MICROPOLIS a photo exhibition by CLAUDIO COLOTTI

Eine Ausstellung im Provisorium, Zürich mit Fotos des italienischen «Street Art» Fotografen Claudio Colotti. Seine Fotos konzentrieren sich auf auf einen Blickwinkel, der den Ort des ursprünglich aufgenommenen Fotos verwischt. Man meint die Aufnahme sei in NYC oder Rom oder sonst in irgendeiner anderen Grossstadt entstanden. Dabei ist es Zürich oder Civitanova Marche. «So habe ich Zürich persönlich noch nicht gesehen!», sagte ich am Samstag zu Taro, dem Aussteller. Claudios Fotos sind schwarz-weiss mit hohem Kontrast. Der Fotograf ist stets nah bei den Aufnahmeobjekten, sei es Mensch oder Gegenstand. Er fotografiert, überrascht und spricht erst dann an…
Für die musikalische Untermalung sorgen An Moku (also ich) und der italienische Jazz Musiker Federico Missio.

Die Ausstellung läuft von 17.-22. Juli.

Ort: Hosoecaffe, Provisorium, Zürich
Fotograf: Claudio Colotti
Unten findet ihr meine kurierte Spotify-Playlist zur Ausstellung.

Rysy

Hi! This is a walkthrough on Rysy a nostalgic 1950s filter by Felt Instruments and a quick presentation on how I am using this wonderful little plug-in device.

Rysy is a faithful recreation of a legendary filter and a tube preamp, famously used by Karlheinz Stockhausen, the Polish Radio’s Experimental Studio and other pioneers of electronic music. It contains of a variable bandpass filter with 11 stepped frequency cutoff points per band and sounds fantastic!

Felt Instruments: https://feltinstruments.com
Pablo Ortega: https://pablo-ortega.com
Puremagnetik: https://puremagnetik.com

All you need is… MiniDisc?

MiniDisc, MiniDisc und nochmals MiniDisc. Oder doch CD? Nein, nicht wirklich. Noch bevor CD-Brenner erschwinglich waren, gab es die MiniDisc. Eigentlich eine Revolution von Sony. Doch dann verschwand sie, die MiniDisc. Was ist passiert? Tauchen wir ein…

© Dominik Grenzler

Warum um Gottes Willen befasse ich mich mit dem Thema? Nun, Du musst wissen, in den 90ern rettete mich die MiniDisc. Damals machte ich die klassischen Mixtapes (auf Kassette versteht sich). Die Musik auf der Kassette war mein Soundtrack. Doch der Bandsalat und die relativ schnelle Bandabnutzung der qualitativ minderen Ferro-Kassette (preiswerter als Chrom oder Metal) trieb mich langsam in den Wahnsinn. Die Lösung war die MiniDisc. Und so kam es. Die MiniDisc wurde mein täglicher Begleiter und selbst als die tragbaren CD-Player erschwinglich wurden, kehrte ich stets zur MiniDisc zurück. Das ging so lange bis ich in 2007 meinen ersten 4GB iPod erwarb. Das war der Dealbreaker…

Bevor es weiter spannend wird, komme ich nicht mit dem BlaBla rundum die MiniDisc herum. Einpaar Fakten kalt serviert oder seicht unterhaltend. Gelesen oder weiter unten geschaut. Zum Text…

Background

Die MiniDisc (MD) ist ein von Sony entwickeltes magneto-optisches Speichermedium zur digitalen Aufnahme und Wiedergabe von Musik und Sprache. Die MD wurde im Mai 1991 vorgestellt, der Verkauf entsprechender Wiedergabe- und Aufnahmegeräte begann im November 1992 mit dem Sony MZ-1. Die MiniDisc wurde als Nachfolger der Compact Cassette (CC) positioniert, nachdem die DAT-Kassette im Privatbereich erfolglos geblieben war. 1999 hatten einige japanische Anbieter MiniDisc-Player als Hifi-Anlagen-Baustein im Angebot. Wegen der einfachen Handhabung beim Schneiden und Aufnehmen verbreitete die MiniDisc sich auch im Radio- und Tonstudiobereich. Datenlaufwerke auf Basis der MiniDisc sowie spezielle Data-MiniDiscs konnten sich in Europa kaum durchsetzen.

Das Angebot an Wiedergabe- und Aufnahmegeräten ging seit dem Aufkommen der MP3-Player seit 2003 stark zurück; in Europa brachte nur noch Sony selbst MD-Audiorekorder heraus. In Japan hingegen war die MiniDisc ähnlich stark verbreitet wie die CD in Deutschland. 2004 stellte Sony die überarbeitete MiniDisc HI-MD mit 1 GB Speichervermögen vor. Im Juli 2011 kündigte Sony dennoch an, dass ab September desselben Jahres aufgrund der zurückgehenden Nachfrage die Herstellung portabler MiniDisc-Geräte eingestellt werde; bis März desselben Jahres hatte Sony 22 Millionen Geräte verkauft.

