My Favorite Things #2: Reverbs (Mac OS)

Gleich nach den Delays kommen für mich die Reverbs. Hier war es allerdings erheblich schwieriger zu entscheiden, welche Handvoll ich auf meine einsame Produktionsinsel mitnehme. Reverbs sind wahrscheinlich noch mehr mit einem Samthandschuh anzufassen als andere Effekte. Vielleicht gleichzustellen mit dem Fuzz in der Stompbox-Welt (was ich da schon alles an Meinungen und Behauptungen hören durfte). Nun, Reverb oder zu deutsch der Hall kann den Sound beleben, negativ durchnässen und/oder zusammenleimen. Je nach Einsatzgebiet sind die Möglichkeiten vielfältig und das Angebot ebenso. In 2020 gibst Du ins Suchfeld Reverb-Plugin ein und es folgen dutzende Anbieter. Das macht Spass und für jeden ist etwas dabei.

SIR3

Ich selbst experimentiere sehr viel mit der 100%-Wet-Einstellung, die Spass machen kann, doch wenn es um schöne Räume geht, gibt es für mich neben dem Valhalla Vintage Verb (ist bereits mehrmals von mir gefeaturet worden), dem Neunaber Wet (es folgt demnächst ein Beitrag) und dem Blackhole von Eventide (ich besitze das Reverb als Hardware und als iOS App auf dem iPad) vor allem das SIR3 von SIR Audio Tools, ehemals Knufinke. Mit SIR3 geht das High Dynamic Range IR Plug-in des Herstellers SIR Audio Tools (Christian Knufinke) in die dritte Runde. Jedes noch so kleine Detail, ob auf der Bedienoberfläche oder unter der Haube, wurde von den Entwicklern unter die Lupe genommen und erneuert oder feinjustiert. Das Plug-in kann die importierte IR-Datei nochmals komplett durch den Fleischwolf drehen. Etliche Parameter wie Gating, Ducking, Hüllkurven, Equalizer, einfache Reverb-Funktionen, Modulationen, Damping und Dynamik lassen sich einfach über die Regler einstellen. Dazu ist die Oberfläche sehr übersichtlich in Sektionen eingeteilt und trotz der vielen Parameter recht einfach zu verstehen. Aber es kommt am Ende eben auf den Sound an. Und der ist hochwertig. Artefakt ist hier ein Fremdwort – es sei denn, ihr wollt es so! Ich bin durch eine Empfehlung aus Hamburg auf die Schmiede gekommen und habe mich mit SIR2 doch nicht recht anfreunden können, bis die dritte Version kam. Aus meiner Sicht völlig unterbewertet. Ganz grosses Kino! Leider gibt es nicht sehr viel Material auf Youtube, daher folgen zwei Videos:


Little Plate

Little Plate von Soundtoys ist für mich zu einem wichtigen Produktionswerkzeug im Bereich Ambient geworden. Das Hall Plug-in simuliert den Effekt der monumentalen Hallplatte EMT 140 aus dem Jahr 1957. Die EMT 140 verwendet einen Magnetwandler, um eine massive Metallplatte in Schwingungen zu versetzen, und sendet das Ergebnis über einen Tonabnehmer, der den resultierenden Nachhall erfasst, an den Toningenieur zurück. Die EMT 140 wurde 1957 eingeführt und war in der Lage, einen dichten und sanften Nachhall zu liefern, wie er vorher nicht möglich war. Sie klingt zwar nicht wie ein echter Raum, hat aber eine eigenständige Schönheit, weshalb Plate Reverb auch viele Jahrzehnte danach noch ein begehrter Effekt ist. Die 140er sind jedoch schwer zu finden und bei den Ersatzteilen wird es noch schwieriger. Nicht zu vergessen, ihre schiere Größe und das Gewicht, halten sie außerhalb der Reichweite des durchschnittlichen Studios.
Ok, so weit so gut, doch zurück zum Ambient. Ich experimentierte mit diesem Plugin für eine Zeit und entdeckte, dass die langen Halleinstellungen massiv schön klingen (Outer Space). Zum Einsatz kam das Plugin auf dem Stummfilm-Festival in Zürich während der Live-Vertonung dreier Maya Deren Filme.


Raum

Welches dritte Plugin nehme ich mit? Nun, ich denke die Wahl fällt auf das Hall-Plugin Raum von Native Instruments. Hier überlasse ich die experimentierfreudige Laune allen, die offen für Neues sind. Ein sehr schönes Plugin.


Fazit: Doch seinen wir wieder mal ehrlich: Wie bei den Delays bereits, geht es auch ohne diese Reverbs. Jede gegenwärtige DAW kommt mit einem fein ausgestatteten Fuhrpark an Plugins, die nie besser waren als jetzt und man kann mit ihnen so ziemlich sehr sehr viel machen, wenn auch nicht so ziemlich alles. Also, warum ausgerechnet diese Drei und warum extern kaufen? Nun, ich behaupte mal, WIR gern upgraden, auffrischen und neue, alternative Herangehensweisen erforschen. Und weil wir es einfach und schnell haben möchten. Oder? Ein Hoch auf die Technik.

Alle Empfehlungen sind frei. Ich kaufe alles selbst und werde nicht bezahlt. Ich empfehle ebenfalls die Software nicht illegal herunter zu laden. Was ich mir selbst nicht leisten kann, kaufe ich nicht und verzichte. Es geht auch ohne, gell!

Quellen: Valhalla, Neunaber, SIR Audio Tools, Soundtoys, Native Instruments

My Favorite Things #1: Delays (Mac OS)

Ich liebe Delays sehr. Ohne sie kann ich nicht leben. Delays dienen als Breitmacher, Looper und Hall. In gewisser Form und Weise eingesetzt. Dank der gegenwärtigen Entwicklung der Technik können wir unglaublich viel damit machen und somit unglaublich viel Freude haben. Toll! In der Musikproduktion mit dem Computer ist der Vorgang sehr viel einfacher als mit einer Stompbox. Wobei auch dort mittlerweile sehr smarte Tretminen sich behaupten dürfen: ZOIA, Poly, HX Stomp, H9. Doch mit dem Computer reicht unter Umständen ein mächtiges Plugin und schon läuft der Hase in die richtige Richtung. Solche Plugins möchte ich hier in der ersten Ausführung dieser Reihe kurz und bündig vorstellen. Ein Hoch auf die Technik.

Valhalla Delay

Dieses Delay ist mein absolutes To-Go-Delay #1, sobald es um kreative Bearbeitung einer Klangdatei geht. Es kling nicht nur toll, es ist einfach zu bedienen und die Möglichkeiten sind atemraubend. Die mitgelieferten Presets sagen alles; sind so vielfältig, dass man eigentlich nichts anderes mehr braucht, sofern man die Klangfarbe des Delays mag. Ich tue es! Zuletzt verwendete ich das Valhalla Delay exzessiv bei den Aufnahmen und der Live-Performance zum anstehenden Maya Deren Album (VÖ Oktober 2020), das ich mit dem Zürcher Gitarristen Joel Gilardini aufgenommen habe. Die Live-Vertonung der Maya Deren Filme fand im vergangenen Dezember auf dem Stummfilm-Festival in Zürich statt. Ich schaltete eine mächtige Reihe an virtuellen Effekten samt zwei Valhalla Delays mit eigenen Presets am Ende, begleitet von Soundtoys’ wunderschönem Reverb: Little Plate (wird in der nächsten Folge vorgestellt) im Falle, dass ich den Live-Sound doch noch breiter haben möchte. Ihr könnt mir glauben, je nach individuellem Einsatz kommen mit dem Valhalla Delay wahre Welten auf!

Super erschwinglich und sehr sympathische Kleinschmiede. Zuletzt haben Valhalla ein tolles Free-Plugin veröffentlicht: Supermassive. A Must-Have!
Also, wartet nicht auf irgendwelche Vergünstigungen, diese machen Valhalla nicht (SUPER!), sondern unterstützt diese Schmiede direkt hier!


