Mastering the Pedal: Kaleidoscope by JPTR FX

In einem der vergangenen Beiträge  zum Thema «All you need is a Reverb» listete ich unter anderem zwei meiner Reverb-Pedale, die ich «gern hätte»: Kafka von Orion Effekte und Ama von AC Noises. Erstaunlicherweise entschied ich mich letztendlich für das weniger bekannte Kaleidoscope aus der Schmiede JPTR FX und bin mit meiner Entscheidung happy. Ich stelle mir im Prinzip immer die Frage, was kann da noch Neues an Klangbild kommen und wie viel braucht man mehr an Equipment, das unter Umständen ähnlich funktioniert und entsprechend ähnlich klingt!? Welche Chips werden verbaut und so weiter. Ganz ehrlich, ich weiss es nicht, jeder wie er oder sie es mag, aber die Tendenz ist ganz klar wieder nach oben. High End-Editionen wie das Mako D1 von Walrus sind so ein Beispiel. High Fidelity als Gegenbewegung zu Lo-Fi. Klingt mega, aber aber aber. Ihr wisst was ich meine. Nun, das Kaleidoscope ist alles andere als Hi-Fi. Es ist laut und dirty und sauber verbaut. Tauchen wir ein…

Das Kaleidoskope ist ein sehr spannendes Pedal. Schon beim ersten Antesten wird schnell deutlich, wie sehr das Feedback- und das Reverb-Poti miteinander interagieren. Doch wie das Ganze miteinander letztendlich wirklich funktioniert, war die grösste Frage seit dem ich das Polymoon von Metis zu «meisterten» versuchte. Zum Thema Polymoon bald mehr. Ich brauchte zwei-drei Nachmittage, um es selbst heraus zu finden. Dann suchte ich ein Manual. Dieses habe ich als JPG weiter unten aufgeführt. Es gab zu dem ein wirklich gutes Youtube-Video von Stefan Fast (The Pedal Zone), das ich gern aufgeführt hätte, doch leider ist es nicht mehr online. Dafür gibt es dieses von Sofa Jams.

Von ganz dezentem Hall, bis hin zu einem wilden Noise-Rausch, lässt sich der Effekt mit den zwei Reglern wunderbar formen. Dreht man die Verzerrung (Gain) nach und nach auf, wird der Sound nicht nur zunehmend schmutziger, auch die Hallfahne wird länger und komprimierter. Hier bedarf es – je nach gewünschtem Sound – einer Feinabstimmung der vier Regler, um den Klang des Kaleidoscopes unter Kontrolle zu halten. Neben dem Bypass-Switch finden wir zwei weitere Schalter. «Hold» lässt das Gerät in eine Art «Freeze-Modus» schicken und in sich selbst oszillieren. Wie heftig dieser Effekt ausfallen soll, lässt sich mittels des Swell-Amount-Reglers gut kontrollieren. Der dritte Fußschalter mit der Bezeichnung «Kill», schaltet das trockene Signal ab und lässt nur noch das Effektsignal erklingen. Vor allem für experimentelle Swell-Sounds ist das eine tolle Sache. Mit dem Hold-Taster lässt sich natürlich allerhand Schabernack treiben. Je nachdem wie der Swell-Regler eingestellt ist, brechen beeindruckende Krachwellen über einen herein. 


A Multi Reflector Unit: A pedal’s musicality is fundamental at JPTR FX. So, whether you use the pedal with your guitar, bass, drums, synths or even vocals to further explore the cavernous and layered reflective depths within, the KALEIDOSCOPE was designed to complement and adapt to all manner of musical styles and input signals. Roll back the reverb and dime the feedback control for lush, rhythmic wobbles that twist and gyrate along to your sound-beds or turn everything up for a saturated, sustained sound. The Compression Dial comes right after the reverb, which really helps to really push your tails – as the reverb fades out, the compression pulls it back up to helping to elevate your seat in the mix. At the same time, 3 separate control stages offer you instant shifts in depth, texture and oscillation, ranging from the warm and haunting cloudscapes we have come to love, to an all-wet, crispy whisper with the help of the designated Kill-Dry Switch. Plus – and if the mood strikes – push and hold the momentary switch at the heart of the KALEIDOSCOPE ‘s enclosure to extend your drones into perpetuity. (JPTR FX)

Es ist immer toll zu sehen, wenn sich ein Hersteller wie JPTR FX so rasant entwickelt. Mit den bisweilen etwas rustikal konstruierten Geräten der Anfangstage, haben unsere Testpedale zumindest in Punkto Qualität und Verarbeitung nichts mehr zu tun. Ganz im Gegenteil: JPTR FX reiht sich damit in die Riege der wirklich großartigen Boutique-Hersteller aus Deutschland ein und muss sich vor niemandem verstecken. Was noch immer geblieben ist, ist die völlig kompromisslose Herangehensweise, mit der Chris Jupiter den Sound seiner Pedale abstimmt. Hier müssen die Ohren wirklich einiges ertragen und vor allem Pedale wie der Super Weirdo sind klanglich – natürlich im positiven Sinne – eine echte Herausforderung! (Gitarre & Bass)

Fazit: Während meinen Tests mit der Bass-Gitarre entschied ich den «Kill» immer anzulassen. Fügt einfach Saft hinzu. Der Reverbsound allein ist seh schmutzig und weniger «Ambient» als erwartet. Ich habe Videos gesehen, die einen «Ambient-Sound» samt Möglichkeiten anpriesen, die mir leider bis jetzt verborgen blieben. Das Pedal kann aber als eine Art Kompressor dienen mit leichten bis schweren Oszillationen. Aus Neugier verband ich das Kaleidoscope mit dem Superego Plus. In dieser Reihenfolge entstand ein seltsames Grundrauschen, welches aber in der umgekehrten Reihenfolge wiederum nicht mehr auftauchte. Das Kaleidoscope mag es eben am Schluss der Kette zum Einsatz zu kommen. Ebenso gefiel mir das Kaleidoscope sehr im Send/Return des Superego Plus. Weiter vergleich ich den analogen Kaleidoscope-Sound mit paar «analogen» Pedalen auf Oszillation, mögliche Kompression, Reverb und «allgemeines Klanggefühl» und entschied mich eben aus diesen Gründen für das Kaleidoscope. Es hat eben etwas, das die anderen Pedale und vor allem vergleichbare Reverbpedale nicht haben. Bei solch einem speziellen Pedal ist es natürlich immer so eine Sache. Hier ist eben die Frage, was genau einem wichtig ist.

