A few days ago ( 15th of October) my new collab album has been released. Bullflat 3.8 from Japan made a CD with beautiful artwork by Ryo Fujimoto out of it. Big thanks to Michiru Aoyama for releasing this project album.
So, Joel Gilardini know and I each other for quite a long time. We are sharing the same fascination for sounds and musical devices. At some point we started to think: “Why not collaborate together?”
This opportunity arose when I received an invitation to play at the 10th and very last “Marathon Des Zelluloids”, a silent-movie festival with live performed soundtracks, which took place in December 2019 in Zurich, Switzerland (Pablo Assandri, thanks for the invitation) and invited Joel Gilardini to participate.
At the beginning of Autumn 2019 Joel and I started to meet on a regular basis for sessions to improvise together. By then we still didn’t know which film we got to set to music, and since we never played together before, the main goal was to develop a feeling for each other. In only a short time together we developed a wonderful flow and during our sessions we collected many ideas and clues how to work together for the festival. One month before the festival we were given the actual films we had to create the soundtrack for. We received three short movies by Maya Deren: Meshes of the Afternoon (1943), At Land (1944), and Ritual in Transfigured Time (1946). Due to An Moku‘s sketches the composing process flew by really fast and after three sessions we finalized the music for each film.
“Maya Deren” is a concept album based around the music composed for the three short-films with selected extracts from the former rehearsal sessions in Autumn. Big thanks to Michiru Aoyama for releasing this project album @bullflat 3.8
The final movie soundtrack “Scoring Maya Deren” will be released in 2021… Stay tuned!
Electronics, Modified Coffee Grinder, Electromagnetic Mics by An Moku Baritone Guitar, Pedalboard by Joel Gilardini (joelgilardini.wordpress.com) Mastering by Chihei Hatakeyama (chihei.org) Photography & Design by Ryo Fujimoto (ryofujimoto.net) Released by bullflat 3.8, Japan (bullflat38.com)
How to Microcosm? Das fragte ich mich drei Monate lang. Ein schönes Pedal. Gut verbaut, klingt gut. Granular, Glitch, Stutter, Shimmer, Looper. Alles unter einer Haube. Alles gut. In Theorie. Doch warum funktioniert dieses wunderbare Pedal für mich nicht?
Gegenwärtig beende ich mein, kommendes Jahr erscheinendes Solo-Album, das ich rein mit einer Bass-Gitarre eingespielt habe. Dazu baute ich ein entsprechendes Pedalboard mit drei parallel laufenden Kanälen auf einem Board. Beim Tri-Parallel-Mixer verbaute ich die ersten zwei Kanäle mit den ZOIAs von Empress und im dritten den Microcosm. Die ZOIAs benutzte ich prinzipiell als Looper (Zoia 1 mit eigenem Looper-Patch, Zoia 2 als Drone) und den Microcosm als Effekt, welches den Sound der Pedalkette vor dem Mixer beeinflusste und loopte. Alles gut und so weit nachvollziehbar.
Bevor ich die Aufnahmen startete, testete ich den Microcosm auf Funktionalität und Klang. Hologram haben wirklich eine tolle Kleinstwelt in einer leicht gräulichen Box erschaffen. Aber etwas stimmte nicht. Entweder zehrte der Klang und/oder er war leise. Offensichtlich war das Eingangssignal zu «hot» und das Gerät regulierte die Lautstärke automatisch. Ich tüftelte und fand es nicht heraus. Somit kontaktierte ich Hologram. Der nette Support teilte mir mit ich soll bitte beim IN von Instrument auf Line umstellen. Hmmmm, das habe ich bereits. Es stellte sich aber heraus, dass ich es nicht richtig in den Einstellungen eingestellt habe. Das Gerät hats nicht gespeichert. Ok, cool. Also los. Der Sound zerrte nicht mehr, war aber nach wie vor leise. Den Mix-Regler auf 100%, ich «erahnte nach wie vor Nuancen von Effekten». Es könnte was weit weit weg sein… Den Mix-Realer auf halb. Ok, hier kann ich was mit anfangen, aber ich will den Microcosm in vollen Zügen hören, also auf 100%. Was tun nun? Ich begann zu messen. -10dB! Oh Shit! Kann das denn sein? Ja! Ich schloss am OUT einen Booster an und es ging. Allerdings mit starkem Rauschen. Verständlich. Somit begann ich online zu recherchieren, denn es konnte nicht sein, dass der Microcosm an Lautstärkeverlustproblemen litt oder doch? Doch!
