An Moku – Zwischen den Zeilen. Ein Interview.

Eine Bank im Park nahe der Hochschule der Künste in Bern. Dominik hat Kaffee und Süsses dabei. «Unsere eigene Schokolade bringe ich stets als Geschenk mit», sagt er. Wir reden weiter über Bern, Zürich. Ein Small Talk eben bis wir auf die Musik kommen und beginnen…

Hast Du heute Musik gehört?

Selbstverständlich! Während der Zugfahrt allein hierhin hörte ich Alva Noto und das neulich erschienene «Tides» Re-Release von Arovane. Tolle Sachen!

Wie beschreibst Du deine Musik?

Die schwierigste Frage zu Anfang... Repetitiv, stimmungsvoll und minimiert.

«Stimmungsvoll» wie Musik für gute Laune?

Ich mache keine Musik für gute Laune. Diese Zeiten liegen weit zurück. Die Stimmung ist ein sehr interessantes Werkzeug, mit dem Spannungen erzeugen werden. Ich reibe äusserst gern. Wenn ich selbst bei meiner Musik das Gefühl bekomme, ok, jetzt wird es irgendwie «odd», dann ist es gut. Bestenfalls schlafe ich ein! 

Er lacht.

Wie darf man das verstehen?

Ich denke musikalisch sehr oft in Räumen, Triaden, Unebenheiten mit dem Ziel mich selbst in eine Art Trance zu bringen. Sobald das Gefühl von «Entspannung» eintritt, bin ich happy. Ich weiss zufällig, dass eine Autorin aus Berlin meine Musik rein zur buchhalterischen Zwecken hört und eine Zürcher Wissenschaftlerin ihre Doktorarbeit über Atome zu meinem Livealbum schrieb. «Man kann sich gut konzentrieren dabei», schrieb sie mir. Wiederum eine enge Freundin hört mich, wenn sie bestimmte Farben sehen will. Das ist unglaublich informativ für mich.  Wenn man so will, dient An Moku hier zur Konzentration. Stimmung ist Spannung und Entspannung. Vorausgesetzt man nimmt sich die Zeit und hört hin..

Dominik, wie kam es eigentlich zu deinem Pseudonym «An Moku»?

Ok, da muss ich nachdenken. In den Jahren von 2007- 2014 bereiste ich Japan mit meiner Partnerin fünf Mal. Ich meine während der Reise im Jahre 2010, kam ich, bei einem Gespräch mit unserer Freundin Kana, auf linguistische Unterschiede und generelle Einzigartigkeiten zu sprechen und fragte sie, ob es zufälligerweise in der japanischen Sprache etwas Eigenes für den Begriff «Stille» gebe. Sie kam auf den Begriff «anmoku», der übersetzt für «stillschweigendes Verständnis» steht: Anmoku no ryoukai. Beeindruckt von der Macht des eigenen Wortes skizzierte sie die Schriftzeichen in meinem Notizbuch und ich beliess es bei der aufgezeichneten Trennung: An Moku. 

Dominik nippt am Kaffee…

Parallel und darüber hinaus bereisten wir Island. Acht mal an der Zahl. Reykjavík wurde zum «zweiten Wohnsitz» für eine bestimmte Zeit. Dort machte ich mich ebenfalls mit der einheimischen Kultur vertraut und überlegte das Pseudonym abzulegen oder es zu ändern. Doch die Macht und die Bedeutung des einzigartigen japanischen Wortes liess mich nie los und ich behielt An Moku als Synonym für meinen musikalischen Ausdruck.

Anhand deiner Veröffentlichungen sieht man, dass Du viele Kollaborationen machst.
Was spornt dich an?