Aufbau

Die MiniDisc besteht aus einem Kunststoffgehäuse mit 72 mm × 68 mm Kantenlänge und 5 mm Dicke, ähnlich dem einer 3,5-Zoll-Diskette, in dem die eigentliche Disc mit 64 mm (2,5 Zoll) Durchmesser geschützt untergebracht ist. Das Gehäuse besitzt eine bzw. zwei durch einen Schieber verschlossene Aussparungen, durch die die Disc zugänglich ist. Der Schieber wird erst vom Aufnahme- oder Wiedergabegerät geöffnet, um ein Eindringen von Staub zu verhindern. Die Disc weist eine Gesamtdicke von 1,2 mm auf, die zum größten Teil vom transparenten Polycarbonat-Trägermaterial eingenommen wird. Auf der Oberseite der Disc befindet sich wie bei einer CD die Datenschicht, die durch eine Deckschicht vor Umwelteinflüssen und mechanischer Beschädigung geschützt wird. Die Daten werden digital gespeichert und von der Unterseite der MiniDisc berührungslos durch einen infraroten Laser ausgelesen. Der Abstand zwischen den Datenspuren beträgt dabei, abhängig von der Spieldauer der MiniDisc, 1,5 oder 1,6 µm. Sowohl der Schreib- als auch der Lesevorgang erfolgt mit konstanter Umfangsgeschwindigkeit (CLV) der MiniDisc von 1,2 bis 1,4 m/s.

Audio-MiniDisc

Es gibt bespielbare Audio-MDs mit 60, 74 und 80 Minuten Kapazität, wovon erstere aber nicht mehr produziert werden. Die Musik wird im komprimierten ATRAC-Format gespeichert, damit die Daten einer normalen Musik-CD (650 bis 700 MB) auf eine MiniDisc (164 bis 177 MB) passen.

ATRAC benutzt, ähnlich wie AAC oder MP3, ein psychoakustisches Modell, um die zwar vom menschlichen Ohr wahrnehmbaren, aber nicht mehr vom Gehirn verarbeitbaren Anteile der Musik zu entfernen und damit Speicherplatz zu sparen.

Der ATRAC-Codec wurde seit der Einführung der MD im Jahre 1992 ständig weiterentwickelt. Standard-ATRAC verwendet eine Datenrate von 292 kbps. Nachträglich wurde dann das MDLP-Format (ATRAC3) eingeführt, mit dem auf eine 80-Minuten-Disc 160 (LP2) bzw. 320 (LP4) Minuten Musik passen. Die Abkürzung LP steht in diesem Falle für „Longplay“. Dabei wird die Musik mit 132 (LP2) bzw. 66 kbps (LP4) komprimiert, was jedoch besonders im LP4-Modus eine deutlich hörbare Verschlechterung der Tonqualität bewirkt.

Die Auflösung der auf der MD aufgezeichneten Daten ist im Gegensatz zur CD nicht festgelegt, da wegen des Aufbaus des ATRAC-Codecs keine explizite Bit-Tiefe gespeichert wird. Durch digitale Aufnahmen von Quellen in 20- oder 24-Bit-Qualität (bzw. analoge Aufnahmen mittels eines 20- oder 24-Bit-fähigen A/D-Wandlers) werden Aufnahmen über der 16-Bit-Norm möglich. Für das Abspielen oberhalb dieser Norm werden auch entsprechend ausgerüstete Abspielgeräte benötigt (es besteht jedoch uneingeschränkte Kompatibilität zu Geräten, die nur über einen 16-Bit-Wandler verfügen).

Ebenfalls hervorzuheben ist, dass das ATRAC-Format im Gegensatz zu einigen anderen aktuell auf mobilen Abspielgeräten verbreiteten verlustbehafteten Formaten wie AAC und MP3 von Anfang an ohne Umwege Gapless Playback beherrschte.

Aufzeichnungs- bzw. Speicherverfahren

Beschreibbare MiniDiscs nutzen zur Speicherung der Daten ein magneto-optisches Verfahren wie bei der MO-Disk. Beim Schreibvorgang arbeitet der Laser auf der Unterseite der MiniDisc mit erhöhter Leistung (etwa 7 mW), um deren magnetisierbare Schicht punktuell auf eine Temperatur oberhalb ihres Curiepunkts aufzuheizen. Als Führung für den Laser dient dabei eine bei der Fertigung der MiniDisc aufgebrachte Führungsspur (Pregroove). Von der Oberseite der MiniDisc werden dann durch das wechselnde Feld eines kleinen Elektromagneten, der an einem Schreibarm federnd auf der rotierenden MiniDisc aufliegt, die Daten aufmoduliert. Nach dem Abkühlen bleibt die Magnetisierung der einzelnen Felder erhalten und ist unempfindlich gegen äußere Magnetfelder.

Vor dem erneuten vollständigen oder teilweisen Beschreiben einer bereits bespielten MiniDisc ist kein Löschvorgang notwendig, da die betroffenen Datenbereiche ohnehin vollständig neu magnetisiert werden. Die Daten auf einer MiniDisc sind ähnlich wie bei einer Diskette in Sektoren organisiert, die Belegung der MiniDisc wird in einem Inhaltsverzeichnis (User Table of Contents, UTOC) abgelegt. Im Gegensatz zur Audio-CD, auf der die Daten sequentiell auf einer spiralförmigen Spur abgelegt sind, können dadurch einzelne Titel auf der MD gelöscht, zusammengefügt, geteilt und verschoben werden. Das Aktualisieren des UTOC geschieht – abhängig vom Aufnahmegerät – entweder direkt im Anschluss an den Aufnahme- oder Editiervorgang oder erst vor dem Auswerfen der MiniDisc aus dem Aufnahmegerät bzw. nach dessen nächstem Einschalten. Im letzteren Fall werden die aktuellen UTOC-Daten in einem batteriegepufferten RAM des Aufnahmegeräts zwischengespeichert.