Echoboy

Mit EchoBoy decken SoundToys quasi die gesamte Entwicklungsgeschichte des Delay-Effekts ab und die dreiseitige Einleitung des 40-seitigen Handbuchs lässt von den 1960er Slap-Echos bis zum PCM 42 kaum einen großen Namen aus. Unter Beweis stellt EchoBoy seine Fähigkeiten mit zwei unabhängigen Delay-Lines und nicht weniger als 31 Algorithmen, sogenannte Styles, die von generellem Verhalten z.B. Analog, Digital, Tube, Tape bis zu spezifischen Nachbildungen wie Space Echo oder TelRay reichen. Diese Styles können über den Styles-Edit-Taster sogar noch weiter angepasst werden. Da gibt es einen dreibandigen Equalizer, der aber eine ganz andere Funktion hat, als man vermuten könnte. Während der Gain-Parameter noch «normal» ist, regelt der Decay-Parameter die Färbung des abklingenden Signals über die Zeit hinweg. Also ob die Echos mit der Zeit heller oder dunkler werden und wie schnell. Echoboy ist wohl eines der umfassendsten Delays im nicht gerade spärlichen besiedelten Delay-Markt, mit dem sich wirklich jeder Stil und jeder Charakter verwirklichen lässt. Auch wenn die Konkurrenz mit Ohmforce Ohmboys, Rob Papens RP-Delay, Fabfilters Timeless, Slate Digitals Repeater oder Unfiltered Audios Sandman auch jeden Menge zu bieten haben, mit EchoBoy wird man trotzdem so schnell kein neues Delay brauchen. Behaupte ich mal so.

Ich habe ein schönes Video gefunden, als Vergleich der beiden hier führenden Delays: Valhalla Delay und Echoboy.


Remnant

Da ich die Liste nicht zu lang machen möchte, versuche ich mich auf drei Exemplare zu beschränken. Ich könnte die Delays von Arturia oder das wunderbare Echo von Ableton vorschlagen oder den Crystallizer von Soundtoys. Crystallizer ist granularen Echos mit Tonhöhen-Verschiebungen gewidmet. Die Effekt-Wiederholungen können bis zu drei Oktaven über oder unter dem Originalmaterial liegen, auf Wunsch lassen sie sich invertiert ausgeben. Trotz seines experimentellen Ansatzes ist Crystallizer leicht bedienbar. Und da ich mit den beiden oben genannten Delays so ziemlich alle erdenklichen Felder abgedeckt habe, kommt mir eigentlich nur noch dieses Plugin in den Sinn: Remnant von Creative Intent. Remnant ist ein digitaler Kornverzögerungseffekt (Grain Delay), der für dichte, experimentelle Klanglandschaften und scharfe, stotternde Störungen entwickelt wurde. Was Remnant jedoch wirklich auszeichnet, ist die reaktive Einfrierfunktion (Freeze). Mit subtiler Zufälligkeit und den weiteren zusätzlichen Funktionen wie einem Vintage-inspirierten Filter, Mid / Side-Modus, Input Ducking und einem klassischen Tape Wow kann Remnant die Sounds immer in eine inspirierende neue Richtung lenken. Ich kann’s nur empfehlen!


Fazit: Doch seinen wir wieder mal ehrlich: Es geht auch ohne diese Delays. Jede gegenwärtige DAW kommt mit einem fein ausgestatteten Fuhrpark an Plugins, die nie besser waren als jetzt und man kann mit ihnen so ziemlich sehr sehr viel machen, wenn auch nicht so ziemlich alles. Also, warum ausgerechnet diese Drei und warum extern kaufen? Nun, ich behaupte mal, WIR gern upgraden, auffrischen und neue, alternative Herangehensweisen erforschen. Und weil wir es einfach und schnell haben möchten. Oder? Ein Hoch auf die Technik.

Alle Empfehlungen sind frei. Ich kaufe alles selbst und werde nicht bezahlt. Ich empfehle ebenfalls die Software nicht illegal herunter zu laden. Was ich mir selbst nicht leisten kann, kaufe ich nicht und verzichte. Es geht auch ohne.

Quellen: Soundtoys, Valhalla, Creative Intent

Mastering the Pedal: ZOIA by Empress

ZOIA, ZOIA, ZOIA! Dieses Pedal hat mich gefesselt. Es ist das anspruchsvollste Pedal meiner Sammlung. Doch ich denke, ich habs verstanden. Auch wenn es nach wie vor unübersichtlich sein kann, klanglich ist es definitiv eine wahre und saftige Zuckerpeitsche. Eine Matrix, 5 Reihen, 40 Druckknöpfe. Was kann das?

Die kanadische Schmiede hat mit ZOIA eine grosse Zauberwaffe im Kleinformat herausgebracht, die zwar nicht das Pedalboard ersetzen kann, dazu wären es sicherlich zwei Exemplare von nötig, es aber sicherlich enorm minimieren kann. Je nach Bedarf. Was drin steckt ist Goldwert. Klangtüftler können sich hier verwirklichen, Patchsammler höhst erfreuen und Audiophile voll auf ihre Kosten kommen. Doch was oder wer ist Zoia? Nun, die eine Spur führt ins Griechische: Der Name Zoia leitet sich vom Wort Zoi ab, was auf Griechisch «Leben» bedeutet. Die andere Spur führt zu Zoia Horn (1918-2014). Sie war als Kämpferin und Aktivistin für die geistige Freiheit bekannt, die sich einst weigerte, gegen die Gönner der Bibliothek (library patrons) auszusagen, was eine Gewissenssache war. Nach ihrem trotzigen Akt des Patriotismus im Dienst an ihren Mitbürgern sprach sich Zoia Horn weiterhin gegen eine Überanstrengung der Regierung, unethische Gesetze (d. H. Patriot Act) und alle Versuche aus, die Meinungs- und Meinungsfreiheit sowie die öffentliche Debatte zu untergraben.

Eigentlich sehr seltsam ein Pedal so zu benennen! Doch das ZOIA ist eine Plattform, die eine umfangreiche Bibliothek von Bausteinmodulen und die Möglichkeit bietet, diese Module auf unbegrenzte Weise zu verbinden, um Synthesizer, Instrumente und Effekte zu erstellen. Es ist eine Art von intellektueller Freiheit in einer Box, ein Werkzeugkasten mit Konzepten und Ideen für Menschen, die ihre eigenen Effekte und Synthesizer ohne Einschränkungen erstellen möchten. Oder neues Leben erschaffen möchten. Oder wie Empress sagte: «Es ist das, was passieren, wenn man Pure Data oder Max / MSP vom Computer auf ein Pedal verlagern würde.» Klingt ziemlich fortgeschritten, oder? Das tut es. Aber Empress hat versucht, all diese immense Leistung in eine kompakte Oberfläche umzuwandeln, die die Benutzer von Tastatur und Maus fernhält und mit ZOIA allein oder zusammen mit anderen Musikgeräten interagiert. Doch schauen wir uns zwei Youtube Videos an. Das erste ist ausführlich genug, das Zweite ist doppelt so lang! Viel Spass…


Gehäuse/Optik 

Das Pedal kommt in einem schwarz-metallic lackierten Aluminiumgehäuse mit den Maßen 145 x 95 x 67 mm, auf dessen Oberseite sich drei Fußschalter, ein Endlos-Scrollrad und satte 44 Gummibuttons tummeln, die sogar LED-beleuchtet sind. Am rechten Rand unter dem Scrollrad sitzt ein OLED-Display mit den Maßen 2,6 x 1,5 cm, das erstaunlich viele Infos bietet, was allerdings auf Kosten der Schriftgröße geht. Stirnseitig sind alle Anschlüsse versammelt. Hier zeigen sich Stereo In- und Outputs in Form von je zwei 6,3 mm Klinkenanschlüssen. Mittig ist der Anschluss für das optional erhältliche Netzteil platziert, das 9 Volt und mindestens 300 mA bereitstellen muss. Batteriebetrieb wird nicht unterstützt. Neben der Stromversorgung wartet ein Micro-SD Karten-Slot und jeweils eine MIDI In- und eine MIDI Out-Buchse, die in Ermangelung des Platzes für Miniklinkenstecker ausgelegt wurden. Aber keine Sorge, entsprechende Adapter für die MIDI-Verwendung liegen bei. Rechts außen findet man zur zusätzlichen Steuerung des Zoia noch einen 6,3 mm Eingang für ein optionales Expressionpedal. Der Boden ist mit vier Schrauben sicher am Gehäuse arretiert und mit vier Gummifüßen bestückt.

