Phimola (Backstage Exclusive)

Good evening! Today I have released my new 2 track Single (ca. 36min) for my Subscribers on Bandcamp called Phimola. Phimola was made very early in the morning at 4am. It is a mellow, piano based, evolving piece of music. Just lean back and start the night☕️🎧😊
Huge thx to my friend and photographer Juan @trakojuan📸 and the beautiful Pilar @phi_mo_la💐

Subscribe. Thank you: PHIMOLA

Co-Being (Backstage Exclusive)

«Co-Being (A Statement)» ist wahrscheinlich mein düsterstes Stück. Ich habe es im Auftrag für die Künstlerin Elisabeth Nold-Schwarz komponiert und hatte freie Hand. «Co-Being» widerspiegelt die Vorkommnisse der letzten Wochen, die uns allen mehr als bekannt sind. Es sind nur paar wenige Tage vergangen, seit dem ich das Stück das letzte Mal in voller Länge gehört habe, jedoch, durch die unternommene Kürzung hat es sich entwickelt. Entfaltet. Ich sehe es als sehr viel heller und ermutigender an. Das gefällt mir! 

Co-Being. Wir leben nebeneinander. Leider oft nicht miteinander. Informationen und Dinge werden ausgetauscht. Sie werden wahrgenommen, ein- und ausgeblendet. Miss-, verstanden oder nicht verstanden. Räume werden beansprucht. Allein, gemeinsam. Gewollt, ungewollt. Es entstehen Meinungen. In differenzierten Lautstärkeverhältnissen. Trotz aller Beklemmung lasse ich zum Schluss die obligatorische Hoffnung im Fade-out. Warum? Weil wir «ohne» nicht existieren können. Hoffnung ist schön. Es gibt sie eigentlich immer und so auch einen Weg… 


Ich habe lange überlegt, ob ich den Schritt der Exklusivität machen soll oder nicht und habe mich dafür entschieden. Ich denke, dass im Zeitalter, in dem so ziemlich alles möglichst gratis zu sein hat, man sich durchaus mit dem Rücken dagegen stellen und gegen den Strom schwimmen darf. Das habe ich so immer gemacht. Und Du hörst diese Musik wie sie ist und bist hier auf meiner Webpage und liest, was ich schreibe. Ich danke dir dafür. Falls Du gern alles hören möchtest, das andere nicht zu Ohren bekommen werden, so HIER. «Co-Being» ist solch ein exklusives Musikstück und es kommt mehr… Viel Vergnügen!

Auf einmal war sie da. Die Zeit…

Corona ist noch gegenwärtig in der Schweiz. Doch wir kehren langsam zurück ins reguläre Leben, mit «wenigen» Einschränkungen. Ich hoffe es bleibt auch so und wir werden nicht zurückgeworfen! Ich weiss nicht, wie es dir ergangen ist während des Lockdowns, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Du dich gut beschäftigt hast. Wir hatten die einzigartige Möglichkeit, die Zeit geschenkt zu bekommen. Denn auf einmal war sie da, die Zeit…

Nun, ich habe versucht diese Zeit während des Lockdowns zu nutzen: _Neustrukturierung meines Cafés nach dem Lockdown (Was kommt auf uns zu? Werden die Gäste wiederkommen? Wie lange wird dieser Zustand dauern? Existenz?!)
_Alte, liegengebliebene ToDo-Listen (Die mittlerweile mehrere Jahre in der Schublade vor sich hingegammelt haben. Erledigt! Was für eine Erleichterung)
_Viel Online-Kultur (Theater, Filminfo.ch, Fortbildungen)
_Natur (so gut es ging)
_Lesen, Kochen und Musik 