Durch das magneto-optische Verfahren wird eine hohe Sicherheit und Langlebigkeit der gespeicherten Daten erreicht, es werden typisch 30 Jahre Datenerhalt und mehr als eine Million Schreibvorgänge angegeben. Diese Zahlen sind deutlich höher als die der wiederbeschreibbaren CD-RW, die rein optisch arbeitet.

Vor- und Nachteile

Die Minidisc verbreitete sich zu einer Zeit auf dem Markt, als die CD in Form von vorbespielten Tonträgern zwar bereits in den meisten Haushalten Einzug gehalten hatte, private Tonaufnahmen jedoch noch vorwiegend auf analogen Kompaktkassetten erfolgten. Sie stellte damals eine vergleichsweise kostengünstige und benutzerfreundliche Möglichkeit dar, verlustarme digitale Tonaufnahmen anzufertigen. Dies trifft in besonderem Maß auf die tragbaren MD-Recorder zu, diese waren bis in die 2000er Jahre neben DAT-Recordern, welche vorwiegend im professionellen Bereich eingesetzt wurden, und den nur wenige Jahre lang produzierten DCC-Recordern die einzigen und vor allem die kleinsten tragbaren digitalen Audiorecorder. Die Vorteile der MiniDisc gegenüber magnetbandbasierten Formaten waren der schnelle und komfortable Zugriff auf einzelne Titel, die Robustheit und Unanfälligkeit gegenüber Schmutz sowie die leichte Editierbarkeit (Titel verschieben, löschen, trennen, zusammenführen, abschnittsweises Löschen, Texteditierung für Titel usw.) direkt an den Aufnahmegeräten. Ebenso zu nennen ist auch die praktisch unbegrenzte Wiederbespielbarkeit (laut Herstellerangaben etwa 1.000.000 mal) sowie die durch das magneto-optische Funktionsprinzip bedingte hohe Langzeithaltbarkeit.

Ein Nachteil besteht in der verlustbehafteten Kompression der Audiodaten. Damit ist die MiniDisc für Studiozwecke weniger geeignet. In der ersten ATRAC-Version war der Qualitätsverlust durch die Kompression noch deutlich hörbar, der Codec wurde jedoch laufend verbessert und galt spätestens seit der Version 3.5 (erschienen im Jahr 1996) als akustisch transparent. Der Nachteil der verlustbehafteten Kompression wurde zum Teil mit der neuen Hi-MD beseitigt, da damit auch die unkomprimierte 1:1-Aufnahme in PCM möglich wurde. 

Ein gravierender Nachteil gegenüber DAT war, dass bei den meisten älteren Aufnahmegeräten nach Stromausfall, versehentlicher Trennung vom Netz oder erzwungenem zu frühem mechanischen Auswurf der Disc bei portablen Geräten, bevor der UTOC (User Table of Contents) abgespeichert wurde, die gesamte Aufnahme verloren war, bei neueren Geräten wurden diese Informationen üblicherweise per Batterie im Speicher gehalten, bis sie bei nächster Gelegenheit auf die Disc geschrieben werden konnten. Dieses Problem hat MiniDisc allerdings mit CD-, CompactFlash- und Harddisk-Recordern gemeinsam. Ausgenommen hiervon sind einige professionelle MiniDisc-Aufnahmegeräte und die Geräte ab der NetMD-Generation, die bereits vor oder während der Aufnahme das vorläufige, geänderte „Pre-UTOC“ im Gerätespeicher ablegen, so dass die Aufnahme in jedem Fall erhalten bleibt. Im Internet kursieren zudem Anleitungen, um verlorene Audiodaten wiederherzustellen (TOC-Cloning). Im deutschen minidiscforum.de existiert ein Thread, in dem User die kostenlose Datenrettung von Aufnahmen durch TOC-Cloning anbieten.

Zum Video… Viel Nostalgie, viel Liebe, viel Hardware mit dem Fokus auf die Audio-MiniDisc


Kreativ mit MiniDisc

Doch die MiniDisc ist nie ganz verschwunden. Liebhaber, wie ich, wertschätzen ihre Qualitäten und erfreuen sich an der umständlichen Handhabung, das Medium im Kontext einzusetzen. «Alles» ist möglich und Haibach zeigt wie es gehen kann…


Vor einpaar Jahren befasste ich mich mit den Daten-MiniDiscs für Videoaufnahmen und Mehrspuraufnahmen wie auf dem obersten Foto von mir. Alles schön und gut, ich denke aber, die eindeutige Stärke der Mini-Disc liegt im reinen Audioformat. Und selbst, die im Text oben erwähnte «hörbare» Verschlechterung der Tonqualität im LP-Modus (je nach Gerät und Features) kann als Stil-Mittel clever eingesetzt werden. So gesehen experimentierst Du mit dem Sound des Mediums im Studio oder die Audio-MiniDisc wird heutzutage wieder gezielt für Album-Veröffentlichungen eingesetzt. Mein Lieblingsalbum auf dem Medium bleibt Massive Attack’s Mezzannine. Erworben zu Beginn der 2000er. Ein Evergreen.


FAZIT: Absolut, die MiniDisc ist ein Nostalgieelement und ihre Fangemeinde ist nicht zu unterschätzen. Viele der gegenwärtigen Generation kennen selbst die VHS nicht mehr und die MiniDisc schon mal gar nicht. Dabei ist sie soooo schön und (un)praktisch und (un)handlich. Ich liebe sie!