Bedienung 

Da das Zoia ohne Software-Editor kommt, erlauben die Bedienelemente der Oberfläche alle Eingriffe und das Editieren. Einen On/Off-Button sucht man vergeblich, denn das Pedal aktiviert sich automatisch durch das Einstöpseln des Netzteils. Nach einem Bootvorgang von ca. 5 Sekunden ist es betriebsbereit und leuchtet in den schillerndsten Farben. Das Display zeigt dabei zum einen Page- und Presetnummer, den Presetnamen und die Prozessorauslastung, wobei die Presetnummer so groß erscheint, dass sie auch im Stehen gut erkennbar ist.

Zum Durchscrollen der insgesamt 64 Presets, hier “Patches” genannt, kann man das Endlosrad links oben verwenden und nach Finden des gewünschten Patches die Wahl durch Drücken bestätigen. Ab Werk sind die Plätze 0-59 mit überschreibbaren Factory-Presets belegt und die Slots 60-63 frei, wobei jedes Patch aus 64 Pages besteht, die nochmal individuell benannt werden können. 
Parameter werden ebenfalls durch das Drehrad eingestellt, wobei Herunterdrücken und Drehen oder das Drehen bei gleichzeitig gedrückter Shift-Taste das Finetuning der Parameter erlaubt.

Für den Livebetrieb ist der Presetwechsel auch über die drei Fußschalter möglich. Der mittlere erlaubt es, steigend durch die Presets zu steppen, wohingegen das Drücken von Scroll und Select zusammen die Presets nach unten schaltet. Hat man seinen Wunschsound gefunden, bestätigt man dies durch Drücken des Select-Tasters. Auch ein Bankmodus ist möglich und erlaubt das schnelle Wechseln zwischen drei verschiedenen Patches. 
Das Deaktivieren des Zoia wird durch den Bypass-Fußschalter ermöglicht. Die vier Kunststoffknöpfe über dem Select-Schalter leuchten im Bypassmode rot und wechseln im aktivierten Zustand auf grün.

Die Kunststoffknöpfe teilen sich in zwei Felder auf. Zum einen zeigen sich links außen die vier Utility-Buttons zum Wechseln der Page sowie für die Shift- (auch als Shift-Lock Funktion belegbar) und Zurück-Funktion.
 Die 40 Knöpfe im Hauptfeld bilden im Normalzustand die belegbaren Module, auf die wir weiter unten eingehen werden, haben jedoch eine Doppelfunktion, die mit der Shift-Taste aktiviert wird: 

Die Taster der obere Zeile werden so zu Funktionstastern, einem Move-Button zum Verschieben der Module sowie zu Copy-, Edit- und Delete-Buttons. Delete löscht bzw. hebt sowohl Module als auch Verbindungen auf. Der Star-Button erlaubt es, einzelne Parameter quasi als Favoriten hervorzuheben und damit einen schnelleren Zugriff zu gewähren. Das Auge steht für den View-Button und lässt z.B. die Verbindungen im Display erkennen. 
Die Diskette steht natürlich für die Preset-Speicherfunktion und der Würfel zeigt die Randomize-Funktion an, bei der Parameter oder Verbindungen zufällig verändert werden. Alle Blöcke sind auch mit dem kompletten Alphabet und mit Zahlen belegt, um die selbst-kreierten Presets zu benennen. In der letzten Zeile schließlich gibt es die Undo-Funktion, den Help-Button, einen Backspace-Taster und den Konfigurationsknopf.


Erstellen eigener Patches:

Das Zoia präsentiert sich, wenn man selbst Presets erstellen will, quasi als unbeschriebenes Blatt, auf dem weder die Verbindungen noch die Effekte oder Sonstiges voreingestellt sind. Insofern erinnert der Aufbau an Hardware-Modeller wie z.B. das AXE-FX, das ebenfalls mit einer Grid-Ansicht ausgestattet ist. Wie bei diesem gilt es zu Beginn, Effekte oder andere Module auszuwählen und diese mit virtuellen “Patchkabeln” zu verbinden. 

Um ein eigenes Patch zu kreieren, wählt man einen leeren Preset-Platz und drückt einen der 40 frei belegbaren Knöpfe des Hauptbedienfeldes. Im Display zeigen sich nun diverse Module, die ich auf die Buttons legen kann:

– interface modules: Hier wird die Hardware-Verbindung zu den externen Geräten bestimmt, wie z.B. Audio Inputs, MIDI, Fuß- oder Expression-Pedale

– audio modules: In dieser Kategorie befinden sich die typischen Modularsynth-Module wie Oszillatoren, VCA (voltage controlled amplifier), diverse Filter u.v.m.

– control modules: Hierunter versteht man Module, die automatisch Parameterwerte oder Control-Voltage-Signale (CV) beeinflussen oder generieren, wie z.B. Sequenzer, LFOs oder ADSRs.

– analysis modules: Diese Module analysieren Audiosignale und können als CVV Signale aussenden und damit Parameter auf Basis der Analyse verändern. effect modules: Diese entsprechen den klassischen Gitarren-Multieffektblöcken, wie z.B. diversen Delays, Reverbs, Overdrives und Distortions, Fuzz, Kompressoren oder Gates.


Das Erstellen eigener Patches macht grossen Spass. Ich empfehle diese Webpage für Patches, um das ZOIA richtig aufleben zu lassen. Ich selbst habe neulich ein Golden Ratio-Delay-Patch hochgeladen, den «Goldfinger», welches auf vier unterschiedlichen Delay-Zeiten zweier Stereo-Delays basiert. Diese sind frei miteinander kombinierbar. Erstellt für Bass/Gitarre. Funktioniert auch wunderbar mit Synths etc. Hier kannst Du es gratis herunterladen und tüfteln. Du musst dich lediglich im Patchstorage anmelden. Viel Spass ;-)

https://patchstorage.com/goldfinger-golden-ratio/

Achtung! Das ZOIA-Manual ist etwas rudimentär. Als Starthilfe empfehle ich dieses Buch als PDF. Es kostet eigentlich nur eine Tasse Kaffee und hilft enorm viel beim Start! Ich bekomme nüschst für dies Kaufempfehlung und freue mich, wenn ich hier weiterhelfen darf ;-)

https://www.synthdawg.com/product-page/the-zoia-notebook

Achtung Nr.2! Das grosse Rädchen kann durch den enormen Gebrauch vielleicht wackelig werden. Ich rate hierzu einen Minicontroller zur Entlastung. Ihr dankt mir später ;-)

FAZIT: Das Empress Effects Zoia ist ein extrem vielseitiges und flexibles Effektgerät bzw. Modularsynth. Die Möglichkeiten sind schier uferlos und stehen vom Einsatz als simpler Multieffekt bis hin zu den abgefahrensten Synthi und Special FX-Bereichen mit komplexen Routings offen. Wer eine schnelle und einfach zu bedienende Preset-Schleuder mit vielleicht noch tollen Overdrives sucht, ist hier sicherlich fehl am Platz und hätte mit dem Zoia auch zweifelsohne eine zu überdimensionierte Einheit. Auch die anspruchsvolle Bedienung und das Fehlen eines Editors machen den Gebrauch vor allem für User, die noch nie etwas von LFOs, Parallelrouting o.ä. gehört haben, anfangs etwas unbequem. Wer jedoch den Anspruch hat, selbst zu gestalten und auch bereits beim Programmieren der Sounds maximale Kreativität an den Tag legen will, findet hier eine tolle und offene Spielwiese mit einer extrem hohen Klangqualität, die alleine schon den Preis rechtfertigt. Kopfhörer auf, ferne Welten ganz nahe!

Quellen: Youtube, Bestguitareffects.com, Bonedo.de

Mastering the Pedal: Polymoon by Meris

Das Polymoon ist sehr viel und kann enorm viel. Nach vier Monaten habe ich es jedoch noch nicht komplett erschlossen. Es kann neben Delays auch Phaser- und Flangergeschichten. Diese Geschichten sind so heftig, dass mein Kopf schwirrt. Kopfhörer auf, Nebel an!

