An Moku – Zwischen den Zeilen. Ein Interview.

Eine Bank im Park nahe der Hochschule der Künste in Bern. Dominik hat Kaffee und Süsses dabei. «Unsere eigene Schokolade bringe ich stets als Geschenk mit», sagt er. Wir reden weiter über Bern, Zürich. Ein Small Talk eben bis wir auf die Musik kommen und beginnen…

Hast Du heute Musik gehört?

Selbstverständlich! Während der Zugfahrt allein hierhin hörte ich Alva Noto und das neulich erschienene «Tides» Re-Release von Arovane. Tolle Sachen!

Wie beschreibst Du deine Musik?

Die schwierigste Frage zu Anfang... Repetitiv, stimmungsvoll und minimiert.

«Stimmungsvoll» wie Musik für gute Laune?

Ich mache keine Musik für gute Laune. Diese Zeiten liegen weit zurück. Die Stimmung ist ein sehr interessantes Werkzeug, mit dem Spannungen erzeugen werden. Ich reibe äusserst gern. Wenn ich selbst bei meiner Musik das Gefühl bekomme, ok, jetzt wird es irgendwie «odd», dann ist es gut. Bestenfalls schlafe ich ein! 

Er lacht.

Wie darf man das verstehen?

Ich denke musikalisch sehr oft in Räumen, Triaden, Unebenheiten mit dem Ziel mich selbst in eine Art Trance zu bringen. Sobald das Gefühl von «Entspannung» eintritt, bin ich happy. Ich weiss zufällig, dass eine Autorin aus Berlin meine Musik rein zur buchhalterischen Zwecken hört und eine Zürcher Wissenschaftlerin ihre Doktorarbeit über Atome zu meinem Livealbum schrieb. «Man kann sich gut konzentrieren dabei», schrieb sie mir. Wiederum eine enge Freundin hört mich, wenn sie bestimmte Farben sehen will. Das ist unglaublich informativ für mich.  Wenn man so will, dient An Moku hier zur Konzentration. Stimmung ist Spannung und Entspannung. Vorausgesetzt man nimmt sich die Zeit und hört hin..

Dominik, wie kam es eigentlich zu deinem Pseudonym «An Moku»?

Ok, da muss ich nachdenken. In den Jahren von 2007- 2014 bereiste ich Japan mit meiner Partnerin fünf Mal. Ich meine während der Reise im Jahre 2010, kam ich, bei einem Gespräch mit unserer Freundin Kana, auf linguistische Unterschiede und generelle Einzigartigkeiten zu sprechen und fragte sie, ob es zufälligerweise in der japanischen Sprache etwas Eigenes für den Begriff «Stille» gebe. Sie kam auf den Begriff «anmoku», der übersetzt für «stillschweigendes Verständnis» steht: Anmoku no ryoukai. Beeindruckt von der Macht des eigenen Wortes skizzierte sie die Schriftzeichen in meinem Notizbuch und ich beliess es bei der aufgezeichneten Trennung: An Moku. 

Dominik nippt am Kaffee…

Parallel und darüber hinaus bereisten wir Island. Acht mal an der Zahl. Reykjavík wurde zum «zweiten Wohnsitz» für eine bestimmte Zeit. Dort machte ich mich ebenfalls mit der einheimischen Kultur vertraut und überlegte das Pseudonym abzulegen oder es zu ändern. Doch die Macht und die Bedeutung des einzigartigen japanischen Wortes liess mich nie los und ich behielt An Moku als Synonym für meinen musikalischen Ausdruck.

Anhand deiner Veröffentlichungen sieht man, dass Du viele Kollaborationen machst.
Was spornt dich an?

Ich bin in diversen Bands aufgewachsen. Das Miteinander-, Aufeinander-Abgestimmt- und das Zusammensein in den Bands hat mich damals vor über 20 Jahren sehr geprägt. Nach meiner Zeit auf den grösseren Bühnen hatte ich jedoch genug davon. Kurz bevor ich in die Schweiz kam, verkaufte ich meine geliebte Ampeg-Bassanlage im Glauben, nie wieder in einer Band spielen zu wollen. Als ich 2018 nach der zweiten langen Unterbrechung mit der Musik wieder anfing, kam langsam das Verlangen nach der alten Zeit wieder hoch und ich vermisste den Austausch. Das Band-Miteinander wurde wieder ein Thema. Doch dann kam COVID und die Karten mischten sich neu. Ich began verstärkt in Kollaborationen zu denken.

Vier Hunde rennen wild an uns vorbei. Wir schauen ihnen hinterher… Lachen.

Für mich persönlich waren die zwei Jahre 2020-22 sehr produktiv. Ich hatte viel Zeit und ich nutzte sie auch mit Anderen. Das Miteinander lebte neu auf und ich genoss den Flow. Viele Zusammenarbeiten fruchteten, wenige gingen nicht auf. Trotz Kompromissen und Charakteren ziehe ich zur Zeit diese Arbeitsweise dem Solo vor.

Wenn Du eine «richtige» Band wieder gründen würdest, welche wäre es?

Gegenwärtig: Russian Circles. Einstürzende Neubauten.

Du hast von zwei langen Unterbrechungen gesprochen? Erzähl davon.

Hmmm. Musikalisch gesehen, befinde ich mich gegenwärtig in meinem dritten Block. Dazwischen passierte sehr viel. Kurzum, angelangt an einem Punkt, verliess ich das «wilde» Bandleben und began im Jahre 2002 in Dortmund direkt für die Musikindustrie zu arbeiten. Abgeworben von der Modeindustrie arbeitete ich die folgenden sechs Jahre im Streatwear-Segment im Management, wo ich auch eine solide kaufmännische Ausbildung genoss. Ich bestand darauf, da ich bis dato ausschliesslich einen Rider voller Auftritte, Praktika im Verlagswesen (ich wollte eigentlich ursprünglich ins Verlagswesen) und ein, für den Rock 'n' Roll, abgebrochenes Literatur-Studium vorzuweisen hatte. Folglich in 2006, auf einer Modemesse in London, lernte ich schliesslich die Frau meines Lebens und kam so, 2008, nach Zürich. Ich began mein Leben neu. Absolvierte eine Marketing-Ausbildung, lernte die Gastronomie kennen und jobbte kurz für paar Schweizer Unternehmen bis mir die Idee eines eigenen Cafés aufkam. 12 Jahre später nach einem drei-jährigen Pop-up in Reykjavík, Torten für die Rolling Stones, einer eigenen Swatch-Uhr und diversen weiteren Meilensteinen ist das kleine, co-geführte «Miyuko» nach wie vor ein Geheimtipp für Schleckermäuler mitten im Getümmel des Zürcher Lebens.