Als nächstes: Plug-ins vs. Hardware vs. Cracked Ware

Quellen: Wikipedia, Youtube, Dominik Grenzler

SilenceAndSound

by Roland Torres

Dominik Grenzler aka An Moku s’est écarté de sa zone de confort pour plonger dans un espace où son instrument, la basse, allait prendre un tournant inattendu, l’entrainant du coté l’hantologie musicale. Armé de sa quatre cordes et de pédales d’effets, de field recordings et de craquements de vinyles, An Moku nous immerge dans un ambient aux ondes frappées d’effluves industrielles lointaines et de mélancolie évanescente. Less, bien que minimal, est chargé de modulations et de sentiers escarpés, escalade dans des chemins montagneux aux dangers menaçants. 

An Moku varie habilement les atmosphères tout en restant concentré sur le mode drone à la gravité profonde, lentes décharges d’ondulations tournoyant sur elles mêmes, se détournant de leur axe avec une douceur glaciale enveloppante. Hypnotique.


Premier volet d’une trilogie, Raum est l’oeuvre commune d’An Moku alias Dominik Grenzler et Stefan Schmidt, enfouissement dans des souterrains minéraux à la noirceur incandescente. Conçu à travers des fichiers partagés durant la période de confinement, l’association des deux semblent une évidence, les atmosphères créées sont chargées de triturations et de field recordings, naviguant dans des zones tendues où les énergies circulent dans une lenteur enivrante.

L’utilisation d’une large palette d’instruments et d’éléments électroniques s’imbriquent les uns dans les autres, sculptant des ambiances abstraites traversées d’ombres inquiétantes et de textures fibreuses à l’électricité statique. Raum s’évanouit dans des horizons cernés de clair-obscur, laissant entrevoir des dimensions secrètes à la densité évanescente, collision de matières et de sons enchevêtrées dans les mailles d’un monde en auto-combustion. Intense.

silenceandsound.me

Raum

«Raum» the first part of a trilogy created with the German musician Stefan Schmidt, mastered by Weldroid is out now and available on cassette and digital via Karlrecords. Dark and beautiful.

https://karlrecords.bandcamp.com/album/raum

the album ::

as for many musicians, if there was anything positive about the lockdown in the spring of 2020, it was having more time to create music, to experiment and to maybe even start a completely new project with someone you may never have worked with before. when dominik grenzler aka an moku, a sound artist and bass player based in zurich, approached stefan schmidt (guitarist, composer and improviser from baden-baden) with the idea of collaborating, it turned out the initial spark for a fruitful process and artistic exchange: within just a couple of weeks they managed to craft an album which turned out edgy and harmonic at the same time. despite its abstractionism, „raum“ has a very organic feeling to it, provides a richness of details and finely processed sounds of different origins like bass, cello, field recordings and a vast array of electronic equipment. according to the 2 musicians, the process of creating the ten tracks was a smooth and intuitive one with hardly any need to discuss the concept or details, the communication took place within the music and the exchanged files. 

stefan schmidt (born 1974) is a guitarist, composer, improviser and teacher. he gathered his first musical experiences as a member of various punk bands and later studied classical guitar at the 
hochschule für musik trossingen with professor andreas higi and at the conservatorio juan josé castro in buenos aires with victor villadangos. while early projects (e.g. farang) and several collaborations put focus on distorted sounds and rhythms, recent works center on slowly evolving structures, sound design and free improvisation, giving more emphasis on his main instrument, the classical guitar, and the exploration of other stringed instruments such as tenor ukulele, fretless bass ukulele, fretless classical guitar, electric guitar, [d]ronin & ronin, stringed psalter, cello and baroque lute. 

www.musicforoverexposedcelluloid.com

credits ::

all tracks composed and produced by an moku and stefan schmidt
mastered by weldroid
www.weldroid.net

cover artwork by stefan schmidt

electronics, field recordings, bass guitar by an moku
electronics, field recordings, cello, vocals by stefan schmidt


press / promo contact ::
dense promotion / ed benndorf ed@dense.de

Fragment

What is Fragment?

Fragment is a dual looper device (developed in collaboration with Puremagnetik) with pitch shifting, phrase modulation and more. It is a simple and fun dual looping device designed to generate new, modulating fragments of your input audio. It’s a quick way to sketch out some new ideas and help formulate unique sound phrases.

The plug-in comes free with An Moku’s Less – out now on Puremagnetik Tapes. Less is name-your-price on Bandcamp through April 23rd. Download instructions are included with the Bandcamp album download.


Walkthrough

This is a walkthrough on Fragment and a quick presentation on how I am using this wonderful little plug-in device. Enjoy the lo-fi 😉

Fragment was inspired by my customized looper pedal that I used throughout the production of Less. The device can record two loops, pitch shift them up and down 24 semitones, set modulating start/end times and fluctuate all of these parameters with volume. The “Fragment” parameter modulates everything randomly, yet slowly, to create swells and generative automation. Enjoy Fragment…

Get Fragment: https://anmoku.bandcamp.com/album/less-2

Synthanatomy.com

Gearnews.de

Less

Am Dienstag ist mein neues Album «Less» über Puremagnetik erschienen. Wie in meinem Blogeintrag zuvor über Hauntology beschrieben, habe ich das Album unter besonderen Voraussetzungen gemacht.

“Most of my recordings are only with the bass guitar and effects,” he points out. “I have used ​field recordings on “A better tomorrow” and “Blur” and have treated vinyl crackles a bit at the end of “Melancholia” so that they generated an electronic vibe. All in all you might be surprised how the bass guitar is able to sound and fool you being a synthesizer.” Less​ ​is a textured, sensual audio fabric of electricity, the sound of voltage flowing through equipment, pushing against impedance, expanding into a sonic architecture of places: the sound of still life, objects, haunted spaces.  