Ich befasste mich sehr viel mit dem Thema der theoretischen Musik und der Organisation innerhalb des Studios. Das war sehr spannend. Eines Morgens fragte ich mich bei einer Tasse Kaffee, wie kann ich mir das Leben generell leichter machen und Dinge wie Kabel oder bestimmte Geräte auf Anhieb finden? Lösung, alles neu anlegen. Wirklich alles. Selbst die Stromzufuhr habe ich neu konzipiert, um mögliche Störgeräusche zu unterbinden. Das hat eine Weile gedauert und ist selbst heute noch nicht zu 100% fertig, denn es kommen und gehen Dinge, haha! Aber ich bin sehr happy mit der gegenwärtigen Anordnung und bilde mir ein, die Aufnahmen klingen sauberer.
Ich glaube, das meiste Geld meines kleinen Studios steckt in den Kabeln, jeglicher Art. Ich weiss nicht, wie es dir geht, aber dafür gebe ich gern Geld aus. Man kann nie genug von soliden Stromleisten und Audiokabeln haben! Nun, und ich habe auch selbstverständlich Musik praktisch gemacht. Hier waren viele Soundtests mit diversen Klangerzeugern von Nöten, die ich machen musste, um bestimmte Klänge zu bekommen. Im Endeffekt habe ich zwei Alben aufgenommen. Wann und wo sie herauskommen werden, kann ich leider nüschts zu sagen. Einfach nur, dass eines davon mit dem deutschen Musiker Stefan Schmidt und das andere mit dem Belgier Stijn Hüwels entstanden ist. Beides sehr spannende Kollaborationen und Persönlichkeiten. Mehr dazu bald…

Backstage with ME!

Instantly get everything I make, and then some...

Hej! I am excited to offer the opportunity for you to become a patron of An Moku by subscribing here on BandCamp. It is an awesome way to support the music and what I do as Musician, and there are many exclusive rewards for you.

As a subscriber, you’ll receive access to everything I do, I’ve done and will do. All my back-catalog, secret pre-views, all my future releases. Everything! In addition, I’ll be releasing exclusive subscriber-only songs, fully mixed and mastered, released nowhere else. As each new subscriber-only piece is uploaded you’ll have instant access. 

Thanks so much for joining in this amazing and sustainable way to support what I do! More Informations here:

https://anmoku.bandcamp.com

Of Mirrors

This album is a cooperation between AN MOKU and Virlyn. «Of Mirrors» has an organic element. The album is for explorers, while the sounds settle in being extremely meditative, surreal, and ambient. The Artists take old classical instruments and use them as acoustic drones while acquiring and manipulating specific elements of the sounds for each song. The phrase ‘Nature is beautiful’ is a purveying interpretation for the listener here. As they hear slow waves, and other ‘found’ sound samples, played alongside the dirgeful drones and scattered bits of solemn strings, «Of Mirrors» brings out the beauty in a natural progression. Quiet ambient soundscapes for electronics, piano, strings and field recordings. «Of Mirrors» has been recorded from November 2011 until March 2012. 

«After finishing it, we kept the album in our secret place until today. We hope you enjoy it. Thanks to all the participants, our families, friends and our great, great listeners!» :-) 


This album is released in cooperation with David Newman’s label Audibulb:  anmokuandvirlyn.bandcamp.com/album/of-mirrors
www.audiobulb.com

Electronics, instrumental and field recordings by AN MOKU 
Electronics by Virlyn 
Mixing by Virlyn 
Mastering by Weldroid 

www.weldroid.net
www.facebook.com/VirlynMusic

All instrumental and field recordings captured in Switzerland and Iceland 
Ending of ‘Frost’ captured during an orchestral warm up session at Harpa, Reykjavik 

Swiss Performers: 
Piano by Cornellia Stromeyer 
Violin by Orina Zänerle 
Cello by Jacki Knöpfel 

Modified vocal sample taken from -The Seventh Seal- by Bergman, 1957 

Photography: Dominik Grenzler, Reykjavik, January 2012 

RMX: 
soundcloud.com/snoopy-over-the-hills
endtitles.ch/artists/oblique-noir/
endtitles.ch/joel_gilardini/
soundcloud.com/zosimos-of-panopolis
www.chihei.org

Her Dark Materials

Am 19. März veröffentlichte ich eine kleine Single: Her Dark Materials.
Das Stück «Her» ist meine eigene Hommage an die Filmemacherin Maya Deren und den demnächst erscheinenden «Maya Deren»-Soundtrack, den ich gemeinsam mit dem Zürcher Gitarristen und Freund Joel Gilardini Oktober-Dezember 2019 aufgenommen habe. Anfang Dezember performten wir auf dem 10. IOIC-Festival in Zürich und spielten die Stücke zu Maya Deren’s magischen Avant-Garde-Filmen. Im Januar schickte ich «Her» meinem Freund Tamas aka Weldroid nach Schweden, dessen Sounddesign ich sehr schätze. In dem Stück kommen ab ca. der ersten Minute seine Panning-Modulareinsätze zum Tragen. Die Idee hinter diesem Stück ist es die Leitmelodie samt dem Erzeuger (Piano) in den Hintergrund zu drücken und den eigentlichen Hintergrund nach vorne zu bringen. Inside out. LoFi. Alles leicht tape-saturiert durch meinem 30 Jahre alten Fostex Multitracker. 