Ich bin in diversen Bands aufgewachsen. Das Miteinander-, Aufeinander-Abgestimmt- und das Zusammensein in den Bands hat mich damals vor über 20 Jahren sehr geprägt. Nach meiner Zeit auf den grösseren Bühnen hatte ich jedoch genug davon. Kurz bevor ich in die Schweiz kam, verkaufte ich meine geliebte Ampeg-Bassanlage im Glauben, nie wieder in einer Band spielen zu wollen. Als ich 2018 nach der zweiten langen Unterbrechung mit der Musik wieder anfing, kam langsam das Verlangen nach der alten Zeit wieder hoch und ich vermisste den Austausch. Das Band-Miteinander wurde wieder ein Thema. Doch dann kam COVID und die Karten mischten sich neu. Ich began verstärkt in Kollaborationen zu denken.

Vier Hunde rennen wild an uns vorbei. Wir schauen ihnen hinterher… Lachen.

Für mich persönlich waren die zwei Jahre 2020-22 sehr produktiv. Ich hatte viel Zeit und ich nutzte sie auch mit Anderen. Das Miteinander lebte neu auf und ich genoss den Flow. Viele Zusammenarbeiten fruchteten, wenige gingen nicht auf. Trotz Kompromissen und Charakteren ziehe ich zur Zeit diese Arbeitsweise dem Solo vor.

Wenn Du eine «richtige» Band wieder gründen würdest, welche wäre es?

Gegenwärtig: Russian Circles. Einstürzende Neubauten.

Du hast von zwei langen Unterbrechungen gesprochen? Erzähl davon.

Hmmm. Musikalisch gesehen, befinde ich mich gegenwärtig in meinem dritten Block. Dazwischen passierte sehr viel. Kurzum, angelangt an einem Punkt, verliess ich das «wilde» Bandleben und began im Jahre 2002 in Dortmund direkt für die Musikindustrie zu arbeiten. Abgeworben von der Modeindustrie arbeitete ich die folgenden sechs Jahre im Streatwear-Segment im Management, wo ich auch eine solide kaufmännische Ausbildung genoss. Ich bestand darauf, da ich bis dato ausschliesslich einen Rider voller Auftritte, Praktika im Verlagswesen (ich wollte eigentlich ursprünglich ins Verlagswesen) und ein, für den Rock 'n' Roll, abgebrochenes Literatur-Studium vorzuweisen hatte. Folglich in 2006, auf einer Modemesse in London, lernte ich schliesslich die Frau meines Lebens und kam so, 2008, nach Zürich. Ich began mein Leben neu. Absolvierte eine Marketing-Ausbildung, lernte die Gastronomie kennen und jobbte kurz für paar Schweizer Unternehmen bis mir die Idee eines eigenen Cafés aufkam. 12 Jahre später nach einem drei-jährigen Pop-up in Reykjavík, Torten für die Rolling Stones, einer eigenen Swatch-Uhr und diversen weiteren Meilensteinen ist das kleine, co-geführte «Miyuko» nach wie vor ein Geheimtipp für Schleckermäuler mitten im Getümmel des Zürcher Lebens.

Kurze Pause…

Ende 2012 legte ich aufgrund des florierenden Cafés die Musik eigentlich nieder und verkaufte das Meiste, das den Umzug in die Schweiz überlebte. Natürlich machte ich immer was hier und da, aber das alles ist nicht weiter nennenswert. Einfachheitshalber beginnt mein musikalisches CV mit dem Jahrgang 2018, mit einer Show in Cairo. So gesehen ist An Moku noch ein Start-up und relativ jung. Ich bin jetzt 45 Jahre alt.

Du führst ein Musiklabel unter dem Namen EndTitles. Wie kam es dazu?

Eigentlich rein aus Ballance-Gründen. Ich wollte den Bezug zu Musik nicht verlieren. Zeit fürs Musizieren war nicht da (ich arbeitete damals sieben Tage die Woche bis es mich 2017 gewaltig zusammenklappte), so strebte ich an mit den Musikern in Form vor Veröffentlichungen zusammenzuarbeiten. Nach zwei Veröffentlichungen auf dem Label stand das Pop-up in Reykjavík im Raume und ich legte EndTitles vorerst aufs Eis bis ein Musikerkollege mir Dampf unter den Füssen machte, das Label wieder zu beleben. Ich fand einen Weg für mich die Ballance aus Privat, Leben, Arbeit, Hobby und Freizeit irgendwie zu finden und manage das kleine EndTitles nun im siebten Jahr.