Nun, so weit bin ich noch nicht, dass ich bis Sync Phase gekommen bin. Meinen Sound habe ich mit den wunderbaren Delays gefunden. Der Sound ist digital klar, breit und kräftig. Und wunderschön. Vom leicht verstimmten, dumpfen Pianoklang bis zu weiten Klanglandschaften. Mancheiner würde jetzt an dieser Stelle Begriffe wie Unterwasser- oder Gletscherwelten fallen lassen. Berechtigt! Polymoon kann das, doch es ist auch kompliziert. Es ist so, als ob die Belohnung erarbeitet werden soll, darf, muss. Stempelt es ab wie ihr es wollt. Polymoon gibt mit den ersten wenigen scheuen Handgriffen zwar spannende Ergebnisse preis, für richtige Innovation, müssen die «2ndary Functions» heraufbeschworen werden. Typisch Metis eben! 

Bedienelemente und Funktionen:

Die Steuerung des Geräts erfolgt auf der Oberseite über sechs Potis, die neben ihren beschrifteten Grundfunktionen auch noch weitere Funktionen bereithalten. Eine ganz entscheidende Rolle spielt dabei der “Alt”-Taster, über den die Zusatzfunktionen aktiviert werden. Der interne Signalweg des Pedals ist so angelegt, dass das Eingangssignal zunächst auf einen Flanger trifft, von dort aus an das Modulations-Delay geleitet wird, dessen Wiederholungen anschließend den Phaser durchlaufen.

Die Poti Funktionen im Detail:

Time

Mit dem Time-Poti kann der Anwender sowohl die Delay-Geschwindigkeit einstellen als auch die ersten Wiederholungen auf verschiedene Weise modulieren. Das Gerät bietet hier sowohl Tonhöhen-Modulationen als auch FM-Synthese und Pitch-Effekte.

Multiply

Bietet sechs rhythmische Variationen, die im eingegebenen Tempo ausgegeben bzw. weiterverarbeitet werden. Außerdem lassen sich dieselben Effekte, die das Time-Poti parat hält, auf die späten Wiederholungen des Delays legen.

Feedback

Steuert die Länge des Delays und hat zudem eine Filterfunktion für das Delay in der Hinterhand.

Mix

Konfiguriert das Verhältnis zwischen Dry- und Wet-Signal. Außerdem kann hier auch die Grundlautstärke des Effektsignals im Detail nachjustiert werden.

Dynamics

Gibt dem Spieler Zugriff auf die Stärke und die Geschwindigkeit des Flanger-Effekts.

Dimension

Hier lassen sich die Delay-Wiederholungen “verschmieren” bzw. in ihrer Ansprache verändern. Über die Alt-Option kann der Flanger außerdem in seinem Verlauf konfiguriert werden.

Ein weiterer Taster ist für die Aktivierung des “Stereo Barberpole Phasers” in drei Variationen zuständig. Über den Bypass-Fußschalter kann neben der Aktivierung des Pedals auch, wenn gewünscht, dem Flanger-Signal “negatives” Feedback hinzugefügt werden. Der Tap-Fußschalter hat neben der Tempoeingabe im gehaltenen Zustand auch eine Halbierung der Delay-Geschwindigkeit in der Hinterhand und kann außerdem per Alt-Befehl für das Umschalten zwischen Viertelnoten in punktierten Achteln genutzt werden.

Ganz schön viele Optionen für ein Pedal dieser Größe. Es lohnt sich also definitiv, vorab einen Blick in die Bedienungsanleitung zu werfen. Hier finden sich dann auch noch weitere Beschreibungen bezüglich der globalen Einstellungen, die beispielsweise das Bypass-Verhalten und den Zugriff der Expression-Funktion betreffen… Bedient man den Alt-Button, wird die momentane Einstellung automatisch gespeichert. Zugriff auf vier Presets hat man allerdings nur mit einem optionalen Fußschalter, über Midi können bis zu 16 Presets abgerufen werden. Alle Optionen lassen sich ebenfalls extern per MIDI-Befehl steuern.

Fazit: In den ersten Momenten bin ich verzweifelt gewesen. Doch ich liess nicht locker. Vor allem nicht, als ich einen DIY-4er-Preset-Schalter bekam. Danke Joel Gilardini nochmals dafür. Love it! Wer dran bleibt, entdeckt mit dem Polymoon neue Einstellungen. Eigentlich zu viele, um den Überblick zu bewahren. Gut kann man was speichern… Wem der Klang des Pedals zu sauber ist, der schalte danach ein weiteres Pedal wie Strymons El Capistan oder Deco oder oder oder und staune erneut. Das Polymoon ist für mich ein wahres Wunderwerk. Eigentlich habe ich aufgehört nach neuen Klangeinstellungen zu suchen. Ich habe meine vier «Best of» gespeichert und den Rest mache ich «on the fly». Das reicht. Die Phaser- und Flanger-Zusatzgeschichten kommen dann mit der Zeit. Das Polymoon ist derzeit mein Lieblingspedal. Danke Meris!

Quellen: Meris, Youtube, Bonedo

Mastering the Pedal: Kaleidoscope by JPTR FX

In einem der vergangenen Beiträge  zum Thema «All you need is a Reverb» listete ich unter anderem zwei meiner Reverb-Pedale, die ich «gern hätte»: Kafka von Orion Effekte und Ama von AC Noises. Erstaunlicherweise entschied ich mich letztendlich für das weniger bekannte Kaleidoscope aus der Schmiede JPTR FX und bin mit meiner Entscheidung happy. Ich stelle mir im Prinzip immer die Frage, was kann da noch Neues an Klangbild kommen und wie viel braucht man mehr an Equipment, das unter Umständen ähnlich funktioniert und entsprechend ähnlich klingt!? Welche Chips werden verbaut und so weiter. Ganz ehrlich, ich weiss es nicht, jeder wie er oder sie es mag, aber die Tendenz ist ganz klar wieder nach oben. High End-Editionen wie das Mako D1 von Walrus sind so ein Beispiel. High Fidelity als Gegenbewegung zu Lo-Fi. Klingt mega, aber aber aber. Ihr wisst was ich meine. Nun, das Kaleidoscope ist alles andere als Hi-Fi. Es ist laut und dirty und sauber verbaut. Tauchen wir ein…

Das Kaleidoskope ist ein sehr spannendes Pedal. Schon beim ersten Antesten wird schnell deutlich, wie sehr das Feedback- und das Reverb-Poti miteinander interagieren. Doch wie das Ganze miteinander letztendlich wirklich funktioniert, war die grösste Frage seit dem ich das Polymoon von Metis zu «meisterten» versuchte. Zum Thema Polymoon bald mehr. Ich brauchte zwei-drei Nachmittage, um es selbst heraus zu finden. Dann suchte ich ein Manual. Dieses habe ich als JPG weiter unten aufgeführt. Es gab zu dem ein wirklich gutes Youtube-Video von Stefan Fast (The Pedal Zone), das ich gern aufgeführt hätte, doch leider ist es nicht mehr online. Dafür gibt es dieses von Sofa Jams.

Von ganz dezentem Hall, bis hin zu einem wilden Noise-Rausch, lässt sich der Effekt mit den zwei Reglern wunderbar formen. Dreht man die Verzerrung (Gain) nach und nach auf, wird der Sound nicht nur zunehmend schmutziger, auch die Hallfahne wird länger und komprimierter. Hier bedarf es – je nach gewünschtem Sound – einer Feinabstimmung der vier Regler, um den Klang des Kaleidoscopes unter Kontrolle zu halten. Neben dem Bypass-Switch finden wir zwei weitere Schalter. «Hold» lässt das Gerät in eine Art «Freeze-Modus» schicken und in sich selbst oszillieren. Wie heftig dieser Effekt ausfallen soll, lässt sich mittels des Swell-Amount-Reglers gut kontrollieren. Der dritte Fußschalter mit der Bezeichnung «Kill», schaltet das trockene Signal ab und lässt nur noch das Effektsignal erklingen. Vor allem für experimentelle Swell-Sounds ist das eine tolle Sache. Mit dem Hold-Taster lässt sich natürlich allerhand Schabernack treiben. Je nachdem wie der Swell-Regler eingestellt ist, brechen beeindruckende Krachwellen über einen herein. 