Kurze Pause…

Ende 2012 legte ich aufgrund des florierenden Cafés die Musik eigentlich nieder und verkaufte das Meiste, das den Umzug in die Schweiz überlebte. Natürlich machte ich immer was hier und da, aber das alles ist nicht weiter nennenswert. Einfachheitshalber beginnt mein musikalisches CV mit dem Jahrgang 2018, mit einer Show in Cairo. So gesehen ist An Moku noch ein Start-up und relativ jung. Ich bin jetzt 45 Jahre alt.

Du führst ein Musiklabel unter dem Namen EndTitles. Wie kam es dazu?

Eigentlich rein aus Ballance-Gründen. Ich wollte den Bezug zu Musik nicht verlieren. Zeit fürs Musizieren war nicht da (ich arbeitete damals sieben Tage die Woche bis es mich 2017 gewaltig zusammenklappte), so strebte ich an mit den Musikern in Form vor Veröffentlichungen zusammenzuarbeiten. Nach zwei Veröffentlichungen auf dem Label stand das Pop-up in Reykjavík im Raume und ich legte EndTitles vorerst aufs Eis bis ein Musikerkollege mir Dampf unter den Füssen machte, das Label wieder zu beleben. Ich fand einen Weg für mich die Ballance aus Privat, Leben, Arbeit, Hobby und Freizeit irgendwie zu finden und manage das kleine EndTitles nun im siebten Jahr.

Wie kam es zu dem Whitney Houston Konzert in Hamburg?

Ja, das war eine, der grösseren Bühnenshows, die ich vorhin erwähnte. 1998 lernte ich über einen Bekannten den Singer-Songwriter Daniel D. auf einem Barcley James Harvest Konzert im Backstagebereich in Köln kennen. Ein Jahr später machten wir eine kleine Kennenlern-Tour in Norddeutschland. Ich kam anschliessend nach Hause und bekam Tag darauf einen Anruf von Daniel, Joan Osborne sei als Opening Act für Whitney Houston in Hamburg ausgefallen. Ich solle kommen. 30000 Zuschauer. Ausverkauft. Ich hatte einen richtigen Bammel. Und so wurde ich im zarten Alter von 22 Jahren zu seinem Live-Bassisten. Es folgten Shows auf der Marla Glenn und Joe Cocker Tour etc. Meistens spielten wir als Duet oder mit einem Drummer. Das war eine schöne und intensive Zeit voller finanzieller Ups & Downs.

War das der Grund für deinen «Ausstieg»?

Letztendlich ja. Damals studierte ich tagsüber, jobbte nachts für meinen Unterhalt, absolvierte Praktika, die mich schliesslich zur Musikbranche führten und war die andere Hälfte des Monates on the Road. Wenn ich nicht jobbte, kam nicht genug Geld zusammen. Also musste ich mich nach knapp drei Jahren entscheiden. Das war nicht einfach für mich.

Dokumentierst Du?

Was? Social Media? Das mache ich generell sehr sporadisch, aber heutzutage sicherlich bewusster als damals. Vor über zwanzig Jahren war ja Social Media nicht (oder kaum) vorhanden, somit zählten einzig und allein die gedruckten Medien, Radio, eigene Fotoschnappschüsse und Backstagepässe. Diese waren mir heilig.

Zurück zu Heute. Du lebst in der Schweiz. Wie wichtig ist der Standort für dich?

Ich bin in der Lage von überall aus musikalisch arbeiten zu können. Aber ich bin in Zürich an das Café mit dem Daily Business und der dazu gehörenden Manufaktur in Rümlang gebunden. Dort produzieren wir Süsses in Form von ausgefallenen, bunten Anlasstorten, giessen Glacé oder eben Schokoladen. Süsse Arbeit. So ist es mir nicht möglich grosse, intensive Sprünge zu machen oder auf Tour zu gehen. Die Studiozeit kann ich mir hingegen freier einteilen. Ich akzeptiere das.

Ein weiterer Schluck vom Kaffee…

Die Schweiz ist ein wunderbarer Ort zum Leben. Den musikalischen Fokus verlegte ich allerdings von Anfang an ins Ausland und vernachlässigte die Schweiz. Erst seit vier, fünf Jahren habe ich jedoch das Gefühl es tut sich hier zulande zunehmend etwas in dem Bereich, der mich interessiert. Das Gleiche erlebe ich in der Schweizer Gastronomie. Es fegt ein junger, innovativer Wind. Der Slow Food-Gedanke wird präsenter. Das Handwerk lebt neu auf. 

Was fasziniert dich an dem Handwerk?

Es ist ganz einfach die Grundlage, um kreativ sein zu können. Wer sein Handwerk beherrscht, die Werkzeuge kennt und einzusetzen weiss, der kann auch umdenken und/oder mit wenig Grossartiges schaffen. Das gilt für die Gastronomie genauso wie für die Kunst allgemein.

Hast Du Beispiele für künstlerische Handwerker:innen in der Schweiz?

Pause...

Mit Personen bin ich vorsichtig, da ich mich nicht in der Position sehe zu beurteilen, wer was wie so oder so macht. Aber wenn Du so magst, hier ist ein gegenwärtiges Werk über das Handwerk: «Das kulinarische Erbe der Alpen» von Dominik Flammer und Sylvan Müller. Und visionäre Handwerker:innen: Sandra Knecht und Stefan Wiesner. Beide gehen weit über die Gastro hinaus.

Dominik, wir sind fast am Ende angelangt. Es stehen nur noch wenige Fragen auf dem Blatt.
Bist Du ein Instrumentensammler?

Nein. Oder nur temporär. Dann sortiere ich und lüfte aus. Zurück zu weniger ist mehr.

Was inspiriert dich?

Gute Frage. Definitiv bewegte Bilder, geschriebene Texte, gutes Essen. Menschen. Stille. Vergangenheit. Diffuses Licht. Melancholie. All das. Aber vor allem die Natur. Im August gehen meine Partnerin und ich nach Norwegen oberhalb des Polarkreises. Ich brauche die Weite der Stille. Die ist mir wichtig.

Was ist dir sonst wichtig?

Ich sage es mal andersrum, es ist mir sonst nicht wichtig in den vordersten Reihen zu stehen.

Was steht an?

Ferien und dann Kollaborationen. So, «Fluxus Verve», ein spannendes Projekt mit dem jungen Schweizer Tasten-Romancier Nicolas Streichenberg aka Yes, It's Ananias. Wir sind jetzt auf Labelsuche (TBA). Im Spätsommer starten anschliessend die «Raum im Raum»-Aufnahmen mit Stefan Schmidt. Das ist vorerst der abschliessende Teil unserer Raum-Trilogie für Karlrecords aus Berlin. Ich sehe hier Potenzial für eine mögliche Weiterführung. Und es steht mein Solo-Nachfolger für «Less» an (Puremagnetik, 2021).

Pause...

Ich habe vor paar Jahren zu meiner Partnerin gesagt: Unternehmerisch habe ich mit dem Café paar Ziele. Diese haben wir gemeinsam erreicht. Mit An Moku habe ich nur drei Ziele. Zwei davon habe ich erreicht. Sobald ich das dritte erreiche, kann ich theoretisch mit der Musik wieder aufhören. Das könnte aber noch dauern...