Ein gar nicht so unähnlich aber sauberer klingendes Hallpedal, welches ebenfalls in Deutschland gefertigt wird, wäre das Kafka Reverb von Orion Effekte. Hier haben wir einen ebenfalls interessanten Sound aber eben ein bisschen weniger Ausstattung. Und genau aus diesem Grund kontaktierte ich vorletztes Jahr die Schmiede auf ein V2. Dieses sollte September letztes Jahr für mich gemacht werden. Als Prototyp. Doch dazu kam es nicht und ich bezweifle auch mittlerweile, dass es jemals einen Kafka V2 geben wird!!! Im Grossen und Ganzen war es mir persönlich eben wichtig, mehr Zerre und Wärme zu haben, die in speziellen Fällen zur Geltung kommen darf. Als Bonus kam der eingebaute Gain/Kompressor-Regler und das Alles in einem Hall-Pedal! Somit führte mich meine Entscheidung in erster Linie nach Norddeutschland zu JPTR FX.

Quelle: Youtube, JPTR FX, Gitarre & Bass

All you need is… a Cab Simulator

Die Cab-Simulationen sind gegenwärtig in aller Munde. Man stöpselt ein und spielt mit vertrautem Sound über Kopfhörer oder die PA. Eine wunderbare Lösung. Im Oktober hatte ich das Vergnügen drei Cab-Simulatoren auszuprobieren. Das war noch kurz bevor Strymon das Iridium herausbrachte. Dieses hätte ich auch gern gehört, leider bekam ich nicht die Möglichkeit. Nun, Radar vs. Torpedo vs. Iconoclast. Wie immer habe ich recherchiert und entsprechend passende Videos auf Youtube, der unendlich tiefen Fundgrube, gefunden. Ich selbst produziere keine Videos; glücklicherweise hat Pete Thorn alle drei Geräte getestet. Somit kommt alles aus einer und der selben Hand. Tauchen wir also hinein…


Mooer: RADAR

Der Mooer Radar präsentiert sich als eine äußerst clever designte Speakersimulation, die durch die Qualität von Impulsantworten modernen Standards gerecht wird. Die Auswahl an Amps und Mikrofonen, der optionale EQ und die optionale Endstufensimulation machen das Kästchen zu einem universalen Recording- und DI-Tool und qualifizieren es auch als Backup für die Gitarrentasche, falls der Amp beim Gig versagen sollte. Zusätzlicher Pluspunkt ist die Möglichkeit, externe IRs zu laden, wodurch man ein sehr offenes und flexibles Konzept an Speaker-Optionen zur Hand hat. Der «Off-Label»-Use als Reverb oder Akustikgitarrenveredler kommt noch hinzu. Unterm Strich bleibt: Der Radar ist ein Knallerteil, zumal er jetzt 1024 Samples beherrscht und die Editiersoftware auch Mac-kompatibel ist. Die Möglichkeiten in Kombination mit dem Preis, der Größe und der Qualität sind so üppig, dass man bedenkenlos zum Kauf raten kann. Für alle, die eine saubere DI-Lösung suchen, herrscht Antestpflicht!

  • TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN
  • Hersteller: Mooer
  • Name: Radar
  • Typ: Speakersimulation auf Faltungsbasis
  • Herstellungsland: China
  • Display: Farb-LCD Display
  • Regler: Regler mit Dreh- und Schaltfunktion
  • Anschlüsse: 6,3 mm Mono-Klinken Ein/Ausgang, 3,5 mm Stereo Headphone, USB
  • Stromversorgung: 12 Volt DC-Netzteil (im Lieferumfang)
  • Stromverbrauch: 300 mA
  • Abmessungen (L x B x H): 94 x 43 x 50 mm
  • Gewicht: 143 g
  • Verkaufspreis: 129,00 Euro (Februar 2018)

Two Notes: Torpedo C.A.B. M

Der Two Notes Torpedo C.A.B. M liefert eine sehr flexible Speakersimulation im Pedal, die sich sehr gut für Bühne und Studio eignet, wenn man sich das Mikrofonieren sparen möchte bzw. einen Amp nicht laut aufdrehen kann. Im Angebot sind eine große Bandbreite an Cabs und Mikrofonen, deren Position wie im realen Leben verändert werden kann – mit dem Unterschied, dass kein Bühnenarbeiter oder Mitmusiker das sorgfältig eingestellte Mikrofon umwirft. Der integrierte Reverb hilft dabei, den Gitarrensound für Aufnahmen etwas plastischer darzustellen, und mit dem 6-Band-EQ lassen sich Feineinstellungen im Frequenzbild vornehmen. Das Einstellen mit der Two Notes Remote-App funktioniert problemlos und intuitiv. Klanglich kann das komplette Konzept absolut überzeugen und stellt eine klare Alternative zur Mikrofonierung dar. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut.

  • TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN
  • Hersteller: Two Notes
  • Modell: Torpedo C.A.B. M
  • Typ: Speaker-Simulator im Pedalformat
  • Regler: Parameter/Preset, Volume/Value
  • Schalter: Ground Lift, Input Level
  • Anschlüsse: Amp In, Speaker Out, USB, 9V DC, Headphones, Aux In, DI Out, Line Out
  • Cab Sim: 32 virtuelle Lautsprecherboxen, 8 Mikrofontypen, 8 Endstufensimulationen, 8 Raumsimulationen
  • AD/DA Wandlung: 24 Bit, 96 kHz
  • Stromaufnahme: 200 mA
  • Spannung: 12V DC
  • Display: OLED
  • Speicher: 100 Presets
  • Maße: 103 x 121 x 64 mm (B x T x H)
  • Gewicht: 448 Gramm
  • Verkaufspreis: 287,00 Euro (Juni 2019)

Neunaber: ICONOCLAST

Mit dem Iconoclast hat Neunaber Audio aus den USA ein ausgesprochen interessantes und vor allem sehr gut klingendes Speaker-Simulations-Pedal auf dem Markt, das auf allen Ebenen überzeugen kann. Es ist auf hohem Niveau gefertigt, die Bedienung ist intuitiv und mit der kostenlosen PC- und Mac-Software erreicht man weitere Parameter jenseits der Regelmöglichkeiten des Pedals. Außerdem bietet die Software die Möglichkeit eines Stereo-Enhancers, der ganz hervorragend klingt! Das Iconoclast ist zwar kein Schnäppchen, aber definitiv jeden Rappen wert.

  • TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN
  • Hersteller: Neunaber
  • Bezeichnung: Iconoclast
  • Herstellungsland: USA
  • Effekt-Typ: Speaker Emulator
  • Regler: Kopfhörer, Low, Mid, High, Gate
  • Anschlüsse: 2 x Mono/Stereo-Eingang, 2 x Mono/Stereo Ausgang symmetrisch/unsymmetrisch, 9-V-Netzteilanschluss, 3,6 mm Kopfhörer
  • Abmessungen: 116 mm x 68 mm x 47 mm
  • Gewicht: 227 Gramm
  • Batteriebetrieb: Nein
  • Besonderheiten: Software für weitere Regelmöglichkeiten
  • Ladenpreis: 289,00 Euro (August 2017)

Fazit: Ich teste diese Simulatoren auf meinem Bass-Pedalboard, auf dem bereits einige Dirt-Pedale (Overdrive und Fuzz) und das Boss EQ-200 Platz haben und hänge zum Schluss der Kette nacheinander je einen Cab-Simulator dran. Ganz ehrlich, vom Handling her ist das Radar mein Favorit. Es ist klein (Bitte nicht von der Verpackung beirren lassen!) und schön verarbeitet. Passt in jede noch so kleinste Tasche und Lücke auf dem Pedalboard. Trotz aller Features und Möglichkeiten gefällt mir der Sound nicht. Ich habe Mühe den Signalpegel einzustellen ohne, dass er übersteuert. Seltsam aber wahr. Vielleicht war das Gerät defekt, vielleicht habe ich was falsch gemacht? Das Torpedo C.A.B M hingegen gefällt mir vom Sound her sehr gut. Auch hier trotz aller Features (Cab Simulation, IR Loader mit Reverbs, EQ und aller physischen Anschlüsse, die man braucht oder auch nicht) verliere ich mich leider im Sumpf der Möglichkeiten. Sagen wir es mal so: Ich möchte eigentlich direkt loslegen und nur etwas justieren, damit der Sound für meine Ohren klingt. Hier haben die Franzosen solch ein interessantes Produkt auf den Markt gebracht, dass es für meinen Geschmack wiederum zu viel wird und mit der Software erst recht! Ganz grosses Kino. Das Torpedo ziehe ich dem Radar eindeutig vor. Nun, es bleibt noch der Iconoclast. Neunaber haben das was Tolles fabriziert. Sehr einfach und geradlinig. Das Pedal ist selbsterklärend. Ruck-Zuck ist der Sound eingestellt und ich lege los. Will ich tiefer eintauchen, so gehe ich an die Software. Diese ist ebenfalls selbsterklärend und minimalistisch aufgebaut. Keine Ablenkung, einfach ein direkter Weg. Der Iconoclast klingt für mich auf Einhieb schön und warm und verträgt jegliches Signal, welches ich schickte ohne zu übersteuern etc. Das gefällt mir.

Ich empfehle das Iconoclast allen, ob Gitarristen oder Bassisten, die einen ausgewogenen Sound wollen ohne davor viel Zeit mit Einstellungen zu verbringen, was selbstverständlich auch Spass machen kann ;-)

Dieses Jahr möchte ich gern das Iridium von Strymon und das Helix HX Stomp von Line 6 hören. Vielleicht klappt es und vielleicht dann aber mit einer grösseren Versionen von Iridium. Ich bin gespannt was Strymon Ende des Monats auf der NAMM so präsentieren werden…

Quellen: Youtube, Bonedo

Free Plugins: Reverbs 4 Xmas

Ihr habt es gehört, denn alle habens hinausgeschrienen: Native Instruments und Arturia verschenken jeweils ein hoch qualitatives Reverb bis zum 31. Januar. Danach ist es jedoch noch ungewiss, wie viel sie kosten werden. Es wird gemunkelt, die Preisspanne soll zwischen 50-100 CHF sein. Ich habe für euch meine vier Favoriten aus der Rubrik «Free Plugins» zusammengestellt. Let us bring it on!


Native Instruments: RAUM

Download: Hier


Arturis: REV PLATE 140 

Download: Hier


TAL: Reverb 4

Download: Hier


UHE: Protoverb

Download: Hier


Meiner Meinung nach sind das alles wunderbare Reverb-Plugins. Je nach Anspruch und Einsatz bin ich überzeugt, man kommt mit diesen vier Reverbs komplett aus und kann wunderbare Musik kreieren. Wer jedoch einwenig Geld ausgeben und mit dem Kauf eine kleine Schiede unterstützen mag, der greift nach/zu/ins Valhalla. Glaubt mir, einmal Valhalla – immer Valhalla! Doch wie immer alles je nach Geschmack, Anspruch und Einsatz. Viel Spass und fröhliche Weihnachten ;-)

Quellen: Youtube

All you need is… good Headphones!

Kopfhörer können ein leidiges Thema sein. Fragen wie geschlossene oder offene Kopfhörer haben mich länger beschäftigt. Ebenso das Thema rund um die Ohm-Leistung. Ich habe mehrere Kopfhörer ausprobieren dürfen und habe mich letztendlich in meinem Home-Studio für DT 990 Pro 250 Ohm von Beyerdynamic entschieden. Für meine Ohren klangen diese schön und lagen vor allem sehr angenehm auf dem Kopf und den Ohren. Und diese Kopfhörer waren und sind auch dafür, was sie sind und bieten, recht preiswert. Heute habe ich zwei spannende Video-Beiträge von «In the Mix» auf Youtube gefunden, die sich mit genau dieser Thematik befassen. Schaut sie euch an und entscheidet selbst ;-)

32 ohm vs 250 ohm – Which Headphones Sound Best?

Can You Mix In Headphones? Closed vs Open Back for the Best Sound

Quellen: Youtube

Every Day Is Black Friday Here In Valhalla.

Es gibt sie noch, die kleinen Firmen, die sich aufrecht- und querstellen. Valhalla veröffentlichte ein Statement zum Thema des Wahnsinns und das ist einer der Gründe, weshalb ich diese kleine Schmiede so wertschätze!

