All you need is… Hauntology!

Hauntology ist ein Phänomen. Ein Statement. Eine musikalische Nische. Kontrovers und spannend zugleich. Doch was bedeutet Hauntology und was hat es damit auf sich? Tauchen wir ein...


In eigener Sache

Letztes Jahr im sonnigen Frühling erschien «Of Mirrors», ein Album mit meinem ehrenwerten Kollegen Virlyn aus Belgien¹. David Newman veröffentlichte es auf dem tollen Audiobulb. Die CD-Vesion erschien wenige Wochen später auf meinem Label, EndTitles in einer limitierten Auflage. Mary Anne Hobbs vom BBC Radio 6 kontaktierte David und war an der Musik seines Labels interessiert. David sagte gerade aus: «Just pick one». Das tat sie und wählte «Of Mirrors». Mitten in der Nacht horchte ich gebannt damals im Mai ihrer Show und hörte Mary Anne zum Schluss der Sendung ansagen: «I am gonna leave with a piece of music that has been haunting me…» Die Original-Ansage auf Instagram: Link. Ich erstarrte und bekam Gänsehaut. Ihre weiche, eindringliche Stimme hypnotisierte mich. «This is Secret Place». Ich dachte nur wow und war von der Bezeichnung «haunting» gefesselt. Des Öfteren hörte ich meine Leute über An Moku sprechen im Kontext der Spannung, Stimmung, Gänsehaut, Dämmerlicht, Konzentration, Schauer, gar Hypnose. Das schmeichelte mir. Fasziniert von der Elektronik, den Nostalgie-Aspekten, Field Recordings, Dark Ambient, Drone, Lowercase und klassischen Instrumenten produzierte ich, was ich für gut befand. Bis es mir mit wie Schuppen von den Augen fiel: Meine Musik ist tatsächlich «haunting»!

So begann ich mich mit dem Thema auseinander zu setzten bis ich im Herbst letzten Jahres «Less» aufnahm. Ein sehr reduziertes, auf wenige Aspekte konzentriertes Album, erhältlich in wenigen Tagen:

“​Less​ was my most difficult album to make,” says Grenzler. Frustrated by his lack of progress on a concurrent project, he turned to his bass guitar and his effects boxes, and over a two-day session produced a kind of music that was a departure for him: “​Less ​is an approach to Hauntology and drone. I’ve never done those like this before.”

“Most of my recordings are only with the bass guitar and effects,” he points out. ​Less​ ​is a textured, sensual audio fabric of electricity, the sound of voltage flowing through equipment, pushing against impedance, expanding into a sonic architecture of places: the sound of still life, objects, haunted spaces.

During the pandemic lockdown, he listened to hauntology recordings and wanted to direct his efforts at the genre, “somehow, with my own ideas. I wanted ​Less ​to be abstract. I wanted to limit myself and had to rethink. My limitation on this release was bass, a bunch of pedals on two pedalboards, and some sampled dusty vinyl crackles!”

This is something of a hardware album, a duet between Grenzler and his boxes… The central “location” of the album, it’s a place into which the music directs the ear, a churning soundscape of uneasy memories and dramatic stabs of sensation. From here, ​An Moku ​guides the listener back out through the final track…

“I knew I wanted to let the bass sound differently,” he explains. “You hear walls of sound full of movement and voltage, but less of the bass. All in all it is less of everything.”

But less of everything, on ​Less,​ produces more. Like the ​natura morta​ paintings of artists like Giorgio Morandi, tracks like “A Better Tomorrow” and “Forgetting” seem to just turn on, there before our ears in the way an image sits before our eyes. Sounds hum and expand with the tactility of the vibrating strings of Grenzler’s bass guitar, the loops of voltage that run through his effects.”Auszug aus dem Pressetext von Puremagnetik

«Less» ist ab dem 13. April über das grossartige New Yorker Puremagnetik auf Kassette und Digital erhältlich.


Definition

Doch was ist Hauntology? Ich begab mich auf die Suche und fand paar Erklärungen, denn das Genre ist noch nicht sehr alt…

Hauntologie ist ein Genre oder eine lose Kategorie von Musik und Kunst, die darauf abzielt, ein tiefes kulturelles Gedächtnis hervorzurufen, das sich mit der Ästhetik der Vergangenheit befasst. Es entwickelte sich in den 2000er Jahren hauptsächlich unter britischen elektronischen Musikern und stützt sich in der Regel auf britische Kulturquellen aus den 1940er bis 1970er Jahren, darunter Bibliotheksmusik, Film- und TV-Soundtracks, Psychedelika und öffentliche Informationsfilme, häufig unter Verwendung von Sampling.

Der Begriff «Hauntologie» wurde erstmals von dem französischen Philosophen Jacques Derrida in seinem 1993 erschienenen Buch The Spectre of Marx geprägt, in dem er beschreibt, wie der titelgebende politische Theoretiker und seine revolutionären Ideale die westlichen Gesellschaften noch lange nach seinem Tod verfolgen. In seiner populärsten Form dreht sich das Konzept der Hauntologie jedoch um die künstlerische Evokation und Erinnerung an vergangene kulturelle Merkmale und Technologien wie alte Fernsehsendungen, Tonbandaufnahmen und analoge Medien im Allgemeinen.