Er lacht.

Aus Lust und Laune heraus äusserte Dominik vor dem Interview die Bitte an mich, das Interview analog aufzuzeichnen! Ich trieb ein altes Aufnahmegerät auf – ein Diktafon und siehe da, es funktioniert. Alte Technik versagt nicht, sage ich. Er lacht. Wir trinken den Kaffee fertig und unser Treffen ist zu Ende. Die Miyuko-Schokolade nehme ich mit. Danke für das Experiment. – H. V.

GOLDFINGER (Golden Ratio Delay)

Last week I have been contacted by meanmedianmoge: «I’m reaching out to you because I’m working on curating “patch packs” to add to factory ZOIA SD cards and make available to ZOIA users. I’m wondering if we could use some of your patches for these packs?»

This was a great opportunity to redo my favourite patch right before the vacation! So, here it is: This is my reissue of the GOLDFINGER – Golden Ratio Delay patch from three years ago. The new patch comes in two versions. Both are fine for Ambient with some gimmicks under the hood. Designed for bass, guitar & synths. Have fun customizing or just playing! Available for free at: www.patchstorage.com

The patch

  • GOLDFINGER 1 is a Golden Ratio patch based on four different delay times. These delay times can be freely combined with each other. Additionally a reverb can be added. Designed for bass/guitar. Also works with synthesizers.

Page 1: Cockpit – The heart of the patch

>>>Two rows of “In Switches” in orange (gold). Here, the individual delay times are selected via the Channel button (second to last in the row, or directly under the Eye sign). There are four channel settings per delay: Slow, Medium, Fast, Fast +. These are calculated and adjusted by me using the Golden Ratio formula. The values are rounded up or down. Ch3 and Ch2 are stored as presets. The delay times are freely combinable, but not adjustable in a certain sense. 

>>>Two rows of “pushbuttons” in white. These create glide effects. Works like the channel settings Ch1-Ch4 per row. Is really just a gimmick.

>>>Stomp switch on the left: turns on plate reverb.

>>>Stomp switch center: turns on the “freeze” function of the plate reverb. Only works if the stomp switch on the left is switched on!

>>>Stomp switch right: Switches on the compressor.


Page 2: Operator

>>>Mixer: Here you can generally adjust the gain of the individual delays. If necessary, the panorama can be changed according to the mood. If the patch initially comes in mono, quickly go to page 2 and briefly turn the Pan 1 knob “L100-R0” back and forth in the mixer. The stereo sound will then come alive again.

>>>Compressor: Is freely adjustable. The initial setting is the factory setting. 

>>>Reverb: Is set to a short and long reverb, which can be switched on and off completely with the stomp switch. Stompswitch center: Turns on the “freeze function” of the plate reverb. Only works when the left stompswitch is on! I chose the Plate Reverb because, unlike the Tape Delays, it brings a nice coldness. The long reverb generally reminds me of a freeze sound, which can be used to create soundscapes. The settings of the reverb are freely adjustable. See -> Mix=33.


Page 3: Operator 2

>>>Delay 1: Setting is set to “Old Tape”.

>>>Delay 2: Setting is set to “Tape”.

The settings can be adjusted as desired. 

The remaining pages are VCAs, Audio In & Outs, etc.

>>>Important: If the patch initially comes in mono, quickly go to side 2 and briefly turn the Pan 1 knob “L100-R0” back and forth in the mixer. The stereo sound will then come alive again. Sorry about that, haven’t figured out what that might be about yet! I am now off on vacation.


  • GOLDFINGER 2 is a golden ratio ambient patch based on its predecessor. Designed for synthesizers. Also works with bass/guitar.

Page 1: Cockpit – The heart of the patch

>>>Two rows of “In Switches” in orange (gold). Here, the individual delay times are selected via the Channel button (second to last in the row, or directly under the Eye sign). There are four channel settings per delay: Slow, Medium, Fast, Fast +. These are calculated and adjusted by me using the Golden Ratio formula. The values are rounded up or down. Ch3 and Ch2 are stored as presets. The delay times are freely combinable, but not adjustable in a certain sense. 

>>>Two rows of “pushbuttons” in white. These create glide effects. Works like the channel settings Ch1-Ch4 per row. Is really just a gimmick.

>>>Stomp switch on the left: turns on the reverb.

>>>Stomp switch center: turns on the “freeze” function of the second reverb. Works independently of the first reverb.

>>>Stomp switch right: Switches on the compressor.


Page 2: Operator

 >>>Mixer: Here you can generally adjust the gain of the individual delays. If necessary, the panorama can be changed according to the mood. If the patch initially comes in mono, quickly go to page 2 and briefly turn the Pan 1 knob “L100-R0” back and forth in the mixer. The stereo sound will then come alive again.

>>>Compressor: Is freely adjustable. The initial setting is the factory setting.

>>>Delay 1: Setting is set to “Old Tape”.

>>>Delay 2: Setting is set to “Tape”.

The settings can be adjusted as desired. 


Page 3: Operator 2

>>>Reverb: Two independent reverbs channels (true stereo) that can be completely turned on and off with the left stomp switch. Center Stompswitch: Turns on the “freeze function” of the Hall-reverb. I chose the Hall-reverb because, unlike the two reverb channels, it brings a nice foundation that becomes audible after a while. The general interaction of the different reverbs is very nice, which can be used to quickly create soundscapes. The settings of the reverb are freely adjustable.

The remaining pages are VCAs, Audio In & Outs, etc.

>>>Important: If the patch initially comes in mono, quickly go to page 2 and briefly turn the Pan 1 knob “L100-R0” back and forth in the mixer. The stereo sound will then come alive again. Sorry about that, haven’t figured out what that might be about yet! I am now off on vacation.

Schneiders Laden

Wir kamen nach Berlin, um die grossartige Emma Ruth Rundle zu sehen und ich nahm mir vor, endlich Zeit für einen überfälligen Abstecher zu unternehmen. Denn Schneiders Laden will entdeckt werden. Im wahrsten Sinne des Wortes.