Wie kam es zu dem Whitney Houston Konzert in Hamburg?

Ja, das war eine, der grösseren Bühnenshows, die ich vorhin erwähnte. 1998 lernte ich über einen Bekannten den Singer-Songwriter Daniel D. auf einem Barcley James Harvest Konzert im Backstagebereich in Köln kennen. Ein Jahr später machten wir eine kleine Kennenlern-Tour in Norddeutschland. Ich kam anschliessend nach Hause und bekam Tag darauf einen Anruf von Daniel, Joan Osborne sei als Opening Act für Whitney Houston in Hamburg ausgefallen. Ich solle kommen. 30000 Zuschauer. Ausverkauft. Ich hatte einen richtigen Bammel. Und so wurde ich im zarten Alter von 22 Jahren zu seinem Live-Bassisten. Es folgten Shows auf der Marla Glenn und Joe Cocker Tour etc. Meistens spielten wir als Duet oder mit einem Drummer. Das war eine schöne und intensive Zeit voller finanzieller Ups & Downs.

War das der Grund für deinen «Ausstieg»?

Letztendlich ja. Damals studierte ich tagsüber, jobbte nachts für meinen Unterhalt, absolvierte Praktika, die mich schliesslich zur Musikbranche führten und war die andere Hälfte des Monates on the Road. Wenn ich nicht jobbte, kam nicht genug Geld zusammen. Also musste ich mich nach knapp drei Jahren entscheiden. Das war nicht einfach für mich.

Dokumentierst Du?

Was? Social Media? Das mache ich generell sehr sporadisch, aber heutzutage sicherlich bewusster als damals. Vor über zwanzig Jahren war ja Social Media nicht (oder kaum) vorhanden, somit zählten einzig und allein die gedruckten Medien, Radio, eigene Fotoschnappschüsse und Backstagepässe. Diese waren mir heilig.

Zurück zu Heute. Du lebst in der Schweiz. Wie wichtig ist der Standort für dich?

Ich bin in der Lage von überall aus musikalisch arbeiten zu können. Aber ich bin in Zürich an das Café mit dem Daily Business und der dazu gehörenden Manufaktur in Rümlang gebunden. Dort produzieren wir Süsses in Form von ausgefallenen, bunten Anlasstorten, giessen Glacé oder eben Schokoladen. Süsse Arbeit. So ist es mir nicht möglich grosse, intensive Sprünge zu machen oder auf Tour zu gehen. Die Studiozeit kann ich mir hingegen freier einteilen. Ich akzeptiere das.

Ein weiterer Schluck vom Kaffee…

Die Schweiz ist ein wunderbarer Ort zum Leben. Den musikalischen Fokus verlegte ich allerdings von Anfang an ins Ausland und vernachlässigte die Schweiz. Erst seit vier, fünf Jahren habe ich jedoch das Gefühl es tut sich hier zulande zunehmend etwas in dem Bereich, der mich interessiert. Das Gleiche erlebe ich in der Schweizer Gastronomie. Es fegt ein junger, innovativer Wind. Der Slow Food-Gedanke wird präsenter. Das Handwerk lebt neu auf. 

Was fasziniert dich an dem Handwerk?

Es ist ganz einfach die Grundlage, um kreativ sein zu können. Wer sein Handwerk beherrscht, die Werkzeuge kennt und einzusetzen weiss, der kann auch umdenken und/oder mit wenig Grossartiges schaffen. Das gilt für die Gastronomie genauso wie für die Kunst allgemein.

Hast Du Beispiele für künstlerische Handwerker*innen in der Schweiz?

Pause...

Mit Personen bin ich vorsichtig, da ich mich nicht in der Position sehe zu beurteilen, wer was wie so oder so macht. Aber wenn Du so magst, hier ist ein gegenwärtiges Werk über das Handwerk: «Das kulinarische Erbe der Alpen» von Dominik Flammer und Sylvan Müller.