Das moderne Studium der Hauntologie als Ästhetik begann mit dem Auftreten eines britischen Underground-Trends für elektronische Musik, der häufig mit dem Ghost Box-Label und Künstlern wie Burial und The Caretaker in Verbindung gebracht wird – während der erstere die Aufmerksamkeit der berüchtigten Musikjournalisten Mark Fisher und Simon Reynolds auf sich zog Letzterer wurde im Laufe des Jahres 2010 dank seiner experimentellen Alben An Empty Bliss Beyond This World und Everywhere At the End Of Time, die beide das Gedächtnis und die Demenz durch Sampling und Bearbeitung von Ballsaalmusik aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg erforschten, schnell zu Internet-Berühmtheit.

Während die Hauntologie nicht an einen bestimmten Zeitraum gebunden ist, wird sie hauptsächlich verwendet, um Werke zu definieren, die auf relativ neuen kulturellen Artefakten basieren und normalerweise nur bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreichen. Eine weitere akademische Untersuchung des hauntologischen Phänomens wurde auch von den oben genannten Theoretikern durchgeführt, wobei seine Popularität als Symptom für eine tiefe und allgemeine Unzufriedenheit mit dem Mangel an Visionarismus der Moderne angesehen wurde – in diesem Sinne rufen vergangene kulturelle Formen einen verlorenen Utopismus für futuristische Post hervor Wohlfahrtsgesellschaften, die seitdem von der erzwungenen Idee des Neoliberalismus einer «Endzeit» abgelöst wurden, ab der keine alternativen wirtschaftlichen oder sozialen Systeme möglich oder machbar erscheinen.

Parallel dazu ließen sich Musiker wie Ariel Pink und James Ferraro von der elektronischen Musik der 70er und 80er Jahre inspirieren, um Genres wie Lo-Fi und hypnagogischen Pop anzukurbeln und den Weg für die Entstehung der Vaporwave-Bewegung in den 2010er Jahren zu ebnen.

Künstler, die es ausserdem zu hören gilt


Support: Holly Herndon and Matt Dryhurst Podcast


FAZIT: Persönlich fühle ich mich in dem Genre ideologisch gesehen bestens aufgehoben und dennoch distanziere ich mich in dem Sinne vom Sampling vorhandenen Materials und dem politischen Aspekt. «No Future» und «The Future is cancelled» spielen für mich eine grosse Rolle. Wer seine Augen nicht verschliesst, weiss, dass die kommenden Generationen politisch/ökologisch viel aus zu löffeln haben werden.

Ich verabschiede mich mit einem Stück namens «Phimola», dass ich während des Sommers einmal in Dauerschleife in meinem Café spielte. Eine Frau kam an den Tresen und fragte mich leicht aufgelöst, was mit der Musik passiert sei: «Habe die CD einen Sprung?» Paar Tage nach der Veröffentlichung, eine Bekannte, die den Lockdown im Sommer auf Aruba verbrachte, begrüsste mich über den Facebook Messanger mit einem Morgenkaffee: «Sonnenaufgang mit Phimola». Und zu guter Letzt das Stück «Mirror». Es ist eines meiner absoluten Favoriten. Hauntology – Ein Genre, eine Nische. Kontrovers und spannend. Viel Vergnügen und danke für deine Zeit ;-)

Nächstes Mal: All you need is… MiniDisc!


Quellen: Wikipedia, Youtube, Bandcamp

¹  «Of Mirrors» ist 2012 fertig gestellt worden und anschliessend 2013 in den USA auf Already Dead Tapes Records in einer limitierten Auflage von 50 Kassetten erschienen. Ich war damals nicht ganz happy mit dem Release und liess das Album vor erst ruhen bis ich es 2019 erneut in Angriff nahm und 2020 letztendlich veröffentlichen liess.

All you need is… Lo-Fi!

Die Technik wird besser, die Qualität wird besser, alles wird besser! Ein lautes Hurra auf den Fortschritt. Und doch gibt es Menschen, die den guten alten rauschigen Klang mit modernen Hilfsmitteln nachahmen und gezielt reproduzieren oder ihn gar mit alten Geräten abfeiern. Doch warum und was hat das mit der Lo-Fi-Bewegung auf sich? Und warum denn die Kassette, bitte?

Ohne das Rauschen geht es nicht

Der Mensch hört im Ohr das Blutrauschen. Ja, man kann Stille hören. Auch wenn sie manchmal nur in Form von Vibrationen wahrnehmbar ist. Absolute Stille existiert nur im Weltall. Aber für uns geht das Erleben von Stille meist einher mit einer ganz neuen Form der Selbstwahrnehmung: Man hört das eigene Blut fließen, das Herz klopfen. Die Fliessgeschwindigkeit des Blutes erhöht sich oder das Blut fliesst so, dass Turbulenzen entstehen. Das führt zu Wirbeln, die im Ohr hörbar werden. Verantwortlich dafür können beispielsweise Gefässveränderungen, Tumore, Blutarmut sowie ein erhöhter Blutdruck im Schädel oder eine Schilddrüsen-überfunktion sein. Ohne ins Detail zu gehen – Auch bei pulsierendem Rauschen im Ohr sollte so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden, um eventuell lebensbedrohliche Ursachen rechtzeitig zu erkennen.