«Wir stehen eigentlich davor», sage ich zu meiner Partnerin Sara. Aber ich sehe den Laden nicht. «Google bitte nochmals danach», sagt sie. Tief im Innern hoffe ich doch sehr, dass sie es nicht bereut mitgekommen zu sein. Schliesslich habe ich sie durch halb Berlin zum Kottbusser Tor mitgeschleppt. Sie kommt wegen mir mit. «Hier, in der Nähe, gibt es den Schneiders Laden nochmals. Nicht weit von hier.», sage ich mit starrem Blick auf Google Maps gerichtet. «Aber ist denn dieser Laden denn?» Also laufen wir die charmant heruntergerockte Passage nochmals ab. «Es muss hier sein. Ganz in der Nähe. Nummer 135!» Wir stehen vor Nummer 134. Aus dem Augenwinkel sehe ich zwei ältere Männer an uns vorbeigehen. Ich lausche. Höre ich ein eventuelles Gemurmel über Synthesizer? Ich schaue ihnen nach und wenige Augenblicke später gehen wir ihnen nach. Vor einem türkischen Lebensmittelladen halten sie an. Ok, dachte ich, hier waren wir bereits mehrmals. Ich spreche den Mann mit einem schwarzen T-Shirt an. Leider lag ich mit meinem Lauschangriff daneben, mit der Intuition jedoch goldrichtig. Sie sprachen nicht über Synthesizer aber er kenne Herrn Schneider persönlich und glaubt die Eingangstür sei hier ganz in der Nähe. Wir suchen gemeinsam, finden den Eingang jedoch nicht. Er zeigt mit dem Finger nach oben. «Schau, dort oben ist er. Eigentlich kennen nur Nerds den Laden...» Aha, dachte ich und bedanke mich höflich bei ihm für seine Mühe. Sara und ich sind schon ganz kurz davor uns auf den Weg in ein nahegelegenes Café zu begeben, als der Mann zurückkommt. «Ich habe die Tür gefunden», sagte er und lächelt. Ich dachte: Jesus, Maria und Josef, das ist ja mal was!

Wir klingeln und warten. Eine Treppe führt in den Stockwerk des Schneiders Laden. Etage darüber befindet sich eine Zahnarztpraxis, sagt ein Schild. Wohl eher eine Treppe höher und wohl eher vor Jahrzehnten. Ich bezweifle, dass in dem Gebäude sonst noch was geht. «Cool ist der Mann mit dem Synthesizer-Shirt zurückgekommen. Es kommt immer wie es soll», sagt Sara. Sein Shirt ist mir nicht aufgefallen. Es war ein Super-Booth Shirt.
Wir sind drin und ich liebe es bereits hier. Zwei Fahrräder an ein Doepfer Modularsystem angelehnt. Durchgesessene Couch, Plakate, obsolete Gadgets. Eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre mit Schreibtischlampen zieht sich komplett durch die vier/fünf Räume voller Equipment mit Charme. Mir ist augenblicklich bewusst, dass ich hier nicht so schnell gehe. Hier ist alles, was mich interessiert. In Griffweite. Der nette Angestellte empfängt uns und erklärt, was wir über den Laden zur Orientierung brauchen. Alles klar. Ich schlendere umher. Entdecke. Sara fotografiert mich zwei Mal zur Erinnerung. Ich drehe an Reglern. Der nette Angestellte erklärt ebenfalls, das Team sei unterbesetzt. Wir seien praktisch allein. Ich stelle zwei Fragen. Es ist heiss.
Unser Besuch dauert eine knappe halbe Stunde bis ich entscheide, es ist genug. Schneiders Laden ist ein Mekka und ein Must-See in Berlin. Ich empfehle Schneiders Laden jedem, der selbst elektronische Musik macht. Man gibt hier definitiv Geld aus! In dem Moment bin ich überglücklich nicht vor Ort leben zu müssen und zeitgleich traurig, denn solch ein Know-How ist selten. Beim Herausgehen erkenne ich Herrn Schneider himself hinterm Schreibtisch. Danke.
«Und, wars schlimm?», frage ich Sara.
«Nein, überhaupt nicht.»
Ich befürchte, sie hatte tatsächlich Spass.

schneidersladen.de

Text und Fotos: Dominik Grenzler

Sound and Silence – Zwischenraum

Le duo An Moku et Stefan Schmidt continue sur la lancée de leur trilogie initiée par Raum, avec le deuxième volet Zwischenraum, odyssée hypnotique dans des textures mouvantes, secouées d’énergie cuivrée, aux forces voraces.

L’ambiance générale continue d’intriguer et de secouer nos neurones, avec ses magmas de matières en ébullition, ses field recordings sous-jacents et son faux minimalisme collé à des plaques tectoniques, évoluant dans des profondeurs abstraites aux allures de trou noir.

Ici, l’univers est un reflet du vide et de sa puissance d’absortion, celui qui envoûte et effraye en même temps, matière sonore à l’immatérialité concrète, juxtaposition de contraires et de chaos.

Les nappes s’épaississent pour tournoyer en nuages menaçants, Nature à la force titanesque et au calme effrayant, amas de grésillements et de stridences suspendus au dessus de mondes sombres en attente de nos âmes défaillantes. Hypnotique.

– Roland Torres

All you need is… Puremagnetik?

Wenn ich an Saturation, Texturen und Artefekte denke, kommt mir die Kassette oder das Band in den Sinn. Das Revival ist seit paar wenigen Jahren allgegenwärtig. HiFi ist in vielen Genres relativ geworden und das lässt Raum. Doch nicht alle können oder wollen sich eine Bandmaschine, 4-Spur-Aufnahmegerät, Diktafon oder einen Walkman zulegen (oder das im Herbst kommende neue Generation Loss MK2 Pedal von Chase Bliss!). Die Handhabung kann schön aber auch aufwendig und die Wartung mühsam sein. Die Geräte sind rar und unter Umständen auch richtig teuer. Und wer mit iPad und den Apps nichts anfangen kann, der greift zum Computer und hilft sich aus und das ohne viel Aufwand.

Prinzipiell endet deine Suche auch hier, denn Puremagnetik deckt ein enormes Feld an Klangerzeugern, Samples und Effekten. Hier findet jeder etwas Passendes und Kleines für sich. Vor allem, wenn es darum geht ein solide programmiertes Plugin zu haben. Micah Frank (New Yorker Musiker, Sound Designer und Produzent) hat hier wahrhaftig eine Inspirationsquelle erschaffen, die Musiker weltweit animiert. Mit meinem Beitrag konzentriere ich mich auf eine Handvoll Plugins von Puremagnetik, die dir bei der Suche nach der gewünschten Saturation, Texturen und Artefekten einer Kassette oder eines Bandes aushelfen werden. Darüber hinaus bist Du mit den von mir aufgeführten Multitrackern/Loopern/Samplern todsicher bereit loszulegen. Bevor wir starten, muss ich anmerken, dass Puremagnetik ein spannendes Plugin auf den Markt gebracht hat. Es heisst «Lore». Da ich es noch nicht ausprobiert habe, führe ich es nicht auf.
Und ganz wichtig, unter Umständen, je nach Alter des Computers, kann die CPU-Auslastung unterschiedlich ausfallen. Ich verwende ein MacBook (15-inch, Mid 2013).