Näheres könnt ihr von meiner Bandcamp-Seite entnehmen. Bis dato viel Vergnügen beim Hören :-)

All you need is… Hauntology!

Hauntology ist ein Phänomen. Ein Statement. Eine musikalische Nische. Kontrovers und spannend zugleich. Doch was bedeutet Hauntology und was hat es damit auf sich? Tauchen wir ein...


In eigener Sache

Letztes Jahr im sonnigen Frühling erschien «Of Mirrors», ein Album mit meinem ehrenwerten Kollegen Virlyn aus Belgien¹. David Newman veröffentlichte es auf dem tollen Audiobulb. Die CD-Vesion erschien wenige Wochen später auf meinem Label, EndTitles in einer limitierten Auflage. Mary Anne Hobbs vom BBC Radio 6 kontaktierte David und war an der Musik seines Labels interessiert. David sagte gerade aus: «Just pick one». Das tat sie und wählte «Of Mirrors». Mitten in der Nacht horchte ich gebannt damals im Mai ihrer Show und hörte Mary Anne zum Schluss der Sendung ansagen: «I am gonna leave with a piece of music that has been haunting me…» Die Original-Ansage auf Instagram: Link. Ich erstarrte und bekam Gänsehaut. Ihre weiche, eindringliche Stimme hypnotisierte mich. «This is Secret Place». Ich dachte nur wow und war von der Bezeichnung «haunting» gefesselt. Des Öfteren hörte ich meine Leute über An Moku sprechen im Kontext der Spannung, Stimmung, Gänsehaut, Dämmerlicht, Konzentration, Schauer, gar Hypnose. Das schmeichelte mir. Fasziniert von der Elektronik, den Nostalgie-Aspekten, Field Recordings, Dark Ambient, Drone, Lowercase und klassischen Instrumenten produzierte ich, was ich für gut befand. Bis es mir mit wie Schuppen von den Augen fiel: Meine Musik ist tatsächlich «haunting»!

So begann ich mich mit dem Thema auseinander zu setzten bis ich im Herbst letzten Jahres «Less» aufnahm. Ein sehr reduziertes, auf wenige Aspekte konzentriertes Album, erhältlich in wenigen Tagen:

“​Less​ was my most difficult album to make,” says Grenzler. Frustrated by his lack of progress on a concurrent project, he turned to his bass guitar and his effects boxes, and over a two-day session produced a kind of music that was a departure for him: “​Less ​is an approach to Hauntology and drone. I’ve never done those like this before.”

“Most of my recordings are only with the bass guitar and effects,” he points out. ​Less​ ​is a textured, sensual audio fabric of electricity, the sound of voltage flowing through equipment, pushing against impedance, expanding into a sonic architecture of places: the sound of still life, objects, haunted spaces.

During the pandemic lockdown, he listened to hauntology recordings and wanted to direct his efforts at the genre, “somehow, with my own ideas. I wanted ​Less ​to be abstract. I wanted to limit myself and had to rethink. My limitation on this release was bass, a bunch of pedals on two pedalboards, and some sampled dusty vinyl crackles!”

This is something of a hardware album, a duet between Grenzler and his boxes… The central “location” of the album, it’s a place into which the music directs the ear, a churning soundscape of uneasy memories and dramatic stabs of sensation. From here, ​An Moku ​guides the listener back out through the final track…

“I knew I wanted to let the bass sound differently,” he explains. “You hear walls of sound full of movement and voltage, but less of the bass. All in all it is less of everything.”

But less of everything, on ​Less,​ produces more. Like the ​natura morta​ paintings of artists like Giorgio Morandi, tracks like “A Better Tomorrow” and “Forgetting” seem to just turn on, there before our ears in the way an image sits before our eyes. Sounds hum and expand with the tactility of the vibrating strings of Grenzler’s bass guitar, the loops of voltage that run through his effects.”Auszug aus dem Pressetext von Puremagnetik

«Less» ist ab dem 13. April über das grossartige New Yorker Puremagnetik auf Kassette und Digital erhältlich.


Definition

Doch was ist Hauntology? Ich begab mich auf die Suche und fand paar Erklärungen, denn das Genre ist noch nicht sehr alt…

Hauntologie ist ein Genre oder eine lose Kategorie von Musik und Kunst, die darauf abzielt, ein tiefes kulturelles Gedächtnis hervorzurufen, das sich mit der Ästhetik der Vergangenheit befasst. Es entwickelte sich in den 2000er Jahren hauptsächlich unter britischen elektronischen Musikern und stützt sich in der Regel auf britische Kulturquellen aus den 1940er bis 1970er Jahren, darunter Bibliotheksmusik, Film- und TV-Soundtracks, Psychedelika und öffentliche Informationsfilme, häufig unter Verwendung von Sampling.

Der Begriff «Hauntologie» wurde erstmals von dem französischen Philosophen Jacques Derrida in seinem 1993 erschienenen Buch The Spectre of Marx geprägt, in dem er beschreibt, wie der titelgebende politische Theoretiker und seine revolutionären Ideale die westlichen Gesellschaften noch lange nach seinem Tod verfolgen. In seiner populärsten Form dreht sich das Konzept der Hauntologie jedoch um die künstlerische Evokation und Erinnerung an vergangene kulturelle Merkmale und Technologien wie alte Fernsehsendungen, Tonbandaufnahmen und analoge Medien im Allgemeinen.