Der Mensch hört seinen Tinnitus singen. Tinnitus aurium («Klingeln der Ohren», lateinisch tinnitus von tinnīre, «klingeln», auris «Ohr»), kurz Tinnitus und auch Ohrensausen genannt, bezeichnet ein Symptom, bei dem der Betroffene Geräusche wahrnimmt, denen keine äußeren Schallquellen zugeordnet werden können. Eine alternative Bezeichnung ist das Phantomgeräusch (phantom noise). Mehr als 25 % der Einwohner der Industrieländer sind im Laufe ihres Lebens von Tinnitus betroffen. Auch hier gilt es den Tinnitus vom entsprechenden Arzt behandeln zu lassen.

Ohne das Rauschen geht es wirklich nicht

Ohne das Rauschen geht es nicht. Ob im Kopf oder um uns herum. Eine gewisse Textur im Hintergrund ist stets vorhanden, ob wir es wollen oder nicht. Das Rauschen gehört einfach dazu! Um so mehr wundert es mich nicht, dass die Sterilität der Produktionen ein laut hinausgeschrienes analoges Revival erlebt. Nicht nur in Form von «Out of the Box-Geräten», sondern auch «Inside of the Box», in Form von umwerfend ordentlich programmierten Plugins, die dass gegenwärtige Leben in manch einer Form vereinfachen. Damit meine ich vor allem die Pflege der alten Geräte, Justierung und Reparaturen. Und hier wird es spannend…

Wenn man so will, kann ich das Lager gern in das, der Puristen (ausschliesslich analoger Geräte-Benützer) und das, der «Inside der Box»-Anhänger spalten. Aber wer denkt den schon Schwarz und Weiss heutzutage? Es macht doch so viel Spass alles kreuz und quer zu benutzen, oder? Alles miteinender. So darf es sein und ist schön, gell.
In diesem Beitrag gehe ich nicht auf die tollen Kassetten-, Bandmaschinen- und gottweiss welche weiteren zahlreichen Plugins ein. Wir machen eine Exkursion fokussiert auf einfache und erschwingliche Geräte, die uns helfen dürfen einen wobbligen und rauschigen Lifestyle zu leben ;-)

Doch was ist Lo-Fi? Einerseits bezeichnet es die allgemeine niedere Qualität (Low Fidelity) als Kontrahent zum Hi-Fi (High Fidelity) und zum anderen, ein in den 2010ern definiertes Genre samt dessen Sub-Genres. Hier drei Videos, die das Lo-Fi-Phänomen erläutern.

Da ich nicht sample und somit kein Lo-Fi Beats oder Lo-Fi Hip Hop mache, zeige ich auch nicht wie es gemacht wird. Youtube einfach danach und Du findest es. Es geht mir viel mehr um das Feeling, welches samt Hilfsmitteln erreicht und auf andere Genres mit gewisser «Degradierung» der Low Fidelity übertragen werden kann. Dazu fokussiere ich mich primär auf folgende Hilfsmittel: Kassetten, Bänder, Warming Units, Sampler, Pedale und distanziere ich mich von jeglichen Satiren:


Kassette

Den Begriff Lo-Fi hörte ich zum ersten Mal in meiner Teenager-Zeit als Notwist’s «Shrink» die Plattenläden stürmte. Das war eine völlig neue Welt und öffnete mir eine Tür zu Apex Twin und folgend zu den Bands wie den frühen Telefon Tel Aviv, Mouse on Mars etc. Erst dann erfolgte ein Tauchgang in die Untergrund-Rap-Szene, wo mir das Sampling, Vinyl und der Minimalismus in der Musik bewusst wurde. Mein erstes unhörbar schnulziges Demo nahm ich in den frühen 90ern auf einem Multitracker Fostex X-28H auf. Diesen nutze ich bis heute. Kurzzeitig defekt, strahlt er nun um so mehr. Als ich vor paar wenigen Jahren in Cairo auftrat, war es von mir ursprünglich geplant mitunter samt zwei Kassenttendecks (Fostex und Tascam) aufzutreten. Als ich merkte wie schwer das Gepäck wurde, verwarf ich diese Idee und nahm einen Sampler mit. Summa summarum war es mein Ziel dort ohne einen Computer aufzutreten. Die richtige Entscheidung. Später verkaufte ich die Tascam-Maschine an einen Musikerkollegen in Zürich und kaufte einen zweiten Fostex Multitracker, Model 280. Ende 2018 sah ich dann einen Beitrag über Alessandro Cortini, der bei Nine Inch Nails seinen Kassetten-Multitracker als eine Art «Texturunterleger» nutzt. Das entfachte die Kassettenbegeisterung in meinen Produktionen aufs Neue und ich tauschte ein. Heute benutze ich meinen Fostex M280 in erster Linie als Mixer samt dessen Sättigung. Neulich erklärte ich meinem Busenkumpel Joel Gilardini ein Setup und bei der Frage, warum ich keinen herkömmlichen Mixer verwende, antwortete ich ihm: Die klingen mir zu sauber, hehe!
Schaut euch die unten aufgeführten Videos an. Ich denke, sie erklären meine Begeisterung ;-)