Das Stück «Dark Materials» basiert ebenfalls auf meiner Pianoaufnahme. Allerdings LoFi. Ergänzt durch Kimi Fiebigs minimalistische Geigeneinsätze. Ich habe bereits 2016 mit Kimi Aufnahmen für eine Doku gemacht. Ihre Geigeneinsätze habe ich eher versteckt und man muss wirklich genau hinhören. Doch sobald man sich an den Ton und Klang gewöhnt, hört man Kimis Pizzicati und ihre leise Geige (an einer Stelle bewusst plakativ). Alle Aufnahmen sind durch meine Elektronik modifiziert. Auch hier liegt der Fokus auf LoFi. Alles leicht tape-saturiert durch meinem 30 Jahre alten Fostex Multitracker. 

Ich wünsche viel Vergnügen. Höre über bessere Lautsprecher oder Kopfhörer und danke für Deine Unterstützung!  

Electronics, Piano by AN MOKU 
Violin on «Dark Materials» by Kimi Fiebig 
Modular on «Her» by Weldroid 
Mastering by Weldroid 
www.weldroid.net

Artist Support!

Wie ihr wisst, können/dürfen viele Musiker aufgrund der gegenwärtigen Lage nicht mehr touren und mit euch, bei euch sein. Hier in Zürich nehmen manche die Lage sehr erst, manche, wie ich sehe, extrem lax. Doch genauso wie viele andere Menschen in Europa fällt ihnen definitiv ein Teil ihres Einkommens aus. Mit eurem kleinen Support (gar einer Tasse Espresso als Unkosten oder einem symbolischen €, CHF, ±“#Ç[]|{}≠) könnt ihr sie unterstützen. Wir, im Namen ALLER, arbeiten hard an unserer Musik und ja, alles ist eine Frage des Geschmacks und der Sichtweise. Trotzallem, ihr könnt heutzutage unsere Musik so einfach wie noch nie fördern! Begebt euch auf eine Entdeckungsreise. Nehmt euch die paar Minuten. Ich führe unten eine nicht chronologische Auflistung der Künstler auf, mit denen ich die Ehre habe/hatte zusammen zu arbeiten; kleine Künstler, die ich dufte finde; Künstler, die in meinen Augen etwas für die Sparten-, Szenenförderung leisten! Ich selbst habe gestern Abend 15 Alben auf Bandcamp gekauft. Danke euch. Auf geht es:


Weldroid: Webpage
Album: Regenerative, Camatosed Disruption, Cure Light Wounds

Joel Gilardini: Webpage
Album: Against Heatwaves, For a Void Room, Endurance

Virlyn: Webpage
Album: Of Mirrors, Live in Zurich, Man Asleep

Stijn Hüwels: Webpage
Album: Tomodachi, Fiedler, No Voices

Arovane: Webpage
Album: Lilies, Salomé, Kaziwa, Modul 2

Meanwhile in Texas: Webpage
Album: Endurance, Technicolor Dreams, Golden Ruins

Adriano Orrù: Webpage
Album: Hèsperos, Stanze, The Breath, Live at MIA 2015

Biggles: Webpage
Album: Wondertaker, Mysterious Island

Feyz: Webpage
Album: Borderline, Live_Cuts, Fenalk

Oblique Noir: Webpage
Album: Slices – 1st Cut, 2nd Cut, 3rd Cut

Silvia Corda: Webpage
Album: Clairvoyance, Palimpsest, Unknown Shores

Wilhelm Matthies: Webpage
Album: Between You and We, Passage, Original Instrument Concert