Das moderne Studium der Hauntologie als Ästhetik begann mit dem Auftreten eines britischen Underground-Trends für elektronische Musik, der häufig mit dem Ghost Box-Label und Künstlern wie Burial und The Caretaker in Verbindung gebracht wird – während der erstere die Aufmerksamkeit der berüchtigten Musikjournalisten Mark Fisher und Simon Reynolds auf sich zog Letzterer wurde im Laufe des Jahres 2010 dank seiner experimentellen Alben An Empty Bliss Beyond This World und Everywhere At the End Of Time, die beide das Gedächtnis und die Demenz durch Sampling und Bearbeitung von Ballsaalmusik aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg erforschten, schnell zu Internet-Berühmtheit.

Während die Hauntologie nicht an einen bestimmten Zeitraum gebunden ist, wird sie hauptsächlich verwendet, um Werke zu definieren, die auf relativ neuen kulturellen Artefakten basieren und normalerweise nur bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreichen. Eine weitere akademische Untersuchung des hauntologischen Phänomens wurde auch von den oben genannten Theoretikern durchgeführt, wobei seine Popularität als Symptom für eine tiefe und allgemeine Unzufriedenheit mit dem Mangel an Visionarismus der Moderne angesehen wurde – in diesem Sinne rufen vergangene kulturelle Formen einen verlorenen Utopismus für futuristische Post hervor Wohlfahrtsgesellschaften, die seitdem von der erzwungenen Idee des Neoliberalismus einer «Endzeit» abgelöst wurden, ab der keine alternativen wirtschaftlichen oder sozialen Systeme möglich oder machbar erscheinen.

Parallel dazu ließen sich Musiker wie Ariel Pink und James Ferraro von der elektronischen Musik der 70er und 80er Jahre inspirieren, um Genres wie Lo-Fi und hypnagogischen Pop anzukurbeln und den Weg für die Entstehung der Vaporwave-Bewegung in den 2010er Jahren zu ebnen.

Künstler, die es ausserdem zu hören gilt


Support: Holly Herndon and Matt Dryhurst Podcast


FAZIT: Persönlich fühle ich mich in dem Genre ideologisch gesehen bestens aufgehoben und dennoch distanziere ich mich in dem Sinne vom Sampling vorhandenen Materials und dem politischen Aspekt. «No Future» und «The Future is cancelled» spielen für mich eine grosse Rolle. Wer seine Augen nicht verschliesst, weiss, dass die kommenden Generationen politisch/ökologisch viel aus zu löffeln haben werden.

Ich verabschiede mich mit einem Stück namens «Phimola», dass ich während des Sommers einmal in Dauerschleife in meinem Café spielte. Eine Frau kam an den Tresen und fragte mich leicht aufgelöst, was mit der Musik passiert sei: «Habe die CD einen Sprung?» Paar Tage nach der Veröffentlichung, eine Bekannte, die den Lockdown im Sommer auf Aruba verbrachte, begrüsste mich über den Facebook Messanger mit einem Morgenkaffee: «Sonnenaufgang mit Phimola». Und zu guter Letzt das Stück «Mirror». Es ist eines meiner absoluten Favoriten. Hauntology – Ein Genre, eine Nische. Kontrovers und spannend. Viel Vergnügen und danke für deine Zeit ;-)

Nächstes Mal: All you need is… MiniDisc!


Quellen: Wikipedia, Youtube, Bandcamp

¹  «Of Mirrors» ist 2012 fertig gestellt worden und anschliessend 2013 in den USA auf Already Dead Tapes Records in einer limitierten Auflage von 50 Kassetten erschienen. Ich war damals nicht ganz happy mit dem Release und liess das Album vor erst ruhen bis ich es 2019 erneut in Angriff nahm und 2020 letztendlich veröffentlichen liess.

All you need is… Lo-Fi!

Die Technik wird besser, die Qualität wird besser, alles wird besser! Ein lautes Hurra auf den Fortschritt. Und doch gibt es Menschen, die den guten alten rauschigen Klang mit modernen Hilfsmitteln nachahmen und gezielt reproduzieren oder ihn gar mit alten Geräten abfeiern. Doch warum und was hat das mit der Lo-Fi-Bewegung auf sich? Und warum denn die Kassette, bitte?

Ohne das Rauschen geht es nicht

Der Mensch hört im Ohr das Blutrauschen. Ja, man kann Stille hören. Auch wenn sie manchmal nur in Form von Vibrationen wahrnehmbar ist. Absolute Stille existiert nur im Weltall. Aber für uns geht das Erleben von Stille meist einher mit einer ganz neuen Form der Selbstwahrnehmung: Man hört das eigene Blut fließen, das Herz klopfen. Die Fliessgeschwindigkeit des Blutes erhöht sich oder das Blut fliesst so, dass Turbulenzen entstehen. Das führt zu Wirbeln, die im Ohr hörbar werden. Verantwortlich dafür können beispielsweise Gefässveränderungen, Tumore, Blutarmut sowie ein erhöhter Blutdruck im Schädel oder eine Schilddrüsen-überfunktion sein. Ohne ins Detail zu gehen – Auch bei pulsierendem Rauschen im Ohr sollte so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden, um eventuell lebensbedrohliche Ursachen rechtzeitig zu erkennen.