Band

Nun, die eigentliche Königsklasse ist die Bandmaschine. Wiederentdeckt und wiederbegehrt. Dies führte dazu, dass aufgrund der Nachfrage Reparaturwerkstätte aufpoppten und Tonbänder wieder verkauft wurden. Die Preise stiegen massiv. Die Nachfrage liess nicht nach. Ein Phänomen wie das Vinyl, das für Musiker als Veröffentlichungsmedium nach wie vor sehr begehrt ist. Leider ist die Bandmaschine anfälliger (ich selbst besitze eine inzwischen defekte UHER) und seinen wir realistisch, auch sehr gewichtig, so dass Looping und Delays live eher mit dem Medium Kassette oder einem Delay-Gerät einfacher und praktischer realisierbar sind. Die Königsklasse Bandmaschine glänzt jedoch als Mastering/Sättigungsmedium im Studio. Hier ist die Bandmaschine unschlagbar. Und doch, wie so vieles andere auch, durch ein Plugin ersetzbar. Denn um wirklich exzellente Bandsättigung zu erreichen, sollte man auch eine erstklassige, gut gewartete und aufbereitete Bandmaschine besitzen. Daher bin ich in diesem Fall aus eigener Erfahrung etwas zurückhaltender. Exzellente Bandmaschinen haben ihren Preis.


Warming Unit

Ich erwähnte, dass ich meinen Fostex M280 als eine Art Mixer missbrauche. Die Wahrheit ist, für mich ist die Wärme/Sättigung so bedeutend, dass ich diese analoge Magie dieses Gerätes nicht mehr missen mag. Jeder, der sich mit dem Thema befasst, findet einen Weg für sich selbst, um das Beste für einen heraus zu holen. Ich hätte sehr sehr sehr gern einen Tegeler Audio Manufaktur Crème RC oder Tegeler Audio Manufaktur Magnetismus 2 oder einen Varia Instruments RD40 Mixer oder eine Studer Bandmaschine. Diese Geräte liegen für mich nicht drin. Wenn ich recherchiere, suche ich nach Lösungen mit Möglichkeiten, die im Rahmen des finanziell machbaren liegen. Und das muss nicht unbedingt tief ins Portemonnaie gehen (siehe: All you need is… Racksystem). Als meine neuste Entdeckung gilt der Finegear Dust Collector. Sicherlich nicht gerade günstig, aber sehr toll! Video weiter unten…


Sampler

Machen wir es kurz und bündig. Als Sampler kann und darf alles dienen. Dein Smartphone, iPad, Roland SP-404, Akai MPC Linie, Elektron Digitakt, Synthesizer und selbsterklärend die Kassette oder das Band. Es gibt so viele gute Sampler als Hard- und Software, dass ich hier nicht näher darauf eingehen mag. Eines ist aber sicher, die frühen Akai- und Roland-Sampler haben den Low Fidelity in Genres geprägt. Sie gelten nach wie vor als wegweisend. Unten findet ihr drei Videos. Jedes als Statement für eine eigene Produktionsweise…


Pedal

Bevor ich wieder abschliessend zu der Kassette zurückkehre, gehe ich noch kurz auf die grossartigen Pedale ein, die omnipresent aus vielen Genres nicht mehr weg zu denken sind. Pedale sind grossartig und haben mitunter, dank dem Sub-Genre Ambient ein Revival erlebt. Oder war es die Gitarre, die das Revival dank Ambient erlebte? Mit der heutigen Technologie ist es möglich, die noch vor wenigen Jahren undenkbaren Ansätze in eine Pedalform zu packen. Man siehe allein den Blooper. In den unten aufgeführten Videos seht und hört ihr tolle Pedale, die nicht nur für Lo-Fi Produktionen bestimmt sind. Diese Pedale können sehr viel und sind wirklich wirklich wirklich toll!


Technik deiner Wahl

So zurück zur Kassette. Warum ausgerechnet Kassette? Nun, ich glaube an den Spassfaktor, den man damit erzielen und erreichen kann. Prinzipiell kann man das mit jedem Gerät (siehe Abschnitt «Sampler»). Du kannst zwei, drei, vier Smartphones (Zu Hause hast Du sicherlich einige Exemplare nutzlos rumliegen) mit entsprechenden Apps zB.: Gauss oder Koala Sampler einsetzen und darf losjammen. Es geht heutzutage einfach alles und das ist das Schöne und Spannende daran. Um beim Thema Low Fidelity zu bleiben, entschied ich mich für das Format, mit dem ich aufgewachsen bin – Kassette (später MiniDisc). In meinen frühen Zwanzigern machte ich viele Mixtapes. Man tauschte sich untereinander aus und Kassette war unser Medium. Damals gab es noch keine bezahlbaren CD-Brenner. Die kamen erst und lösten die praktische MiniDisc ab. Ein Demoband war für die meisten Bands im Rahmen der Zugänglichkeit. Eine CD die logische Weiterentwicklung. Heutzutage, in meinen Vierzigern, verschicke ich eine Spotify-Playlist. So hat sich die Welt weitergedreht ;-)

Aus Nostalgiegründen schliesse ich somit diese Exkursion auch mit der Kassette ab. Was man damit macht und wie man Spass haben kann, hast Du bereits erfahren. Den Lo-Fi Touch erreichst Du mit vielen unterschiedlichen Ansätzen. Jeder auf seine eigene Weise, wie es Jedem liegt. Ich werde sicherlich demnächst einige interessante Plugins vorstellen, die im Grossen und Ganzen erschwinglicher und sicherlich praktischer sind als Hardware. Ihr wisst, man macht weniger kaputt, gell! Aber vielleicht bleibt dem Einen und Anderen der Spassfaktor in sämtlichen Formen verwehrt. Schliesslich will man ja auch Anfassen und Drehen. Das Phänomen des Lo-Fi dient somit für Viele im praktischen als auch übertragenen Sinne wie eine tatsächliche Klangaufwertung, mit der man sich identifiziert. Also tauchen wir erneut in die Lo-Fi Welt meines Wahlmediums ein und schauen den Profis zu. Ich verzichte auf das Fazit heute. Ich habe genug erzählt.