Arbee: Webpage
Album: Variations Verdatres, Arborescence, Un Certaine Assurance

Tim & Puma Mimi: Webpage
Album: Don’t Mess Around With, The Adventures of Tim & Puma Mimi, Mysterious Island

Colin Muir Dorwart: Webpage
Album: Pheves

Stan Pete: Webpage
Album: unendliche Live-Performances

Snoopy Over The Hills: Webpage
Album: Birds, Live_Cuts

Marcus Beuter: Webpage
Album: unendliche Live-Performances

Stefan Schmidt: Webpage
Album: Pestilentia Magna, Live at Palazzo Viceregio, arc/hive a [piano]

Longmo: Webpage
Album: Sanban, Ankoku Dub, Yugen

Grzegorz Bojanek: Webpage
Album: Constraints, Remaining Sounds, Warm Winter Music

Steinbrüchel: Webpage
Album: Schleifen, Parallel Landscapes

Kid Schurke: Webpage
Album: Mysterious Island, unendliche Remixes

Bitte um Nachsicht, falls ich Jemanden vergessen haben sollte.


Wir danken für eure Unterstützung!

Quelle: endtitles.ch, Bandcamp

Her Dark Materials

Heute erscheint meine kleine Single: Her Dark Materials.

Das Stück «Her» ist meine eigene Hommage an die Filmemacherin Maya Deren und den demnächst erscheinenden «Maya Deren»-Soundtrack, den ich gemeinsam mit dem Zürcher Gitarristen und Freund Joel Gilardini Oktober-Dezember 2019 aufgenommen habe. Anfang Dezember performten wir auf dem 10. IOIC-Festival in Zürich und spielten die Stücke zu Maya Derens magischen Avant-Garde-Filmen. Im Januar schickte ich «Her» meinem Freund Tamas aka Weldroid nach Schweden, dessen Sounddesign ich sehr schätze. In dem Stück kommen ab ca. der ersten Minute seine Panning-Modulareinsätze zum Tragen. Die Idee hinter diesem Stück ist es die Leitmelodie samt dem Erzeuger (Piano) in den Hintergrund zu drücken und den eigentlichen Hintergrund nach vorne zu bringen. 
Inside out. LoFi. Alles tape-saturiert durch meinem 35 Jahre alten Fostex 4-Tracker.

Das Stück «Dark Materials» basiert ebenfalls auf meiner Pianoaufnahme. Ergänzt durch Kimi Fiebigs minimalistische Geigeneinsätze. Ich habe bereits 2016 mit Kimi Aufnahmen für eine Doku gemacht. Die Geigeneinsätze habe ich eher versteckt und man muss wirklich genau hinhören. Doch sobald man sich an den Ton und Klang gewöhnt, hört man Krimis Pizzicati und ihre leise Geige (an einer Stelle bewusst plakativ). Alle Aufnahmen sind durch meine Elektronik modifiziert. Auch hier liegt der Fokus auf LoFi. Alles tape-saturiert durch meinem 35 Jahre alten Fostex 4-Tracker.

Ich wünsche viel Vergnügen. Höre über bessere Lautsprecher oder Kopfhörer und danke für Deine Unterstützung!

Crescent Moon by Chihei Hatakeyama

Gestern ist auf meinem Label EndTitles ein sehr schönes, kleines Album von Chihei Hatakeyama erschienen. Es besteht aus zwei ca. 20 minütigen Stücken. Eines davon ein Ausschnitt seines Konzerts, das er zusammen mit Joel Gilardini in meinem Café im November 2018 gab. Taucht ein…

«Waxing Moon» on the A-side is the live performance at Café Miyuko during the first edition of EndTitles.Kitchen.Lab to the early and middle stages. It is a guitar improvisation mainly and I have been using the long delay of Strymon’s El Capitan. The day after the live performance in Zurich was a day off for me, so I roamed around Zurich. Enchanted by the beautiful streets of Zurich, I headed to Lindenhof Hill. While watching the Limmat River I remembered Ueda Castle in Nagano Prefecture. Views from similar cliffs. 

I then headed to Lake Zurich and drank coffee. That night I watched the Inter vs Barcelona Champions League at a bar. 

«Waning Moon» recorded on the B-side is a performance in my home studio. This is also mainly a guitar improvisation and I switched the delay pedal into Strymon’s Volante. This piece of music is inspired by the memories of Zurich. 