It’s that time of year, where people ask us “Do you have sales on Black Friday?” The answer is “Every day is Black Friday here in Valhalla.”  Here’s why:

  • We feel that $50 is a fair price for the plugin. In essence, the plugins are on sale, 24 hours a day, 365 days a year. We don’t play games with the prices.
  • You can feel confident that your Valhalla plugins will retain their value. The Valhalla plugin that you buy for $50 today will be selling for $50 tomorrow, and $50 next week, and $50 next month.
  • Audio workers have project schedules that don’t revolve around Black Friday or other sales periods. If you’re working on records or films or post-production or your own music, your projects might need a tool RIGHT NOW, and that RIGHT NOW probably doesn’t hit on Black Friday. The Valhalla plugins will be there, the same price as always, whenever you need to use them for your projects.
  • We enjoy spending time with our loved ones during these holidays, and hope that you can take the time to relax in whatever way suits you during this time. So we don’t want to stress you out with any “BUY NOW!!!” demands. No FOMO here. Feel free to buy the plugins now, or later, or whenever. We’ll be here for you.

Here’s a relaxing video for you to watch. Happy Holidays from Valhalla!

Minimalismus im Studio und ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt – AROVANE

Kurz nachdem ich meinen letzten Beitrag veröffentlich-te, bekam ich eine Nachricht von meinem lieben Freund und Mentor, Uwe Zahn aka Arovane. Der Inhalt befasste sich mit dem Thema «Minimalismus» und ging auf die, von mir, zuletzt vorgeführte «Dean’s List» ein. «Minimalismus im Studio und ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt» – Ein kleiner Einblick in den Geist des grossartigen Schöpfers zeitgenössischer elektronischer Musik.


Wenn ich so an die vergangenen Jahre zurückdenke und die damit verbundenen Zyklen des Um-, Auf- und Abbaus meines Studios, vom Minimalismus bis zum „Überfüllismus” war alles dabei.
Jetzt arbeite ich mit dem Equipment, von dem ich denke, das es annähernd meiner Arbeitsweise entspricht. Es ist so aufgebaut, dass ich meine Ideen gut umsetzen kann. Aber das kann sich auch wieder ändern.

– Weil ich mich als Künstler stetig entfalte
– Weil sich meine Ansprüche ändern
– Weil sich die Technik verändert
– Weil meine Augen schlechter werden (und die Bildschirme größer…)


Das Studio. Die Technik. Das Equipment – in fortlaufend sich verändernder Zusammenstellung. Ein dynamischer Prozess.

Ein Aspekt, der mir aufgefallen ist, zieht sich als Konstante durch die Jahre: Quantität bedeutet nicht gleich Qualität. Da sind wir wieder beim Minimalismus gelandet. Die Schwierigkeit ist, für sich das passende Gerät, die passende Software zu finden, die genau meine Vorstellungen und meine Arbeitsweise abbildet. Wir sind in der glücklichen Lage aus einem Füllhorn von Angeboten zu schöpfen. Noch nie gab es eine solche Menge von Geräten, Synthesizern, Software. Wenn ich mir die Künstler des frühen 19ten Jahrhunderts anschaue, die z.B. mühsam Tonbandschnippsel montiert haben… Audioschnitte und Montage? Heute eine Frage von Sekunden, mit einer schicken Arbeitsoberfläche dargestellt und bis in die Einzelschwingungen der Wellenform möglich. Fantastisch!


Dean’s Liste berührt universelle Themen aber auch unsere Themen im Speziellen:

1. Nimm den Druck raus.
Eine Erkenntniss, die ich schon in der Ausbildung zum Erzieher und auch schon weit davor realisiert habe: Kreativität lässt sich nicht erzwingen. Also: Spiele und betrachte das Spielen als einen freien Raum. Ohne Ansprüche an Effektivität, Zweck, Sinnhaftigkeit  oder gar ans Monetisieren.

2. Organisiere deine Sounds/ Samples.
War ein Thema des „One to One”, wenn du dich erinnerst. Ein wichtiger Aspekt. Ich genieße es in meinen Samples herumzuwühlen. Viele Klänge sind mit Erinnerungen verknüpft und können sehr inspirierend sein, z.B. unsere Aufnahmen im alten Schuppen. (Im Mai habe ich Uwe in seinem Studio besucht. Hier der Blogbeitrag…)

3. Höre Synthesizer-Klänge.
…und von denen gibt es Myriarden! Ich finde mich oft in der Situation wieder, durch Klangbibliotheken der Hersteller zu arbeiten. Meistens bin ich schnell gelangweilt, schalte meinen Clavia Nord Rack 2 ein und drehe an wenigen Knöpfen und da ist sie, die Magie des „einfachen“, die Simplizität und die Konzentration auf wenige Klangparameter. Das Vergnügen mit sehr wenig Aufwand interessante Klänge zu erstellen.

4. Schaue dir deine unvollendeten Projekte an.
Ein wunderbarer Ansatz. In den 90ern war der Arbeitsweg: Improvisieren, in den Hardware-Sequenzer einspielen, wiedergeben, mischen, aufnehmen, fertig. Kein endloses Gedaddel am Computer. Keine eingeschränkte Reproduzierbarkeit. Wie wunderbar! Es hat den aufgenommen Stücken so eine Art „Endlichkeit“ gegeben. Fertig ist fertig ist fertig!

5. Neue Klänge, neue Inspiration.
Entgegen meinem Grundsatz: Keine gekauften Klänge in meinen Kompositionen zu verwenden, höre und schaue ich mir gerne kommerzielle Klangsammlungen an. Ich analysiere sie und lasse mich auch gerne inspirieren. Es gibt sehr gute, professionell erstellte Sounds. 

6. Lass dich nicht von deinem Weg abbringen.
Ich lasse mich treiben. Fange einfach an und lasse mich auf eine Reise mitnehmen, die im Chaos enden kann oder in der Genialität. 

7. Das Equipment unterstützt dich nicht in deiner Arbeit.
Dann ist Veränderung angesagt. Frage dich selbst:, Brauche ich das noch?. Was benötige ich? Hat das neue Plugin Funktionen, die ich nicht schon in drei anderen wiederfinde? Bietet mir der Synthesizer Möglichkeiten Klänge zu generieren, die ich noch nicht gehört habe? Zwingt mir die Software/ Hardware eine Arbeitsweise/ Denkweise auf, die mir widerstrebt? Klingt der neue, heisse Synthesizer anders/ besser durch Holzseitenteile oder eine farbige Lackierung?