Neben paar kleinen anderen Mankos (mit denen ich leben kann) stellte es sich heraus, dass dieses Problem im Netz stark kritisiert worden ist. Ich entdeckte ebenfalls, dass sich Musiker von dem Gerät trennten. Somit stellte ich mir immer mehr die Frage, was tun? Ich spielte mit dem Microcosm und verliebte mich in zwei Algorithmen (Sturm und Interrupt), die ich anschliessend bei den Aufnahmen fürs Album hier und da benutzte. Aber dieses Pedal erfüllte in meinen Augen nicht den Job, den es hätte erfüllen müssen, denn ich versprach mir beim Kauf eine neue Welt. Ich meine, hey, schaut das Video unten…! Gar eine komplette Alternative zu meinen ZOIAs und dabei klingt der Microcosm in seinen vergleichbaren Algorithmen zwar weicher und sicherlich als «generell interessant» im Gegensatz zu ZOIA oder dem norwegischen Fabrikat oder Bakfram aber nicht sehr viel anders oder wie erhofft augenöffnend (Sorry für die Übertreibung, gell!). Die erwähnten Pedale machen alle ihnen Job in Sachen Algorithmus, Patch, Klang, Verarbeitung hervorragend und es ist nur eine Frage der persönlichen Präferenz und der Entscheidung wie viel Platz jenes Produkt auf deinem Board einnehmen darf. Wie so auch immer. Aber Hand aufs Herz: Hast Du das eine, brauchst Du andere eventuell nicht… Ich denke, dass wir «heute» mit der Technologie, die uns zur Verfügung steht wenig Neues und Anderes bringen werden. Das haben wir ausgeschöpft. Was jetzt folgt, sind lediglich Variationen dessen, was wir kennen als neu verschraubt, verpackt, vermarktet. Falls Du einen Line 6 HX Stomp hast, so brauchst Du keinen Boss GT-1000 Core oder vice versa. Es sei denn, Du willst persönliche «Nuancen», auf die es ankommen kann aber nicht muss! Ich denke, wir müssen wieder paar Jahre warten bis der nächste signifikante Schub kommt und uns mit dem, das wir haben, vergnügen, denn der Schub kommt…
Fazit: Vor einpaar Tagen erfasse ich den endgültigen Entschluss, stellte den Microcosm online und einen Tag darauf verschickte ich ihn and den glücklichen Käufer, der nun hoffentlich mehr Freude damit hat, als ich. Einen Tag später veröffentlichte Hologram das Update der Firmware, welches das Hauptproblem beheben sollte und die restlichen kleinen Marcos ebenfalls. Was für ein Timing!
Gleich nach den Delays kommen für mich die Reverbs. Hier war es allerdings erheblich schwieriger zu entscheiden, welche Handvoll ich auf meine einsame Produktionsinsel mitnehme. Reverbs sind wahrscheinlich noch mehr mit einem Samthandschuh anzufassen als andere Effekte. Vielleicht gleichzustellen mit dem Fuzz in der Stompbox-Welt (was ich da schon alles an Meinungen und Behauptungen hören durfte). Nun, Reverb oder zu deutsch der Hall kann den Sound beleben, negativ durchnässen und/oder zusammenleimen. Je nach Einsatzgebiet sind die Möglichkeiten vielfältig und das Angebot ebenso. In 2020 gibst Du ins Suchfeld Reverb-Plugin ein und es folgen dutzende Anbieter. Das macht Spass und für jeden ist etwas dabei.