Kurze Pause…

Und eine Handvoll an visionären Handwerker*innen: Sandra Knecht und Stefan Wiesner. Beide gehen weit über die Gastro hinaus. Musikalisch: Simone Keller, Nik Bärtsch, Martina Berther, Fritz Hauser und Simon Grab. Und Jacqueline Zünd und Ivan Engler. Ich hoffe, beide drehen wieder was.

Dominik, wir sind fast am Ende angelangt. Es stehen nur noch wenige Fragen auf dem Blatt.
Bist Du ein Instrumentensammler?

Nein. Oder nur temporär. Dann sortiere ich und lüfte aus. Zurück zu weniger ist mehr.

Was inspiriert dich?

Gute Frage. Definitiv bewegte Bilder, geschriebene Texte, gutes Essen. Menschen. Stille. Vergangenheit. Diffuses Licht. Melancholie. All das. Aber vor allem die Natur. Im August gehen meine Partnerin und ich nach Norwegen oberhalb des Polarkreises. Ich brauche die Weite der Stille. Die ist mir wichtig.

Was ist dir sonst wichtig?

Ich sage es mal andersrum, es ist mir sonst nicht wichtig in den vordersten Reihen zu stehen.

Was steht an?

Ferien und dann Kollaborationen. So, «Fluxus Verve», ein spannendes Projekt mit dem jungen Schweizer Tasten-Romancier Nicolas Streichenberg aka Yes, It's Ananias. Wir sind jetzt auf Labelsuche (TBA). Im Spätsommer starten anschliessend die «Raum im Raum»-Aufnahmen mit Stefan Schmidt. Das ist vorerst der abschliessende Teil unserer Raum-Trilogie für Karlrecords aus Berlin. Ich sehe hier Potenzial für eine mögliche Weiterführung. Und es steht mein Solo-Nachfolger für «Less» an (Puremagnetik, 2021).

Pause...

Ich habe vor paar Jahren zu meiner Partnerin gesagt: Unternehmerisch habe ich mit dem Café paar Ziele. Diese haben wir gemeinsam erreicht. Mit An Moku habe ich nur drei Ziele. Zwei davon habe ich erreicht. Sobald ich das dritte erreiche, kann ich theoretisch mit der Musik wieder aufhören. Das könnte aber noch dauern...

Er lacht.

Aus Lust und Laune heraus äusserte Dominik vor dem Interview die Bitte an mich, das Interview analog aufzuzeichnen! Ich trieb ein altes Aufnahmegerät auf – ein Diktafon und siehe da, es funktioniert. Alte Technik versagt nicht, sage ich. Er lacht. Wir trinken den Kaffee fertig und unser Treffen ist zu Ende. Die Miyuko-Schokolade nehme ich mit. Danke für das Experiment. – H. V.

SFAIRA

Today an exciting album was released on my EndTitles label: SFAIRA by Tilman Ehrhorn (aka WERKEN). As explained in my last collective message to you, this release is one of the cornerstones of this year. I think that working closely with Tilman last late summer turned an album into a little masterpiece. Personally, I already consider it one of the musical highlights of 2022. I hope you like it too!

SFAIRA is available at a reduced price for the next two weeks. My Bandcamp subscribers get it for free, of course. In the coming days I will write an email to each of you personally.

Thank you and enjoy listening!

https://shopendtitles.bandcamp.com/album/sfaira

A little glimpse into the near future

Privately, I am living and working in Zurich, where I co-own a café with an artisan cake bakery section since 2010 known as Miyuko. At the beginning of January we moved the café to a new location. I see how beautiful and intense everything is coming. Despite everything, in addition to my public and private life, I try to invest as much time as possible in music. That is my balance to daily business. Due to a lack of time, I decided against the Sound Design course I was aiming for at the Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). My focus this year is definitely more concentrated than last year and I’m approaching the year more relaxed than ever! But let’s get to the cornerstones of 2022:

On the 21st of this month, Tilman Ehrhorn‘s (aka WERKEN) new album will be released, in which I was involved. The piece “Sfaira” was released as a little foretaste in January and Tilman’s album “SFAIRA” appears on my micro label EndTitles alongside other subsequent releases by exciting artists such as Daniel Barbiero (Double Bass/Electronics) or Stefan Schmidt (Fretless Bass).