Thank you for listening, Chihei

This Special Edition of Chihei’s: Crescent Moon comes in a beautiful and sealed packaging of 30 units only. It is a packaging for coffee beans. The Edition is produced for Chihei Hatakeyama exclusively. The cassettes will be available via him directly. More infos to come… 

chihei.org 

Mastering the Pedal: ZOIA by Empress

ZOIA, ZOIA, ZOIA! Dieses Pedal hat mich gefesselt. Es ist das anspruchsvollste Pedal meiner Sammlung. Doch ich denke, ich habs verstanden. Auch wenn es nach wie vor unübersichtlich sein kann, klanglich ist es definitiv eine wahre und saftige Zuckerpeitsche. Eine Matrix, 5 Reihen, 40 Druckknöpfe. Was kann das?

Die kanadische Schmiede hat mit ZOIA eine grosse Zauberwaffe im Kleinformat herausgebracht, die zwar nicht das Pedalboard ersetzen kann, dazu wären es sicherlich zwei Exemplare von nötig, es aber sicherlich enorm minimieren kann. Je nach Bedarf. Was drin steckt ist Goldwert. Klangtüftler können sich hier verwirklichen, Patchsammler höhst erfreuen und Audiophile voll auf ihre Kosten kommen. Doch was oder wer ist Zoia? Nun, die eine Spur führt ins Griechische: Der Name Zoia leitet sich vom Wort Zoi ab, was auf Griechisch «Leben» bedeutet. Die andere Spur führt zu Zoia Horn (1918-2014). Sie war als Kämpferin und Aktivistin für die geistige Freiheit bekannt, die sich einst weigerte, gegen die Gönner der Bibliothek (library patrons) auszusagen, was eine Gewissenssache war. Nach ihrem trotzigen Akt des Patriotismus im Dienst an ihren Mitbürgern sprach sich Zoia Horn weiterhin gegen eine Überanstrengung der Regierung, unethische Gesetze (d. H. Patriot Act) und alle Versuche aus, die Meinungs- und Meinungsfreiheit sowie die öffentliche Debatte zu untergraben.

Eigentlich sehr seltsam ein Pedal so zu benennen! Doch das ZOIA ist eine Plattform, die eine umfangreiche Bibliothek von Bausteinmodulen und die Möglichkeit bietet, diese Module auf unbegrenzte Weise zu verbinden, um Synthesizer, Instrumente und Effekte zu erstellen. Es ist eine Art von intellektueller Freiheit in einer Box, ein Werkzeugkasten mit Konzepten und Ideen für Menschen, die ihre eigenen Effekte und Synthesizer ohne Einschränkungen erstellen möchten. Oder neues Leben erschaffen möchten. Oder wie Empress sagte: «Es ist das, was passieren, wenn man Pure Data oder Max / MSP vom Computer auf ein Pedal verlagern würde.» Klingt ziemlich fortgeschritten, oder? Das tut es. Aber Empress hat versucht, all diese immense Leistung in eine kompakte Oberfläche umzuwandeln, die die Benutzer von Tastatur und Maus fernhält und mit ZOIA allein oder zusammen mit anderen Musikgeräten interagiert. Doch schauen wir uns zwei Youtube Videos an. Das erste ist ausführlich genug, das Zweite ist doppelt so lang! Viel Spass…


Gehäuse/Optik 

Das Pedal kommt in einem schwarz-metallic lackierten Aluminiumgehäuse mit den Maßen 145 x 95 x 67 mm, auf dessen Oberseite sich drei Fußschalter, ein Endlos-Scrollrad und satte 44 Gummibuttons tummeln, die sogar LED-beleuchtet sind. Am rechten Rand unter dem Scrollrad sitzt ein OLED-Display mit den Maßen 2,6 x 1,5 cm, das erstaunlich viele Infos bietet, was allerdings auf Kosten der Schriftgröße geht. Stirnseitig sind alle Anschlüsse versammelt. Hier zeigen sich Stereo In- und Outputs in Form von je zwei 6,3 mm Klinkenanschlüssen. Mittig ist der Anschluss für das optional erhältliche Netzteil platziert, das 9 Volt und mindestens 300 mA bereitstellen muss. Batteriebetrieb wird nicht unterstützt. Neben der Stromversorgung wartet ein Micro-SD Karten-Slot und jeweils eine MIDI In- und eine MIDI Out-Buchse, die in Ermangelung des Platzes für Miniklinkenstecker ausgelegt wurden. Aber keine Sorge, entsprechende Adapter für die MIDI-Verwendung liegen bei. Rechts außen findet man zur zusätzlichen Steuerung des Zoia noch einen 6,3 mm Eingang für ein optionales Expressionpedal. Der Boden ist mit vier Schrauben sicher am Gehäuse arretiert und mit vier Gummifüßen bestückt.

