische Idee wird auf diese Art und Weise von Anfang an geformt oder wiedergegeben. Es gibt Aufnahmegeräte, wie das Zoom H4n, die auch als Interface eingesetzt werden können. Solch eines kommt mit. Immer! Ein kleiner Standalone-Sampler oder Synth, Kopfhörer samt Kabeln. Oder ganz einfach dein Computer. That’s it!

Klein, leicht – Das reicht.

Kleine Performances und Sessions sind einfach vorauszuplanen. Im Prinzip braucht es nicht viel. Vorausgesetzt man hat sich darüber Gedanken gemacht, denn das ist der erste Schritt. Wem es nicht liegt voraus zu planen, der entscheide weise spontan. Hat man mehrere Hardware-Controller entscheidet man sich für ein Kompromiss aus Funktionalität und Grösse und Gewicht. Auf dem unteren Foto habe ich alle meine gegenwärtigen Controller (abgesehen vom UF 5 Oktaven Keyboard) abgelichtet. Spontan entscheide ich mich für das Launchpad Pro von Novation. Als mobile Soundkarte nehme ich das Apogee One. Die kleine Zoom nutze ich normalerweise fürs iPad und das Zoom H4n samt Tripod für Aussen- oder spontane Aufnahmen ohne Computer. Die grosse Akai EIE Pro (nicht auf dem Bild) lasse ich zu Hause. Kabel und Stromadapter sind nicht mit eingezählt. Dieses Setup braucht eigentlich nur zwei USB-Kabel, vielleicht vier bis sechs gute Audiokabel und eine gute Stromsteckerleiste. Das ist eigentlich alles. Bei Kopfhörern entscheide ich mich meistens für die Grossen. Irgendwie mag ich das besser so ;-) Mixer und Speaker sind natürlich noch eine andere Sache. Ich versuche die Mitnahme möglichst zu vermeiden. Mein Rücken dankt und die Clubs und Musikerfreude sind meistens gut ausgestattet. Will man seine Pedale als Hardware mit einsetzten, kommt eine weitere Tasche dazu. Cool ist ein Delay und Reverb im Send/Return-Kanal. Oder ausgefallene Granulareffekte in Kombination mit Delay und/oder Reverb. Wer es mag, nimmt vielleicht noch einen Kassetten- oder MiniDisc-Recorder mit oder ein externes Instrument. Aber dann sollte es auch schon wirklich reichen. Mein Punkt ist: Was auch immer verwendet wird, ob Modular, Drum-Machines, Gitarre ect. weniger ist mehr und wahrhaftig – auf der Bühne oder bei einer gemeinsamen Session – man hat schon genug zu tun mit dem, was man hat! Wichtig ist noch, dass das Setup vor allem, für eventuelle Improvisationen, flexibel genug ist. Im Studio darf diese Denkweise genauso gelten. Ich denke einfach, es muss nicht ausarten.

Maximal – Dein Rücken dankt dir später!