«ZwischenRaum» – The second part of the Raum trilogy with Stefan Schmidt will be released in May on the well-curated Berlin based record label Karlrecords as a limited edition cassette.

And finally the successor to “Less” is also planned for the end of the year. Again on the wonderful Puremagnetik from New York. Thanks for your patience Micah…

And as much time as I can spare, I will use it for encounters like the one next week… and perhaps a few concerts.

Thank you for accompanying me. I thank you from the heart.

Colin Muir Dorward: fostexDubs

Der kanadische Musiker und Maler, Colin Muir Dorward meldet sich zurück mit einem Doppelalbum auf meinem Label EndTitles. Ich führte mit ihm ein kurzes Interview. Auf nach Yukon.

Meeting the artist. An Interview.

ET: What is your new double album «fostexDubs Part 1 & 2» about? What was your instrumental approach for the album?

CMD: I don’t think there is a particular message in my music. Of course there are emotions, and making music is a way to express myself, but I don’t usually have an agenda when I record. If I had to name one driving force it would be curiosity. For this material, it was a fun challenge to make the mc909 not sound like a preset dance machine. With modern gear, it’s easy to become very critical of the engineers for making silly decisions because they should know better by now, but with older stuff, you kind of forgive them and move on. That mental shift of accepting what the tool is, warts and all, and finding out what it can do is a big part of my workflow. 

ET: Tell us about your work as modular module designer? A new line to buy soon?

CMD: I got into synth DIY six or seven years ago and it stuck. I’m not an engineer but being a producer has definitely helped. This winter I finished designing a eurorack series I’m calling the Jade system. It’s a bread and butter thing with big, clear fonts, and easy to understand layouts. I wanted something suitable for live performance and also for beginners to learn subtractive synthesis. Despite the generic surface, everything has been designed to have a unique sound. There are lots of cool features and design choices under the hood to make it something of its own. I would love to say this will be available for purchase soon, but in reality what I need is for someone to help me with the entrepreneurial side of things. It’s very easy for me to drift away and lose interest when it comes to promotions, distribution, etc. For now I’m just plodding through and building up a small stock to sell locally.

ET: Tell us about your idea of building a residency for musicians? How is it going in the meantime?

CMD: Last summer we hosted a recording residency for local musicians. Seven artists/groups each got access to a recording studio for one week, and a small honorarium to basically do whatever they wanted. We drew names from a hat to choose who got the residency. This was volunteer run and organised, but we received a small grant from the Yukon government to pay the honorariums and a few other expenses. That project got iced once winter arrived because that space is not really insulated. This summer we plan to offer some new residencies and recording opportunities, but it’s too early to say what yet. There will definitely be a visual arts component added this year. I want to introduce an international residency, but for now that’s obviously on hold.

ET: Online concert series? What is the idea behind that?

CMD: fostexDubs evolved from some material I had prepared for a couple shows I did here in Yukon. I’d like to repeat that workflow and use some more live shows as an excuse to dive into a new setup and get some ideas working. Since online streaming events have become somewhat normalized, I figured it was a good opportunity to stage a tour, of sorts. I like that it’s kind of the opposite of what I imagined I’d be able to do since settling here a few years ago. The nearest metropolitan center is 2000kms away, so touring has not really been on my horizons.

ET: So see you online in May, the 7th. More details to come. Thank you for the interview, Colin. Cheers!