Nächstes Mal: Hauntology!


Quellen: Wikipedia, Youtube

Colin Muir Dorward: fostexDubs

Der kanadische Musiker und Maler, Colin Muir Dorward meldet sich zurück mit einem Doppelalbum auf meinem Label EndTitles. Ich führte mit ihm ein kurzes Interview. Auf nach Yukon.

Meeting the artist. An Interview.

ET: What is your new double album «fostexDubs Part 1 & 2» about? What was your instrumental approach for the album?

CMD: I don’t think there is a particular message in my music. Of course there are emotions, and making music is a way to express myself, but I don’t usually have an agenda when I record. If I had to name one driving force it would be curiosity. For this material, it was a fun challenge to make the mc909 not sound like a preset dance machine. With modern gear, it’s easy to become very critical of the engineers for making silly decisions because they should know better by now, but with older stuff, you kind of forgive them and move on. That mental shift of accepting what the tool is, warts and all, and finding out what it can do is a big part of my workflow. 

ET: Tell us about your work as modular module designer? A new line to buy soon?

CMD: I got into synth DIY six or seven years ago and it stuck. I’m not an engineer but being a producer has definitely helped. This winter I finished designing a eurorack series I’m calling the Jade system. It’s a bread and butter thing with big, clear fonts, and easy to understand layouts. I wanted something suitable for live performance and also for beginners to learn subtractive synthesis. Despite the generic surface, everything has been designed to have a unique sound. There are lots of cool features and design choices under the hood to make it something of its own. I would love to say this will be available for purchase soon, but in reality what I need is for someone to help me with the entrepreneurial side of things. It’s very easy for me to drift away and lose interest when it comes to promotions, distribution, etc. For now I’m just plodding through and building up a small stock to sell locally.

ET: Tell us about your idea of building a residency for musicians? How is it going in the meantime?

CMD: Last summer we hosted a recording residency for local musicians. Seven artists/groups each got access to a recording studio for one week, and a small honorarium to basically do whatever they wanted. We drew names from a hat to choose who got the residency. This was volunteer run and organised, but we received a small grant from the Yukon government to pay the honorariums and a few other expenses. That project got iced once winter arrived because that space is not really insulated. This summer we plan to offer some new residencies and recording opportunities, but it’s too early to say what yet. There will definitely be a visual arts component added this year. I want to introduce an international residency, but for now that’s obviously on hold.

ET: Online concert series? What is the idea behind that?

CMD: fostexDubs evolved from some material I had prepared for a couple shows I did here in Yukon. I’d like to repeat that workflow and use some more live shows as an excuse to dive into a new setup and get some ideas working. Since online streaming events have become somewhat normalized, I figured it was a good opportunity to stage a tour, of sorts. I like that it’s kind of the opposite of what I imagined I’d be able to do since settling here a few years ago. The nearest metropolitan center is 2000kms away, so touring has not really been on my horizons.

ET: So see you online in May, the 7th. More details to come. Thank you for the interview, Colin. Cheers!

All you need is… iPad?

Musikproduktion mit iPad? Dank visionären Soft- und Hardware-Ingenieuren ist es heutzutage möglich mit einem iPad fundierte Musik zu machen. Doch ist die Produktion wirklich gut, was braucht man und vor allem für wenn ist dieses System geeignet? Anhand von einpaar Beispielen tauche ich mit dir in die Welt rundum der mobilen Musikproduktion ein. Du bist unentschlossen und erwägst, dann ist dieser Beitrag genau für dich! Die Fortsetzung meiner «All you need is..»-Reihe. Sie ist für Einsteiger und Fortgeschrittene gedacht. Dient zur Entdeckung und Erforschung.

Seit 2011 hat sich der Markt rundum die mobile Musikproduktion rasant entwickelt. Die Apps werden ausgeklügelter und die Hardware leistungsfähiger. Man munkelte lauthals, das iPad ersetzt den Laptop. Das ist bis heute noch nicht ganz eingetroffen, wird aber wahrscheinlich in den kommenden Jahren so sein. Ist das gut, fragt man sich? Nun ja, ich behaupte mal, allein in der Musikproduktion, erleben wir mit den Apps, dank den neuartigen Oberflächen, die uns zum Umdenken anregen, neue Aha-Erlebnisse, die wir vergleichsweise mit dem vertrauten Computer so nicht hätten. So gesehen, ja -Das iPad ist für die Musikproduktion geeignet.

Start

Doch was braucht man, um mit einem iPad zu musizieren? Ganz klar ein iPad. Ich selbst besitze ein iPad mini (2012). Dann einpaar Apps und Kopfhörer und das wars vorerst. Eigentlich nicht viel. Das Setup ist klein, überschaubar und du kannst mit der Produktion beginnen. Der nächste logische Schritt ist ein Equipment-Upgrade mit einem iOS-unterstützenden Audio Interface (Soundkarte), Lautsprechern, Midi-Controller/Keyboard, passendem Adapter, passendem Daten-Kabel und vielleicht einem leistungsfähigerem iPad. Hier einpaar Inspirationen…


Was muss ich bedenken?