Bedienung 

Da das Zoia ohne Software-Editor kommt, erlauben die Bedienelemente der Oberfläche alle Eingriffe und das Editieren. Einen On/Off-Button sucht man vergeblich, denn das Pedal aktiviert sich automatisch durch das Einstöpseln des Netzteils. Nach einem Bootvorgang von ca. 5 Sekunden ist es betriebsbereit und leuchtet in den schillerndsten Farben. Das Display zeigt dabei zum einen Page- und Presetnummer, den Presetnamen und die Prozessorauslastung, wobei die Presetnummer so groß erscheint, dass sie auch im Stehen gut erkennbar ist.

Zum Durchscrollen der insgesamt 64 Presets, hier “Patches” genannt, kann man das Endlosrad links oben verwenden und nach Finden des gewünschten Patches die Wahl durch Drücken bestätigen. Ab Werk sind die Plätze 0-59 mit überschreibbaren Factory-Presets belegt und die Slots 60-63 frei, wobei jedes Patch aus 64 Pages besteht, die nochmal individuell benannt werden können. 
Parameter werden ebenfalls durch das Drehrad eingestellt, wobei Herunterdrücken und Drehen oder das Drehen bei gleichzeitig gedrückter Shift-Taste das Finetuning der Parameter erlaubt.

Für den Livebetrieb ist der Presetwechsel auch über die drei Fußschalter möglich. Der mittlere erlaubt es, steigend durch die Presets zu steppen, wohingegen das Drücken von Scroll und Select zusammen die Presets nach unten schaltet. Hat man seinen Wunschsound gefunden, bestätigt man dies durch Drücken des Select-Tasters. Auch ein Bankmodus ist möglich und erlaubt das schnelle Wechseln zwischen drei verschiedenen Patches. 
Das Deaktivieren des Zoia wird durch den Bypass-Fußschalter ermöglicht. Die vier Kunststoffknöpfe über dem Select-Schalter leuchten im Bypassmode rot und wechseln im aktivierten Zustand auf grün.

Die Kunststoffknöpfe teilen sich in zwei Felder auf. Zum einen zeigen sich links außen die vier Utility-Buttons zum Wechseln der Page sowie für die Shift- (auch als Shift-Lock Funktion belegbar) und Zurück-Funktion.
 Die 40 Knöpfe im Hauptfeld bilden im Normalzustand die belegbaren Module, auf die wir weiter unten eingehen werden, haben jedoch eine Doppelfunktion, die mit der Shift-Taste aktiviert wird: 

Die Taster der obere Zeile werden so zu Funktionstastern, einem Move-Button zum Verschieben der Module sowie zu Copy-, Edit- und Delete-Buttons. Delete löscht bzw. hebt sowohl Module als auch Verbindungen auf. Der Star-Button erlaubt es, einzelne Parameter quasi als Favoriten hervorzuheben und damit einen schnelleren Zugriff zu gewähren. Das Auge steht für den View-Button und lässt z.B. die Verbindungen im Display erkennen. 
Die Diskette steht natürlich für die Preset-Speicherfunktion und der Würfel zeigt die Randomize-Funktion an, bei der Parameter oder Verbindungen zufällig verändert werden. Alle Blöcke sind auch mit dem kompletten Alphabet und mit Zahlen belegt, um die selbst-kreierten Presets zu benennen. In der letzten Zeile schließlich gibt es die Undo-Funktion, den Help-Button, einen Backspace-Taster und den Konfigurationsknopf.