Eines meiner kommenden Projekte findet in Winterthur statt. Ich treffe einen Klavierspieler, den ich aufnehmen werde. Seine Räumlichkeiten sind akustisch schön, ganz zu schwiegen von der inspirierenden Optik. Unser gemeinsames Projekt sieht vor, das Klavier aufzunehmen und es akustisch zu «verfremden». Live oder post. Ich habe vorab geklärt, welches Aufnahmeequipment wir benutzen werden. Was möglich ist und wieviel es brauchen wird. Das «wieviel es brauchen wird», ist immer eine Daumenansage, aber hier liegt man oftmals erfahrungstechnisch richtig. Weniger ist mehr, mit einem As im Ärmel! So, die Mikrophone fürs Klavier sind in Winterthur, Kabel und Mischpult ebenfalls. Da ich sowohl mit dem Computer als auch mit meinen Pedalen arbeiten möchte, habe ich für mich direkt eine Vorab-Auswahl getroffen und in Erfahrung gebracht, was es sonst noch an interessanten Hardware-Geräten vor Ort gibt. Aha, ein Lexicon-Reverb. Das könnte ich eventuell benützen. Top, somit kommt mein Mac samt kompletter interner Peripherie mit. Wahrscheinlich werde ich keinen Midi-Controller mitnehmen, denn die Aufnahmen kann ich mit der Maus oder dem Pad steuern. Im Falle einer «Live-Verfremdung», damit sind generell Dornes und andere elektronische Spielereien gemeint, käme eventuell für die Steuerung mein Ableton Push mit. Für die Audioaufnahmen kommt meine EIE Pro Soundkarte samt den Beyerdynamic DT 990 Pro Kopfhörern mit. Mein Padelboard bestücke ich mit dem Strymon Zuma für die Stromversorgung der Pedale, Deco, El Capistan, Memory Man Deluxe ’90er Version, Zoom MS-70, Neunaber Reverberator, Superego Plus, einem BitCrusher und Alesis AirFX mit dem Kaoss Pad 3. Die Reihenfolge steht noch nicht fest. Entweder in Serie oder parallel. Das wird reichen. Vielleicht sind es sogar zu viele Pedale, aber das eine oder andere könnte das besagte As im Ärmel sein (MS-70). Falls nicht, ich habe ja noch meinen Computer dabei… Und nun ja – Alles andere ergibt sich… Das Gewicht ist hier enorm höher und man hat viel mehr zu tragen. Ich habe das kurz vorhin zusammengestellt und bin auf easy mehrere schwere Kilo zusammengekommen. Vor allem mit dem Pedalboard. Vielleicht überdenke ich das Ganze nochmals. Ich habe ja noch etwas Zeit…!


Fazit:

Kurzum, wieviel brachen wir, um akzeptabel performen zu können? Wieviel brauchen, um im eigenen Studio gute Arbeit zu verrichten? Ich denke im Grossen und Ganzen braucht es wirklich nicht viel. Was wir aber brauchen, ist die Erkenntnis, was und wieviel wir wirklich brauchen. Und diese kommt mit der Erfahrung. Und die Erfahrung kommt mit der Zeit. Jeder wird zum «Meister» mit der Zeit und findet für sich heraus, was er nötig hat und wieviel. Noch besser gesagt, man wird zum «Meister der Kompromisse». Und das ist für mich hier die Essenz. Was und wie viel man sich an Equipment leistet oder leisten kann, ist nicht das Thema. Wenn die musikalische Idee mit einem Gerät/Plug-in umgesetzt werden kann. Soll es so sein. Also, Gedankenstützen sind gut, tausende von Videos sind gut, Empfehlungen sind gut – Selbst herausfinden ist der einzige und richtige Weg!

Nächste Woche geht es weiter mit: I failed!

Umwege erhöhen die Ortskenntnis

Minimalismus im Studio? Mein persönlicher Ansatz – Teil Eins.

Seit längerer Zeit befasse ich mich mit dem Minimalismus. Der Begriff ist im Alltagsleben omnipräsent. Beruflich, privat, Hobby-bezogen. Doch ist dieser Ansatz der Richtige für einen? Ich versuche es für mich herauszufinden… Viel Spass beim Lesen.

Ich habe mein Home Studio umgebaut. Ich veränderte es bereits zum vierten Mal innerhalb von neun Monaten. Dieses Mal jedoch handelt es sich um eine längerfristige Lösung, die bis Mitte 2020 anhalten darf: Anpassungen an der Ergonomie, Aussortierung des Equipments samt allgemeiner Verkabelung und Entrümpelung der Arbeitsfläche. Mein Plan sieht vor, das Home Studio so gut auf die kommenden Projekte vorzubereiten, dass ich ohne grössere Veränderungen und Anschaffungen auskomme. Also bis Mitte 2020. So der Plan.

Diesen Antrieb gab mir letztendlich BoBeats mit seinem 5–Tipps–Video zum Thema. Als ich es vor wenigen Tagen gesehen habe, stellte ich fest, es wird Zeit. Ich muss etwas unternehmen. Wieder eine Ecke nur für mich! Nachdem ich mein eigentliches Studio Ende 2013 aufgab und das Schlafzimmer einzog, genoss ich das minimalistische Setup: Mac, Akai MPK Mini und meine Kopfhörer. Für Aussenaufnahmen benutzte ich nach wie vor den Zoom H4n. That‘s it. Mehr brauchte ich nicht ausser einen Sessel und Kaffee. Doch seit letztem Jahr begann ich wieder intensiver Musik zu machen, die Labelarbeit für EndTitles stieg an und ich brauchte wieder etwas mehr Platz. Zudem kam ich meiner Freundin dauernd in die Quere. Ich wechselte mehrmals die Schreibtische in der Wohnung und suchte nach „meinem“ Platz. Als Kaffee trinkender Sessel-Musik-Nomade sah ich vor zum festen Platz zurück zu kehren. Und ich fand meinen Platz. Ich richtete mir alles so ein, wie es für meine Arbeitsweise am bequemsten war und installierte Licht. Seit mehreren Tagen arbeite ich nun an diesem besagten neuen Platz und bin super happy damit. Ein Foto folgt bald.