Stan Pete: 8 Kostbarkeiten

Sein Klang-Koffer ist die Ausgangsbasis für seine Musik. Je nach Projekt bestückt er ihn neu mit Synthesizermodulen. Klangerzeuger und -verbieger, zwischen modernster Elektronik, Kinderspielzeug und Beinah-Elektroschrott. Dies alles verbindet er mit Patchkabeln zusammen zu Kompositionen und Improvisationen. Als Rahmen sind ungefähr 5 Minuten vorgegeben. Statische und rhythmische Stücke, elektronische und akustische Klänge erzählen die experimentellen modularen Gedanken.

Daniel Barbiero’s In/Completion

In/Completion 

At their best, graphic compositions are both beautiful and provocative. Beautiful in that they can, when artfully done, stand as independent works of visual art. Provocative, because they ask the performer to act as a kind of co-composer—they provoke him or her to make musical choices that, in the absence of specific instructions encoded in standard notation, somehow will translate the markings on the page into concrete gestures producing real sound. Mutatis mutandis the same observation can be made of verbal scores, many of which approach poetry in their use of condensed, evocative language. Both types of scores provoke and inspire by creating an atmosphere in the way that an abstract painting or a poem might create an atmosphere: suggestively, through connotation rather than denotation. 

Diverse as they are, all of the compositions in this collection have one thing in common. All of them, by leaving crucial musical and structural parameters undefined, are as much situations or events as they are works–situations to which the performer must respond with an ongoing series of decisions based on significantly discretionary, interpretive judgments. Consequently, the marks on the page (and in one case, the wall) may be thought of as enabling constraints that, in their refusal to fully prescribe a course of action, invite the engaged choices that will realize them as specific sounds and gestures. 

In the works performed here, a significant aspect of the meaning inheres in the concrete procedural or technical choices through which the performer, in concert with the initial conditions set out by the score, completes the work. Before performance the work is in a state of incompletion; the performer acts in completion of the work. Hence the title of this collection. 

I think of these performances as collaborations in which each of us—the composer, who creates a set of initial conditions or parameters expressed as more or less open variables, and I, who must interpret the implications of those conditions and realize them with concrete values—has an essential part to play, even if at a distance of space or, as in the case of Root Music, of time. 

My thanks go to the composers represented here, some of whom composed works for me and others who encouraged me in my interpretations of previously composed work. 

Daniel Barbiero, Silver Spring MD, September 2020 

Elevator Session mit Joel Gilardini

Oder besser gesagt, wie produziere ich ein Lo-Fi-Video? Nun, man nehme eine Location, alten Beamer, Open Source Visuals, ein altes iPhone zum Filmen und jede Menge Inspiration. Ich wählte den 90er Jahre MTV/VIVA-Look (Bild in Bild-Aufnahmen, Look, wackelige Führung etc.) inspiriert durch meine Video-Kassetten-Sammlung, die in meinem Studio gleich neben dem Pult auf dem VHS-Rekorder rauf- und runterläuft. Die Locationsuche war eigentlich recht einfach: Der Drehort ist der Fahrstuhl im Produktionsgebäude für mein Kleinstcafé Miyuko. Ursprünglich sollte der Beton-Flur dafür herhalten, aber nachdem ich unsere Produktionsumgebung genauer ansah, entschied ich mich für den Fahrstuhl. Im Grossen und Ganzen dauerte die Bearbeitung ca. 10h exklusive der Renderingzeit. Die Aufnahmen erfolgten zwar in HD, mussten jedoch komprimiert und reduziert worden. Man glaubt das gar nicht, wenn man das Video sieht, wieviel Arbeit dahintersteckt!

Und so entstand die erste Elevator Session mit Joel Gilardini. Falls ich nicht zu faul sein sollte, folgen weitere mit spannenden Künstlern, gell!
So, aber jetzt viel Vergnügen mit Joel Gilardini ~ Parched Harbours (Official Music Video)

http://www.endtitles.ch/
https://shopendtitles.bandcamp.com

https://joelgilardini.wordpress.com/

Free Download: Live_Cuts

Willkommen zu EndTitles.Kitchen.Lab’s «Live_Cuts» Album! 