8. Erforsche/ verfolge deine eigene Arbeit.
Ein schöner Ansatz. Wenn ich mir Kassettenaufnahmen aus den 80ern anhöre, denke ich, „Oh mann, klingt das Scheisse, aber die musikalische Idee war genial!“.

Quellen: Text: Uwe Zahn, Foto: Dominik Grenzler, Dean’s List

Durchgefallen!

Minimalismus im Studio? Mein persönlicher Ansatz – Letzter Teil: I failed!

In den ersten beiden Teilen der Minimalismus-Reihe habe ich einiges aus meiner persönlichen Sicht erzählt und mir selbst Grenzen auferlegt. Diese habe ich bereits nach zwei Wochen überschritten und bin somit gescheitert! Warum ich durchgefallen bin? Erfährst Du hier…
Viel Spass beim Lesen.

Nun, ich habe eingekauft. Nein, ich war gezwungen. Gut, ich konnte nicht widerstehen. Ich musste es tun. Wie auch immer – Ich habe den, mir selbst auferlegten Vorsatz des ersten Blogeintrags der Minimalismus-Reihe bereits gebrochen. Ihr müsst mir glauben, ich habe mein Equipment gecheckt und es musste sein. Es musste einfach sein und ich bereue meine Entscheidung nicht. Das LaunchControl XL in Zusammenarbeit mit Push oder LaunchPad Pro ist einfach unschlagbar. Wer mit dem Push gearbeitet hat, weiss, dass die Volume-, Send/Return-Angelegenheiten zwar zugänglich, aber wirklich nicht optimal gelöst sind. Das können sie auch gar nicht. Push ist ein kompaktes Wunderwerk für Ableton Live. Wer darüber hinaus will, muss auslagern. Nan ja und der DIG von Strymon ist ja bereits von mir im «All you need is… Delay» -Betrag vorgestellt worden und seit langem auf meiner persönlichen «Must Have»-Liste ganz oben. Joel Gilardini schickte mir vor paar Tagen eine Nachricht am frühen Morgen, ich solle mir jenes Angebot auf einer Plattform mal ansehen. Ja, so kam das eine zum Anderen…

Es gurkt mich an meinen Vorsatz gebrochen zu haben. Ganz ehrlich. Das war nicht der Plan. Und trotzdem ist es so – Ich habe Waren gekauft. Punkt. Das Home Studio wird grösser…

Passend zum Thema bekam ich am Mittwoch eine Nachricht per SMS von Uwe Zahn aka Arovane. In der Nachricht stand nichts anderes als eine Internetadresse, die auf eine Webpage führte. Ich habe keine Ahnung, wo Uwe das Gespür hernimmt, hier und da, zum richtigen Zeitpunkt mit einer simplen Webpageadresse ein aufbauendes Statement zu machen – Aber es ist so! Vielleicht liest er ja auch hin und wieder, was ich fabriziere… Danke Uwe.

Uwes Webpageadresse führt zur Dean’s List. Dean’s List fasst so gesehen alles zusammen, was ich in meinen letzten Blogbeiträgen angesprochen habe. Es beweist mir, dass sich viele Leute Gedanken machen und nach Lösungen suchen. So sehr esoterisch der Begriff «Minimalismus» für den einen oder anderen klingen mag, so sehr brauchen wir ihn auch. Für mich ist es nach drei Wochen Auseinandersetzung mit dem Thema wieder klar: Die Abwechslung und Dynamik sind für mich massgebend. Das ist für mich die richtige Strategie. Ebenso wie die Auseinandersetzung mit der Materie. Denn, geht es mal nicht weiter, muss die Sache ruhen bis es wieder soweit ist. Und wann das sein wird, das wissen nur die Götter ;-)

Die meisten meiner Kapitel behandeln meine eigenen sowie die berufsüblichen Katastrophen. Also die Momente, in denen ich beim Musizieren im Sumpf landete und anschliessend nachdenken musste, was schieflief. Und wie ich mich und meine Musik retten könnte.
Deshalb ist die Musik auch ein abenteuerlicher Beruf oder Hobby: Es geht im Kleinen immer darum, dass man überlebt. Und im Grossen auch.
Mit diesen Sätzen beende ich diese Reihe. Bis bald…


Dean’s list of things to do to help get your music mojo (inspiration to WORK) back

1. TAKE THE PRESSURE OFF.

Sitting down with the INTENTION TO WORK is very different than sitting down with the intention to “just play around with your gear” in the studio. Give your mind a break and take the pressure off. Tell yourself right at the start, “I’m not trying to make a track – I’m just going to PLAY AROUND with the gear FOR FUN”. Often, you’ll end up inspired from that fun, and end up *wanting* to start working…. (and if not, you still had FUN with the gear – and that alone is enough!!)

2. ORGANIZE YOUR SOUNDS/SAMPLES.

Seriously. Start going through your SAMPLES collection – previewing sounds and samples – and DELETING EVERYTHING that you would NEVER USE. Often, you will get inspiraion from just hearing a sound or sample! You might feel the urge right away to *start working* with some of these sounds, or at the very least – you will have a more organized sample collection of better quality sounds (that you actually like) for NEXT TIME. This is a win-win.

3. Listen to your SYNTH PATCHES.

Just turn on ANY synth – virtual or hardware – and starting going through sounds. Find a way to notate, re-organize, label or SAVE your favorite sounds SOMEHOW so when you need a new sound the next time you are WORKING, you already have a collection of patches that you HAND-PICKED-OUT! You already know that you like these sounds, so it will be easier to find something you can actually use. Often, I get inspired to WORK and start making something just from listening to sounds. You might hear a new sound that inspires you – and you might end up wanting to WORK with it right now!

4. Go back through your old, UNFINISHED projects.

Is it shit? Be honest with yourself. If you’re not going to go back to the project and actually FINISH it, then simply render out anything you can use to a folder of “YOUR PERSONAL SAMPLES” and then DELETE that project! Often, loading old projects can get you fired up to work on one. It can also start to get you down that there are so many unfinished projects… This is why you DELETE the ones that you are never going to finish – keep the AMOUNT of unfinished shit to a minimum – so it doesn’t overwhelm you. Then, you’ll also end up with a folder of CUSTOM samples/sounds/loops that YOU MADE that you can start pulling from in the future when you need fresh inspiration. Things work differently when you take them out of their original context – and that track of yours with all the pieces that didn’t quite fit together, might yield a wealth of new sample fodder to start something fresh with!