Umwege erhöhen die Ortskenntnis

Ich denke, dass jeder Musiker, auf die eine oder andere Art und Weise, solch einen Wandel für sich selbst macht. Im Songwriting, in der generellen Organisation. Berufsbezogen oder privat. Vielleicht ist die Dynamik im Wechsel der Schlüssel? Von viel zu wenig und wieder zurück. Ich habe minimiert. Dieser Zustand machte mich für eine bestimmte Zeit sehr glücklich. Schnell zur Sache kommen ohne viel Ablenkung und Umweg. Jetzt bin ich wieder da angekommen, wo ich 2013 gewesen bin, als alles zu viel war. Halt nur mit neuen Ansätzen und Erkenntnissen, die es mir trotzdem ermöglichen die persönliche Organisation minimalistisch zu halten. Eigentlich ein völlig neuer Weg für mich. Eine neue Erkenntnis. Neuer Ansatz. Ich bin gespannt…

Nächste Woche geht es weiter mit: That‘s in my bag?

ALL YOU NEED IS … 9V or 18V?

Bei Gitarreneffekten sind 9V immer noch der Standard, an dem sich (fast) alle Hersteller orientieren. Doch wer hat diese Norm festgelegt? Und sind 9V wirklich die beste Option für Effektgeräte?

Die ersten Effektpedale

Wenn wir zurückschauen, dann sehen wir, dass die ersten Gitarreneffekte noch keinen Netzteilanschluss hatten. Die meisten Pedale wurden durch einen 9V-Block mit Strom versorgt. Dazu gehören die ersten Wahwahs, Fuzz Faces und Booster. Selbst später in den 80er und 90er Jahren hat EHX unter dem Label «Sovtek» Big Muffs hergestellt, die nur mit einer Batterie betrieben werden konnten. Es gab natürlich Ausnahmen und so wurden auch Pedale mit zwei 1,5V Batterien oder mit einem eigenen Netzteil hergestellt.

Während bei dem Zubehör für Synthesizer meist Netzteile mit einem Netzstecker mit einem positiven Tip üblich waren, hat sich bei Gitarreneffekten ein Netzstecker mit einem negativen Tip durchgesetzt. Gerüchten zufolge geschah dies, weil Boss zu seinen Effektgeräten auch gerne seine eigenen Netzteile verkaufen wollte, aber wie gesagt: das ist ein Gerücht, ob es wirklich so war, wer weiß?

18V oder mehr?

In der Anfangszeit hatte man sich vermutlich nicht so viele Gedanken darum gemacht, ob und wenn ja, warum es Sinn machen könnte, ein Effektgerät mit mehr als 9V zu betreiben. Aber heute sind viele Effektboards mit Effekten auf Studioniveau ausgestattet und man hört selbst feinste Nuancen. Der legendäre Klon Centaur wird rein theoretisch ebenfalls mit 9V versorgt, verdoppelt diese aber intern auf 18V. Auch einige andere Hersteller geben bereits in den Gebrauchsanweisungen an, dass ihre Verzerrer mit bis zu 18V versorgt werden können (z.B. FulltoneJHSXotic).

Doch was bewirkt die höhere Volt-Zahl?

Das Klangergebnis wird in der Tat verändert: Der Klang wird offener und weniger komprimiert. Er erscheint weniger mittig und dafür höhenreicher. Die Dynamik nimmt zu. Nicht jeder mag diesen Klang und daher bleiben viele bei den empfohlenen 9V. Und trotzdem kann ein Verzerrer, der mit 18V betrieben wird, einen sehr guten Klang haben.

Geht noch mehr?