Wie bereits oben erwähnt, sollte man in Erwägung ziehen ein leistungsstärkeres iPad zu kaufen. Sofern du das nötige Budget verfügst, so auch direkt von Beginn an. Es gibt nichts schlimmeres als Frustration über zu wenig DSP. Glaub mir, wer ambitioniert herangeht, der scheitert spätestens an diesem Punkt: zu wenig POWER! Ich persönlich sehe mein älteres Model als eine Art Limitierung an. Ich kann nicht viel laufen lassen und konzentriere mich auf wenige Spuren und Apps. In meinem Fall dient das iPad in einem hybriden System im Zusammenspiel als eine Art Ergänzung. Dazu mehr unter «Für dich geeignet?». Schau dir nun die hier direkt unten aufgeführten YT-Tipps (von Jakob Haq) an und was sonst noch erwägt werden sollte… Übrigens, ich kann seinen YT-Blog wirklich nicht genug empfehlen. Ein Muss für iPad-Musiker.


OS vs Android?


Für dich geeignet?

So weit so gut. Doch eignet sich dieses System für dich oder liegt es dir vielleicht überhaupt nicht? Auf der einen Seite bietet das iPad samt seinen gebotenen Möglichkeiten, die von Jahr zu Jahr grösser werden, eine fantastische Spielwiese und auf der anderen Seite belächelt mancheiner die musikalische Produktion und glaubt ein Nice-to-Have-Gadget in seinen Händen zu halten. Für wen ist das iPad somit geeignet?

  1. Geschlossenes System: Mittlerweile gibt es sehr viele Musiker, die Musik einzig auf dem iPad machen. Und das sehr erfolgreich. Siehe Jakob Haq oder Henry The Buziness. Sie benutzen das iPad einzig und allein zur Produktion. Bedeutet, sowohl das Bedienen der Instrumente als auch die Aufnahme findet intern statt. Das iPad ist (mit Apps wie AUM, Audiobus oder Cubasis) die DAW.
  2. Hybrides System: Hier kommen mehrere Komponenten zusammen und das iPad dient meistens als Instrument oder Effekt in einer Kette. In meinem eigenen Setup des Sommers 2020 diente das iPad auf dem ersten Bild unten als Parallel-Effekt (die Soundkarte ist das Zoom U-22) oder als Midi-Effekt (die App Ribn steuert Midi-Parameter des H9 und Arcades) auf dem zweiten Bild. Weitere Beispiele für hybride Systeme kommen von Perplex On und Grzegorz Bojanek.
     ©Dominik Grenzler

3. iPad oder Android-Tablet als DAW (zB.: Cubasis): Der deutsche Elektroniker Stimmig nutzt sein Tablet im Studio als Computer-Ersatz. Er zeichnet auf und baut Tracks mit Steinbergs Cubasis.


Beispiele für Innovative Apps

Es gibt so viele tolle Apps auf dem Markt. Hier einpaar Beispiele, was es so gibt. Und es gibt noch viel viel viel mehr, gell!


Meine Favs

AUM
Drambo
Fuge Machine
Borderlands
Ribn
TouchOSC
Spacecraft
Samplr
iDensity
Synth One
SECTOR
SoundScaper


Fazit

Ihr habt euch eine Meinung gebildet. Ich denke, das iPad beziehungsweise die mobile Musikproduktion ist die Zukunft. Die Zeit bleibt nicht stehen. Ich geniesse den technischen Fortschritt. Bleibe aber gern bei meiner vertrauten Peripherie samt Haptik. Tue mich noch etwas schwer mit dem Thema iPad. Das iPad dient für mich persönlich als eine Ergänzung zu meinen Instrumenten, ist eine grosse Inspirationsquelle und keine DAW per se. Falls sich im Sommer mein Vorhaben erfüllen sollte, so habe ich vor eine Handvoll Tracks einzig auf dem iPad zu produzieren. Mal sehen, was kommt. Ihr hört dann von mir. Bis dahin viel Spass mit eurem iPad ;-)


Quellen: Youtube, Dominik Grenzler

Setup: Ästhetik

Es soll hier nicht um Racks gehen. Heute machen wir einen Vergleich, eine Gegenüberstellung von Setups zweier Künstler, die ich persönlich toll finde. Beide Setups funktionieren für sich, sind toll und ästhetisch. Biggi Veira habe ich mit GusGus während meiner Island-Zeit mehrmals live gesehen und liebe seinen konstanten «Doepfer-Sound». Auf YouTube gibt es eine Doku-Trilogie aus dem Jahre 2017, die sich sehr lohnt, um einen generellen Einblick in seine «aufwändige» Welt zu bekommen. Mit aufwändig meine ich die Zusammenstellung der einzelnen Geräte und dessen Verkabelung per se. In der Summe mag das vielleicht nicht viel sein, doch sobald man nach einem Fehler sucht, kann was auf einen zukommen. Ich persönlich stand den Tränen nahe, als ich Biggis Effekte¹ dann im Zusammenspiel hörte. Und hej, wenn so ein altes, «kleines» Nanoverb oder MX200² für ihn gut genug ist… (siehe All you need is… Racksystem?)
Das zweite Video ist über Julia Bondar’s Compact Techno Eurorack/MIDI Rig. Ich denke, ich muss nicht erwähnen, welches Setup Old School und welches New School in dem Sinne ist. In der nächsten Zeit werde ich auch das Thema iPad- und Pedalboard-Setup aufgreifen. Viel Spass beim Einblick in diese beiden spannenden Welten.