Der Mensch hört seinen Tinnitus singen. Tinnitus aurium («Klingeln der Ohren», lateinisch tinnitus von tinnīre, «klingeln», auris «Ohr»), kurz Tinnitus und auch Ohrensausen genannt, bezeichnet ein Symptom, bei dem der Betroffene Geräusche wahrnimmt, denen keine äußeren Schallquellen zugeordnet werden können. Eine alternative Bezeichnung ist das Phantomgeräusch (phantom noise). Mehr als 25 % der Einwohner der Industrieländer sind im Laufe ihres Lebens von Tinnitus betroffen. Auch hier gilt es den Tinnitus vom entsprechenden Arzt behandeln zu lassen.

Ohne das Rauschen geht es wirklich nicht

Ohne das Rauschen geht es nicht. Ob im Kopf oder um uns herum. Eine gewisse Textur im Hintergrund ist stets vorhanden, ob wir es wollen oder nicht. Das Rauschen gehört einfach dazu! Um so mehr wundert es mich nicht, dass die Sterilität der Produktionen ein laut hinausgeschrienes analoges Revival erlebt. Nicht nur in Form von «Out of the Box-Geräten», sondern auch «Inside of the Box», in Form von umwerfend ordentlich programmierten Plugins, die dass gegenwärtige Leben in manch einer Form vereinfachen. Damit meine ich vor allem die Pflege der alten Geräte, Justierung und Reparaturen. Und hier wird es spannend…

Wenn man so will, kann ich das Lager gern in das, der Puristen (ausschliesslich analoger Geräte-Benützer) und das, der «Inside der Box»-Anhänger spalten. Aber wer denkt den schon Schwarz und Weiss heutzutage? Es macht doch so viel Spass alles kreuz und quer zu benutzen, oder? Alles miteinender. So darf es sein und ist schön, gell.
In diesem Beitrag gehe ich nicht auf die tollen Kassetten-, Bandmaschinen- und gottweiss welche weiteren zahlreichen Plugins ein. Wir machen eine Exkursion fokussiert auf einfache und erschwingliche Geräte, die uns helfen dürfen einen wobbligen und rauschigen Lifestyle zu leben ;-)

Doch was ist Lo-Fi? Einerseits bezeichnet es die allgemeine niedere Qualität (Low Fidelity) als Kontrahent zum Hi-Fi (High Fidelity) und zum anderen, ein in den 2010ern definiertes Genre samt dessen Sub-Genres. Hier drei Videos, die das Lo-Fi-Phänomen erläutern.

Da ich nicht sample und somit kein Lo-Fi Beats oder Lo-Fi Hip Hop mache, zeige ich auch nicht wie es gemacht wird. Youtube einfach danach und Du findest es. Es geht mir viel mehr um das Feeling, welches samt Hilfsmitteln erreicht und auf andere Genres mit gewisser «Degradierung» der Low Fidelity übertragen werden kann. Dazu fokussiere ich mich primär auf folgende Hilfsmittel: Kassetten, Bänder, Warming Units, Sampler, Pedale und distanziere ich mich von jeglichen Satiren:


Kassette

Den Begriff Lo-Fi hörte ich zum ersten Mal in meiner Teenager-Zeit als Notwist’s «Shrink» die Plattenläden stürmte. Das war eine völlig neue Welt und öffnete mir eine Tür zu Apex Twin und folgend zu den Bands wie den frühen Telefon Tel Aviv, Mouse on Mars etc. Erst dann erfolgte ein Tauchgang in die Untergrund-Rap-Szene, wo mir das Sampling, Vinyl und der Minimalismus in der Musik bewusst wurde. Mein erstes unhörbar schnulziges Demo nahm ich in den frühen 90ern auf einem Multitracker Fostex X-28H auf. Diesen nutze ich bis heute. Kurzzeitig defekt, strahlt er nun um so mehr. Als ich vor paar wenigen Jahren in Cairo auftrat, war es von mir ursprünglich geplant mitunter samt zwei Kassenttendecks (Fostex und Tascam) aufzutreten. Als ich merkte wie schwer das Gepäck wurde, verwarf ich diese Idee und nahm einen Sampler mit. Summa summarum war es mein Ziel dort ohne einen Computer aufzutreten. Die richtige Entscheidung. Später verkaufte ich die Tascam-Maschine an einen Musikerkollegen in Zürich und kaufte einen zweiten Fostex Multitracker, Model 280. Ende 2018 sah ich dann einen Beitrag über Alessandro Cortini, der bei Nine Inch Nails seinen Kassetten-Multitracker als eine Art «Texturunterleger» nutzt. Das entfachte die Kassettenbegeisterung in meinen Produktionen aufs Neue und ich tauschte ein. Heute benutze ich meinen Fostex M280 in erster Linie als Mixer samt dessen Sättigung. Neulich erklärte ich meinem Busenkumpel Joel Gilardini ein Setup und bei der Frage, warum ich keinen herkömmlichen Mixer verwende, antwortete ich ihm: Die klingen mir zu sauber, hehe!
Schaut euch die unten aufgeführten Videos an. Ich denke, sie erklären meine Begeisterung ;-)


Band

Nun, die eigentliche Königsklasse ist die Bandmaschine. Wiederentdeckt und wiederbegehrt. Dies führte dazu, dass aufgrund der Nachfrage Reparaturwerkstätte aufpoppten und Tonbänder wieder verkauft wurden. Die Preise stiegen massiv. Die Nachfrage liess nicht nach. Ein Phänomen wie das Vinyl, das für Musiker als Veröffentlichungsmedium nach wie vor sehr begehrt ist. Leider ist die Bandmaschine anfälliger (ich selbst besitze eine inzwischen defekte UHER) und seinen wir realistisch, auch sehr gewichtig, so dass Looping und Delays live eher mit dem Medium Kassette oder einem Delay-Gerät einfacher und praktischer realisierbar sind. Die Königsklasse Bandmaschine glänzt jedoch als Mastering/Sättigungsmedium im Studio. Hier ist die Bandmaschine unschlagbar. Und doch, wie so vieles andere auch, durch ein Plugin ersetzbar. Denn um wirklich exzellente Bandsättigung zu erreichen, sollte man auch eine erstklassige, gut gewartete und aufbereitete Bandmaschine besitzen. Daher bin ich in diesem Fall aus eigener Erfahrung etwas zurückhaltender. Exzellente Bandmaschinen haben ihren Preis.