Aber auch 18V ist noch nicht das Maximum für Gitarreneffekte. In der Studiotechnik werden mittlerweile einige Geräte mit 24V betrieben.
Der Hersteller Hudson Electronics, der mit dem Broadcast einen Verzerrer entwickelt hat der auf einem Mischpult basiert und sogar einen Transformator beinhaltet, erlaubt sogar einen Betrieb seinen Pedals mit 24V. Dies macht sich klanglich deutlich bemerkbar, da das Gitarrensignal sehr viel druckvoller und frischer klingt. Auch der legendäre Deluxe Memory Man wurde mit 24V betrieben und klang richtig gut. Sogar sehr, sehr gut!

Wäre es nicht vielleicht sinnvoll, zukünftig auch Modulationseffekte, Multi-Effekte und digitale Delays mit mehr als 9V zu betreiben? In einer Zeit, in der große Effektboards ohnehin mit hochwertigen und leistungsstarken Multinetzteilen versorgt werden, ist dies rein technisch kein Problem. Wichtig ist, dass man immer zunächst in die Gebrauchsanweisung schaut oder den Hersteller fragt, bevor man ein anderes Netzteil für ein bestimmtes Pedal verwendet. Würde man nämlich einen Klon Centaur mit 18V betreiben, würde er diese intern auf 36V verdoppeln und dies würde ihn zerstören. Bei den aktuellen Preisen für die Originale wäre das eine überaus ärgerliche Geschichte!

Also gilt: Gut durchdachte Experimente können sich lohnen, aber man sollte vorsichtig sein. Ich selbst fahre den Fulltone OCD auf 18V und meine Bass-Sound dankt. Also, baut keinen Scheiss und lest vorab das Manual!!! Danke Delay Dude.

Nächste Woche geht es weiter mit: ALL YOU NEED IS… Minimalismus?

Quelle: Youtube, Delay Dude

Meeting the artist. An Interview.

A quick chat with Mathieu Lamontagne aka Arbee.

ET: What is your new album «Arborescence» about? What was your instrumental approach for the album?

A: «Arborescence» is about ideas leading to the next ones. At some point, the decisions you take regarding a certain sound, will impact the way the track progresses. So many crossroads. Some ideas and sketches for this album came a few years back, I went and recreate them.

ET: Tell us more about your work with Modular?

A: My eurorack modular journey started a few years ago. I started slowly, learning my first few modules. Then, moving forward as my interest progressed. I really like the way you can me things happen on different levels. There are always new things, new ideas to try. Even though, it is quite fun to work with no screen and make a really good patch, I’m also trying to blend it with my DAW productions. It is just so damn fun to mess with.

ET: What are your main music related influences? What makes Ambient music so interesting?

A: In my teenager years, I was really into rap, still am. Also went really deep into those Warp Records early classics (Aphex, Autechre, Boards of Canada). I guess all of those things influenced me. Always going back to some jazz classics, as well, Miles, Thelonius, Coltrane, Mingus, etc. Also listened to a lot of those ‘70s German Krautrock band, I will never get bored of those Can records.

ET: Best loved hardware vs. Best loved software? 

A: My most loved hardware was for a long time my Moog Slim Phatty. Since having a more «complete» eurorack modular synthesizer, I cannot lie, this is totally my new favorite thing to work it. It is so flexible and inspiring, always something new to dig, to try. When it comes to software, my favorites are from Madrona Labs, U-he and Sinevibes. I think I have all the products of those 3 companies. If I had to choose only one, it would be u-he zebra2. This is the synth I’ve used the most in all of those years I’ve been making music. It’s a semi-modular softsynth. It is really nice at doing all sorts of things. I know it so well so it is a nice tool for me. The Zebrify effect unit coming with it is really usefull, too.

ET: Thank you, Arbee. Cheers.

Listen to «Arborescence» on Bandcamp and Spotify.

All you need is… of Voltage, Ampere, Batteries and God knows what else on your Pedals!

Die meisten Effektpedale arbeiten mit 9V und viele lassen sich mit einer 9V Blockbatterie betreiben. Aber bei leistungshungrigen Digitaleffekten halten diese Batterien oft nicht lange, oder sie lassen sich gar nicht mehr mit Batterien betreiben. Hier stellt sich oft die Frage, welches Netzteil geeignet ist. Auf Netzteilen sind zwei Werte angegeben: Volt und Ampere...