SIR3
Ich selbst experimentiere sehr viel mit der 100%-Wet-Einstellung, die Spass machen kann, doch wenn es um schöne Räume geht, gibt es für mich neben dem Valhalla Vintage Verb (ist bereits mehrmals von mir gefeaturet worden), dem Neunaber Wet (es folgt demnächst ein Beitrag) und dem Blackhole von Eventide (ich besitze das Reverb als Hardware und als iOS App auf dem iPad) vor allem das SIR3 von SIR Audio Tools, ehemals Knufinke. Mit SIR3 geht das High Dynamic Range IR Plug-in des Herstellers SIR Audio Tools (Christian Knufinke) in die dritte Runde. Jedes noch so kleine Detail, ob auf der Bedienoberfläche oder unter der Haube, wurde von den Entwicklern unter die Lupe genommen und erneuert oder feinjustiert. Das Plug-in kann die importierte IR-Datei nochmals komplett durch den Fleischwolf drehen. Etliche Parameter wie Gating, Ducking, Hüllkurven, Equalizer, einfache Reverb-Funktionen, Modulationen, Damping und Dynamik lassen sich einfach über die Regler einstellen. Dazu ist die Oberfläche sehr übersichtlich in Sektionen eingeteilt und trotz der vielen Parameter recht einfach zu verstehen. Aber es kommt am Ende eben auf den Sound an. Und der ist hochwertig. Artefakt ist hier ein Fremdwort – es sei denn, ihr wollt es so! Ich bin durch eine Empfehlung aus Hamburg auf die Schmiede gekommen und habe mich mit SIR2 doch nicht recht anfreunden können, bis die dritte Version kam. Aus meiner Sicht völlig unterbewertet. Ganz grosses Kino! Leider gibt es nicht sehr viel Material auf Youtube, daher folgen zwei Videos:
Little Plate
Little Plate von Soundtoys ist für mich zu einem wichtigen Produktionswerkzeug im Bereich Ambient geworden. Das Hall Plug-in simuliert den Effekt der monumentalen Hallplatte EMT 140 aus dem Jahr 1957. Die EMT 140 verwendet einen Magnetwandler, um eine massive Metallplatte in Schwingungen zu versetzen, und sendet das Ergebnis über einen Tonabnehmer, der den resultierenden Nachhall erfasst, an den Toningenieur zurück. Die EMT 140 wurde 1957 eingeführt und war in der Lage, einen dichten und sanften Nachhall zu liefern, wie er vorher nicht möglich war. Sie klingt zwar nicht wie ein echter Raum, hat aber eine eigenständige Schönheit, weshalb Plate Reverb auch viele Jahrzehnte danach noch ein begehrter Effekt ist. Die 140er sind jedoch schwer zu finden und bei den Ersatzteilen wird es noch schwieriger. Nicht zu vergessen, ihre schiere Größe und das Gewicht, halten sie außerhalb der Reichweite des durchschnittlichen Studios. Ok, so weit so gut, doch zurück zum Ambient. Ich experimentierte mit diesem Plugin für eine Zeit und entdeckte, dass die langen Halleinstellungen massiv schön klingen (Outer Space). Zum Einsatz kam das Plugin auf dem Stummfilm-Festival in Zürich während der Live-Vertonung dreier Maya Deren Filme.
Raum
Welches dritte Plugin nehme ich mit? Nun, ich denke die Wahl fällt auf das Hall-Plugin Raum von Native Instruments.Hier überlasse ich die experimentierfreudige Laune allen, die offen für Neues sind. Ein sehr schönes Plugin.
Fazit: Doch seinen wir wieder mal ehrlich: Wie bei den Delays bereits, geht es auch ohne diese Reverbs. Jede gegenwärtige DAW kommt mit einem fein ausgestatteten Fuhrpark an Plugins, die nie besser waren als jetzt und man kann mit ihnen so ziemlich sehr sehr viel machen, wenn auch nicht so ziemlich alles. Also, warum ausgerechnet diese Drei und warum extern kaufen? Nun, ich behaupte mal, WIR gern upgraden, auffrischen und neue, alternative Herangehensweisen erforschen. Und weil wir es einfach und schnell haben möchten. Oder? Ein Hoch auf die Technik.
Alle Empfehlungen sind frei. Ich kaufe alles selbst und werde nicht bezahlt. Ich empfehle ebenfalls die Software nicht illegal herunter zu laden. Was ich mir selbst nicht leisten kann, kaufe ich nicht und verzichte. Es geht auch ohne, gell!
Ich liebe Delays sehr. Ohne sie kann ich nicht leben. Delays dienen als Breitmacher, Looper und Hall. In gewisser Form und Weise eingesetzt. Dank der gegenwärtigen Entwicklung der Technik können wir unglaublich viel damit machen und somit unglaublich viel Freude haben. Toll! In der Musikproduktion mit dem Computer ist der Vorgang sehr viel einfacher als mit einer Stompbox. Wobei auch dort mittlerweile sehr smarte Tretminen sich behaupten dürfen: ZOIA, Poly, HX Stomp, H9. Doch mit dem Computer reicht unter Umständen ein mächtiges Plugin und schon läuft der Hase in die richtige Richtung. Solche Plugins möchte ich hier in der ersten Ausführung dieser Reihe kurz und bündig vorstellen. Ein Hoch auf die Technik.