5. NEW SOUNDS = NEW INSPIRATION.

Buy a new loop pack, or a new presets / sound bank for any one of your synths and start exploring some new sounds. Got a synth you don’t play very much because the sounds aren’t that great? Is there a third party soundbank for that synth? If you’re into programming sounds, grab your *most lackluster* synth in the studio, and try to program a new sound on it that doesn’t suck. If you suceed – you probably now have the basis for a new track in that new sound!

6. Don’t let the legnth of the journey stop you from starting.

It takes a LOT of work (as we all know) to make and FINISH a track. That can be daunting and frustrating or even straight-up annoying when you need to start something new AGAIN… Don’t think of all the steps you’re going to take along the way to finishing another track. Just take the FIRST STEP and actually start steppin’! The rest will feel familiar and natural once you get started! It’s a process. You’re not going to write one EP and then stop, right? Just KEEP DOING IT!

7. Gear getting You down?

Maybe you made some wrong gear choices or a bad DAW decision, and that’s why you lost your inspiration. WHOOPS! Don’t fret – That happens to ALL OF US! It’s EASY to get caught up in G.A.S. (Gear Aquisition Syndrome) while trying to keep up with your favorite YouTubers or your Synth Buddies. Sometimes you end up with gear that just isn’t working for you and you’re just *forcing* it into your old, familiar and comfortable workflow. Even turning the gear on can sometimes become a massive weight of frustration and self-doubt on your shoulders.

Don’t be afraid to take a step back, clear some gear out of your space, minimize the clutter and *re-focus* on what your end goal actually is.

The tools you will need to be out and setup, are often very different depending on what you are trying to create. Maybe it’s time to put some of the extra gear in the closet for a bit, so you can more clearly focus on the *current* end goal. It’s only temporary, anyhow. You’re not going to write just one EP and then stop, right? You can choose different gear and move things around again for the NEXT track or project (if you want).

8. Admire your own work!

This one is a bit different. Not feeling like working or making new music lately? Sit down IN YOUR SPACE and listen to your FINISHED tracks. They are DONE – you don’t have to think about how you would have changed things or made it differently, or mixed the snare 1.5db louder. JUST LISTEN. *YOU* made that. Doesn’t that make you feel amazing?! Would you like to keep feeling amazing? If you’re not yet, start again on step one!

Quelle: Dean’s List

Die Leichtigkeit des Seins.

Minimalismus im Studio? Mein persönlicher Ansatz – Teil Zwei: That’s in my bag…

Wir gehen auf Reisen, wir gehen ins Studio, wir sind mobil. Doch je älter wir werden, desto weniger möchten wir «schleppen». Mir geht es jedenfalls so und ich fluche über jedes Kilo zu viel! Unser Komfort liegt eindeutig in der Leichtigkeit des Seins. Ich versuche diese für mich zu definieren… Viel Spass beim Lesen.

«That’s in my bag» beginnt eigentlich bei der Taschen-, Kofferauswahl. Schwamm drüber. Ich nehme was passt und nicht zu schwer ist. Das ist keine Schwarze Magie. Ich preise hier keine Produkte dieser Rubrik an und distanziere mich von jeglichen Amazon-Monetisierungsangeboten. Wenn ihr einen guten Reisebegleiter habt, der das teure Hab und Gut sicher von A nach B bringt – go for it. Do not buy a new one!

Es gibt sehr viele Videos im Netz über reduzierte Setups. Cockoo hat mal ein über einstündiges Video auf YouTube gepostet, in dem er sein Live-Setup präsentierte und ausführlich begründete. Ich finde, das ist eine tolle Sache, denn wir brauchen auch nicht super viel. Wir meinen es nur ;-)

Aus meiner Sicht ist es wichtig, stets fokussiert zu bleiben und folgende Fragen an sich selbst vorab zu stellen: Was ist die musikalische Idee? Wie komme ich dahin? Was brauche ich dazu? Auf das «Was brauche ich dazu?» möchte ich heute eingehen. Hier drei kurze und schnelle Beispiele aus meinem gegenwärtigen Setup. Grob als Anregung vorgeführt.

Minimal

Hier ist die Idee, so wenig wie möglich mitzunehmen. Was nicht mit ist, wird nicht ersetzt. Es gibt keine grossen Spielräume. Man hat, was man hat und performt damit. Die musikalische Idee wird auf diese Art und Weise von Anfang an geformt oder wiedergegeben. Es gibt Aufnahmegeräte, wie das Zoom H4n, die auch als Interface eingesetzt werden können. Solch eines kommt mit. Immer! Ein kleiner Standalone-Sampler oder Synth, Kopfhörer samt Kabeln. Oder ganz einfach dein Computer. That’s it!

Klein, leicht – Das reicht.

Kleine Performances und Sessions sind einfach vorauszuplanen. Im Prinzip braucht es nicht viel. Vorausgesetzt man hat sich darüber Gedanken gemacht, denn das ist der erste Schritt. Wem es nicht liegt voraus zu planen, der entscheide weise spontan. Hat man mehrere Hardware-Controller entscheidet man sich für ein Kompromiss aus Funktionalität und Grösse und Gewicht. Auf dem unteren Foto habe ich alle meine gegenwärtigen Controller (abgesehen vom UF 5 Oktaven Keyboard) abgelichtet. Spontan entscheide ich mich für das Launchpad Pro von Novation. Als mobile Soundkarte nehme ich das Apogee One. Die kleine Zoom nutze ich normalerweise fürs iPad und das Zoom H4n samt Tripod für Aussen- oder spontane Aufnahmen ohne Computer. Die grosse Akai EIE Pro (nicht auf dem Bild) lasse ich zu Hause. Kabel und Stromadapter sind nicht mit eingezählt. Dieses Setup braucht eigentlich nur zwei USB-Kabel, vielleicht vier bis sechs gute Audiokabel und eine gute Stromsteckerleiste. Das ist eigentlich alles. Bei Kopfhörern entscheide ich mich meistens für die Grossen. Irgendwie mag ich das besser so ;-) Mixer und Speaker sind natürlich noch eine andere Sache. Ich versuche die Mitnahme möglichst zu vermeiden. Mein Rücken dankt und die Clubs und Musikerfreude sind meistens gut ausgestattet. Will man seine Pedale als Hardware mit einsetzten, kommt eine weitere Tasche dazu. Cool ist ein Delay und Reverb im Send/Return-Kanal. Oder ausgefallene Granulareffekte in Kombination mit Delay und/oder Reverb. Wer es mag, nimmt vielleicht noch einen Kassetten- oder MiniDisc-Recorder mit oder ein externes Instrument. Aber dann sollte es auch schon wirklich reichen. Mein Punkt ist: Was auch immer verwendet wird, ob Modular, Drum-Machines, Gitarre ect. weniger ist mehr und wahrhaftig – auf der Bühne oder bei einer gemeinsamen Session – man hat schon genug zu tun mit dem, was man hat! Wichtig ist noch, dass das Setup vor allem, für eventuelle Improvisationen, flexibel genug ist. Im Studio darf diese Denkweise genauso gelten. Ich denke einfach, es muss nicht ausarten.