Der Guide

Das ist mein persönlicher Puremagnetik-Plugin-Guide der Musique Concrète, Tape Music und den Microsound auf deinem Computer aufleben lässt. Um das klangliche Spektrum mit all den gebotenen Möglichkeiten zu erweitern, empfehle ich weitere Plugins von Puremagnetik (zB.: Kristall, Fog, Zerone Fathoms, Vanisher etc.). Der Sound lebt von der Verkettung! Viel Spass beim Entdecken…


Small Winters | Granular Splice Multitracker

Small Winters loopt bis zu 12 Sekunden eingehendes Audio, das auf 3 separaten Spuren aufgezeichnet werden kann. Jede Spur kann unabhängige modulierende Loop-Punkte haben, die sich über die Dauer der Aufnahme bewegen und kreative Phrasen und Texturen erzeugen, die auch ein Eigenleben entwickeln können.

Abgesehen von der Aufnahme von Modulationen kann jede Spur in Small Winters in der Tonhöhe angepasst und mit einem Tape-Age-Effekt versehen oder zu einem granularen Effekt mit spektralem Blurring (Unschärfe) geroutet werden. Das Gerät ermöglicht auch Overdubbing auf jeder Spur, so dass mehr als drei Phrasen erstellen werden können, die zudem dynamisch interagieren.

Weitere Informationen hier: Small Winters


Swarm | Particle Diffusion Sampler

Swarm ist ein Sounddesign-Effekt, der von «swarm intelligence» (Schwarmintelligenz) und «particle masses» (Partikelmassen) inspiriert ist, wie sie der Komponist Iannis Xenakis verwendete. Es klont ein Segment einer Probe und fügt diese Mitglieder in eine «Herde» ein, die sich in einheitlicher – manchmal stochastischer – Koordination zerstreut.

Swarm zeichnet sich durch die Erzeugung dichter Pizzicato-Wolken oder spaciger, zufälliger Umgebungen aus. Es ist ein sehr unkonventioneller Effekt mit unvorhersehbaren und oft wundersamen Ergebnissen.

Weitere Informationen hier: Swarm


Weave | Buffer Drone & Space Machine

«Weave – a buffer manipulator, space and soundscape machine inspired by drone and tape music.» Hier muss nicht viel gesagt werden. Der Kauf ist ein No-Brainer.

Weitere Informationen hier: Weave


Strata | Particle Tape Loop Device

Strata ist ein Gerät, das sowohl von Microsound als auch von Bandmusik inspiriert ist. Es ist ein Tape-Loop-Emulator und ein granularer (Partikel-)Prozessor, der alle Arten von eingehendem Audio verzerren, biegen, sezieren und “analog altern” kann.

Strata kann als einfacher Ad-hoc-Buffer-Looper verwendet werden, oder Sie können komplexe Klangskulpturen erstellen, indem Sie es in den “ADD”-Modus versetzen und die Grain-Regler optimieren.

Weitere Informationen hier: Strata


Innervelt | Dark Haze Machine

Innervelt ist eine „Dark Haze Machine“, die eingehendes Audio erfasst und durch eine unkonventionelle Reihenfolge von Effekten verarbeitet. Chebyshev waveshaper distorts the signal as it passes through an algorithmic space. Der Space-Effekt selbst wird durch eine variable Sample-and-Hold-Schaltung moduliert, was subtile bis dramatische swells & pulses im Dry-to-Wet-Verhältnis verursacht. Die gesamte Kette wird dann von einem MIcro-Looper gesampelt, der on-the-fly mit dem Originalsignal gemischt werden kann. Mit dem MEMORY-Regler können zudem Variationen, Stutter-Effekte und neue Phrasen von Ambient-Washes erstellt werden.

Weitere Informationen hier: Innervelt


Replicas | Creative Splice Sampler

Replicas ist ein kreativer Splice-Sampler, der das eingehende Audio mit drei gleichzeitig geloopten Segmenten manipuliert. Wie «Small Winters» nur anders!

Inspiriert von alten Bandspleißtechniken, sampelt Replicas eingehende Signale, formuliert, verzögert und verändert das aufgenommene Material. Damit können komplizierte melodische Muster erstellen, extreme zeitbasierte Effekte hinzugefügt oder vorhandene Phrasen mit subtilen Nuancen erweitert werden können.

Füge Gitarren- und Klavierphrasen Atmosphäre hinzu, zerstöre Beats oder erzeuge dir wiederholende Stottereffekte für Vocals. Replicas ist vor allem zum Experimentieren da. Es kann angenehm unvorhersehbar sein und man weiß nie, was man bekommt!

Weitere Informationen hier: Replicas


Rust | Chromium & Iron Oxide Resonator

Rust ist ein Hybrid aus metallischem Resonator und analogem Vintage-Aging-Effekt. Es kombiniert eine Reihe von Resonanzfiltern zweiter Ordnung, einen physikalisch modellierten «Ball-in-the-Box»-Raum und den analogen Age-Effekt von Puremagnetiks von Driftmaker und Verv. Im Wesentlichen gibt es zwei Signalketten in Reihe: Iron Oxide (Rust) und Chromium (Analog Tape).
Rust kann alles alt und quietschend klingen lassen, abgenutzt mit Wow und Flattern oder völlig in der Zeit verloren (Tipp: Drehen Sie alle Regler auf!). Ein paar Presets sind enthalten, um den Einstieg zu erleichtern, aber Rust sollte wirklich mit dem METAL-Regler an das Eingangs-Audio angepasst werden.

Weitere Informationen hier: Rust


Coil | Artifact Anomaly Generator

Coil ist ein analoger Warping-Effekt, ein Sample-Decimator, Phaser und mehr. Er wurde ursprünglich als Glitch-gesteuerter Verzerrungseffekt entwickelt – ein probabilistisches Gerät, das die Verschlechterung in digitalen und analogen Systemen emuliert. Aufbauend auf diesem Konzept hat Puremagnetik Coil als einfache, unterhaltsame und nützliche Toolbox entwickelt, um dem eingehenden Audio einige willkommene Missfunktionen zu veranstalten. Coil enthält Algorithmen zum Anreichern der Sounds mit Tape Warp, bit and Sample Rate Reduction, Phase Cancellation, Filterung ect.

Weitere Informationen hier: Coil


Balloon | Lo-Fi Modulator

«Everything you do is a Balloon» – Boards of Canada

Balloon ist ein fortschrittlicher Modulationseffekt, der vom Caroline Somersault-Pedal inspiriert wurde. Mit nur wenigen Reglern fungiert es als weiträumiger Chorus, Slap-Back-Delay, Tremolo, Spatializer und ein einzigartiger Echo-Effekt. Verwende es für Gitarre, Stimme und Synthesizer, um ihr Stereospektrum zu erweitern und ihrem Sound ein immer modulierendes Leben zu verleihen. Oder experimentiere mit der Steuerung und erkunde alle klanglichen Möglichkeiten, die Balloon zu bieten hat.

Weitere Informationen hier: Balloon


Bonus

Mimik OD | Pitch & Time Repeater with OD

Mimik OD ist die MK2-Inkarnation des variablen Zeit- und Tonhöhenprozessors von Puremagnetik. Es ist eine Manipulationsmaschine, die helfen soll, mikrosonischen Aspekte zu erforschen. Mimik OD zeichnet eingehendes Audio in einem kurzen Buffer auf, der getweakt werden kann, um Rhythmen und Klänge vollständig zu verändern.