A Multi Reflector Unit: A pedal’s musicality is fundamental at JPTR FX. So, whether you use the pedal with your guitar, bass, drums, synths or even vocals to further explore the cavernous and layered reflective depths within, the KALEIDOSCOPE was designed to complement and adapt to all manner of musical styles and input signals. Roll back the reverb and dime the feedback control for lush, rhythmic wobbles that twist and gyrate along to your sound-beds or turn everything up for a saturated, sustained sound. The Compression Dial comes right after the reverb, which really helps to really push your tails – as the reverb fades out, the compression pulls it back up to helping to elevate your seat in the mix. At the same time, 3 separate control stages offer you instant shifts in depth, texture and oscillation, ranging from the warm and haunting cloudscapes we have come to love, to an all-wet, crispy whisper with the help of the designated Kill-Dry Switch. Plus – and if the mood strikes – push and hold the momentary switch at the heart of the KALEIDOSCOPE ‘s enclosure to extend your drones into perpetuity. (JPTR FX)

Es ist immer toll zu sehen, wenn sich ein Hersteller wie JPTR FX so rasant entwickelt. Mit den bisweilen etwas rustikal konstruierten Geräten der Anfangstage, haben unsere Testpedale zumindest in Punkto Qualität und Verarbeitung nichts mehr zu tun. Ganz im Gegenteil: JPTR FX reiht sich damit in die Riege der wirklich großartigen Boutique-Hersteller aus Deutschland ein und muss sich vor niemandem verstecken. Was noch immer geblieben ist, ist die völlig kompromisslose Herangehensweise, mit der Chris Jupiter den Sound seiner Pedale abstimmt. Hier müssen die Ohren wirklich einiges ertragen und vor allem Pedale wie der Super Weirdo sind klanglich – natürlich im positiven Sinne – eine echte Herausforderung! (Gitarre & Bass)

Fazit: Während meinen Tests mit der Bass-Gitarre entschied ich den «Kill» immer anzulassen. Fügt einfach Saft hinzu. Der Reverbsound allein ist seh schmutzig und weniger «Ambient» als erwartet. Ich habe Videos gesehen, die einen «Ambient-Sound» samt Möglichkeiten anpriesen, die mir leider bis jetzt verborgen blieben. Das Pedal kann aber als eine Art Kompressor dienen mit leichten bis schweren Oszillationen. Aus Neugier verband ich das Kaleidoscope mit dem Superego Plus. In dieser Reihenfolge entstand ein seltsames Grundrauschen, welches aber in der umgekehrten Reihenfolge wiederum nicht mehr auftauchte. Das Kaleidoscope mag es eben am Schluss der Kette zum Einsatz zu kommen. Ebenso gefiel mir das Kaleidoscope sehr im Send/Return des Superego Plus. Weiter vergleich ich den analogen Kaleidoscope-Sound mit paar «analogen» Pedalen auf Oszillation, mögliche Kompression, Reverb und «allgemeines Klanggefühl» und entschied mich eben aus diesen Gründen für das Kaleidoscope. Es hat eben etwas, das die anderen Pedale und vor allem vergleichbare Reverbpedale nicht haben. Bei solch einem speziellen Pedal ist es natürlich immer so eine Sache. Hier ist eben die Frage, was genau einem wichtig ist.

Ein gar nicht so unähnlich aber sauberer klingendes Hallpedal, welches ebenfalls in Deutschland gefertigt wird, wäre das Kafka Reverb von Orion Effekte. Hier haben wir einen ebenfalls interessanten Sound aber eben ein bisschen weniger Ausstattung. Und genau aus diesem Grund kontaktierte ich vorletztes Jahr die Schmiede auf ein V2. Dieses sollte September letztes Jahr für mich gemacht werden. Als Prototyp. Doch dazu kam es nicht und ich bezweifle auch mittlerweile, dass es jemals einen Kafka V2 geben wird!!! Im Grossen und Ganzen war es mir persönlich eben wichtig, mehr Zerre und Wärme zu haben, die in speziellen Fällen zur Geltung kommen darf. Als Bonus kam der eingebaute Gain/Kompressor-Regler und das Alles in einem Hall-Pedal! Somit führte mich meine Entscheidung in erster Linie nach Norddeutschland zu JPTR FX.

Quelle: Youtube, JPTR FX, Gitarre & Bass

All you need is… a Cab Simulator

Die Cab-Simulationen sind gegenwärtig in aller Munde. Man stöpselt ein und spielt mit vertrautem Sound über Kopfhörer oder die PA. Eine wunderbare Lösung. Im Oktober hatte ich das Vergnügen drei Cab-Simulatoren auszuprobieren. Das war noch kurz bevor Strymon das Iridium herausbrachte. Dieses hätte ich auch gern gehört, leider bekam ich nicht die Möglichkeit. Nun, Radar vs. Torpedo vs. Iconoclast. Wie immer habe ich recherchiert und entsprechend passende Videos auf Youtube, der unendlich tiefen Fundgrube, gefunden. Ich selbst produziere keine Videos; glücklicherweise hat Pete Thorn alle drei Geräte getestet. Somit kommt alles aus einer und der selben Hand. Tauchen wir also hinein…


Mooer: RADAR

Der Mooer Radar präsentiert sich als eine äußerst clever designte Speakersimulation, die durch die Qualität von Impulsantworten modernen Standards gerecht wird. Die Auswahl an Amps und Mikrofonen, der optionale EQ und die optionale Endstufensimulation machen das Kästchen zu einem universalen Recording- und DI-Tool und qualifizieren es auch als Backup für die Gitarrentasche, falls der Amp beim Gig versagen sollte. Zusätzlicher Pluspunkt ist die Möglichkeit, externe IRs zu laden, wodurch man ein sehr offenes und flexibles Konzept an Speaker-Optionen zur Hand hat. Der «Off-Label»-Use als Reverb oder Akustikgitarrenveredler kommt noch hinzu. Unterm Strich bleibt: Der Radar ist ein Knallerteil, zumal er jetzt 1024 Samples beherrscht und die Editiersoftware auch Mac-kompatibel ist. Die Möglichkeiten in Kombination mit dem Preis, der Größe und der Qualität sind so üppig, dass man bedenkenlos zum Kauf raten kann. Für alle, die eine saubere DI-Lösung suchen, herrscht Antestpflicht!

  • TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN
  • Hersteller: Mooer
  • Name: Radar
  • Typ: Speakersimulation auf Faltungsbasis
  • Herstellungsland: China
  • Display: Farb-LCD Display
  • Regler: Regler mit Dreh- und Schaltfunktion
  • Anschlüsse: 6,3 mm Mono-Klinken Ein/Ausgang, 3,5 mm Stereo Headphone, USB
  • Stromversorgung: 12 Volt DC-Netzteil (im Lieferumfang)
  • Stromverbrauch: 300 mA
  • Abmessungen (L x B x H): 94 x 43 x 50 mm
  • Gewicht: 143 g
  • Verkaufspreis: 129,00 Euro (Februar 2018)

Two Notes: Torpedo C.A.B. M

Der Two Notes Torpedo C.A.B. M liefert eine sehr flexible Speakersimulation im Pedal, die sich sehr gut für Bühne und Studio eignet, wenn man sich das Mikrofonieren sparen möchte bzw. einen Amp nicht laut aufdrehen kann. Im Angebot sind eine große Bandbreite an Cabs und Mikrofonen, deren Position wie im realen Leben verändert werden kann – mit dem Unterschied, dass kein Bühnenarbeiter oder Mitmusiker das sorgfältig eingestellte Mikrofon umwirft. Der integrierte Reverb hilft dabei, den Gitarrensound für Aufnahmen etwas plastischer darzustellen, und mit dem 6-Band-EQ lassen sich Feineinstellungen im Frequenzbild vornehmen. Das Einstellen mit der Two Notes Remote-App funktioniert problemlos und intuitiv. Klanglich kann das komplette Konzept absolut überzeugen und stellt eine klare Alternative zur Mikrofonierung dar. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut.

  • TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN
  • Hersteller: Two Notes
  • Modell: Torpedo C.A.B. M
  • Typ: Speaker-Simulator im Pedalformat
  • Regler: Parameter/Preset, Volume/Value
  • Schalter: Ground Lift, Input Level
  • Anschlüsse: Amp In, Speaker Out, USB, 9V DC, Headphones, Aux In, DI Out, Line Out
  • Cab Sim: 32 virtuelle Lautsprecherboxen, 8 Mikrofontypen, 8 Endstufensimulationen, 8 Raumsimulationen
  • AD/DA Wandlung: 24 Bit, 96 kHz
  • Stromaufnahme: 200 mA
  • Spannung: 12V DC
  • Display: OLED
  • Speicher: 100 Presets
  • Maße: 103 x 121 x 64 mm (B x T x H)
  • Gewicht: 448 Gramm
  • Verkaufspreis: 287,00 Euro (Juni 2019)

Neunaber: ICONOCLAST

Mit dem Iconoclast hat Neunaber Audio aus den USA ein ausgesprochen interessantes und vor allem sehr gut klingendes Speaker-Simulations-Pedal auf dem Markt, das auf allen Ebenen überzeugen kann. Es ist auf hohem Niveau gefertigt, die Bedienung ist intuitiv und mit der kostenlosen PC- und Mac-Software erreicht man weitere Parameter jenseits der Regelmöglichkeiten des Pedals. Außerdem bietet die Software die Möglichkeit eines Stereo-Enhancers, der ganz hervorragend klingt! Das Iconoclast ist zwar kein Schnäppchen, aber definitiv jeden Rappen wert.

  • TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN
  • Hersteller: Neunaber
  • Bezeichnung: Iconoclast
  • Herstellungsland: USA
  • Effekt-Typ: Speaker Emulator
  • Regler: Kopfhörer, Low, Mid, High, Gate
  • Anschlüsse: 2 x Mono/Stereo-Eingang, 2 x Mono/Stereo Ausgang symmetrisch/unsymmetrisch, 9-V-Netzteilanschluss, 3,6 mm Kopfhörer
  • Abmessungen: 116 mm x 68 mm x 47 mm
  • Gewicht: 227 Gramm
  • Batteriebetrieb: Nein
  • Besonderheiten: Software für weitere Regelmöglichkeiten
  • Ladenpreis: 289,00 Euro (August 2017)

Fazit: Ich teste diese Simulatoren auf meinem Bass-Pedalboard, auf dem bereits einige Dirt-Pedale (Overdrive und Fuzz) und das Boss EQ-200 Platz haben und hänge zum Schluss der Kette nacheinander je einen Cab-Simulator dran. Ganz ehrlich, vom Handling her ist das Radar mein Favorit. Es ist klein (Bitte nicht von der Verpackung beirren lassen!) und schön verarbeitet. Passt in jede noch so kleinste Tasche und Lücke auf dem Pedalboard. Trotz aller Features und Möglichkeiten gefällt mir der Sound nicht. Ich habe Mühe den Signalpegel einzustellen ohne, dass er übersteuert. Seltsam aber wahr. Vielleicht war das Gerät defekt, vielleicht habe ich was falsch gemacht? Das Torpedo C.A.B M hingegen gefällt mir vom Sound her sehr gut. Auch hier trotz aller Features (Cab Simulation, IR Loader mit Reverbs, EQ und aller physischen Anschlüsse, die man braucht oder auch nicht) verliere ich mich leider im Sumpf der Möglichkeiten. Sagen wir es mal so: Ich möchte eigentlich direkt loslegen und nur etwas justieren, damit der Sound für meine Ohren klingt. Hier haben die Franzosen solch ein interessantes Produkt auf den Markt gebracht, dass es für meinen Geschmack wiederum zu viel wird und mit der Software erst recht! Ganz grosses Kino. Das Torpedo ziehe ich dem Radar eindeutig vor. Nun, es bleibt noch der Iconoclast. Neunaber haben das was Tolles fabriziert. Sehr einfach und geradlinig. Das Pedal ist selbsterklärend. Ruck-Zuck ist der Sound eingestellt und ich lege los. Will ich tiefer eintauchen, so gehe ich an die Software. Diese ist ebenfalls selbsterklärend und minimalistisch aufgebaut. Keine Ablenkung, einfach ein direkter Weg. Der Iconoclast klingt für mich auf Einhieb schön und warm und verträgt jegliches Signal, welches ich schickte ohne zu übersteuern etc. Das gefällt mir.

Ich empfehle das Iconoclast allen, ob Gitarristen oder Bassisten, die einen ausgewogenen Sound wollen ohne davor viel Zeit mit Einstellungen zu verbringen, was selbstverständlich auch Spass machen kann ;-)

Dieses Jahr möchte ich gern das Iridium von Strymon und das Helix HX Stomp von Line 6 hören. Vielleicht klappt es und vielleicht dann aber mit einer grösseren Versionen von Iridium. Ich bin gespannt was Strymon Ende des Monats auf der NAMM so präsentieren werden…

Quellen: Youtube, Bonedo

MOOD, is it worth or is it DOOMed?

Ende 2019 hatte ich es und ich hab versucht es zu lieben. Ich hab’s geliebt und und wir sind doch keine Freunde geworden. Um klar zu sein, das MOOD ist cool. Es macht Spass. Es ist kompakt und fantastisch verbaut. Die Regler sind erste Sahne! Der Klang ist toll. Chase Bliss Audio sind hier eine spannende Zusammenarbeit eingegangen. Die linke Hälfte gestaltet von Old Blood Noise Endeavors samt Reverb, Delay und Buffer kommt gut. Das Reverb klingt solide gut. Richtig spannend wird’s im Zusammenspiel mit der rechten Seite (Drolo FX), die das Pedal letztendlich mit der Clock meiner Meinung so aufregend macht. Das ist nämlich richtig mega! Hier entsteht Granular und Glitch. Alle drei Einstellungen: Envelope, Tape und Stretch sind fantastisch. Hinzu kommt der Schnick-Schnack hinten und die Zusätze von Preset-Speicherung, des Midi- und Expression/CV-Anschlusses. So weit so gut.

Doch die Kehrseite ist die, dass nach all meinen angeschauten Videos, gelesenen Manuals etc. der Spassfaktor lediglich auf der Micro-Loop-Seite geblieben ist. Somit habe ich lediglich Texturen durchs Looping erstellt und die linke Seite fürs Reverb-Smearing gebraucht. Voll in Ordnung, aber wie gesagt, für mich blieb’s wirklich nur bei der Micro-Looping-Seite des MOODs. Für mehr reichte die linke Seite trotz des Buffers für mich persönlich nicht aus! Gott sei Dank kommt der Blooper demnächst. Gestern Abend habe ich noch gedacht, nach dem ich ein Demo gesehen habe: Chase Bliss hätten meine Gedanken gelesen – Hier kommt das ultimative Teil fürs Micro-Looping. Hier wird «die rechte Hälfte des MOODs» voll ausgeschöpft. Yeah! Ich freue mich… Hier ein kleiner Vergleich.

Hinzu kommt, das MOOD ist leider in mono (Auch der Blooper!) Für mich ist es ein tolles Pedal, welches ich leider in meinem Einsatz nicht öfters einsetzten kann und das wollte ich doch sooo gerne! Sehr schade. Danke Joel Gilardini für die Test-Leihgabe.

Quellen: Chase Bliss Audio, Youtube, Guitarpedalx

All you need is… good Headphones!

Kopfhörer können ein leidiges Thema sein. Fragen wie geschlossene oder offene Kopfhörer haben mich länger beschäftigt. Ebenso das Thema rund um die Ohm-Leistung. Ich habe mehrere Kopfhörer ausprobieren dürfen und habe mich letztendlich in meinem Home-Studio für DT 990 Pro 250 Ohm von Beyerdynamic entschieden. Für meine Ohren klangen diese schön und lagen vor allem sehr angenehm auf dem Kopf und den Ohren. Und diese Kopfhörer waren und sind auch dafür, was sie sind und bieten, recht preiswert. Heute habe ich zwei spannende Video-Beiträge von «In the Mix» auf Youtube gefunden, die sich mit genau dieser Thematik befassen. Schaut sie euch an und entscheidet selbst ;-)

32 ohm vs 250 ohm – Which Headphones Sound Best?

Can You Mix In Headphones? Closed vs Open Back for the Best Sound

Quellen: Youtube

Durchgefallen!

Minimalismus im Studio? Mein persönlicher Ansatz – Letzter Teil: I failed!

In den ersten beiden Teilen der Minimalismus-Reihe habe ich einiges aus meiner persönlichen Sicht erzählt und mir selbst Grenzen auferlegt. Diese habe ich bereits nach zwei Wochen überschritten und bin somit gescheitert! Warum ich durchgefallen bin? Erfährst Du hier…
Viel Spass beim Lesen.