Maximal – Dein Rücken dankt dir später!

Eines meiner kommenden Projekte findet in Winterthur statt. Ich treffe einen Klavierspieler, den ich aufnehmen werde. Seine Räumlichkeiten sind akustisch schön, ganz zu schwiegen von der inspirierenden Optik. Unser gemeinsames Projekt sieht vor, das Klavier aufzunehmen und es akustisch zu «verfremden». Live oder post. Ich habe vorab geklärt, welches Aufnahmeequipment wir benutzen werden. Was möglich ist und wieviel es brauchen wird. Das «wieviel es brauchen wird», ist immer eine Daumenansage, aber hier liegt man oftmals erfahrungstechnisch richtig. Weniger ist mehr, mit einem As im Ärmel! So, die Mikrophone fürs Klavier sind in Winterthur, Kabel und Mischpult ebenfalls. Da ich sowohl mit dem Computer als auch mit meinen Pedalen arbeiten möchte, habe ich für mich direkt eine Vorab-Auswahl getroffen und in Erfahrung gebracht, was es sonst noch an interessanten Hardware-Geräten vor Ort gibt. Aha, ein Lexicon-Reverb. Das könnte ich eventuell benützen. Top, somit kommt mein Mac samt kompletter interner Peripherie mit. Wahrscheinlich werde ich keinen Midi-Controller mitnehmen, denn die Aufnahmen kann ich mit der Maus oder dem Pad steuern. Im Falle einer «Live-Verfremdung», damit sind generell Dornes und andere elektronische Spielereien gemeint, käme eventuell für die Steuerung mein Ableton Push mit. Für die Audioaufnahmen kommt meine EIE Pro Soundkarte samt den Beyerdynamic DT 990 Pro Kopfhörern mit. Mein Padelboard bestücke ich mit dem Strymon Zuma für die Stromversorgung der Pedale, Deco, El Capistan, Memory Man Deluxe ’90er Version, Zoom MS-70, Neunaber Reverberator, Superego Plus, einem BitCrusher und Alesis AirFX mit dem Kaoss Pad 3. Die Reihenfolge steht noch nicht fest. Entweder in Serie oder parallel. Das wird reichen. Vielleicht sind es sogar zu viele Pedale, aber das eine oder andere könnte das besagte As im Ärmel sein (MS-70). Falls nicht, ich habe ja noch meinen Computer dabei… Und nun ja – Alles andere ergibt sich… Das Gewicht ist hier enorm höher und man hat viel mehr zu tragen. Ich habe das kurz vorhin zusammengestellt und bin auf easy mehrere schwere Kilo zusammengekommen. Vor allem mit dem Pedalboard. Vielleicht überdenke ich das Ganze nochmals. Ich habe ja noch etwas Zeit…!


Fazit:

Kurzum, wieviel brachen wir, um akzeptabel performen zu können? Wieviel brauchen, um im eigenen Studio gute Arbeit zu verrichten? Ich denke im Grossen und Ganzen braucht es wirklich nicht viel. Was wir aber brauchen, ist die Erkenntnis, was und wieviel wir wirklich brauchen. Und diese kommt mit der Erfahrung. Und die Erfahrung kommt mit der Zeit. Jeder wird zum «Meister» mit der Zeit und findet für sich heraus, was er nötig hat und wieviel. Noch besser gesagt, man wird zum «Meister der Kompromisse». Und das ist für mich hier die Essenz. Was und wie viel man sich an Equipment leistet oder leisten kann, ist nicht das Thema. Wenn die musikalische Idee mit einem Gerät/Plug-in umgesetzt werden kann. Soll es so sein. Also, Gedankenstützen sind gut, tausende von Videos sind gut, Empfehlungen sind gut – Selbst herausfinden ist der einzige und richtige Weg!

Nächste Woche geht es weiter mit: I failed!

Umwege erhöhen die Ortskenntnis

Minimalismus im Studio? Mein persönlicher Ansatz – Teil Eins.

Seit längerer Zeit befasse ich mich mit dem Minimalismus. Der Begriff ist im Alltagsleben omnipräsent. Beruflich, privat, Hobby-bezogen. Doch ist dieser Ansatz der Richtige für einen? Ich versuche es für mich herauszufinden… Viel Spass beim Lesen.

Ich habe mein Home Studio umgebaut. Ich veränderte es bereits zum vierten Mal innerhalb von neun Monaten. Dieses Mal jedoch handelt es sich um eine längerfristige Lösung, die bis Mitte 2020 anhalten darf: Anpassungen an der Ergonomie, Aussortierung des Equipments samt allgemeiner Verkabelung und Entrümpelung der Arbeitsfläche. Mein Plan sieht vor, das Home Studio so gut auf die kommenden Projekte vorzubereiten, dass ich ohne grössere Veränderungen und Anschaffungen auskomme. Also bis Mitte 2020. So der Plan.