Seit einiger Zeit befasse ich mich intensiver mit diesem Thema und je mehr ich an meinem Pedalboard schraube, desto mehr entdecke ich neue Details, die mir zuvor nicht wichtig waren und somit keine bis wenig Beachtung bekommen haben. Dabei sind diese Kleinigkeiten so enorm wichtig. Früher verkabelte ich alles ganz einfach gerade aus. Doch da geht einiges vor sich, was beachtet werden muss. Nicht auf gut Glück. Sondern bewusst. Wie versorge ich die Pedale und womit? Was geht zusammen und was nicht? Leidet der Klang darunter? Ich bin zu diesem Thema angefragt worden. Ich denke, dass man es vertiefen sollte. Schauen wir es uns an…

Volt

Wenn bei analogen Effektgeräten der Bedarf von 9V angegeben wird, sollte man ein Netzteil wählen, dass 9V liefert. Zwar haben Pedale oft eine gewisse Toleranz und einige lassen sich mit bis zu 18V betreiben, aber vor dem Gebrauch sollte man in Erfahrung bringen, ob das eigene Schätzchen zu diesen toleranten Pedalen gehört. Vor allem, weil einige Verzerrer intern die Spannung verdoppeln, können 12V mitunter schon zu viel sein.
Im Zweifel vertragen analoge Effekte eher zu wenig Volt als zu viel.
Dies hat dann den gleichen Effekt wie eine fast leere Batterie und manche Netzteile können dies sogar stufenlos einstellen.

Ampere

Bei der Amperezahl gilt das Gegenteilige: das Netzteil sollte immer mehr mA liefern, als das Pedal benötigt. Es ist problemlos möglich einen Verzerrer, der vielleicht 10mA benötigt mit einem Netzteil zu betreiben, das 500mA oder mehr liefert. Das Effektpedal zieht sich dann nur die benötigten mA. Ein digitales Effektgerät, das einen Verbrauch von 250mA angibt, sollte auf keinen Fall mit weniger mA versorgt werden, da es dann Schaden nehmen kann.

Daisy Chain / isoliert

Am besten sollte jedes Effektgerät immer seinen eigenen isolierten Netzteil versorgt werden um brummen oder hochfrequentiertes Fiepen zu vermeiden. Viele der unerwünschten Nebengeräusche eines Pedalboards kommen von einer falschen oder ungenügenden Stromversorgung.
Sollte man nicht genügend Stromanschlüsse haben, ist zu beachten, dass man keine analogen Effektgeräte mit digitalen Effekten in einer Daisy Chain (Mehrfachanschluss an ein Netzteil) anschließt. Hier sind Störgeräusche nicht zu vermeiden. Nutzt man eine Daisy Chain, sollte man lediglich analoge Pedale miteinander verbinden. Aber auch hier ist jedes Effektgerät einzeln zu betrachten. Wenn das Pedal intern die Spannung verdoppelt wie der Klon Centaur, sollte es lieber einen eigenen Stromanschluss gekommen.
Effektgeräte, die eine positive Masse haben – dies ist meist bei Germanium Fuzz Effekten der Fall – benötigen ebenfalls einen eigenen Netzteilanschluss.

Gesamtleistung des Netzteils

Und nicht zuletzt ist zu beachten, dass das Netzteil nicht an seine Leistungsgrenze geht, da sonst Brummgeräusche entstehen können.
Hierfür sollte man am besten immer doppelt so viel mA pro Pedal zu Verfügung haben, als das Pedal benötigt. Dies wirkt sich auch positiv auf den Klang aus.


Wenn man seine Effektgeräte zusammengestellt und die Reihenfolge auf dem Pedalboard festgelegt hat, stellt sich meist die Frage nach der Stromversorgung des Pedalboards. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, auf die ich im Folgenden eingehen möchte. 

Batterien

Kleinere Pedalboards mit 2 bis 3 Effektgeräten lassen sich einfach mit Strom versorgen. Gerade bei analogen Effekten, wie zum Beispiel einem Fuzz oder einem Wah kann man problemlos Batterien benutzen.

Wenn man aber nach der Probe vergisst, das Kabel rauszuziehen, können sich Batterien sehr schnell entladen. Und bei großen Effektboards mit 10 oder mehr Effekten macht es gar keinen Sinn alle Effekte mit Batterien zu versorgen.