Erstellen eigener Patches:

Das Zoia präsentiert sich, wenn man selbst Presets erstellen will, quasi als unbeschriebenes Blatt, auf dem weder die Verbindungen noch die Effekte oder Sonstiges voreingestellt sind. Insofern erinnert der Aufbau an Hardware-Modeller wie z.B. das AXE-FX, das ebenfalls mit einer Grid-Ansicht ausgestattet ist. Wie bei diesem gilt es zu Beginn, Effekte oder andere Module auszuwählen und diese mit virtuellen “Patchkabeln” zu verbinden. 

Um ein eigenes Patch zu kreieren, wählt man einen leeren Preset-Platz und drückt einen der 40 frei belegbaren Knöpfe des Hauptbedienfeldes. Im Display zeigen sich nun diverse Module, die ich auf die Buttons legen kann:

– interface modules: Hier wird die Hardware-Verbindung zu den externen Geräten bestimmt, wie z.B. Audio Inputs, MIDI, Fuß- oder Expression-Pedale

– audio modules: In dieser Kategorie befinden sich die typischen Modularsynth-Module wie Oszillatoren, VCA (voltage controlled amplifier), diverse Filter u.v.m.

– control modules: Hierunter versteht man Module, die automatisch Parameterwerte oder Control-Voltage-Signale (CV) beeinflussen oder generieren, wie z.B. Sequenzer, LFOs oder ADSRs.

– analysis modules: Diese Module analysieren Audiosignale und können als CVV Signale aussenden und damit Parameter auf Basis der Analyse verändern. effect modules: Diese entsprechen den klassischen Gitarren-Multieffektblöcken, wie z.B. diversen Delays, Reverbs, Overdrives und Distortions, Fuzz, Kompressoren oder Gates.


Das Erstellen eigener Patches macht grossen Spass. Ich empfehle diese Webpage für Patches, um das ZOIA richtig aufleben zu lassen. Ich selbst habe neulich ein Golden Ratio-Delay-Patch hochgeladen, den «Goldfinger», welches auf vier unterschiedlichen Delay-Zeiten zweier Stereo-Delays basiert. Diese sind frei miteinander kombinierbar. Erstellt für Bass/Gitarre. Funktioniert auch wunderbar mit Synths etc. Hier kannst Du es gratis herunterladen und tüfteln. Du musst dich lediglich im Patchstorage anmelden. Viel Spass ;-)

https://patchstorage.com/goldfinger-golden-ratio/

Achtung! Das ZOIA-Manual ist etwas rudimentär. Als Starthilfe empfehle ich dieses Buch als PDF. Es kostet eigentlich nur eine Tasse Kaffee und hilft enorm viel beim Start! Ich bekomme nüschst für dies Kaufempfehlung und freue mich, wenn ich hier weiterhelfen darf ;-)

https://www.synthdawg.com/product-page/the-zoia-notebook

Achtung Nr.2! Das grosse Rädchen kann durch den enormen Gebrauch vielleicht wackelig werden. Ich rate hierzu einen Minicontroller zur Entlastung. Ihr dankt mir später ;-)

FAZIT: Das Empress Effects Zoia ist ein extrem vielseitiges und flexibles Effektgerät bzw. Modularsynth. Die Möglichkeiten sind schier uferlos und stehen vom Einsatz als simpler Multieffekt bis hin zu den abgefahrensten Synthi und Special FX-Bereichen mit komplexen Routings offen. Wer eine schnelle und einfach zu bedienende Preset-Schleuder mit vielleicht noch tollen Overdrives sucht, ist hier sicherlich fehl am Platz und hätte mit dem Zoia auch zweifelsohne eine zu überdimensionierte Einheit. Auch die anspruchsvolle Bedienung und das Fehlen eines Editors machen den Gebrauch vor allem für User, die noch nie etwas von LFOs, Parallelrouting o.ä. gehört haben, anfangs etwas unbequem. Wer jedoch den Anspruch hat, selbst zu gestalten und auch bereits beim Programmieren der Sounds maximale Kreativität an den Tag legen will, findet hier eine tolle und offene Spielwiese mit einer extrem hohen Klangqualität, die alleine schon den Preis rechtfertigt. Kopfhörer auf, ferne Welten ganz nahe!

Quellen: Youtube, Bestguitareffects.com, Bonedo.de