Valhalla Delay
Dieses Delay ist mein absolutes To-Go-Delay #1, sobald es um kreative Bearbeitung einer Klangdatei geht. Es kling nicht nur toll, es ist einfach zu bedienen und die Möglichkeiten sind atemraubend. Die mitgelieferten Presets sagen alles; sind so vielfältig, dass man eigentlich nichts anderes mehr braucht, sofern man die Klangfarbe des Delays mag. Ich tue es! Zuletzt verwendete ich das Valhalla Delay exzessiv bei den Aufnahmen und der Live-Performance zum anstehenden Maya Deren Album (VÖ Oktober 2020), das ich mit dem Zürcher Gitarristen Joel Gilardini aufgenommen habe. Die Live-Vertonung der Maya Deren Filme fand im vergangenen Dezember auf dem Stummfilm-Festival in Zürich statt. Ich schaltete eine mächtige Reihe an virtuellen Effekten samt zwei Valhalla Delays mit eigenen Presets am Ende, begleitet von Soundtoys’ wunderschönem Reverb: Little Plate (wird in der nächsten Folge vorgestellt) im Falle, dass ich den Live-Sound doch noch breiter haben möchte. Ihr könnt mir glauben, je nach individuellem Einsatz kommen mit dem Valhalla Delay wahre Welten auf!
Super erschwinglich und sehr sympathische Kleinschmiede. Zuletzt haben Valhalla ein tolles Free-Plugin veröffentlicht: Supermassive. A Must-Have! Also, wartet nicht auf irgendwelche Vergünstigungen, diese machen Valhalla nicht (SUPER!), sondern unterstützt diese Schmiede direkt hier!
Echoboy
Mit EchoBoy decken SoundToys quasi die gesamte Entwicklungsgeschichte des Delay-Effekts ab und die dreiseitige Einleitung des 40-seitigen Handbuchs lässt von den 1960er Slap-Echos bis zum PCM 42 kaum einen großen Namen aus. Unter Beweis stellt EchoBoy seine Fähigkeiten mit zwei unabhängigen Delay-Lines und nicht weniger als 31 Algorithmen, sogenannte Styles, die von generellem Verhalten z.B. Analog, Digital, Tube, Tape bis zu spezifischen Nachbildungen wie Space Echo oder TelRay reichen. Diese Styles können über den Styles-Edit-Taster sogar noch weiter angepasst werden. Da gibt es einen dreibandigen Equalizer, der aber eine ganz andere Funktion hat, als man vermuten könnte. Während der Gain-Parameter noch «normal» ist, regelt der Decay-Parameter die Färbung des abklingenden Signals über die Zeit hinweg. Also ob die Echos mit der Zeit heller oder dunkler werden und wie schnell. Echoboy ist wohl eines der umfassendsten Delays im nicht gerade spärlichen besiedelten Delay-Markt, mit dem sich wirklich jeder Stil und jeder Charakter verwirklichen lässt. Auch wenn die Konkurrenz mit Ohmforce Ohmboys, Rob Papens RP-Delay, Fabfilters Timeless, Slate Digitals Repeater oder Unfiltered Audios Sandman auch jeden Menge zu bieten haben, mit EchoBoy wird man trotzdem so schnell kein neues Delay brauchen. Behaupte ich mal so.
Ich habe ein schönes Video gefunden, als Vergleich der beiden hier führenden Delays: Valhalla Delay und Echoboy.
Remnant
Da ich die Liste nicht zu lang machen möchte, versuche ich mich auf drei Exemplare zu beschränken. Ich könnte die Delays von Arturia oder das wunderbare Echo von Ableton vorschlagen oder den Crystallizer von Soundtoys. Crystallizer ist granularen Echos mit Tonhöhen-Verschiebungen gewidmet. Die Effekt-Wiederholungen können bis zu drei Oktaven über oder unter dem Originalmaterial liegen, auf Wunsch lassen sie sich invertiert ausgeben. Trotz seines experimentellen Ansatzes ist Crystallizer leicht bedienbar. Und da ich mit den beiden oben genannten Delays so ziemlich alle erdenklichen Felder abgedeckt habe, kommt mir eigentlich nur noch dieses Plugin in den Sinn:Remnant von Creative Intent. Remnant ist ein digitaler Kornverzögerungseffekt (Grain Delay), der für dichte, experimentelle Klanglandschaften und scharfe, stotternde Störungen entwickelt wurde. Was Remnant jedoch wirklich auszeichnet, ist die reaktive Einfrierfunktion (Freeze). Mit subtiler Zufälligkeit und den weiteren zusätzlichen Funktionen wie einem Vintage-inspirierten Filter, Mid / Side-Modus, Input Ducking und einem klassischen Tape Wow kann Remnant die Sounds immer in eine inspirierende neue Richtung lenken. Ich kann’s nur empfehlen!