OD steht für „Mystery Overdrive“. Mit der OD-Taste erzeugt Mimik bei jedem Drücken neue Sounds. Es ist eine schnelle und einfache Möglichkeit, neue Nachahmungsmuster des eingehenden Audios zu erzeugen. Der Buffer von Mimik OD kann «abgeschnitten» oder zufällig moduliert werden. Es ermöglicht Pitch-Stretching ohne Änderung der Dauer und Time-Shift ohne Änderung der Tonhöhe. Du kannst fast alles umkehren, zerhacken, einfrieren und neu formulieren. Mimik OD kann für subtile Artikulationsnuancen oder extremere Beat-Verarbeitung verwendet werden. Toll!

Weitere Informationen hier: Mimik


Fragment | Dual Fluctuation Looper

Und zu guter Letzt bringe ich euch Fragment. Fragment ist ein einfaches und unterhaltsames Dual-Looping-Plugin, das entwickelt wurde, um neue, modulierende Fragmente des Eingangsaudios zu erzeugen. Es ist eine schnelle Möglichkeit, einige neue Ideen zu skizzieren und einzigartige Klangphrasen zu formulieren. Vielleicht sogar, von den hier aufgeführten Loopern/Samplern die schnellste und einfachste Möglichkeit On-The-Fly was zu zaubern.

Fragment wurde von meinem individuellem Looper-Pedal inspiriert (basierend auf meinem Patch fürs Zoia-Pedal), welches ich während der gesamten Produktion von «Less» verwendete. Das Gerät kann zwei Loops aufnehmen, sie um 24 Halbtöne nach oben und unten verschieben, modulierende Start-/Endzeiten einstellen und alle diese Parameter mit der Lautstärke fluktuieren. Der «Fragment»-Parameter moduliert alles zufällig, aber langsam, um Wellen und generative Automatisierung zu erzeugen. Fragment ist nicht Clock-gebunden.

Weitere Informationen hier: Fragment

Puremagnetik hat mich nicht gesponsert. Mein Feature kommt von Herzen. Alle vorgestellten Plugins habe ich käuflich erworben.


Quelle: Puremagnetik, Micah Frank

Boards of Canada

In der letzten Zeit befasste ich mich mit der Welt rundum Boards of Canada. Es ist kurz und knapp zusammengefasst nicht die Musik vordergründig, sondern mehr eine Art von Mysterium, das die Brüder Marcus und Michael Sandison um sich aufgebaut haben mit all den wilden Theorien seitens der Fangemeinde, die mich bei dieser Band wie bei keiner anderen völlig fasziniert. Die, ins Detail komponierte PR-Strategie, die niveau-haltenden Botschaften, kryptisch und recht unheimlich ausgearbeitet, sind nicht nur klug, sondern genial. Ein Musikkollege hat mir letztens gesagt, ich denke zu viel bei meiner Musik, als ich ihm von meinen Herangehensweisen samt Hintergründen und Bedeutungen zu den Alben erzählte. Ich hätte ihm von Boards of Canada erzählen sollen, haha!

Den Anfang macht, der wohl bekannteste Clip der Band. Ein Fan-Video(!) zum Stück «Everything you do is a Balloon». Gefolgt von einem Film über die Band und einem Walkthrough zum Album «Geogaddi». Beide ebenfalls von Fans gemacht. Diese Hingabe seitens der Fangemeinde ist wirklich bemerkenswert. Wenn Du nun auf der Suche nach «tiefer gelegenen» Inhalten bist, so wünsche ich dir viel Vergnügen…

An Moku – Rundum Zürich… by Sodapop

Read here: https://www.sodapop.it/phnx/an-moku-rundum-zurich/

An Moku – Rundum Zürich…

An Moku è l’alias dietro il quale agisce Dominik Grenzler. An Moku, in giapponese, significa “tacito, non detto, implicito”. Capiamo quindi da subito quanto il silenzio possa essere importante nel suono di Dominik. Classe ’77, nasce nel nord della Polonia, a Danzica, per poi spostarsi in Germania ed infine in Svizzera, a Zurigo, dove tutt’ora risiede. Da circa dodici anni è co-proprietario insieme a Sara Hochuli di un caffè e pasticceria, Miyuko (www.miyuko.ch), le quali creazioni sembrano vere e proprie delizie per gli occhi oltre che per la gola!

Per la stesura di questo articolo introduttivo ho chiesto a Dominik da quali album avessi dovuto iniziare ad esplorare nelle sue orbite più recenti, partendo poi per una beata tangente e scoprendo altro, sul quale ho iniziato a scrivere. In primis perché, oltre alla musica in solo gran parte delle produzioni di An Moku sono collaborative e fra di loro ho trovato diversi cenni ad ambienti e musicisti a me conosciuti, sopratttto per quel che rigurda una discorso linguistico e di vicinanza. Mi sono quindi permesso di rilassarmi viaggiando qua e la, in quel che vuol essere una breve presentazione di un personaggio parecchio interessante.

Per quanto riguarda la musica il mio primo approccio con Dominik (scoperto poiché proprietario di EndTitles, label zurighese produttrice di Enlair, ultimo album di Joan Jordi Oliver) è con Less, album uscito su cassetta per Puremagnetik, label di New York con un’incredibile linea grafica specializzata in suoni sperimentali e vendita di strumentazioni quali devices, synth, vocal machines e quant’altro. Attenzione, entrando nel loro sito rischierete di non uscirne più tanto è mirabile il suo aspetto (ho il vago sospetto che le nostra scorribande ci porteranno anche da Micah Frank, deus ex-machina di queste etichetta, per capire cosa si celi dietro queste chicche grafico-sonore). Ma torniamo a Less, siamo dalle parti di un suono ambient elettro-acustico, elgante e riflessivo, suonato grazie ad un basso elettrico, pedali, vinili e fields recordings. Dominik accosta i suoni di questo disco alle nature morte di Giacomo Morandi, al loro apparire davanti ad occhi ed orecchie, con un fare materico e gravido. In realtà mi riesce più facile accostare questi suoni alla polvere spazzata sulle nature morte del Morandi, quasi fosse un sedimento che l’aria e gli eventi trasportino sugli oggetti e sulle orecchie.

Quando prende potenza il suono e bruciato e psichedelico, ad ampio respiro, spaziale nel senso di presa di possesso dello spazio e della superficie, in espansione.