Warming Unit

Ich erwähnte, dass ich meinen Fostex M280 als eine Art Mixer missbrauche. Die Wahrheit ist, für mich ist die Wärme/Sättigung so bedeutend, dass ich diese analoge Magie dieses Gerätes nicht mehr missen mag. Jeder, der sich mit dem Thema befasst, findet einen Weg für sich selbst, um das Beste für einen heraus zu holen. Ich hätte sehr sehr sehr gern einen Tegeler Audio Manufaktur Crème RC oder Tegeler Audio Manufaktur Magnetismus 2 oder einen Varia Instruments RD40 Mixer oder eine Studer Bandmaschine. Diese Geräte liegen für mich nicht drin. Wenn ich recherchiere, suche ich nach Lösungen mit Möglichkeiten, die im Rahmen des finanziell machbaren liegen. Und das muss nicht unbedingt tief ins Portemonnaie gehen (siehe: All you need is… Racksystem). Als meine neuste Entdeckung gilt der Finegear Dust Collector. Sicherlich nicht gerade günstig, aber sehr toll! Video weiter unten…


Sampler

Machen wir es kurz und bündig. Als Sampler kann und darf alles dienen. Dein Smartphone, iPad, Roland SP-404, Akai MPC Linie, Elektron Digitakt, Synthesizer und selbsterklärend die Kassette oder das Band. Es gibt so viele gute Sampler als Hard- und Software, dass ich hier nicht näher darauf eingehen mag. Eines ist aber sicher, die frühen Akai- und Roland-Sampler haben den Low Fidelity in Genres geprägt. Sie gelten nach wie vor als wegweisend. Unten findet ihr drei Videos. Jedes als Statement für eine eigene Produktionsweise…


Pedal

Bevor ich wieder abschliessend zu der Kassette zurückkehre, gehe ich noch kurz auf die grossartigen Pedale ein, die omnipresent aus vielen Genres nicht mehr weg zu denken sind. Pedale sind grossartig und haben mitunter, dank dem Sub-Genre Ambient ein Revival erlebt. Oder war es die Gitarre, die das Revival dank Ambient erlebte? Mit der heutigen Technologie ist es möglich, die noch vor wenigen Jahren undenkbaren Ansätze in eine Pedalform zu packen. Man siehe allein den Blooper. In den unten aufgeführten Videos seht und hört ihr tolle Pedale, die nicht nur für Lo-Fi Produktionen bestimmt sind. Diese Pedale können sehr viel und sind wirklich wirklich wirklich toll!


Technik deiner Wahl

So zurück zur Kassette. Warum ausgerechnet Kassette? Nun, ich glaube an den Spassfaktor, den man damit erzielen und erreichen kann. Prinzipiell kann man das mit jedem Gerät (siehe Abschnitt «Sampler»). Du kannst zwei, drei, vier Smartphones (Zu Hause hast Du sicherlich einige Exemplare nutzlos rumliegen) mit entsprechenden Apps zB.: Gauss oder Koala Sampler einsetzen und darf losjammen. Es geht heutzutage einfach alles und das ist das Schöne und Spannende daran. Um beim Thema Low Fidelity zu bleiben, entschied ich mich für das Format, mit dem ich aufgewachsen bin – Kassette (später MiniDisc). In meinen frühen Zwanzigern machte ich viele Mixtapes. Man tauschte sich untereinander aus und Kassette war unser Medium. Damals gab es noch keine bezahlbaren CD-Brenner. Die kamen erst und lösten die praktische MiniDisc ab. Ein Demoband war für die meisten Bands im Rahmen der Zugänglichkeit. Eine CD die logische Weiterentwicklung. Heutzutage, in meinen Vierzigern, verschicke ich eine Spotify-Playlist. So hat sich die Welt weitergedreht ;-)

Aus Nostalgiegründen schliesse ich somit diese Exkursion auch mit der Kassette ab. Was man damit macht und wie man Spass haben kann, hast Du bereits erfahren. Den Lo-Fi Touch erreichst Du mit vielen unterschiedlichen Ansätzen. Jeder auf seine eigene Weise, wie es Jedem liegt. Ich werde sicherlich demnächst einige interessante Plugins vorstellen, die im Grossen und Ganzen erschwinglicher und sicherlich praktischer sind als Hardware. Ihr wisst, man macht weniger kaputt, gell! Aber vielleicht bleibt dem Einen und Anderen der Spassfaktor in sämtlichen Formen verwehrt. Schliesslich will man ja auch Anfassen und Drehen. Das Phänomen des Lo-Fi dient somit für Viele im praktischen als auch übertragenen Sinne wie eine tatsächliche Klangaufwertung, mit der man sich identifiziert. Also tauchen wir erneut in die Lo-Fi Welt meines Wahlmediums ein und schauen den Profis zu. Ich verzichte auf das Fazit heute. Ich habe genug erzählt.

Nächstes Mal: Hauntology!


Quellen: Wikipedia, Youtube