Fazit: Doch seinen wir wieder mal ehrlich: Es geht auch ohne diese Delays. Jede gegenwärtige DAW kommt mit einem fein ausgestatteten Fuhrpark an Plugins, die nie besser waren als jetzt und man kann mit ihnen so ziemlich sehr sehr viel machen, wenn auch nicht so ziemlich alles. Also, warum ausgerechnet diese Drei und warum extern kaufen? Nun, ich behaupte mal, WIR gern upgraden, auffrischen und neue, alternative Herangehensweisen erforschen. Und weil wir es einfach und schnell haben möchten. Oder? Ein Hoch auf die Technik.
Alle Empfehlungen sind frei. Ich kaufe alles selbst und werde nicht bezahlt. Ich empfehle ebenfalls die Software nicht illegal herunter zu laden. Was ich mir selbst nicht leisten kann, kaufe ich nicht und verzichte. Es geht auch ohne.
Falls ich jemals auf einer einsamen Insel landen sollte, was ich natürlich nicht hoffe, müsste ich mir davor obligatorisch eine Liste gemacht haben mit Dingen, die mir ausserordentlich wichtig sind und ohne die ich dort nicht leben könnte. Nun, seien wir aber mal ganz realistisch: Da ich dieses Jahr niemals auf solch einer einsamen Insel stranden werde, erstelle ich einfach kurzerhand eine 2020-Liste mit Handlangern, die mir gegenwärtig in der Produktion wichtig sind. «My Favorite Things» oder besser gesagt «Dinge, die nur ich auf solch einer Insel für die Musikproduktion brauchen würde, da ich diese super cool finde!» ist meine neue, kleine Reihe.
«My Favorite Things» ist aber auch ein grandioses Jazz-Album des Talents Coltrane aus dem Jahre 1961, welches ich zufällig in Kyoto während der ausgedehnten Japanreise 2014 entdeckte und es seitdem uns begleitet. Immer im Auto. Immer da! Viel Vergnügen!
Als nächstes: My Favorite Things #1: Delays (Mac OS)…
Oder besser gesagt, wie produziere ich ein Lo-Fi-Video? Nun, man nehme eine Location, alten Beamer, Open Source Visuals, ein altes iPhone zum Filmen und jede Menge Inspiration. Ich wählte den 90er Jahre MTV/VIVA-Look (Bild in Bild-Aufnahmen, Look, wackelige Führung etc.) inspiriert durch meine Video-Kassetten-Sammlung, die in meinem Studio gleich neben dem Pult auf dem VHS-Rekorder rauf- und runterläuft. Die Locationsuche war eigentlich recht einfach: Der Drehort ist der Fahrstuhl im Produktionsgebäude für mein Kleinstcafé Miyuko. Ursprünglich sollte der Beton-Flur dafür herhalten, aber nachdem ich unsere Produktionsumgebung genauer ansah, entschied ich mich für den Fahrstuhl. Im Grossen und Ganzen dauerte die Bearbeitung ca. 10h exklusive der Renderingzeit. Die Aufnahmen erfolgten zwar in HD, mussten jedoch komprimiert und reduziert worden. Man glaubt das gar nicht, wenn man das Video sieht, wieviel Arbeit dahintersteckt!
Und so entstand die erste Elevator Session mit Joel Gilardini. Falls ich nicht zu faul sein sollte, folgen weitere mit spannenden Künstlern, gell! So, aber jetzt viel Vergnügen mit Joel Gilardini ~ Parched Harbours (Official Music Video)
Good evening! Today I have released my new 2 track Single (ca. 36min) for my Subscribers on Bandcamp called Phimola. Phimola was made very early in the morning at 4am. It is a mellow, piano based, evolving piece of music. Just lean back and start the night☕️🎧😊 Huge thx to my friend and photographer Juan @trakojuan📸 and the beautiful Pilar @phi_mo_la💐
«Co-Being (A Statement)» ist wahrscheinlich mein düsterstes Stück. Ich habe es im Auftrag für die Künstlerin Elisabeth Nold-Schwarz komponiert und hatte freie Hand. «Co-Being» widerspiegelt die Vorkommnisse der letzten Wochen, die uns allen mehr als bekannt sind. Es sind nur paar wenige Tage vergangen, seit dem ich das Stück das letzte Mal in voller Länge gehört habe, jedoch, durch die unternommene Kürzung hat es sich entwickelt. Entfaltet. Ich sehe es als sehr viel heller und ermutigender an. Das gefällt mir!