Meno, implicito, tacito. Ascoltando il suono di An Moku si ha la sensazione di un doppiaggio della propria realtà, quasi che i nostri movimenti vengano riletti da un musicista anni ’30, con una grana grossa e riconoscibile, un attenzione al colore del suono che ecita, nonostante le stasi, qualsiasi freddezza o rigidità. Ci sono scale di umanità e di calore dentro a queste composizioni ed il riferimento di Dominik all’ascolto di parecchio materiale sonoro legato all’Hauntology lo avvicina in effetti ad una simile esperienza di sfasamento temporale. L’impressione, nell’ultimo brano, Absent, di ascoltare una chitarra che suona sopra un disco svasato, fa da cornice a questo nostro primo approccio. Per continuare mi sposto a sud, fino a Firenze, città dove da diversi anni opera Nàresh Ran Ruotolo, mente dietro Dio Drone. Con questa entità produce a Dominik un nastro insieme a Blakmoth dal Maryland (dimostrando buon gusto ed amore per la musica polacca, non so chi si ricordi di quella chicca che fu Scindite del gruppo omonimo, ormai del 2015). Qui i suoni si fanno decisamente più torbidi, in una collaborazione a distanza dettata dal rispeto reciproco e dal non volersi corpire ma bensì lasciare un aura sacrale alla destinazione di questo Mycrodemistification. Quasi una pasta sonora che va a ripulire da ogni pregiudizio e preconcetto grazie a grani e turbine. Ombreggiature e scrosci determinano un’oscurità di fondo che però sembra essere tale per la mancanza di corruzione, quasi una verginità terrigna che i suoni dei due musicisti vanno ad osannare, dove cracks e drones sembrano null’altro che pioggia e vento. Potremmo essere dalla parti di the Wicker Man se il tempo fosse volto al brutto e l’isola sotterrata dalla pece, più le parti avanzano più il peso appare imponente, i minutaggi si dilatano ed i colori si scuriscono, sotto una pioggia sempre più fitta. Dando prova di equilibrio, e riallacciandosi alla sacralità, il penultimo pezzo (una suite di dieci minuti circa intitolata Every Start) ci trasporta in dimensioni aeree, con quello che sembra un crepitio di un fuoco e dei frangenti che mi hanno ricordato le atmosfere più meditabonde dei primi Giardini di Mirò reiterate all’ennesima potenza, che quasi si intravede il ghigno dei due dediti alla circolarità sonora. Si chiude quest’avventura isolana con un ritorno sulla terraferma, pioggia e folate di vento a riempire le vele, avanti tutta.

Siamo all’ultimo shot, con un disco uscito alla fine del 2020 per una piccola etichetta giapponese, la bull flat 3.8, condiviso con Joel Gilardini, già in Mulo Muto con Attila Folklor ed in diversi lavori collaborativi (con Paolo BanderaKK Null e molti altri). L’occasione per questa collaborazione si formalizza grazie alla Maratona della celluloide, un festival dedicato al cinema muto con colonne sonore suonate dal vivo, svoltosi a Zurigo nel dicembre del 2019. Dominik e Joel iniziano ad improvvisare insieme non sapendo che tipo di materiale video sarà loro assegnato, facendo chilometri onde costruire affinità ed automatismi per prepararsi alla prova. La loro assegnazione consta di tre cortometraggi della regista Maya Deren, Meshes of the Afternoon del 1943, At Land del 1944 e Ritual in Transfigurated Time del 1946. Statunitense di origini ucraine, la Deren sperimenta diverse tecniche di sovraesposizioni di pellicola e con la figura femminile, elemento centrale nella sua opera. Il suono di Dominik e Joel appare salmastro e meditabondo, originando dei tappeti sonori che anche senza immagini riescono a corollare trasporto e tensione dei personaggi e degli elementi in causa. Sferzate, rintocchi, colpi di luce. Venti.

Tre lati di un personaggio che sicuramente merita attenzione e che sembra avere parecchie frecce nel suo arco, sia come musicista che come produttore artistico. Fate come noi, stuzzicatevi con An Moku, con EndTitles e con un altro scorcio di musica che, partendo da Zurigo, viaggia ovunque seguendo il lato più discosto ed intrigante…

– Vasco Viviani, Sodapop

It’s not the gear, it’s the ear!

Well, this is not entirely true. Als ich den Satz vor wenigen Wochen zum ersten Mal las, war ich sehr begeistert. Doch, je mehr ich über die Bedeutung nachdachte, desto mehr stellte ich fest, dass er je nach Kontext nicht ganz den Kern trifft. Denn, werden wir nicht durch Dinge zu dem, was oder wer wir sind? Ich begab mich auf eine Deutungssuche

In wenigen Tagen wird der grossartige Effektgeräte-Hersteller aus den USA ein neues Pedal veröffentlichen. Seit wenigen Tagen sind bisher nur drei Bilder auf Instagram publiziert und hunderte von Spekulationen aufgestellt. Am 17. Mai kommt ein neues Pedal von Meris, heisst es. Ich persönlich kann’s kaum erwarten und rätsle mit Tausenden von Followers, was denn der nächste Geniestreich sein wird. Ganz nebenbei, bin ich überzeugt, dass ich das Produkt so oder so erwerben werde. Meris ist aus meiner Sicht ein absoluter No-Brainer. Neben Empress und Strymon mein absoluter Favorit in Sachen Pedale. Eine Hausnummer in Sounddesign, Qualität und Preis/Leistung. So viel vorab…

Mein lieber Musikkollege aus Deutschland brachte vor wenigen Wochen den Satz «It’s not the gear, it’s the ear!» Diese Aussage schreibt er sich zu als eine Art Reminder an sich selbst. Auf Instagram sah ich dann erneut ein Bild von seinem wahrhaftig teuren Pedalboard (Effektgeräte des State of the Art) samt einem E-Cello. Hellauf war ich begeistert, stellte jedoch fest, dass die Bedeutung nur bedingt aufging. Etwas passte für mich nicht! Aber was und warum?

Denn «Du bist, was Du liest und Du bist, was Du isst» usw. Ganz ehrlich und unter uns: Ja, es sind all die Dinge, es ist das Equipment, das uns grösstenteils zu dem macht, was wir sind oder vorsichtig gesagt wer wir sind. Frage: Ist all das Equipment denn kein Helferchen in allgemeiner Kreation? Geben wir nicht gern Geld dafür aus und zeigen es öffentlich im Internet? Absolut! Das machen wir doch so gern. Wo wären wir denn ohne unser Equipment? Die meisten von uns wären, ganz ehrlich, nicht sehr weit! Selbstverständlich genrebedingt.

So bitter das klingen mag, so ehrlich und geradeaus ist es. Ich persönlich habe meine Spieltechnik seit Jahren vernachlässigt und mich komplett der Produktion verschrieben. Ich bin kein Purist mehr. Zum Einsatz kommen meine kleinen Helferchen unter meinen Händen. Soft- und Hardware ist ein Muss. Aus meiner Sicht ist die technologische Entwicklung fortgeschritten genug, um zu assistieren ohne dabei die komplette musikalische Kontrolle völlig zu übernehmen, auch wenn sie dies könnte. Das musikalische Verständnis muss nach wie vor vorhanden sein. Ein musikalisches Gespür ist von Nöten. Das Ohr ist entwickelt. Der Einsatz von Technik assistiert, kompensiert, erleuchtet.