Nun, ich habe eingekauft. Nein, ich war gezwungen. Gut, ich konnte nicht widerstehen. Ich musste es tun. Wie auch immer – Ich habe den, mir selbst auferlegten Vorsatz des ersten Blogeintrags der Minimalismus-Reihe bereits gebrochen. Ihr müsst mir glauben, ich habe mein Equipment gecheckt und es musste sein. Es musste einfach sein und ich bereue meine Entscheidung nicht. Das LaunchControl XL in Zusammenarbeit mit Push oder LaunchPad Pro ist einfach unschlagbar. Wer mit dem Push gearbeitet hat, weiss, dass die Volume-, Send/Return-Angelegenheiten zwar zugänglich, aber wirklich nicht optimal gelöst sind. Das können sie auch gar nicht. Push ist ein kompaktes Wunderwerk für Ableton Live. Wer darüber hinaus will, muss auslagern. Nan ja und der DIG von Strymon ist ja bereits von mir im «All you need is… Delay» -Betrag vorgestellt worden und seit langem auf meiner persönlichen «Must Have»-Liste ganz oben. Joel Gilardini schickte mir vor paar Tagen eine Nachricht am frühen Morgen, ich solle mir jenes Angebot auf einer Plattform mal ansehen. Ja, so kam das eine zum Anderen…

Es gurkt mich an meinen Vorsatz gebrochen zu haben. Ganz ehrlich. Das war nicht der Plan. Und trotzdem ist es so – Ich habe Waren gekauft. Punkt. Das Home Studio wird grösser…

Passend zum Thema bekam ich am Mittwoch eine Nachricht per SMS von Uwe Zahn aka Arovane. In der Nachricht stand nichts anderes als eine Internetadresse, die auf eine Webpage führte. Ich habe keine Ahnung, wo Uwe das Gespür hernimmt, hier und da, zum richtigen Zeitpunkt mit einer simplen Webpageadresse ein aufbauendes Statement zu machen – Aber es ist so! Vielleicht liest er ja auch hin und wieder, was ich fabriziere… Danke Uwe.

Uwes Webpageadresse führt zur Dean’s List. Dean’s List fasst so gesehen alles zusammen, was ich in meinen letzten Blogbeiträgen angesprochen habe. Es beweist mir, dass sich viele Leute Gedanken machen und nach Lösungen suchen. So sehr esoterisch der Begriff «Minimalismus» für den einen oder anderen klingen mag, so sehr brauchen wir ihn auch. Für mich ist es nach drei Wochen Auseinandersetzung mit dem Thema wieder klar: Die Abwechslung und Dynamik sind für mich massgebend. Das ist für mich die richtige Strategie. Ebenso wie die Auseinandersetzung mit der Materie. Denn, geht es mal nicht weiter, muss die Sache ruhen bis es wieder soweit ist. Und wann das sein wird, das wissen nur die Götter ;-)

Die meisten meiner Kapitel behandeln meine eigenen sowie die berufsüblichen Katastrophen. Also die Momente, in denen ich beim Musizieren im Sumpf landete und anschliessend nachdenken musste, was schieflief. Und wie ich mich und meine Musik retten könnte.
Deshalb ist die Musik auch ein abenteuerlicher Beruf oder Hobby: Es geht im Kleinen immer darum, dass man überlebt. Und im Grossen auch.
Mit diesen Sätzen beende ich diese Reihe. Bis bald…


Dean’s list of things to do to help get your music mojo (inspiration to WORK) back

1. TAKE THE PRESSURE OFF.

Sitting down with the INTENTION TO WORK is very different than sitting down with the intention to “just play around with your gear” in the studio. Give your mind a break and take the pressure off. Tell yourself right at the start, “I’m not trying to make a track – I’m just going to PLAY AROUND with the gear FOR FUN”. Often, you’ll end up inspired from that fun, and end up *wanting* to start working…. (and if not, you still had FUN with the gear – and that alone is enough!!)

2. ORGANIZE YOUR SOUNDS/SAMPLES.

Seriously. Start going through your SAMPLES collection – previewing sounds and samples – and DELETING EVERYTHING that you would NEVER USE. Often, you will get inspiraion from just hearing a sound or sample! You might feel the urge right away to *start working* with some of these sounds, or at the very least – you will have a more organized sample collection of better quality sounds (that you actually like) for NEXT TIME. This is a win-win.

3. Listen to your SYNTH PATCHES.

Just turn on ANY synth – virtual or hardware – and starting going through sounds. Find a way to notate, re-organize, label or SAVE your favorite sounds SOMEHOW so when you need a new sound the next time you are WORKING, you already have a collection of patches that you HAND-PICKED-OUT! You already know that you like these sounds, so it will be easier to find something you can actually use. Often, I get inspired to WORK and start making something just from listening to sounds. You might hear a new sound that inspires you – and you might end up wanting to WORK with it right now!

4. Go back through your old, UNFINISHED projects.

Is it shit? Be honest with yourself. If you’re not going to go back to the project and actually FINISH it, then simply render out anything you can use to a folder of “YOUR PERSONAL SAMPLES” and then DELETE that project! Often, loading old projects can get you fired up to work on one. It can also start to get you down that there are so many unfinished projects… This is why you DELETE the ones that you are never going to finish – keep the AMOUNT of unfinished shit to a minimum – so it doesn’t overwhelm you. Then, you’ll also end up with a folder of CUSTOM samples/sounds/loops that YOU MADE that you can start pulling from in the future when you need fresh inspiration. Things work differently when you take them out of their original context – and that track of yours with all the pieces that didn’t quite fit together, might yield a wealth of new sample fodder to start something fresh with!

5. NEW SOUNDS = NEW INSPIRATION.

Buy a new loop pack, or a new presets / sound bank for any one of your synths and start exploring some new sounds. Got a synth you don’t play very much because the sounds aren’t that great? Is there a third party soundbank for that synth? If you’re into programming sounds, grab your *most lackluster* synth in the studio, and try to program a new sound on it that doesn’t suck. If you suceed – you probably now have the basis for a new track in that new sound!

6. Don’t let the legnth of the journey stop you from starting.

It takes a LOT of work (as we all know) to make and FINISH a track. That can be daunting and frustrating or even straight-up annoying when you need to start something new AGAIN… Don’t think of all the steps you’re going to take along the way to finishing another track. Just take the FIRST STEP and actually start steppin’! The rest will feel familiar and natural once you get started! It’s a process. You’re not going to write one EP and then stop, right? Just KEEP DOING IT!

7. Gear getting You down?

Maybe you made some wrong gear choices or a bad DAW decision, and that’s why you lost your inspiration. WHOOPS! Don’t fret – That happens to ALL OF US! It’s EASY to get caught up in G.A.S. (Gear Aquisition Syndrome) while trying to keep up with your favorite YouTubers or your Synth Buddies. Sometimes you end up with gear that just isn’t working for you and you’re just *forcing* it into your old, familiar and comfortable workflow. Even turning the gear on can sometimes become a massive weight of frustration and self-doubt on your shoulders.

Don’t be afraid to take a step back, clear some gear out of your space, minimize the clutter and *re-focus* on what your end goal actually is.

The tools you will need to be out and setup, are often very different depending on what you are trying to create. Maybe it’s time to put some of the extra gear in the closet for a bit, so you can more clearly focus on the *current* end goal. It’s only temporary, anyhow. You’re not going to write just one EP and then stop, right? You can choose different gear and move things around again for the NEXT track or project (if you want).

8. Admire your own work!

This one is a bit different. Not feeling like working or making new music lately? Sit down IN YOUR SPACE and listen to your FINISHED tracks. They are DONE – you don’t have to think about how you would have changed things or made it differently, or mixed the snare 1.5db louder. JUST LISTEN. *YOU* made that. Doesn’t that make you feel amazing?! Would you like to keep feeling amazing? If you’re not yet, start again on step one!

Quelle: Dean’s List

Die Leichtigkeit des Seins.

Minimalismus im Studio? Mein persönlicher Ansatz – Teil Zwei: That’s in my bag…

Wir gehen auf Reisen, wir gehen ins Studio, wir sind mobil. Doch je älter wir werden, desto weniger möchten wir «schleppen». Mir geht es jedenfalls so und ich fluche über jedes Kilo zu viel! Unser Komfort liegt eindeutig in der Leichtigkeit des Seins. Ich versuche diese für mich zu definieren… Viel Spass beim Lesen.