Netzteile

In diesem Fall greift man gerne auf Netzteile zurück. Und da fängt das Problem schon an: Wenn man für jedes Effektgerät ein eigenes Netzteil benutzt, braucht man mehrere Stromsteckerleisten, um alle Netzteile anzuschließen. Das ist natürlich unpraktisch und nimmt sehr viel Platz auf dem Board weg. Nun kann man auf das sogenannte „Daisy-Chain“ zurückgreifen. Hiermit werden mehrere Effektpedale mit einem Netzteil betrieben. Dafür eignet sich zum Beispiel das 1Spot Netzteil von Truetone.

Man muss natürlich sicherstellen, dass alle angeschlossenen Effekte die gleiche Spannung (zum Beispiel 9v) und die gleiche Polung des Netzsteckers (Innenpol – Minus, Außenpol – Plus) benötigen. Außerdem sollte das Netzteil genug Strom (Milliampere) liefern , um alle Pedale versorgen zu können.

Aufpassen muss man allerdings, wenn man gleichzeitig digitale UND analoge Pedale verwendet. Hier wird die Spannungsversorgung mit einem “Daisy-Chain”- Kabel zu ungewünschten Nebengeräuschen führen.

Isolierte Netzteile

Besser ist es daher Netzteile zu verwenden, die isolierte Ausgänge haben. Bekannte Anbieter sind zum Beispiel Voodoo LabCioks und Strymon. Hier kann man sicher sein, dass jedes Pedal optimal versorgt wird. Wichtig ist dabei, dass die Spannung nicht überschritten werden darf: ein 9V Effektpedal sollte mit maximal 9V gespeist werden. Die Stromstärke (mA) des Netzteils sollte dem Bedarf des Effektpedals genügen: Ein Pedal, dass z.B. 80 mA benötigt, sollte mit 100 mA oder mehr versorgt werden, da zumindest digitale Effekte ernsthaften Schaden nehmen können, wenn sie mit einer zu geringen Stromstärke betrieben werden.

Modulare Netzteile

Neuerdings gibt es auch eine Art modulares Netzteil. Die Firma Gigrig bietet einzelne Module an, die jeweils individuell zu einem Effektgerät passen. Hiermit können auch Effekte gespeist werden, die zum Beispiel sehr viel Strom benötigen und gleichzeitig einen speziellen Anschluss haben. Es gibt eine Liste, in der die einzelnen Effektgeräte und die dazugehörigen Module aufgelistet werden.

Zum Schluss noch ein Tipp. Die stromführenden Kabel vom Netzteil sollten auf dem Pedalboard immer möglichst weit entfernt von den Audiokabeln geführt werden. Da dies nicht immer möglich ist, sollten sich beide Kabel im rechten Winkel kreuzen, auf keinen Fall parallel verlegt werden. So wird eine Einstreuung minimiert. Wah Pedale sollten ebenfalls entfernt vom Netzteil platziert werden. Die Spule könnte sonst Einstreuungen einfangen. Das gleiche gilt für manche Kompressoren. Danke Delay Dude!

Nächste Woche geht es weiter mit: ALL YOU NEED IS … 9V or 18V?

Quelle: Youtube, Delay Dude

One Minute Soundtrack [35]

Den Video-Clip habe ich heute Vormittag für die @one_minute_soundtrack Gruppe auf Instagram fertiggestellt. Als visuelles Ausgangsmaterial dienten mir meine Aufnahmen vom Zürcher Stummfilmfestival aus dem Jahre 2017.

Für die Live-Audioaufnahmen kamen folgende Geräte zum Einsatz : Quantum Defrakulator Drone Synth, Into the Unknown Guitar Synthesizer Deluxe, Zoom MS-70CDR, Kaoss Pad 3, Strymon El Capistan, Neunaber Immerse Reverb

One Minute Soundtrack…

ARBEE: Arborescence

Heute ist auf meinem Label EndTitles ein neues Album erschienen. Ich bin sehr stolz Arbee aus Kanada unterstützen zu können. Viel Spass beim Download.