Der Segen des Fortschritts

Nun, um beim Beispiel mit Meris zu bleiben: Meris entwickelte ihr kommendes Pedal während der letzten zwei Jahre. Die Erwartungen sind bereits gigantisch. Ich selbst kann’s kaum erwarten. In meiner Vorstellung oszilliere ich zwischen diversen Ideen, was dies denn sein könnte. Ich weiss es nicht. Aber es wird toll! Die Technologie erlaubt es inzwischen in ungeahntes Territorium vorzudrängen. Schauen wir allein auf die rasante Entwicklung der letzten zehn Jahre. Es ist und wird sehr, sehr viel möglich. Dazu fehlt mir die Kenntnis, aber ich bin überzeugt, ihr versteht, wohin die Reise geht…

Der Fluch des Fortschritts

Wenn ich darüber nachdenke, wird mir schwindelig. Aus meiner Sicht wird es demnächst, sehr vorsichtig ausgedrückt, «gefährlich». In der ursprünglichen Version des Textes hatte ich hier einiges an Spekulationen aufgeführt, die ich jedoch vorerst für mich behalte. Verallgemeinert gesagt: Das Tempo wird anziehen und die Technik wird stets erschwinglicher, was definitiv Vor- und Nachteile mit sich bringt. Eines der Nachteile ist bereits real. Offensichtlich wird weniger Aufwand beim Musizieren betrieben, die Geschwindigkeit des Produzierens wird immer höher und das alles ohne mögliche Tiefe. Das musikalische Verständnis wird nicht mehr gefragt. Ein musikalisches Gespür ist dann nicht mehr von Nöten. Ein Ohr ist Vergangenheit. Die KI übernimmt. Das ist gegenwärtig schon so und wird nur mehr. Das Tempo wird anziehen. Die Menge wird anziehen. Unumstritten, unausweichlich. Spreche ist hier bereits aus vielen Herzen? Bestimmt!

Ich bin ein Teil des Ganzen

Warum schreibe ich eigentlich darüber? Die Antwort ist sehr einfach. Ich selbst drifte immer wieder von meinen Grundsätzen ab. Nehme mir selbst weniger Zeit für alles. Always on the run. Dieses Phänomen geht sicherlich mit dem Naturell des Daily Jobs Hand in Hand. Aber selbst das ist nicht die Antwort auf alles, denn wir lassen etwas mit uns machen. Ein simples Beispiel zum Thema Tempo und Menge: Neulich sass ich im Bus und vor mir eine recht junge Dame mit ihrem Smartphone hantierend auf Spotify. Das Hinhören sah ungefähr so aus, dass sie jeden Song der Playlist 5-10 Sekunden ancheckte, um bis zur Mitte vorzuswipen und nach weiteren Sekunden den Track als gut oder schlecht abzutun. Ich dachte mir nur: «Shit, unter einer Minute, da kommt ja bei mir noch nicht mal der erste Ton, haha!» Wie soll man hier generell urteilen, wenn wir uns keine Zeit allein für ein simples Hinhören nehmen?! Auf der anderen Seite, wie können wir wiederum den riesigen Schwall an Input überwältigen? Mögliche Ansätze soll es geben. Ich habe keine Lösungen parat. Fakt ist, jeder gehört dazu.

«It’s not the gear, it’s the ear!» – Hier bleiben wir puristisch, spielen das klassische Instrument und begeistern mit dem natürlichen Klang und der Spieltechnik. Ausschliesslich. In meiner Welt der experimentellen und elektronischen Musik kaufen wir Dinge und lobpreisen sie. Böse gesagt, müsste der Leitsatz angepasst heissen: «It’s not the ear, it’s the gear!» – Aber auch das trifft nicht ganz den Kern.

Ich hoffe, mein lieber Musikkollege kündigt mir nicht die Freundschaft…


Bildquelle: Google

ZwischenRaum

the 2nd chapter “zwischenraum”of the “raum“-trilogy by dominik grenzler aka an moku and stefan schmidt. finely crafted ambient / soundscapes using stringed instruments, synthesizer, electronics and field recordings. 

when dominik grenzler aka an moku, a sound artist and bass player based in zurich, approached stefan schmidt (guitarist, composer and improviser from baden-baden) with the idea of collaborating, it turned out the initial spark for a fruitful process and artistic exchange. within just a couple of weeks they not only managed to craft “raum” (the german word for room / space), the duo also realized there was still a plethora of ideas to explore and that this first album wouldn’t be their last – rather, they conceived a full “raum”-trilogy, named after and inspired by a sentence grenzler had read in david foster wallace’s unconventional bestseller novel “infinite jest”: “die echte welt ist nur ein raum.” (“the real world is just a room.”). 

on “zwischenraum”, grenzler and schmidt continue their sonic trip into abstract voids, crafted by finely processed sounds of different origins like cello, field recordings and a vast array of electronic equipment. From the opener “yama” with its indian drone to the closer “sediment” the atmosphere is dark and alien, with references to hauntology and musique concrète, and yet organic, even harmonic. The future may be bleak, but there is still life. 

All tracks composed and produced by An Moku and Stefan Schmidt
Recorded in February 2021 with field recordings, acoustic and electronic instruments
Double Bass by Adriano Orrù on Schwere See
Mastering by Weldroid
Cover Artwork by Stefan Schmidt

www.anmoku.net
www.musicforoverexposedcelluloid.com
www.adrianoorru.com
www.weldroid.net
www.karlrecords.net

ZwischenRaum Rezension

Zwischenraum ist seit heute digital und auf Kassette erhältlich im Vorverkauf:

https://karlrecords.bandcamp.com/album/zwischenraum

Danke Westzeit Magazin für die tolle Rezension:

«Etwas entspannen kann man sich hiernach bei den fein gewirkten AvantAmbientKonstruktionen, die der Züricher Bassist und KlangBildhauer AN MOKU (aka. Dominik Grenzler) mit dem Gitarristen STEFAN SCHMIDT auf der MC “Zwischenraum” (Karl) dekliniert. Der zweite Teil ihrer “Raum”-Trilogie schwankt zwischen Bedrohlichkeit und Relaxation, die Wände aus synth-drones rücken mal näher, mal öffnen sie sich zu weiten Flächen – Sinfonie hier, Yoga-Raum dort. Titelnamen wie “Rabenaas”, “Schwere See” oder “Sediment” sprechen da für sich und bilden auch den musikalischen Inhalt ganz gut ab. Doch stets interagieren die Dinge, wirken aufeinander und im Sinne einer neuralen Rückkopplung auch miteinander. Klingt verschwurbelt, ist aber ganz einfach – nämlich kontemplative KlangKunst vom Feinsten. 5 von 5.»

www.westzeit.de

https://www.westzeit.de/rezensionen/?id=22873