Kitchen.Lab ist die Konzertreihe des Labels, welche im Zürcher Kleinstcafé Miyuko angefangen hat. Die Musiker und Künstler performten aus der Küche, durch einen Bartresen vom Innenraum des Cafés getrennt. Die Zuschauer|innen sassen so gesehen nur eine Handbreite von der Performance entfernt. Das war sehr intim und persönlich. Die Reihe habe ich nach einigen Jahren Pause in 2018 mit dem Label neu gestartet, als ich Joel Gilardini wiederholt im Exil live hörte. Die Konzertreihe verlegte ich anschliessend 2019 in den Kulturfolger an der Idastrasse. 2020 sind weitere Konzerte geplant. 

Zu hören sind Ausschnitte (Cuts) vierer Konzertabende, direkt aus dem Mischpult heraus ohne grosse Bearbeitung. «Live_Cuts» beginnt mit einem Ausschnitt von 2018 des japanischen Ambient-Gitarristen Chihei Hatakeyama, dessen Album nächsten Monat bei EndTitles erscheinen wird. 

Ich danke herzlich allen Gästen, Beteiligten und Musikern für die schönen Abende und wünsche viel Vergnügen beim Hören. 

Bis bald, Dominik Grenzler (An Moku)

Meeting the artist. An Interview.

A quick chat with Mathieu Lamontagne aka Arbee.

ET: What is your new album «Arborescence» about? What was your instrumental approach for the album?

A: «Arborescence» is about ideas leading to the next ones. At some point, the decisions you take regarding a certain sound, will impact the way the track progresses. So many crossroads. Some ideas and sketches for this album came a few years back, I went and recreate them.

ET: Tell us more about your work with Modular?

A: My eurorack modular journey started a few years ago. I started slowly, learning my first few modules. Then, moving forward as my interest progressed. I really like the way you can me things happen on different levels. There are always new things, new ideas to try. Even though, it is quite fun to work with no screen and make a really good patch, I’m also trying to blend it with my DAW productions. It is just so damn fun to mess with.

ET: What are your main music related influences? What makes Ambient music so interesting?

A: In my teenager years, I was really into rap, still am. Also went really deep into those Warp Records early classics (Aphex, Autechre, Boards of Canada). I guess all of those things influenced me. Always going back to some jazz classics, as well, Miles, Thelonius, Coltrane, Mingus, etc. Also listened to a lot of those ‘70s German Krautrock band, I will never get bored of those Can records.

ET: Best loved hardware vs. Best loved software? 

A: My most loved hardware was for a long time my Moog Slim Phatty. Since having a more «complete» eurorack modular synthesizer, I cannot lie, this is totally my new favorite thing to work it. It is so flexible and inspiring, always something new to dig, to try. When it comes to software, my favorites are from Madrona Labs, U-he and Sinevibes. I think I have all the products of those 3 companies. If I had to choose only one, it would be u-he zebra2. This is the synth I’ve used the most in all of those years I’ve been making music. It’s a semi-modular softsynth. It is really nice at doing all sorts of things. I know it so well so it is a nice tool for me. The Zebrify effect unit coming with it is really usefull, too.

ET: Thank you, Arbee. Cheers.

Listen to «Arborescence» on Bandcamp and Spotify.

ARBEE: Arborescence

Heute ist auf meinem Label EndTitles ein neues Album erschienen. Ich bin sehr stolz Arbee aus Kanada unterstützen zu können. Viel Spass beim Download.

Hier einpaar Infos zum Künstler: The Canadian musician Arbee (Mathieu Lamontagne) has been working on his music and sonic textures for over a decade now. During the first few years, he worked and made several shows in the electro-hiphop band Anachronicxp. Since the end of this project, he has worked with numerous labels sharing his textural works including broken melodies and sound design abilities. He has worked with numerous people including Specta Ciera, mr bios, Emmanuel Toledo and much more.

twitter.com/arbeemonkey
arbee.bandcamp.com