Hier einpaar Infos zum Künstler: The Canadian musician Arbee (Mathieu Lamontagne) has been working on his music and sonic textures for over a decade now. During the first few years, he worked and made several shows in the electro-hiphop band Anachronicxp. Since the end of this project, he has worked with numerous labels sharing his textural works including broken melodies and sound design abilities. He has worked with numerous people including Specta Ciera, mr bios, Emmanuel Toledo and much more.

twitter.com/arbeemonkey
arbee.bandcamp.com

All you need is… well, don’t make these mistakes

Neulich habe ich einen YouTube-Beitrag zum Thema Gear-Demos gesehen und es hat förmlich aus mir heraus geschrieen: «Ja, Herr Wampler. Absolut!» Habt ihr es auch, dass ihr euch ein Demo anschaut und eigentlich klinget irgendwie so ziemlich alles gleich?! Mir geht es so.

Ich nehme dann mal diese Kopfhörer, dann wieder andere und alles nur um den Unterschied zu hören. Aber oftmals klingen die präsentierten Geräteeinstellungen (vor allem bei Pedalen, denn dafür interessiere ich mich bei den Demos am meisten) fast identisch. Die Nuancen gehen vollkommen unter. Ein Reverb anhand von einem Demo-Video als gut oder schlecht zu befinden, finde ich als nicht richtig. Das Urteil kann nur gefällt werden, wenn man das Gerät selbst angetastet hat. Das ist der einzige Weg.

Ein anderer Weg ist jedoch die Intuition. Mit der Zeit entwickelt man ein sogenanntes Händchen und kann aus Erfahrung, selbst bei mässigen Produktevideos erahnen, worum es sich da handelt (Oder man bringt ein enormes Vertrauen dem Hersteller gegenüber und kauft alles, weil alles super ist und spart sich das Lesen des weiteres Textes hier!). Dann sucht man im Netz nach Informationen wie Manuals und weiteren Videos oder Audioaufnahmen. Die Intuition hilft vor allem auch, wenn unglaubliche Neuheiten aus den Staaten vorgestellt werden. Zum Beispiel, manche Pedale aus den kleinen Boutiquen der USA bekommt man in Europa nichts leicht oder gar nicht. Das muss man sich mit den YouTube-Videos begnügen. Und das machen wir ja auch!

Wamplers Beitrag: «Don’t make these mistakes», den ihr unten in voller Länge anschauen könnt, ist ein Beweis für die Objektivität, mit der wir an die Demos herangehen müssen. Allerdings stimme ich der Aussage: «…Gerät kaufen, ausprobieren und wenn es nicht gefällt wieder zurückbringen…» nicht zu! Selbst bei einer Vereinbarung mit dem Händler ist es für den Händler allgemein eine Arschkarte das Gerät wieder zurück zu nehmen. Ich weiss wovon ich spreche! Ja, zu Hause in der vertrauten Umgebung mit eigenen Geräten klingts letztendlich so, wie es sein soll. Ihr wisst aber schon, was (nehmen wir mal die grossen Online-Distributoren) bei Amazon, Zalandoo und all den anderen passiert, die die Ware ständig zurückgeschickt bekommen?! Nicht weil sie defekt ist, in keiner weise, sondern wir diesen Service restlos ausnutzen. Frei nach dem Motto: Einmal anspielt oder anziehen, Selfie schiessen und zurückschicken. Der Aufwand ist so enorm, dass dieses Volumen kompensiert wird und Kosten verlagert werden. Zu Ungunsten zB. vom Personal. Hier erwähne ich nicht wie viel Aufwand das Zurückschicken auch für einen selbst ist.

Die kleinen, lokalen Dealer werden sicherlich kein Geld herausgeben, sondern bei Rückgabe eine Art Gutschein ausstellen. Das Geld bleibt im Geschäft. Ich empfehle vom Herzen deinen Dealer aufzusuchen, sich mit ihm auszutauschen und das Gerät der Wahl vor Ort auszuprobieren. Neulich war ich in Basel bei House of Sound. Eine Woche vor meiner Reise habe ich sie angerufen und gesagt, was ich brauche und anzuspielen wünsche. Kein Problem. Für mich ist das der beste Weg. Dieser ist mit einem gewissen Aufwand verbunden, aber um sicher zu gehen bevor ich falsch kaufe…

Nächste Woche geht es weiter mit dem Thema: All you need is… Voltage, Ampere and God knows what else on your favorite Pedal!