Diesen Antrieb gab mir letztendlich BoBeats mit seinem 5–Tipps–Video zum Thema. Als ich es vor wenigen Tagen gesehen habe, stellte ich fest, es wird Zeit. Ich muss etwas unternehmen. Wieder eine Ecke nur für mich! Nachdem ich mein eigentliches Studio Ende 2013 aufgab und das Schlafzimmer einzog, genoss ich das minimalistische Setup: Mac, Akai MPK Mini und meine Kopfhörer. Für Aussenaufnahmen benutzte ich nach wie vor den Zoom H4n. That‘s it. Mehr brauchte ich nicht ausser einen Sessel und Kaffee. Doch seit letztem Jahr begann ich wieder intensiver Musik zu machen, die Labelarbeit für EndTitles stieg an und ich brauchte wieder etwas mehr Platz. Zudem kam ich meiner Freundin dauernd in die Quere. Ich wechselte mehrmals die Schreibtische in der Wohnung und suchte nach „meinem“ Platz. Als Kaffee trinkender Sessel-Musik-Nomade sah ich vor zum festen Platz zurück zu kehren. Und ich fand meinen Platz. Ich richtete mir alles so ein, wie es für meine Arbeitsweise am bequemsten war und installierte Licht. Seit mehreren Tagen arbeite ich nun an diesem besagten neuen Platz und bin super happy damit. Ein Foto folgt bald.

Umwege erhöhen die Ortskenntnis

Ich denke, dass jeder Musiker, auf die eine oder andere Art und Weise, solch einen Wandel für sich selbst macht. Im Songwriting, in der generellen Organisation. Berufsbezogen oder privat. Vielleicht ist die Dynamik im Wechsel der Schlüssel? Von viel zu wenig und wieder zurück. Ich habe minimiert. Dieser Zustand machte mich für eine bestimmte Zeit sehr glücklich. Schnell zur Sache kommen ohne viel Ablenkung und Umweg. Jetzt bin ich wieder da angekommen, wo ich 2013 gewesen bin, als alles zu viel war. Halt nur mit neuen Ansätzen und Erkenntnissen, die es mir trotzdem ermöglichen die persönliche Organisation minimalistisch zu halten. Eigentlich ein völlig neuer Weg für mich. Eine neue Erkenntnis. Neuer Ansatz. Ich bin gespannt…

Nächste Woche geht es weiter mit: That‘s in my bag?

ALL YOU NEED IS … 9V or 18V?

Bei Gitarreneffekten sind 9V immer noch der Standard, an dem sich (fast) alle Hersteller orientieren. Doch wer hat diese Norm festgelegt? Und sind 9V wirklich die beste Option für Effektgeräte?

Die ersten Effektpedale

Wenn wir zurückschauen, dann sehen wir, dass die ersten Gitarreneffekte noch keinen Netzteilanschluss hatten. Die meisten Pedale wurden durch einen 9V-Block mit Strom versorgt. Dazu gehören die ersten Wahwahs, Fuzz Faces und Booster. Selbst später in den 80er und 90er Jahren hat EHX unter dem Label «Sovtek» Big Muffs hergestellt, die nur mit einer Batterie betrieben werden konnten. Es gab natürlich Ausnahmen und so wurden auch Pedale mit zwei 1,5V Batterien oder mit einem eigenen Netzteil hergestellt.

Während bei dem Zubehör für Synthesizer meist Netzteile mit einem Netzstecker mit einem positiven Tip üblich waren, hat sich bei Gitarreneffekten ein Netzstecker mit einem negativen Tip durchgesetzt. Gerüchten zufolge geschah dies, weil Boss zu seinen Effektgeräten auch gerne seine eigenen Netzteile verkaufen wollte, aber wie gesagt: das ist ein Gerücht, ob es wirklich so war, wer weiß?

18V oder mehr?

In der Anfangszeit hatte man sich vermutlich nicht so viele Gedanken darum gemacht, ob und wenn ja, warum es Sinn machen könnte, ein Effektgerät mit mehr als 9V zu betreiben. Aber heute sind viele Effektboards mit Effekten auf Studioniveau ausgestattet und man hört selbst feinste Nuancen. Der legendäre Klon Centaur wird rein theoretisch ebenfalls mit 9V versorgt, verdoppelt diese aber intern auf 18V. Auch einige andere Hersteller geben bereits in den Gebrauchsanweisungen an, dass ihre Verzerrer mit bis zu 18V versorgt werden können (z.B. FulltoneJHSXotic).

Doch was bewirkt die höhere Volt-Zahl?

Das Klangergebnis wird in der Tat verändert: Der Klang wird offener und weniger komprimiert. Er erscheint weniger mittig und dafür höhenreicher. Die Dynamik nimmt zu. Nicht jeder mag diesen Klang und daher bleiben viele bei den empfohlenen 9V. Und trotzdem kann ein Verzerrer, der mit 18V betrieben wird, einen sehr guten Klang haben.

Geht noch mehr?

Aber auch 18V ist noch nicht das Maximum für Gitarreneffekte. In der Studiotechnik werden mittlerweile einige Geräte mit 24V betrieben.
Der Hersteller Hudson Electronics, der mit dem Broadcast einen Verzerrer entwickelt hat der auf einem Mischpult basiert und sogar einen Transformator beinhaltet, erlaubt sogar einen Betrieb seinen Pedals mit 24V. Dies macht sich klanglich deutlich bemerkbar, da das Gitarrensignal sehr viel druckvoller und frischer klingt. Auch der legendäre Deluxe Memory Man wurde mit 24V betrieben und klang richtig gut. Sogar sehr, sehr gut!

Wäre es nicht vielleicht sinnvoll, zukünftig auch Modulationseffekte, Multi-Effekte und digitale Delays mit mehr als 9V zu betreiben? In einer Zeit, in der große Effektboards ohnehin mit hochwertigen und leistungsstarken Multinetzteilen versorgt werden, ist dies rein technisch kein Problem. Wichtig ist, dass man immer zunächst in die Gebrauchsanweisung schaut oder den Hersteller fragt, bevor man ein anderes Netzteil für ein bestimmtes Pedal verwendet. Würde man nämlich einen Klon Centaur mit 18V betreiben, würde er diese intern auf 36V verdoppeln und dies würde ihn zerstören. Bei den aktuellen Preisen für die Originale wäre das eine überaus ärgerliche Geschichte!

Also gilt: Gut durchdachte Experimente können sich lohnen, aber man sollte vorsichtig sein. Ich selbst fahre den Fulltone OCD auf 18V und meine Bass-Sound dankt. Also, baut keinen Scheiss und lest vorab das Manual!!! Danke Delay Dude.

Nächste Woche geht es weiter mit: ALL YOU NEED IS… Minimalismus?

Quelle: Youtube, Delay Dude