Co-Being. Wir leben nebeneinander. Leider oft nicht miteinander. Informationen und Dinge werden ausgetauscht. Sie werden wahrgenommen, ein- und ausgeblendet. Miss-, verstanden oder nicht verstanden. Räume werden beansprucht. Allein, gemeinsam. Gewollt, ungewollt. Es entstehen Meinungen. In differenzierten Lautstärkeverhältnissen. Trotz aller Beklemmung lasse ich zum Schluss die obligatorische Hoffnung im Fade-out. Warum? Weil wir «ohne» nicht existieren können. Hoffnung ist schön. Es gibt sie eigentlich immer und so auch einen Weg…
Ich habe lange überlegt, ob ich den Schritt der Exklusivität machen soll oder nicht und habe mich dafür entschieden. Ich denke, dass im Zeitalter, in dem so ziemlich alles möglichst gratis zu sein hat, man sich durchaus mit dem Rücken dagegen stellen und gegen den Strom schwimmen darf. Das habe ich so immer gemacht. Und Du hörst diese Musik wie sie ist und bist hier auf meiner Webpage und liest, was ich schreibe. Ich danke dir dafür. Falls Du gern alles hören möchtest, das andere nicht zu Ohren bekommen werden, so HIER. «Co-Being» ist solch ein exklusives Musikstück und es kommt mehr… Viel Vergnügen!
Corona ist noch gegenwärtig in der Schweiz. Doch wir kehren langsam zurück ins reguläre Leben, mit «wenigen» Einschränkungen. Ich hoffe es bleibt auch so und wir werden nicht zurückgeworfen! Ich weiss nicht, wie es dir ergangen ist während des Lockdowns, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Du dich gut beschäftigt hast. Wir hatten die einzigartige Möglichkeit, die Zeit geschenkt zu bekommen. Denn auf einmal war sie da, die Zeit…
Nun, ich habe versucht diese Zeit während des Lockdowns zu nutzen: _Neustrukturierung meines Cafés nach dem Lockdown (Was kommt auf uns zu? Werden die Gäste wiederkommen? Wie lange wird dieser Zustand dauern? Existenz?!) _Alte, liegengebliebene ToDo-Listen (Die mittlerweile mehrere Jahre in der Schublade vor sich hingegammelt haben. Erledigt! Was für eine Erleichterung) _Viel Online-Kultur (Theater, Filminfo.ch, Fortbildungen) _Natur (so gut es ging) _Lesen, Kochen und Musik
Ich befasste mich sehr viel mit dem Thema der theoretischen Musik und der Organisation innerhalb des Studios. Das war sehr spannend. Eines Morgens fragte ich mich bei einer Tasse Kaffee, wie kann ich mir das Leben generell leichter machen und Dinge wie Kabel oder bestimmte Geräte auf Anhieb finden? Lösung, alles neu anlegen. Wirklich alles. Selbst die Stromzufuhr habe ich neu konzipiert, um mögliche Störgeräusche zu unterbinden. Das hat eine Weile gedauert und ist selbst heute noch nicht zu 100% fertig, denn es kommen und gehen Dinge, haha! Aber ich bin sehr happy mit der gegenwärtigen Anordnung und bilde mir ein, die Aufnahmen klingen sauberer. Ich glaube, das meiste Geld meines kleinen Studios steckt in den Kabeln, jeglicher Art. Ich weiss nicht, wie es dir geht, aber dafür gebe ich gern Geld aus. Man kann nie genug von soliden Stromleisten und Audiokabeln haben! Nun, und ich habe auch selbstverständlich Musik praktisch gemacht. Hier waren viele Soundtests mit diversen Klangerzeugern von Nöten, die ich machen musste, um bestimmte Klänge zu bekommen. Im Endeffekt habe ich zwei Alben aufgenommen. Wann und wo sie herauskommen werden, kann ich leider nüschts zu sagen. Einfach nur, dass eines davon mit dem deutschen Musiker Stefan Schmidt und das andere mit dem Belgier Stijn Hüwels entstanden ist. Beides sehr spannende Kollaborationen und Persönlichkeiten. Mehr dazu bald…
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