FAZIT: Der Begriff Old und New School wird allgemein gern und oft verwendet. Mir geht es einzig um die «Ästhetik» in dem Sinne und nicht um einen detaillierten Vergleich beider Künstler. Beide sind in ihrem Style und Sound-Design eigen und beide vertreten eine differenzierte Sichtweise. Auf den ersten Blick scheint Julias Setup mit dem modularen «Kabelsalat» viel komplizierter. Aber, die Kompaktheit macht die Musik, so auch bei Biggi.
Ich denke, dass jeder, der bereits mal elektronische Geräte für seine Bedürfnisse miteinander verkabelt hat, findet sich hier und da wieder. Ich persönlich bin hier so was von Old School! Das bin ich, auch wenn Julias Minimalismus aus mir herausschreit.

Quelle: Youtube


¹ Übrigens glaube ich nicht, dass Biggis Setup sich im Grossen und Ganzen seit 2017 viel geändert hat. Sicherlich paar neue, angepasste Module und sicherlich ein/zwei Effekte, die in der aktuellen GusGus-Produktion zu hören sind. Biggi bleibt sich treu ;-)

² Beide Effekteinheiten kosten fast nüschts mehr, vorausgesetzt man findet sie im schönen Zustand.

All you need is… Racksystem?

Ich wollte immer ein Racksystem haben. Kein Modularsystem¹ per se, sondern einfach ein 19″-Racksystem. Schwer und irgendwo auf der Seite stehend, mit dem ich sampeln, experimentieren, mit neuzeitlichem Klang vergleichen kann. So habe ich in der letzten Zeit begonnen, 20-40 Jahre alte Rack-Effekte und -Synthesizer zu wertschätzen. Ich startete meine Suche zuerst nach verbliebenen, erschwinglichen Reverbs und Delays und erfreute mich an paar gut gepflegten Exemplaren. Vor allem die Marken Alesis und Lexicon haben es mir angetan. Aber auch Fostex (Tape-Maschine), Yamaha und Roland (Sampler/Synthesizer). Denn unter uns und vielleicht auch als ein kleiner Tipp vorab – Eigentlich ist es jetzt an der Zeit, um ältere Rackeinheiten kaufen zu gehen. Kaum einer will sie mehr haben. Sie sind zu sperrig, zu schwer und zu unpraktisch. Zu verstaubt. Und doch sind sie schön, oder?! Kauft sie! Kein Scheiss, kauft die älteren Einheiten. Sie sind zwar gross, aber sooooooo cool. Hier zwei Beiträge von Youtube (gegenwärtiges Setup), wie man was Praktisches damit machen kann ;-)

Ich besitze ein Racksystem. Neulich schloss ich die Rackeinheiten an einen Mixer an und begann mir beim Ausprobieren Gedanken über eine neue Beitragsreihe hier im Blog zu machen. Denn, sobald die Covid-Sitaution wieder Normalität zulässt, werde ich dann ein schweres Rackcase schleppen, um auswärts Musik zu machen? Hmmm… Ich werde definitiv Abstriche im Sinne von hybriden Setups machen, weil es mein Rücken sonst nicht zulässt. Aber ich kann’s mir durchaus vorstellen, sagen wir mal, mit einer einzigen Rackeinheit auswärts zu musizieren, aber auch nicht mehr. Ein Racksystem ist eine feste Studioeinheit und nicht wirklich dazu geeignet, um damit auf Reisen zu gehen. Es sei denn, Du hast Roadies und das Racksystem gehört unausweichlich zu deinem Tour-Setup. Also, willst Du den «edlen» Sound der 80er und 90er Jahre und findest einen «Turm» mit älteren Synthesizern, Reverbs, Delays, Kompressoren und Eqs super cool? Dann greif jetzt zu. Wirklich!!!

Quelle: Youtube


¹ Ich bin überzeugt, dass ein Modularssystem, wie im Beitrag über Julias Setup, für mich ein Fass ohne Boden wäre. Klein, fein aber nein.

Best of 2020… Thank you.

Das letzte Jahr war für mich sehr produktiv. Ich freue mich sehr über die Kollaborationen samt den vollendeten Werken. Für mich zählt der intensive Austausch, der stets zu vorerst steht. Somit kam auch einiges zusammen an interessanten Begegnungen, die so belassen wurden. Wenn ich jetzt zurückblicke, denke ich mir, wow, wo habe ich die Energie und Zeit hergenommen und vergesse, wie aussergewöhnlich 2020 gewesen ist. Ich nutzte die Zeit für Musik und Weiterbildung, wenn ich nicht gerade in meinem Café für den Take Away an zu treffen war und weiterhin bin. So nun auch in 2021. Das Jahr beginnt spannend mit weiteren interessanten Begegnungen aus dem letzten Jahr. Mal sehen, was hier entstehen wird. Zu erwähnen ist eine wichtige Kollaboration für mich, die ich gleich im ersten Lockdown 2020 nach dem Album «Where We Meet» mit dem spannenden Musiker Stefan Schmidt angegangen bin. «RAUM» erscheint im Mai auf Karlrecords als Special Edition CD. Stefan und ich arbeiten bereits am Nachfolger. So auch geplant der Nachfolger für «Where We Meet» mit Stijn Hüwels auf Slowcraft Records :-)