«That’s in my bag» beginnt eigentlich bei der Taschen-, Kofferauswahl. Schwamm drüber. Ich nehme was passt und nicht zu schwer ist. Das ist keine Schwarze Magie. Ich preise hier keine Produkte dieser Rubrik an und distanziere mich von jeglichen Amazon-Monetisierungsangeboten. Wenn ihr einen guten Reisebegleiter habt, der das teure Hab und Gut sicher von A nach B bringt – go for it. Do not buy a new one!

Es gibt sehr viele Videos im Netz über reduzierte Setups. Cockoo hat mal ein über einstündiges Video auf YouTube gepostet, in dem er sein Live-Setup präsentierte und ausführlich begründete. Ich finde, das ist eine tolle Sache, denn wir brauchen auch nicht super viel. Wir meinen es nur ;-)

Aus meiner Sicht ist es wichtig, stets fokussiert zu bleiben und folgende Fragen an sich selbst vorab zu stellen: Was ist die musikalische Idee? Wie komme ich dahin? Was brauche ich dazu? Auf das «Was brauche ich dazu?» möchte ich heute eingehen. Hier drei kurze und schnelle Beispiele aus meinem gegenwärtigen Setup. Grob als Anregung vorgeführt.

Minimal

Hier ist die Idee, so wenig wie möglich mitzunehmen. Was nicht mit ist, wird nicht ersetzt. Es gibt keine grossen Spielräume. Man hat, was man hat und performt damit. Die musikalische Idee wird auf diese Art und Weise von Anfang an geformt oder wiedergegeben. Es gibt Aufnahmegeräte, wie das Zoom H4n, die auch als Interface eingesetzt werden können. Solch eines kommt mit. Immer! Ein kleiner Standalone-Sampler oder Synth, Kopfhörer samt Kabeln. Oder ganz einfach dein Computer. That’s it!

Klein, leicht – Das reicht.

Kleine Performances und Sessions sind einfach vorauszuplanen. Im Prinzip braucht es nicht viel. Vorausgesetzt man hat sich darüber Gedanken gemacht, denn das ist der erste Schritt. Wem es nicht liegt voraus zu planen, der entscheide weise spontan. Hat man mehrere Hardware-Controller entscheidet man sich für ein Kompromiss aus Funktionalität und Grösse und Gewicht. Auf dem unteren Foto habe ich alle meine gegenwärtigen Controller (abgesehen vom UF 5 Oktaven Keyboard) abgelichtet. Spontan entscheide ich mich für das Launchpad Pro von Novation. Als mobile Soundkarte nehme ich das Apogee One. Die kleine Zoom nutze ich normalerweise fürs iPad und das Zoom H4n samt Tripod für Aussen- oder spontane Aufnahmen ohne Computer. Die grosse Akai EIE Pro (nicht auf dem Bild) lasse ich zu Hause. Kabel und Stromadapter sind nicht mit eingezählt. Dieses Setup braucht eigentlich nur zwei USB-Kabel, vielleicht vier bis sechs gute Audiokabel und eine gute Stromsteckerleiste. Das ist eigentlich alles. Bei Kopfhörern entscheide ich mich meistens für die Grossen. Irgendwie mag ich das besser so ;-) Mixer und Speaker sind natürlich noch eine andere Sache. Ich versuche die Mitnahme möglichst zu vermeiden. Mein Rücken dankt und die Clubs und Musikerfreude sind meistens gut ausgestattet. Will man seine Pedale als Hardware mit einsetzten, kommt eine weitere Tasche dazu. Cool ist ein Delay und Reverb im Send/Return-Kanal. Oder ausgefallene Granulareffekte in Kombination mit Delay und/oder Reverb. Wer es mag, nimmt vielleicht noch einen Kassetten- oder MiniDisc-Recorder mit oder ein externes Instrument. Aber dann sollte es auch schon wirklich reichen. Mein Punkt ist: Was auch immer verwendet wird, ob Modular, Drum-Machines, Gitarre ect. weniger ist mehr und wahrhaftig – auf der Bühne oder bei einer gemeinsamen Session – man hat schon genug zu tun mit dem, was man hat! Wichtig ist noch, dass das Setup vor allem, für eventuelle Improvisationen, flexibel genug ist. Im Studio darf diese Denkweise genauso gelten. Ich denke einfach, es muss nicht ausarten.

Maximal – Dein Rücken dankt dir später!

Eines meiner kommenden Projekte findet in Winterthur statt. Ich treffe einen Klavierspieler, den ich aufnehmen werde. Seine Räumlichkeiten sind akustisch schön, ganz zu schwiegen von der inspirierenden Optik. Unser gemeinsames Projekt sieht vor, das Klavier aufzunehmen und es akustisch zu «verfremden». Live oder post. Ich habe vorab geklärt, welches Aufnahmeequipment wir benutzen werden. Was möglich ist und wieviel es brauchen wird. Das «wieviel es brauchen wird», ist immer eine Daumenansage, aber hier liegt man oftmals erfahrungstechnisch richtig. Weniger ist mehr, mit einem As im Ärmel! So, die Mikrophone fürs Klavier sind in Winterthur, Kabel und Mischpult ebenfalls. Da ich sowohl mit dem Computer als auch mit meinen Pedalen arbeiten möchte, habe ich für mich direkt eine Vorab-Auswahl getroffen und in Erfahrung gebracht, was es sonst noch an interessanten Hardware-Geräten vor Ort gibt. Aha, ein Lexicon-Reverb. Das könnte ich eventuell benützen. Top, somit kommt mein Mac samt kompletter interner Peripherie mit. Wahrscheinlich werde ich keinen Midi-Controller mitnehmen, denn die Aufnahmen kann ich mit der Maus oder dem Pad steuern. Im Falle einer «Live-Verfremdung», damit sind generell Dornes und andere elektronische Spielereien gemeint, käme eventuell für die Steuerung mein Ableton Push mit. Für die Audioaufnahmen kommt meine EIE Pro Soundkarte samt den Beyerdynamic DT 990 Pro Kopfhörern mit. Mein Padelboard bestücke ich mit dem Strymon Zuma für die Stromversorgung der Pedale, Deco, El Capistan, Memory Man Deluxe ’90er Version, Zoom MS-70, Neunaber Reverberator, Superego Plus, einem BitCrusher und Alesis AirFX mit dem Kaoss Pad 3. Die Reihenfolge steht noch nicht fest. Entweder in Serie oder parallel. Das wird reichen. Vielleicht sind es sogar zu viele Pedale, aber das eine oder andere könnte das besagte As im Ärmel sein (MS-70). Falls nicht, ich habe ja noch meinen Computer dabei… Und nun ja – Alles andere ergibt sich… Das Gewicht ist hier enorm höher und man hat viel mehr zu tragen. Ich habe das kurz vorhin zusammengestellt und bin auf easy mehrere schwere Kilo zusammengekommen. Vor allem mit dem Pedalboard. Vielleicht überdenke ich das Ganze nochmals. Ich habe ja noch etwas Zeit…!


Fazit:

Kurzum, wieviel brachen wir, um akzeptabel performen zu können? Wieviel brauchen, um im eigenen Studio gute Arbeit zu verrichten? Ich denke im Grossen und Ganzen braucht es wirklich nicht viel. Was wir aber brauchen, ist die Erkenntnis, was und wieviel wir wirklich brauchen. Und diese kommt mit der Erfahrung. Und die Erfahrung kommt mit der Zeit. Jeder wird zum «Meister» mit der Zeit und findet für sich heraus, was er nötig hat und wieviel. Noch besser gesagt, man wird zum «Meister der Kompromisse». Und das ist für mich hier die Essenz. Was und wie viel man sich an Equipment leistet oder leisten kann, ist nicht das Thema. Wenn die musikalische Idee mit einem Gerät/Plug-in umgesetzt werden kann. Soll es so sein. Also, Gedankenstützen sind gut, tausende von Videos sind gut, Empfehlungen sind gut – Selbst herausfinden ist der einzige und richtige Weg!

Nächste Woche geht es weiter mit: I failed!