2020 war generell weltweit sehr produktiv. Um so mehr freue ich mich, dass meine Arbeiten Beachtung gefunden haben. Neben Airplays und Reviews freue ich mich besonders über die Best of Listen, die Redakteure in nächtlicher Kleinstarbeit mühsam zusammenstellen. Diese sind mir besonders sympathisch. Danke für die Erwähnungen allerseits und auf ein neues spannendes Jahr. Hier eine kleine Zusammenstellung…

«Where We Meet» Auswahl auf Headphone Commute: https://headphonecommute.com/best-of-lists/headphone-commutes-best-of-2020/music-for-being-together-alone/

«Where We Meet» #17 auf pimpod, Quiet Space Top 100: https://www.pimpod.com/2021/01/10/quiet-space-top-100-countdown-best-of-2020-part-5-162/

«Of Mirrors» #53 auf Shumamb Hatena Blog: https://shumamb.hatenablog.jp/entry/2020/12/19/175120

«Maya Deren» #68 auf Post Post Lux: https://postambientlux.tumblr.com/post/637962663954137088/best-ambient-of-2020?fbclid=IwAR0XrFPTaG4PcyXPe5KVclk2mukgQWfLKSZHHUS03uuY9Ei6fh_xt8rTqQs

«Of Mirrors» wird im April unter anderem von Mary Anne Hobbs auf BBC6 gespielt

«An Moku – Klangkünstler und Soundtüftler» Beitrag von Gabrielle Weber: https://neoblog.mx3.ch/index.php/2020/12/30/deutsch-dominik-grenzler-aka-an-moku-klangkuenstler-und-soundtueftler/?fbclid=IwAR1MWr7Y-2ZVHH5Wkkmp98GyDfF9IWCut73EZDWS5184-v-fMhhntOUWHaw&lang=de

Safety in Solitude: Ask the Snow (Backstage Exclusively)

Good evening Everyone! Hope you are doing great?!

Right now I have released my 4th Safe in Solitude track: Ask the Snow. This piece of music has been made exactly one year ago. I do not own the original project files anymore (!!!) so I left it unchanged. If you ask me, I love it :-)

For this session I was working with the «gastronomic luminary» and authoress from Berlin, Nicole Klauss. The photography has been taken a few days ago during her long walks. She says, whenever she needs to think, she listens to my music. Thank you, Nicole. 

Enjoy Ask the Snow! 
(Headphones recommended) 

Video:  vimeo.com/505783873

anmoku.bandcamp.com/track/safety-in-solitude-ask-the-snow-2

Photography: Nicole Klauss  
www.neuetrinkkultur.de/ueber-mich/

Backstage Subscription:  anmoku.bandcamp.com/backstage

«Safety in Solitude» is kind of a diary for my Backstage Subscribers which I started last year. The pieces of music I am publishing will be calm sketches, experimental draws or misty landscapes that did not make it to appear officially yet. Maybe some of them will, some don’t. Maybe. I think they are beautiful as they are. Some of you might know that I am not interested in harmonic melodies that much. What I love are moods and repetitions with their micro alterations which you might not even notice. I am hoping to let you float and give room for own interpretation and imagination.

Review: Maya Deren

Un vapore crepuscolare che si espande gradualmente saturando l’ambiente di inquieto mistero. Evidenti e perfettamente introiettate sono le premesse da cui nasce la collaborazione tra Dominik Grenzler aka An Moku e Joel Gilardini, primo incrocio tra due musicisti che utilizzando mezzi diversi perseguono una visione artistica affine.

Concretizzatosi in seguito all’invito a partecipare ad un festival dedicato alla sonorizzazione di film muti ricevuto da Grenzler, il connubio tra i due si sviluppa come rapido percorso improvvisativo rivolto alla ricerca di un comune denominatore espressivo. Senza essere al corrente della materia visiva assegnata, i due iniziano un fertile dialogo sonoro che li porterà a stretto giro a realizzare le musiche di accompagnamento di tre cortometraggi girati negli anni quaranta dello scorso secolo da Maya Deren, commento di cui le tracce di questo album rappresentano soltanto una premessa.

Cogliendo lo spiccato simbolismo di matrice surrealista e l’attitudine introspettiva profonda e convulsa che distingue la produzione della regista americana, il suono plasmato dal duo si irradia oscuro e penetrante, strutturato in percorsi enigmatici che fondono in modo inscindibile le nebbiose frequenze sintetiche di An Moku e le trame taglienti della chitarra baritona di Gilardini. Una commistione densa e viscerale che assume la forma di dilatate elucubrazioni droniche intarsiate da risonanze spigolose (“5”), a tratti percorse da delicate linee melodiche (“2”), o di algide derive nutrite da modulazioni ruvide e correnti elettriche disturbanti (“13”).

Una prima prova convincente che sancisce un legame artistico certamente destinato a produrre ulteriori condivisi capitoli.

https://sowhatmusica.wordpress.com/2021/01/12/an-moku-joel-gilardini-maya-deren/